Zeugnisse übersetzen lassen für die Anerkennung
Nicht jede Stelle verlangt dasselbe Dokument
Wer in Deutschland studieren oder arbeiten will, kann Zeugnisse übersetzen lassen müssen. Welche Art von Übersetzung dabei verlangt wird, hängt von der Stelle ab. Unvollständige oder nicht passend aufbereitete Unterlagen können zu Rückfragen führen.
Hier finden Sie klare Definitionen sowie Hinweise, welche Punkte Sie vor der Bestellung prüfen sollten.
Wer die Anerkennung überhaupt vornimmt
Für den Weg macht es einen großen Unterschied, worum es geht. Für ein Studium prüft die Hochschule selbst oder eine zentrale Stelle die Zeugnisse, für einen reglementierten Beruf die zuständige Landesbehörde. Bei nicht reglementierten akademischen Berufen kann eine Zeugnisbewertung den ausländischen Hochschulabschluss einordnen. Für nicht reglementierte Ausbildungsberufe kann ein berufliches Anerkennungsverfahren relevant sein; oft ist keine Anerkennung erforderlich.
Diese Unterscheidung entscheidet über Aufwand und Dokumentenumfang. Fragen Sie deshalb zuerst, welches Verfahren für Ihr Ziel gilt, bevor Sie irgendetwas übersetzen lassen.
Bestätigt, einfach, beglaubigt: die Unterschiede
Ob eine beglaubigte Übersetzung erforderlich ist, entscheidet die empfangende Stelle. Für viele Anerkennungsverfahren und für Bewerbungen über uni-assist gelten Vorgaben zu ermächtigten oder vereidigten Übersetzenden; andere Stellen können abweichende Anforderungen haben.
Eine einfache Fachübersetzung enthält keine Bestätigung durch eine hierzu ermächtigte oder vereidigte Person. Ob sie für den jeweiligen Zweck genügt, entscheidet die empfangende Stelle.
Klären Sie deshalb vorab die Vorgaben der zuständigen Stelle. Wir erstellen Fachübersetzungen. Ist eine gerichtliche Beglaubigung nötig, teilen wir Ihnen mit, dass wir diese Leistung nicht anbieten. Weitere Hinweise finden Sie hier: Zeugnisse beglaubigt übersetzen lassen.

Inhaltsgrenzen: Was übersetzt wird und was nicht
Eine Übersetzung sollte auch Siegel, Stempel und handschriftliche Vermerke berücksichtigen. Wie unleserliche Stellen kenntlich gemacht werden sollen, kann die Zielstelle vorgeben.
Eine Übersetzung übernimmt die Notenangaben der Urkunde. Eine Umrechnung in eine deutsche Notenskala ist eine Bewertung und kann je nach Verfahren durch die Hochschule oder die zuständige Anerkennungsstelle erfolgen.
In der Regel behalten akademische Grade ihre Ursprungsbezeichnung, ergänzt um eine erläuternde Angabe. So wird ein „Licenciatura“ nicht zum Bachelor, denn eine solche Gleichsetzung wäre erneut eine Bewertung.
Welche Dokumente typischerweise gebraucht werden
Welche Unterlagen erforderlich sind, hängt vom Verfahren ab. Häufig werden Abschlusszeugnis sowie Notenübersicht oder Transcript of Records verlangt; bei Hochschulabschlüssen können auch das Diploma Supplement und Nachweise zur Hochschulzugangsberechtigung relevant sein.
Bei reglementierten Berufen kommen Berufsurkunden, Praxisnachweise und teils Führungszeugnisse hinzu. Für die Bewerbung an einer Hochschule genügen oft weniger Unterlagen als für die berufliche Anerkennung, weshalb es sich lohnt, getrennt nachzufragen.
Woran Anerkennungsverfahren hängen
Entscheidend sind die Vorgaben der zuständigen Stelle sowie vollständige und konsistente Unterlagen. Fehlen geforderte Dokumente wie ein Diploma Supplement oder eine Fächer- und Notenübersicht, kann die Stelle sie nachfordern.
Zweitens geht es um Namensschreibweisen. Wenn der Name im Pass anders transliteriert ist als im Zeugnis, entsteht eine Rückfrage. Das lässt sich vorher klären, indem die Schreibweise aus dem Pass durchgehend verwendet und die abweichende Form im Original vermerkt wird.
Drittens: Senden Sie das einzige Original nie unaufgefordert ein. Reichen Sie beglaubigte Kopien oder digitale Dateien ausschließlich nach den Vorgaben der Zielstelle ein.

Reihenfolge und Zeitplanung
Die Dauer von Anerkennungsverfahren und die Rolle der Übersetzung unterscheiden sich je nach Verfahren. Lassen Sie sich deshalb frühzeitig mitteilen, welche übersetzten Unterlagen für den Antrag erforderlich sind.
Klären Sie zunächst die Anforderungen der zuständigen Stelle. Lassen Sie anschließend nur die geforderten Unterlagen übersetzen und reichen Sie diese entsprechend den Vorgaben ein. So vermeiden Sie möglicherweise Übersetzungen von Unterlagen, die nicht benötigt werden.
Planen Sie ausreichend Zeit für die Anforderungen Ihrer Zielstelle und mögliche Rückfragen ein. Fristen und Bearbeitungszeiten unterscheiden sich je nach Verfahren.
Was wir leisten
Wir bieten Übersetzungen zwischen Deutsch und Englisch sowie Korrekturen deutscher Bewerbungsunterlagen an. Die Übersetzung kostet ab 7,90 € pro Normseite zu 1.800 Zeichen bei einem Mindestbestellwert von 79 €.
Zum Thema Bewerbung empfiehlt sich unser Ratgeber zum Motivationsschreiben für die deutsche Hochschule. Schreiben Sie schon flüssig Deutsch? Dann finden Sie die größten Hürden in unserem Beitrag zu typischen Fehlern von Nicht-Muttersprachlern.
Ein praktischer Hinweis zum Ablauf: Reichen Sie alle Dokumente eines Verfahrens möglichst gemeinsam ein. Das kann günstiger sein, wenn bei getrennten Aufträgen der Mindestbestellwert mehrfach anfällt. So lassen sich Namensschreibweisen, Ortsangaben und Institutionsbezeichnungen über alle Dokumente hinweg einheitlich abstimmen; unterschiedliche Schreibweisen können Rückfragen auslösen.