American vs. British English in wissenschaftlichen Arbeiten

American vs. British English in der Wissenschaft

Lesezeit ca. 4 Min. · veröffentlicht: 12. Juli 2026 · zurück zum Blog

Ob "analyse" oder "analyze", "colour" oder "color": In wissenschaftlichen Texten entscheidet die Konsistenz, nicht der Geschmack. Hier liest du, wie du dich einmal festlegst und den Rest der Arbeit sauber durchziehst.

Warum die Sprachvariante früh festgelegt werden muss

American English (AE) und British English (BE) unterscheiden sich unter anderem in Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik. Welche Konventionen gelten, bestimmt jeweils der Stilguide der Hochschule, Zeitschrift oder des Verlags.

In wissenschaftlichen Arbeiten kann eine uneinheitliche Schreibweise den professionellen Eindruck beeinträchtigen. Lege deshalb eine Varietät fest und prüfe sie anhand der jeweiligen Vorgaben.

Deshalb: Lege die Varietät vor dem ersten Kapitel fest, stelle sie in Word oder LibreOffice ein und halte die Entscheidung im Style Sheet fest.

Welche Variante passt zu deinem Fachgebiet

Es gibt keine pauschale Regel, aber klare Konventionen. Orientiere dich an drei Signalen:

  • Zielzeitschrift oder Verlag: Maßgeblich sind die Sprach- und Formatvorgaben der Zielzeitschrift oder des Verlags. Prüfe sie vor dem Schreiben in den aktuellen Autorenhinweisen.
  • Betreuer und Lehrstuhl: Frage bei fehlenden Vorgaben nach einer bevorzugten Varietät oder orientiere dich an einschlägigen Publikationen des Fachbereichs.
  • Zitationsstil: Auch Zitierstile enthalten eigene Sprachkonventionen. Prüfe bei APA 7 und anderen Stilen die aktuelle Ausgabe sowie die Vorgaben deiner Hochschule.

Für den DACH-Raum gibt es keine einheitliche Zuordnung von Fächern zu AE oder BE. Entscheidend sind die Vorgaben der Hochschule, des Fachbereichs und gegebenenfalls der Zielpublikation. Halte die Wahl im Style Sheet fest, damit du beim Korrekturlesen einen Referenzpunkt hast.

American vs. British English in wissenschaftlichen Arbeiten sauber trennen

Stolperfallen, die Punkte kosten

Wortpaare wie color vs. colour sind bekannt, doch auch unauffällige Varianten können sich einschleichen. Die folgenden Beispiele helfen beim Abgleich in Bachelor- und Masterarbeiten:

  • Endungen -ize vs. -ise: Im AE stehen bei Wörtern wie "organize" und "realize" in der Regel z-Formen. Im BE sind bei vielen dieser Verben -ise- und -ize-Formen je nach Stilguide möglich; "analyse" ist britisch, "analyze" amerikanisch.
  • Endungen -or vs. -our: "behavior/behaviour", "labor/labour", "favor/favour". Halte die gewählte Variante konsequent ein, auch in Grafik-Beschriftungen.
  • Endungen -er vs. -re: "center/centre", "fiber/fibre", "meter/metre". Ausnahme in AE: die Maßeinheit "meter" (Zähler) vs. "metre" existiert nicht, aber "kilometer" ja.
  • Doppelkonsonanten: Bei einigen Wörtern unterscheiden sich die Formen, etwa "travelled", "modelling" und "labelled" im BE gegenüber "traveled", "modeling" und "labeled" im AE.
  • Datum: Die numerische Angabe 07/08/2026 kann je nach Konvention als 8. Juli oder als 7. August verstanden werden. Schreibe Daten aus oder nutze ISO 8601 (2026-07-08).
  • Anführungszeichen: Die Stellung von Punkt und Komma richtet sich nach dem verwendeten Stilguide und danach, ob das Satzzeichen zum Zitat oder zum umgebenden Satz gehört.
  • Kollektivnomen: Bei "the team" sind je nach Bedeutung und Varietät Singular und Plural möglich. Verwende die im gewählten Stilguide vorgesehene Form konsequent.

Zitate aus Fremdquellen sind besonders tückisch. Übernimm ihre Schreibweise grundsätzlich originalgetreu; Anpassungen sind nur zulässig, wenn der verwendete Zitierstil sie ausdrücklich vorsieht und transparent macht.

Word und Workflow richtig einstellen

Mischfehler entstehen meist, weil die Spracheinstellung nicht durchgängig gesetzt ist. So vermeidest du das in fünf Minuten:

  • Word: Alles markieren (Strg+A), dann "Überprüfen > Sprache > Sprache für die Korrekturhilfen" auf "English (United States)" bzw. "English (United Kingdom)" setzen. Auch für Kopf-, Fußzeilen und Fußnoten separat prüfen.
  • LaTeX: Wenn du babel verwendest, kannst du die Varietät etwa mit \usepackage[american]{babel} oder \usepackage[british]{babel} festlegen. Bei mehrsprachigen Literaturverzeichnissen kann langid pro Eintrag die Sprachumschaltung unterstützen.
  • Zotero und Citavi: Wähle den von Hochschule, Fachbereich oder Zielpublikation geforderten Zitationsstil. Prüfe zusätzlich die Spracheinstellungen für automatisch erzeugte Beschriftungen und Angaben.
  • Style Sheet: Erstelle eine kurze Liste mit fünf bis zehn kritischen Begriffen deiner Arbeit ("analyse", "behaviour", "programme"). Führe vor der Abgabe eine Suchen-und-Ersetzen-Runde anhand dieser Stichworte durch.

Nach der Rohfassung ein letzter Schritt: In Word unter "Datei > Optionen > Dokumentprüfung" den Haken bei "Rechtschreibung während der Eingabe prüfen" aktivieren und die gesamte Datei erneut durchgehen. Word markiert Varietätsmischungen zuverlässiger als die meisten kostenlosen Online-Tools.

Checkliste American vs. British English wissenschaftlich sauber einhalten

Prüfung vor der Einreichung

Ein systematischer Check kurz vor dem Druck ist ratsam, unabhängig von automatischen Korrekturhilfen. Dabei helfen diese drei Schritte:

  • Suchlauf über typische Marker: Suche gezielt nach Varianten wie "organize/organise", "color/colour" und "center/centre". Kläre auffällige Treffer anhand des Style Sheets und eines passenden Wörterbuchs.
  • Abbildungen und Tabellen: Prüfe Beschriftungen, Legenden und Diagramm-Achsen separat. Sie werden von der Rechtschreibprüfung nicht immer vollständig erfasst.
  • Literaturverzeichnis: Titel behalten ihre Originalschreibung. Eigene Kommentare, Übersetzungen oder Anmerkungen in eckigen Klammern richten sich nach der gewählten Varietät.

Zweifelst du an der Wirkung auf Muttersprachler, lies einen Abschnitt laut vor oder nutze Text-to-Speech. Das kann helfen, auffälligen Rhythmus und unpassende Wortwahl zu erkennen.

Studien zum Thema

  • Hinweis zur Quellenlage 2023: Die Angabe von 18 Prozent ist ohne eine überprüfbare Studienquelle nicht belastbar. Quelle: grammarly.com/business/learn/

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