G*Power Stichprobenberechnung: die Anleitung

G*Power für die Stichprobenberechnung nutzen

Lesezeit ca. 3 Min. · aktualisiert: 11. Juli 2026 · zurück zum Blog

Für die Stichprobenberechnung in der empirischen Forschung ist G*Power das Standardwerkzeug. Diese Anleitung führt dich durch alle vier Schritte: den passenden Test auswählen, die Effektstärke bestimmen, die Power festlegen und daraus die nötige Stichprobengröße ableiten. Wer seine Bachelor- oder Masterarbeit methodisch absichern will, kommt an G*Power kaum vorbei. Das Programm ist gratis, schnell erlernt und gehört in jeden sauberen Methoden-Workflow.

Was G*Power kann

Mit G*Power lässt sich berechnen, wie viele Fälle ein Test benötigt, um einen Effekt bei gewünschter Power überhaupt aufzudecken. Diese Anleitung macht deutlich: Eine sorgfältige Stichprobenberechnung bewahrt dich vor unterpowerten Studien ebenso wie vor unnötig aufgeblähten Samples. Als kostenfreies Programm ist G*Power hier längst Standard. Wer die Stichprobenberechnung sauber dokumentiert, erleichtert sich die Methodik und die quantitative Forschung.

G*Power Stichprobenberechnung Anleitung in vier Schritten

Effektstärke, Alpha und Power

Drei Angaben steuern jede G*Power Stichprobenberechnung: die Effektstärke, das Alpha-Niveau und die angestrebte Power. Die Effektstärke gewinnst du aus Vorstudien oder aus bewusst vorsichtigen Annahmen, Alpha liegt üblicherweise bei 0,05, die Power bei 0,80 bis 0,95. Fehlt dir eine Schätzung der Effekte, hilft ein Blick auf Cohens d und Eta sowie auf die deskriptive Statistik vergleichbarer Studien.

Welche Tests G*Power abdeckt

Abgedeckt sind der t-Test, die ANOVA, Korrelationen und Regressionsanalysen. Das Vorgehen bleibt dabei stets dasselbe, die Anleitung lautet: Test auswählen, Eingabefelder füllen, n berechnen lassen. Bei anspruchsvolleren Modellen wie Strukturgleichungsmodellen oder Mediation und Moderation ergänzt du G*Power um Faustregeln oder Monte-Carlo-Simulationen.

Checkliste Qualität der G*Power Stichprobenberechnung

A-priori und post-hoc

Vor der Datenerhebung ist die a-priori G*Power Stichprobenberechnung die seriöse Wahl. Post-hoc-Power gilt dagegen als umstritten und ersetzt keine im Voraus geplante Stichprobenberechnung. Diese Anleitung rät, den a-priori-Wert samt zugrunde liegender Annahmen offen darzulegen. Wer Umfragen plant oder Interviews führt, hält die Stichprobenberechnung im Methodenteil fest.

Bericht und Grenzen

In den Bericht gehören Test, Effektstärke, Alpha, Power und n. Nur so bleibt die G*Power Stichprobenberechnung für andere nachvollziehbar. Zu den Grenzen zählen zu optimistische Effektannahmen, Drop-out sowie abhängige Stichproben. Vor der Abgabe zahlen sich ein Lektorat, eine Plagiatsprüfung und ein KI-Check aus.

Steht die nötige Fallzahl fest, folgt die Rekrutierung: Probanden für Experimente finden und Teilnehmer für Befragungen finden.

Du hast G*Power-Output und brauchst Feinschliff am Methodenteil? Wir lesen Korrektur.

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Häufige Fragen

Welche Effektstärke wähle ich ohne Vorstudie?

Setze konservativ einen kleinen bis mittleren Wert an, je nach Test etwa d=0,3 oder f=0,15. Die Begründung dafür gehört offen in die Methodik.

Reicht eine Power von 0,80?

0,80 gilt als unterste Grenze. In heiklen Designs sind 0,90 oder 0,95 die bessere Wahl. Wie stark sich n dadurch verschiebt, zeigt dir die G*Power Stichprobenberechnung auf einen Blick.

Wie berücksichtige ich Drop-out?

Rechne n je nach Setting um rund 10-20 Prozent nach oben. Gerade bei Umfragen fällt der Drop-out spürbar aus.

Kann ich G*Power für ANOVA mit Interaktion nutzen?

Ja, F-Tests mit mehreren Faktoren und Interaktion sind an Bord. Für verschachtelte Mediation und Moderation greifst du besser zur Simulation.

Was tun, wenn die Daten nicht normalverteilt sind?

Passe die Effektstärken an und setze auf nonparametrische Tests. Wie sich die Power dabei verschiebt, macht die Inferenzstatistik sichtbar.

Wo dokumentiere ich die Stichprobenberechnung?

In den Methodenteil, zusammen mit Test, Effektstärke, Alpha, Power und n. Weitere Hinweise findest du in den Studi-Tipps.

Brauche ich Stichprobenberechnung in der Bachelorarbeit?

Ja, sobald du inferenzstatistisch testest. Vor der Abgabe empfehlen wir zusätzlich Bachelorarbeit-Korrekturlesen.

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