Welche Texte liest du nach der Recherche wirklich?

Quellen vorab auswählen: So findest du lohnende Texte

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 6. Oktober 2026 · Lernmethoden im Überblick

Nach der Recherche wird zuerst gesichtet und ausgewählt, bevor ein Text ganz gelesen wird. Du prüfst Titel, Inhaltsverzeichnis, Abstract und Fazit, legst Schlagworte fest und hältst deine Auswahl in einer Arbeitsliste fest.

Vom Treffer zur Vorauswahl

Nach der Recherche liegen oft mehr Texte vor, als du lesen kannst. Deshalb sichtest du den Berg zuerst und wählst erst danach aus, welche Texte du ganz liest. Das Handout der Campusweiten Schreibwerkstatt der Universität Mainz geht von einem Berg passend scheinender Literatur aus, der nach der Recherche entsteht. Es rät zuerst zu einem raschen Überblick, bei dem du prüfst, ob ein Text thematisch und in seiner Fragestellung weiterhilft. Der Überblick zielt auf die Passung, nicht auf das vollständige Verstehen des Textes.

Das Beratungsportal Germanistik der Ruhr-Universität Bochum rät, beim Bibliographieren alle gefundenen Titel mit allen relevanten Angaben festzuhalten und die Literatur danach aufzusuchen. Schon beim Sichten solltest du alle Titel für die Literaturliste sammeln, damit du sie später nicht noch einmal suchen musst. Notiere dabei auch, ob ein Titel zu Thema und Fragestellung passt, damit du beim späteren Lesen weißt, warum er auf der Liste steht.

Welche Angaben dein Fachbereich für Titel verlangt, prüfst du im Leitfaden deines Fachbereichs. Frage außerdem die betreuende Person, welche Literatur sie für das Thema erwartet, bevor du weitersuchst. So bleibt die Vorauswahl übersichtlich, ohne dass du an dieser Stelle schon Literatur bewertest.

Texte vor dem Lesen sichten: der Ablauf in drei Schritten

Diese Textteile verraten den Nutzen

Die Schreibwerkstatt der Universität Osnabrück beschreibt das sichtende Lesen als Vorgehen, mit dem du prüfst, ob ein Text für dein Thema nützlich ist. Dafür können Titel und Untertitel, einzelne Kapitel, das Inhaltsverzeichnis, das Abstract, die Einleitung, das Fazit und das Stichwortverzeichnis genügen. Bei elektronischen Texten hilft zusätzlich die Suchfunktion, etwa mit STRG+F. Es geht dabei nicht darum, Wissen zu gewinnen, sondern zu entscheiden, ob der Text für eine genauere Analyse taugt.

Tabelle: Textteil, Was du prüfst
TextteilWas du prüfst
TitelOb Titel und Untertitel zu Thema und Fragestellung passen
InhaltsverzeichnisOb Kapitel und Abschnitte zu deinen Schlagworten passen
AbstractOb das Abstract Ziel und Vorgehen des Textes knapp benennt
Einleitung und FazitOb die Fragestellung eingeführt und das Ergebnis genannt wird
LiteraturverzeichnisWelche Literatur der Text heranzieht und ob sie zu deinem Thema passt

Das Handout der Universität Mainz nennt zusätzlich Hervorhebungen, Register und Literaturverzeichnis als Stellen, die je nach Text angeschaut werden. Scheint der Text danach noch passend, lohnt sich ein Blick auf die Textstruktur, etwa durch das Lesen der ersten ein bis zwei Sätze der einzelnen Absätze. Auf dieser Grundlage fällt die Entscheidung, ob du den Text ganz oder nur ausschnittweise liest.

Daraus folgt vorsichtig, dass ein Text nicht alle diese Teile enthält. Fehlt eines, genügt ein anderer, etwa das Inhaltsverzeichnis oder das Fazit, um die Entscheidung vorzubereiten. Prüfe deshalb zuerst, welche Teile der Text tatsächlich bietet, statt einen fehlenden Teil vorauszusetzen.

Schlagworte und Fragen festlegen

Bevor du einen Text öffnest, legst du fest, wonach du suchst. Die Schreibwerkstatt der Universität Osnabrück beschreibt, dass zuerst Fragen oder Schlagworte zum Thema festgelegt werden und die Textelemente danach gezielt nach diesen Begriffen durchsucht werden. Notiere dir die Begriffe gleich beim Treffer, dann weißt du später, mit welchem Suchbegriff du den Text gefunden hast.

