Korrelation in SPSS und R

Korrelation berechnen und interpretieren

Lesezeit ca. 5 Min. · zuletzt aktualisiert: 26. April 2026 · alle Statistik-Themen

Die Korrelation ist eines der häufigsten statistischen Verfahren in Bachelorarbeiten. Sie misst, wie stark zwei Variablen zusammenhängen – ohne aber Aussagen über Ursache und Wirkung zu erlauben. Wir zeigen dir, wann du Pearson und wann Spearman nutzt, wie du sie in SPSS und R berechnest und wie du die Ergebnisse interpretierst.

Pearson vs. Spearman

Interpretation der Stärke

Korrelationswerte liegen zwischen -1 und +1. Faustregeln nach Cohen:

Negative Werte sind genauso aussagekräftig wie positive – nur die Richtung ist anders.

SPSS: Korrelation berechnen

  1. Analysieren → Korrelation → Bivariat.
  2. Variablen auswählen.
  3. Pearson oder Spearman wählen.
  4. Zweiseitig oder einseitig wählen.
  5. OK klicken.

R: Korrelation berechnen

cor.test(daten$PlattformNutzung, daten$Lernerfolg, method = "pearson")

# Output: Pearson's correlation, t-Wert, df, p-Wert, 95% KI, Korrelation

Bericht in der Arbeit

„Plattform-Nutzung und Selbsteinschätzung des Lernerfolgs korrelierten signifikant positiv, r(238) = 0.34, p < 0.001."

Format: r mit Freiheitsgraden in Klammern (n − 2), Wert auf zwei Nachkommastellen, p-Wert.

Korrelation ≠ Kausalität

Eine Korrelation sagt nur, dass zwei Variablen zusammenhängen – nicht, dass eine die andere verursacht. Drei mögliche Erklärungen:

Klassisches Beispiel: Eisverkauf und Sonnenbrandfälle korrelieren stark. Beides hängt von der Temperatur ab. Eis verursacht keinen Sonnenbrand.

Korrelationsmatrix

Bei mehreren Variablen erstellst du eine Matrix mit allen paarweisen Korrelationen. SPSS und R machen das automatisch. In der Bachelorarbeit oft als Tabelle im Ergebnisteil dargestellt.

Häufige Fehler

Mehr typische Stolperfallen findest du in unserem Beitrag zu häufigen Fehlern in Bachelorarbeit und Masterarbeit. Im Lektorat wird die statistische Berichtsweise geprüft.

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Häufige Fragen zur Korrelation

Pearson oder Spearman?

Pearson bei intervall-/verhältnisskaliert + normalverteilt. Spearman bei ordinal oder nicht-normalverteilt. Im Zweifel beide rechnen und vergleichen – wenn die Werte ähnlich sind, ist Pearson OK.

Was bedeutet Konfidenzintervall bei Korrelationen?

Bereich, in dem die wahre Korrelation in der Population mit 95 % Wahrscheinlichkeit liegt. r = 0.34, 95 % KI [0.21; 0.47] bedeutet: Wir sind zu 95 % sicher, dass die Korrelation in der Population zwischen 0.21 und 0.47 liegt.

Wann ist Korrelation „groß genug"?

Hängt vom Feld ab. In Sozialwissenschaften gilt r = 0.30 oft als praktisch bedeutsam, in technischen Wissenschaften erst r = 0.50. Wichtig ist neben der Größe auch die Richtung und die Konsistenz mit theoretischen Erwartungen.

Wie viele Korrelationen darf ich berechnen?

Vorsicht bei multiplen Vergleichen – wer 100 Korrelationen rechnet, findet rein zufällig 5 signifikante. Korrelationsmatrix mit allen Variablen ist OK, aber bei vielen signifikanten Ergebnissen Bonferroni-Korrektur einsetzen.

Was tun bei nicht-linearem Zusammenhang?

Pearson erfasst nur lineare Zusammenhänge. Bei U-förmigen oder anderen nicht-linearen Beziehungen kann Pearson r ≈ 0 sein, obwohl ein klarer Zusammenhang existiert. Lösung: Streudiagramm anschauen, ggf. nicht-lineare Modelle (Polynomielle Regression).