Regressionsanalyse einfach erklärt mit Beispielen

Regression – einfach und multipel

Lesezeit ca. 6 Min. · zuletzt aktualisiert: 26. April 2026 · alle Statistik-Themen

Die Regressionsanalyse ist das mächtigste Standard-Verfahren der quantitativen Forschung. Sie sagt nicht nur, dass zwei Variablen zusammenhängen (wie die Korrelation), sondern wie genau – und sie kann den Einfluss mehrerer unabhängiger Variablen gleichzeitig prüfen. Wir zeigen dir die einfache und die multiple lineare Regression mit SPSS und R.

Einfache vs. multiple Regression

Voraussetzungen

SPSS: Multiple Regression

  1. Analysieren → Regression → Linear.
  2. Abhängige Variable in oberes Feld, unabhängige Variablen in unteres Feld.
  3. Methode „Einschluss" (alle UVs gleichzeitig) oder „Schrittweise" (UVs werden nach Beitrag aufgenommen).
  4. Bei Statistiken: Schätzer, Konfidenzintervalle, Modellanpassung, Kollinearitätsdiagnose ankreuzen.
  5. Bei Diagrammen: Histogramm und P-P-Plot der Residuen für Voraussetzungsprüfung.
  6. OK klicken.

R: Multiple Regression

modell <- lm(Lernerfolg ~ PlattformNutzung + Vorwissen + Geschlecht, data = daten)
summary(modell)

# Voraussetzungen prüfen
plot(modell)
library(car); vif(modell) # Multikollinearität

Bericht in der Arbeit

„Eine multiple lineare Regression wurde berechnet, um den Einfluss von Plattform-Nutzung, Vorwissen und Geschlecht auf die Selbsteinschätzung des Lernerfolgs zu prüfen. Das Modell erklärte 18 % der Varianz, R² = 0.18, F(3, 236) = 17.3, p < 0.001. Plattform-Nutzung war ein signifikanter positiver Prädiktor (β = 0.34, p < 0.001), Vorwissen ebenfalls (β = 0.21, p = 0.002). Geschlecht hatte keinen signifikanten Einfluss (β = 0.04, p = 0.51)."

Beta-Werte interpretieren

Standardisierte Regressionskoeffizienten (β) zeigen die Stärke des Einflusses einer UV auf die AV bei konstant gehaltenen anderen UVs. Werte zwischen -1 und +1, ähnlich interpretiert wie Korrelationen:

R² und korrigiertes R²

R² ist der Anteil der Varianz der AV, der durch die UVs erklärt wird. Bei mehreren UVs steigt R² automatisch – das korrigierte R² berücksichtigt die Anzahl der UVs und ist konservativer. In Berichten oft das korrigierte R² verwenden.

Häufige Fehler

Mehr typische Stolperfallen findest du in unserem Beitrag zu häufigen Fehlern in Bachelorarbeit und Masterarbeit. Im Lektorat wird die Berichtsweise von Regressionsergebnissen geprüft.

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Häufige Fragen zur Regression

Wie viele Personen pro UV brauche ich?

Faustregel: 10–20 Personen pro UV. Bei 5 UVs also mindestens 50–100 Personen, eher mehr für stabile Schätzungen. Power-Analyse mit G*Power gibt dir den genauen Wert.

Was ist Multikollinearität?

Wenn zwei UVs zu stark miteinander korrelieren, „erklären" sie dieselbe Varianz. Das macht die Schätzungen instabil. Prüfung: VIF (Variance Inflation Factor) > 5 ist problematisch, > 10 inakzeptabel.

Logistische statt linearer Regression?

Wenn die abhängige Variable kategorial ist (z. B. „bestanden / nicht bestanden"), brauchst du logistische Regression statt linearer. Output sind Odds Ratios statt Beta-Werten.

Schrittweise Regression – ja oder nein?

Eher nein. Schrittweise Regression wird in der modernen Methodologie kritisch gesehen, weil die Modelle instabil werden. Besser: Theorie-getriebene Auswahl der UVs vorab, alle gemeinsam in einem Modell.

Wann reichen Korrelationen, wann braucht es Regression?

Bei zwei Variablen tut es eine Korrelation. Sobald du den Einfluss einer Variable bei Kontrolle anderer Variablen prüfen willst, brauchst du Regression. Auch bei Vorhersage-Fragen („Wie viel Lernerfolg lässt sich vorhersagen?") ist Regression nötig.