Wie liest du englische Fachtexte im Studium schneller?
Fachtexte lesen: So liest du englische Studienliteratur sicher
Ein englischer Fachtext wird zuerst grob erfasst und erst danach gezielt gelesen. Wörterbuch-Dienste und Übersetzungstools sind dabei nur Hilfen, kein Ersatz für das eigene Lesen und Verstehen.
Vor dem Lesen orientieren
Ein englischer Fachtext muss nicht gleich komplett übersetzt werden. Sinnvoller ist es, sich zuerst die eigene Frage an den Text bewusst zu machen und schriftlich festzuhalten, bevor überhaupt der erste Absatz gelesen wird. Danach lohnt ein Blick auf Titel, Zusammenfassung und Gliederung des Textes: Diese Teile zeigen, ob der Text für die eigene Frage überhaupt brauchbar ist. Erst wenn diese grobe Einordnung steht, folgt das genaue Lesen der Abschnitte, die für die eigene Arbeit wirklich relevant sind.
Wenn beim Lesen oder bei der Recherche auf Englisch Fragen offenbleiben, kann ein Blick auf Angebote der eigenen Hochschule helfen. Das Schreibportal der Universität Bielefeld nennt zum Beispiel das Ellipsis Online Writing Lab als Anlaufstelle bei Fragen zum Schreiben auf Englisch und bei Problemen mit dem Recherchieren auf Englisch. Ob die eigene Hochschule ein vergleichbares Angebot bereitstellt, zeigt sich am besten auf den Seiten des zuständigen Schreibzentrums oder Sprachenzentrums der jeweiligen Hochschule.
Neben dem inhaltlichen Verstehen stößt du beim Lesen englischer Fachtexte früher oder später auch auf unterschiedliche Schreibweisen innerhalb des Englischen selbst. Solche Unterschiede zwischen britischem und amerikanischem Englisch können beim Lesen zunächst irritieren, wenn etwa Wörter unterschiedlich geschrieben werden, sind aber kein Hinweis auf einen Fehler im Text. Mit der Zeit fällt es leichter, solche Varianten als unterschiedliche Schreibkonventionen zu erkennen und beim Lesen nicht weiter zu stören.

Fachwortschatz gezielt aufbauen
Nicht jedes unbekannte Wort muss sofort nachgeschlagen werden. Oft lässt sich die Bedeutung aus dem Satzzusammenhang und aus dem Wissen über das eigene Fachgebiet erschließen. Nachschlagen lohnt sich vor allem dann, wenn ein Wort für das Verstehen der Kernaussage eines Abschnitts wirklich entscheidend ist. Wer dabei eine eigene Wortliste führt, mit Fachbegriff, deutscher Entsprechung und der Fundstelle im Text, baut sich nach und nach einen persönlichen Fachwortschatz auf, der bei weiteren Texten desselben Fachgebiets wieder nützlich ist.
Für das schnelle Nachschlagen einzelner Wörter greifen Studierende zum Beispiel auf Wörterbuch-Dienste wie dict.cc oder LEO zurück. Allgemeine Wörterbücher müssen Fachbedeutungen eines Begriffs nicht abdecken, weshalb sich bei Fachbegriffen ein zusätzlicher Blick in ein Fachwörterbuch oder in deutsche Fachtexte desselben Fachgebiets lohnt, um die passende Entsprechung gegenzuprüfen.
Wer selbst wissenschaftlich schreibt und dabei nach passenden Formulierungen für die eigene Arbeit sucht, kann einen Blick in den Academic Phrasebank der University of Manchester werfen. Dieser Phrasebank ist nach eigener Beschreibung eine Ressource für Schreibende im akademischen Umfeld und sammelt Formulierungsmuster, geordnet nach den Hauptteilen einer Forschungsarbeit und nach allgemeinen Funktionen wissenschaftlichen Schreibens. Wichtig ist dabei: Der Phrasebank ist kein Wörterbuch und erklärt keine Fachbegriffe, sondern hilft beim Formulieren eigener Sätze, etwa beim Einleiten eines Arguments oder beim Zusammenfassen eines Forschungsstands.
Übersetzungstools vorsichtig nutzen
Übersetzungstools können beim schnellen Erfassen eines Textes helfen, ersetzen aber nicht das genaue Lesen des Originals an den entscheidenden Stellen. Die Universität Göttingen stellt dazu fest, dass keine automatische Übersetzungssoftware perfekt ist und ein übersetzter Text immer geprüft werden muss. Ihr eigenes, auf DeepL basierendes Tool liefert nach dieser Beschreibung grobe Übersetzungen und ist dafür gedacht, zusammen mit dem Universitätsglossar und einem Leitfaden für den englischen Sprachgebrauch genutzt zu werden.
