Wie schreibt man vis-à-vis richtig?
Vis a vis: richtige Schreibweise
Die Dudenempfehlung lautet „vis-à-vis“. Die Bindestriche sind erforderlich; der Accent grave auf dem a ist auch in der Form „vis-a-vis“ nicht zwingend.
Die richtige Schreibweise auf einen Blick
Die Dudenempfehlung lautet vis-à-vis. Die einzelnen Wortbestandteile werden durch Bindestriche verbunden. Der Accent grave auf dem a kennzeichnet die empfohlene Form; auch vis-a-vis kann ohne diesen Akzent geschrieben werden. Erforderlich sind jedoch die beiden Bindestriche.
Vis-à-vis bedeutet „gegenüber“. Die Wendung kann bei Personen und bei Ortsangaben verwendet werden.
Beispiele: „Die beiden Personen saßen vis-à-vis.“ Oder: „Das Café liegt vis-à-vis dem Museum.“ Entscheidend bleiben in beiden Fällen die zwei Bindestriche.
Das Substantiv für das Gegenüber wird dagegen zusammengeschrieben: Visavis. Diese Form ist von der Wendung vis-à-vis zu unterscheiden.

Die belegte Regel hinter der Schreibweise
Die tragende Regel betrifft die Bindestriche: Sie halten die einzelnen Bestandteile der Wendung zusammen. Deshalb wird vis-à-vis mit Bindestrichen geschrieben. Der Accent grave auf dem a ist in der Dudenempfehlung enthalten; die Schreibweise vis-a-vis ist ohne Akzent ebenfalls möglich.
Die richtige und die falsche Form lassen sich an den Bindestrichen unterscheiden: vis-à-vis und vis-a-vis haben beide Bindestriche, vis à vis dagegen nicht. Der Unterschied zwischen den beiden Formen mit Bindestrichen liegt allein in der Akzentsetzung.
Die Quelle führt die Wendung mit Dativ an. Richtig ist daher etwa: „Der Laden liegt vis-à-vis dem Bahnhof.“ Ebenfalls möglich ist: „Das Café befindet sich vis-à-vis dem Museum.“ Die Verbindung mit Genitiv, etwa „vis-à-vis des Bahnhofs“, steht nicht in Einklang mit der in der Quelle genannten Dativverbindung.
Davon getrennt ist das Substantiv Visavis. Es bezeichnet das Gegenüber und wird als ein Wort geschrieben. Diese Zusammenschreibung ist keine alternative Schreibweise der Wendung vis-à-vis, sondern das Substantiv für das Gegenüber.
Richtig oder falsch im Satz
Paar 1
| Richtig | Falsch |
|---|---|
| Die beiden saßen vis-à-vis. | Die beiden saßen vis à vis. |
Hier wird der Satzanfang nicht mit der eigentlichen Schreibregel vermischt. Maßgeblich ist die Form innerhalb des Satzes: Die Bindestriche bleiben erhalten. Die Dudenempfehlung schreibt zusätzlich den Accent grave auf dem a.
Paar 2
| Richtig | Falsch |
|---|---|
| Der Kiosk liegt vis-à-vis dem Park. | Der Kiosk liegt vis-à-vis des Parks. |
Dieses Paar betrifft nicht die Groß- oder Kleinschreibung am Satzanfang, sondern die belegte Verbindung mit dem Dativ. Nach vis-à-vis steht hier deshalb „dem Park“.
Paar 3
| Richtig | Falsch |
|---|---|
| Ihr Visavis wartete bereits. | Ihr vis-à-vis wartete bereits. |
In diesem Beispiel wird das Substantiv für das Gegenüber gebraucht. Dafür steht die Zusammenschreibung Visavis. Die Wendung vis-à-vis ist davon getrennt zu behandeln.
Typische Verwechslungen sicher trennen
Leite die Schreibweise nicht allein aus der Aussprache ab. Prüfe stattdessen die sichtbaren Bestandteile: Zwischen ihnen stehen Bindestriche. Der Accent grave auf dem a kennzeichnet die Dudenempfehlung vis-à-vis; die Form vis-a-vis ist ohne Akzent ebenfalls möglich.
Leite die Schreibweise auch nicht aus einer vermuteten Umgangssprache ab. Prüfe die Bindestriche und unterscheide die Dudenempfehlung vis-à-vis von der ebenfalls möglichen Form vis-a-vis.
Eine zweite Verwechslung betrifft Visavis. Dieses Wort wird zusammengeschrieben, wenn das Gegenüber als Substantiv bezeichnet wird. Es ersetzt nicht automatisch die Wendung vis-à-vis. Vergleiche daher die Satzfunktion: Beschreibt der Ausdruck eine Lage gegenüber, steht die Wendung mit Bindestrichen. Wird das Gegenüber selbst bezeichnet, kommt Visavis infrage.
Begründe die Wahl nicht mit einer vermuteten Häufigkeit. Prüfe ausschließlich Bindestriche, Akzent und die Abgrenzung zum Substantiv.

Der kurze Prüfweg für den eigenen Text
Prüfe die Schreibweise in vier Schritten:
- Schreibe die Wendung zunächst als vis-à-vis und kontrolliere beide Bindestriche.
- Prüfe den Accent grave auf dem a. Die empfohlene Form enthält ihn.
- Lies den ganzen Satz: Steht die Wendung vor einer Orts- oder Personenangabe, vergleiche die Konstruktion mit einem Beispiel wie „vis-à-vis dem Bahnhof“.
- Kontrolliere anschließend die häufige Verwechslung mit dem Substantiv Visavis. Dieses wird zusammengeschrieben und bezeichnet das Gegenüber.
Ein kurzer Anwendungstest: Du möchtest schreiben, dass ein Seminarraum dem Universitätsgebäude gegenüberliegt. Formuliere: „Der Seminarraum liegt vis-à-vis dem Universitätsgebäude.“ Prüfe danach getrennt die Wortform, die Bindestriche, den Accent grave und den Dativ.
Steht das Wort am Satzanfang, prüfe zuerst den Satzanfang als eigene Schreibfrage. Die eigentliche Regel zur Wendung bleibt davon getrennt: Die Form wird mit Bindestrichen geschrieben und als vis-à-vis empfohlen. So lassen sich Satzanfang, Wendungsform, Beispielsatz und die Verwechslung mit Visavis nacheinander kontrollieren.
Passende nächste Schritte
Quellen und Stand
- Fachquelle: www.vogt-text.ch (geprüft am 2026-08-15)