t-Test in der Statistik einfach erklärt

t-Test – Mittelwertvergleich zweier Gruppen

Lesezeit ca. 5 Min. · zuletzt aktualisiert: 26. April 2026 · alle Statistik-Themen

Der t-Test vergleicht die Mittelwerte zweier Gruppen und prüft, ob der Unterschied statistisch signifikant ist. Er ist eines der häufigsten Verfahren in Bachelorarbeiten – „Schätzen Frauen ihren Lernerfolg anders ein als Männer?", „Lernen Studierende mit Plattform-Zugang besser als ohne?". Wir zeigen dir die drei wichtigsten t-Test-Varianten.

Drei t-Test-Typen

Voraussetzungen

SPSS: t-Test für unabhängige Stichproben

  1. Analysieren → Mittelwerte vergleichen → t-Test bei unabhängigen Stichproben.
  2. Testvariable und Gruppenvariable wählen.
  3. Gruppen definieren (z. B. 1 = männlich, 2 = weiblich).
  4. OK klicken.

R: t-Test

# Unabhängige Stichproben
t.test(Lernerfolg ~ Geschlecht, data = daten)

# Gepaart
t.test(daten$Lernerfolg_t1, daten$Lernerfolg_t2, paired = TRUE)

# Welch (bei verletzter Varianzhomogenität)
t.test(Lernerfolg ~ Geschlecht, data = daten, var.equal = FALSE)

Bericht in der Arbeit

„Frauen (M = 4.21, SD = 0.78) und Männer (M = 4.18, SD = 0.81) unterschieden sich nicht signifikant in der Selbsteinschätzung des Lernerfolgs, t(238) = 0.32, p = 0.75, d = 0.04."

Format: t-Wert mit Freiheitsgraden (n − 2 bei unabhängig, n − 1 bei gepaart), p-Wert, Effektstärke (Cohen's d).

Effektstärke Cohen's d

Cohen's d = (M1 − M2) / SD_pooled. Faustregeln:

Was bei verletzten Voraussetzungen?

Häufige Fehler

Mehr typische Stolperfallen findest du in unserem Beitrag zu häufigen Fehlern in Bachelorarbeit und Masterarbeit. Im Lektorat wird die Berichtsweise des t-Tests geprüft.

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Häufige Fragen zum t-Test

Wann unabhängig, wann gepaart?

Unabhängig: Zwei verschiedene Personengruppen (Frauen vs. Männer). Gepaart: Dieselben Personen zu zwei Zeitpunkten oder unter zwei Bedingungen (vor vs. nach Intervention).

Welch-t-Test als Standard?

Manche Statistikerinnen empfehlen, immer den Welch-t-Test zu nutzen – er ist robuster bei Varianzunterschieden und verliert bei Varianzhomogenität nur wenig Power. SPSS gibt beide Varianten automatisch aus.

Wie groß muss die Stichprobe sein?

Mindestens 30 pro Gruppe als Faustregel. Power-Analyse mit G*Power für genaue Berechnung. Bei mittleren Effekten (d = 0.5) reichen oft 60 pro Gruppe für 80 % Power.

Bei kleinen Stichproben Mann-Whitney?

Wenn n < 30 pro Gruppe und keine Normalverteilung gegeben: ja. Mann-Whitney-U ist die nicht-parametrische Alternative – setzt keine Normalverteilung voraus.

Was, wenn der p-Wert genau 0.05 ist?

Streng genommen ist 0.05 die Schwelle – p = 0.05 wäre an der Grenze. In der Praxis: Konventionell wird p ≤ 0.05 als signifikant berichtet. Wichtig: Effektstärke und Konfidenzintervall mitberichten.