Auf der Seite der Universität Göttingen steht zudem der Hinweis, dass in dieses Tool keine sensiblen oder personenbezogenen Daten eingegeben werden sollen. Dieser Hinweis gilt dort für das konkrete Göttinger Tool und sollte nicht ohne Weiteres auf andere Übersetzungsdienste übertragen werden, ohne die jeweiligen Nutzungsbedingungen selbst zu prüfen.
Für Fachtexte im Studium bedeutet das: Fachbegriffe und Zahlen aus einer maschinellen Übersetzung sollten immer mit dem englischen Original abgeglichen werden, und Textteile aus einem Übersetzungstool gehören nicht ungeprüft in die eigene Arbeit. Ob und in welchem Umfang ein bestimmtes Tool im eigenen Studium überhaupt genutzt werden darf, regelt jede Hochschule und oft auch die jeweilige Prüfungsordnung selbst. Einen Vergleich gängiger Dienste findest du im Übersetzungstools im Wissenschafts-Check, der zeigt, wie gängige Dienste mit Fachsprache umgehen.
Begriffe in den eigenen Text übernehmen
Beim Lesen eines englischen Fachtextes lohnt es sich, Gedanken gleich in eigenen Worten festzuhalten und den englischen Fachbegriff dazu in Klammern zu notieren. So entsteht eine Notiz, die später leicht in den eigenen Text eingebaut werden kann, ohne dass die Herkunft des Gedankens verloren geht. Wörtliche Übernahmen aus dem Original müssen dagegen immer als Zitat mit vollständiger Fundstelle gekennzeichnet werden, und zwar auch dann, wenn die Passage selbst ins Deutsche übersetzt wurde. Ein erfundenes Beispiel: Wird im eigenen Text der Satz eines englischen Fachbuchs sinngemäß übernommen und übersetzt, gehört trotzdem ein Verweis auf die Originalquelle dazu.
Wann ein Fachwort englisch bleibt, regeln englische Fachbegriffe im deutschen Text im Einzelnen, abhängig vom Fachgebiet und vom Kontext der Arbeit. Vor dem Einarbeiten eines neuen Begriffs in den eigenen Text lohnt sich daher ein Blick auf die Konventionen des Fachbereichs oder der betreuenden Person, denn englische Fachbegriffe im deutschen Text werden je nach Wort unterschiedlich gehandhabt.
Wer fremde Sätze nur übersetzt, ohne sie zu kennzeichnen, muss Übersetzungsplagiat erkennen und vermeiden lernen, denn eine Übersetzung ändert nichts an der fehlenden Kennzeichnung einer fremden Formulierung. Eine übersetzte Passage ohne Beleg gilt als Plagiat, weshalb es sich lohnt, bereits beim Lesen und Notieren auf eine saubere Quellenangabe zu achten.

Wenn du selbst auf Englisch schreibst
Diese Seite behandelt das Lesen englischer Fachtexte im Studium, also das Verstehen fremder Texte und das saubere Übernehmen von Begriffen und Gedanken in die eigene Arbeit. Wer dagegen selbst eine Arbeit auf Englisch schreibt, braucht etwas anderes: Rechtschreibung, Ausdruck und einen passenden Fachstil in der eigenen Formulierung. Lesen und Schreiben auf Englisch sind zwei unterschiedliche Aufgaben, die unterschiedliche Vorbereitung verlangen.
Schreibst du die Arbeit selbst auf Englisch, hilft Bachelorarbeit auf Englisch korrekturlesen bei Fragen zu Sprache und Stil in einem eigenen englischen Text. Dort wird erklärt, worauf es bei Sprache und Stil in einem eigenen englischen Text ankommt, und das geht über das reine Verstehen eines fremden Textes deutlich hinaus.
Wer beim Lesen viel neuen Fachwortschatz sammelt, kann diesen nicht automatisch auch im eigenen Schreiben sicher einsetzen. Den gelesenen Wortschatz aktiv in eigenen Sätzen zu verwenden, gelingt erst mit Übung, und zwar unabhängig davon, wie gut das Verstehen fremder Texte bereits funktioniert.
Quellen und Stand
- Universität Bielefeld, Schreiblabor: Schreiben in der Fremdsprache (Stand 06.10.2026): www.uni-bielefeld.de (geprüft am 2026-10-06)
- University of Manchester: Academic Phrasebank (Stand 06.10.2026): www.phrasebank.manchester.ac.uk (geprüft am 2026-10-06)
- Universität Göttingen: Automatischer Übersetzungsdienst Deutsch/Englisch (Stand 06.10.2026): uni-goettingen.de (geprüft am 2026-10-06)