Gewänne oder gewönne einfach erklärt
Konjunktiv II von gewinnen richtig verwenden
Gewänne oder gewönne: Was ist hier wirklich richtig? Beide Formen sind nach Duden korrekt, denn gewinnen gehört zu den unregelmäßigen Verben, die im Konjunktiv II zwei zulässige Ablautvarianten bilden können. Häufiger verwendet wird gewänne, weil diese Form dem Präteritum gewann näherliegt und im Alltag geläufiger klingt. Gewönne ist ebenfalls richtig, wirkt aber etwas gehobener und wird seltener genutzt. In der Schriftsprache, in Bewerbungen oder wissenschaftlichen Arbeiten lohnt es sich trotzdem, auf eine einheitliche Schreibweise zu achten, damit der Text stimmig wirkt und keine Unsicherheit beim Lesen entsteht. Die Regel ist also einfach zu merken.
Kurze Antwort: Ist gewänne oder gewönne richtig?
Beide Formen, gewänne oder gewönne, sind laut Duden korrekt und somit richtig. Es handelt sich um zwei zulässige Varianten des Konjunktiv II von gewinnen, die gleichwertig nebeneinander stehen. In der gesprochenen und geschriebenen Sprache wird gewänne deutlich häufiger verwendet, weil die Form näher am Präteritum gewann liegt und dadurch vertrauter klingt.
Gewönne ist ebenfalls standardsprachlich korrekt, gilt aber als die seltenere der beiden Varianten. Keine der beiden Formen gilt als umgangssprachlich, regional gefärbt oder fehlerhaft, beide sind im gesamten deutschen Sprachraum anerkannt. Wer unsicher ist, welche Form im eigenen Text besser passt, kann beide Möglichkeiten bedenkenlos nutzen, sollte aber innerhalb eines Textes durchgehend bei einer Variante bleiben.

Die Regel: Konjunktiv II von gewinnen
Der Konjunktiv II wird bei starken Verben meist vom Präteritumstamm gebildet, oft ergänzt um einen Umlaut. Beim Verb gewinnen lautet das Präteritum gewann. Daraus entsteht durch Umlautung regulär die Form gewänne. Daneben existiert mit gewönne eine zweite Ablautstufe, die sich am Stammvokal des Partizips gewonnen orientiert und ebenfalls als korrekt gilt.
Beide Formen folgen also einer nachvollziehbaren Regel und sind keine Fehler, sondern parallele Bildungsweisen derselben Verbgruppe. Ähnliche Doppelformen finden sich bei verwandten starken Verben wie beginnen (begänne oder begönne) oder rinnen (ränne oder rönne), die derselben Ablautreihe angehören. Wer die Herkunft kennt, versteht schnell, warum bei gewänne oder gewönne keine der beiden Varianten als grammatisch falsch gilt.
Beispielsätze mit gewänne und gewönne
Im Satz zeigt sich der Unterschied nur im Klang, nicht in der Bedeutung: Wenn ich im Lotto gewänne, würde ich sofort kündigen. Genauso richtig ist: Wenn ich im Lotto gewönne, würde ich sofort kündigen. Auch in Nebensätzen funktionieren beide Formen problemlos: Sie fragte, ob er das Spiel gewänne. oder Sie fragte, ob er das Spiel gewönne.
Weitere Beispiele: Wir gewännen den Pokal, wenn wir konzentrierter spielten. und Wir gewönnen den Pokal, wenn wir konzentrierter spielten. In allen Fällen lässt sich gewänne durch gewönne ersetzen, ohne dass sich der Sinn des Satzes ändert.
Häufige Fehler
Ein häufiger Fehler ist die Form gewinnte, die es im Standarddeutschen nicht gibt, da gewinnen ein starkes Verb ist und keinen regelmäßigen Konjunktiv mit te-Endung bildet. Ebenfalls falsch sind Mischformen wie gewönnte oder gewännte, die beide Bildungsmuster unzulässig vermengen.
Verwechslungsgefahr besteht außerdem mit dem Indikativ Präteritum gewann, der in der indirekten Rede oft fälschlich statt des Konjunktivs stehen bleibt. Auch die Ersatzform mit würde, also würde gewinnen, wird in der gesprochenen Sprache oft anstelle des echten Konjunktivs verwendet, in anspruchsvollen Texten empfiehlt sich jedoch die eigentliche Form. Wer bei gewänne oder gewönne unsicher ist, sollte den Satz laut lesen: Beide korrekten Formen klingen im Konjunktiv deutlich anders als das einfache Präteritum.

Merksatz und Eselsbrücke
Als Eselsbrücke hilft der Vergleich mit dem Präteritum: Aus gewann wird durch Umlautung gewänne, das ist die gebräuchlichere und meist empfohlene Form. Wer sich die Reihe gewinnen, gewann, gewänne einprägt, liegt in den meisten Texten richtig.
Die zweite Form gewönne lässt sich mit der Reihe gewinnen, gewonnen, gewönne merken, denn hier klingt derselbe o-Laut nach wie im Partizip. Wer sich zusätzlich merkt, dass gewänne im Alltag die sicherere Wahl ist, während gewönne in gehobenen oder literarischen Texten passend wirkt, trifft in jeder Situation eine stilistisch treffende Entscheidung. Beide Eselsbrücken zeigen: Bei gewänne oder gewönne handelt es sich nicht um eine Regel mit Ausnahme, sondern um zwei parallel gültige Merkwege.
Fazit
Zusammengefasst gilt: gewänne oder gewönne, beide Formen sind nach Duden korrekt und können im Konjunktiv II von gewinnen gleichwertig verwendet werden. In der Praxis empfiehlt sich eher gewänne, weil diese Form geläufiger ist und in den meisten Texten natürlicher wirkt.
Für formelle Texte, Abschlussarbeiten oder Bewerbungen lohnt sich dennoch ein zweiter Blick, damit die gewählte Form konsequent im gesamten Text verwendet wird. Entscheidend ist am Ende weniger die gewählte Variante als die Einheitlichkeit im Text, denn ein ständiger Wechsel zwischen beiden Formen wirkt schnell unruhig und unprofessionell. Mehr zu ähnlichen Zweifelsfällen und weiteren Regeln der deutschen Grammatik gibt es im Überblick zu den Rechtschreibregeln.
Damit ist bei „gewänne oder gewönne“ die richtige Form erklärt: Schreibweise, Regel und Beispiele auf einen Blick.
Weitere sprachliche Zweifelsfälle: stände oder stünde, hälfe oder hülfe und alle Rechtschreibregeln.