Das Portal Wissenschaftliches Schreiben der Universität Leipzig nennt Inhaltsverzeichnis, Einleitung, Schluss beziehungsweise Abstract als Teile, an denen sich schnell entscheidet, ob es sich lohnt, einen Text genauer zu lesen. Damit lässt sich die Entscheidung über genaueres Lesen an wenigen Stellen festmachen, die du beim Sichten ohnehin aufsuchst.

Erfundenes Beispiel: Für eine Hausarbeit über Social Media und Jugendsprache wählst du die drei Schlagworte Social Media, Jugendsprache und Sprachwandel. Drei Treffer, Treffer A, Treffer B und Treffer C, durchsuchst du danach gezielt nach diesen Begriffen im Inhaltsverzeichnis, im Abstract und im Stichwortverzeichnis. Dieses Beispiel ist frei erfunden und stammt aus keiner Quelle.

Die Frage, ob ein Autor oder ein Verlag vertrauenswürdig ist, gehört zur Quellenkritik im Studium und wird erst nach der Vorauswahl vertieft. Beim Sichten geht es zunächst um die Passung zum Thema, nicht um die Bewertung der Glaubwürdigkeit. Halte deine Begriffe in einer kurzen Liste fest, damit du sie beim nächsten Treffer wiederverwenden kannst.

Texte vor dem Lesen sichten: Prüfliste mit vier Punkten

Arbeitsliste anlegen und weitersuchen

Das Beratungsportal Germanistik der Ruhr-Universität Bochum führt nutzbare Titel in eine Arbeitsbibliographie, die von den Recherche-Notizen getrennt ist. Der Weg führt über Einleitung, Fazit, Inhaltsverzeichnis und angelesene Kapitel, bevor ein Titel auf diese Liste kommt. Bochum nennt dabei ausdrücklich, ob der Titel für Haus- oder Abschlussarbeit oder Referat nutzbar ist. Praktisch heißt das: Du prüfst jeden Kandidaten an Inhaltsverzeichnis, Einleitung und Fazit und liest einzelne Kapitel an, die zu deiner Fragestellung passen. Erst danach wandert der Titel auf die Liste. Eine kurze Notiz neben dem Eintrag, etwa zur Verwendbarkeit für deinen Text, spart dir später das erneute Öffnen des Buchs.

Beim Weitersuchen hilft der Blick auf die Literatur, die andere Texte zitieren. Beim Schneeballsystem fällt auf, welche Literatur wiederholt zitiert wird, und Bochum ordnet solche Werke dem Kanon des Themengebiets zu. Daraus folgt aber nicht, dass zitierte Literatur ohne Prüfung zu deiner Arbeit passt. Wächst die Liste, lohnt sich eine annotierte Bibliographie anlegen, in der zu jedem Titel eine kurze Notiz steht. Eine Liste mit solchen Kurznotizen zeigt dir später auf einen Blick, warum du einen Titel aufgenommen hast.

Fehlen nach der Sichtung Titel, hilft eine Literaturrecherche mit System, die dein Thema Schritt für Schritt abdeckt. Weitere Treffer findest du über passende Datenbanken für die Literatursuche, die dein Fach abdecken. Notiere bei jedem neuen Fund, über welchen Weg du ihn gefunden hast, damit du den Suchweg später nachvollziehen kannst. Ob dein Fachbereich für die Arbeitsliste ein bestimmtes Format verlangt, klärst du im Leitfaden deines Fachbereichs.

Erfundenes Beispiel: Zu einem Thema über Schreibprozesse in der Schule findest du zwölf Treffer. Beim Sortieren nach Titel und Inhaltsverzeichnis siebst du aus, behältst vier Werke und trägst sie mit Suchbegriff und genutzter Datenbank in deine Liste ein.

Quellen und Stand

Soll jemand deine Arbeit vor der Abgabe noch auf Rechtschreibung, Ausdruck und Formatierung prüfen?

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Häufige Fragen zur Auswahl von Quellen vor dem Lesen

Was prüfst du beim ersten Überblick über die Treffer?

Das Handout der Campusweiten Schreibwerkstatt der Universität Mainz rät zu einem raschen Überblick, ob ein Text zu Thema und Fragestellung passt. Dafür werden je nach Text Titel, Inhaltsverzeichnis, Abstract, Einleitung, Schluss, Hervorhebungen, Register und Literaturverzeichnis angeschaut. Daraus folgt nicht, dass ein Text alle genannten Teile besitzt. Eine verbindliche Reihenfolge für dein Fach leitet sich daraus nicht ab, prüfe sie im Leitfaden deines Fachbereichs.

Welche Textteile nennt Leipzig für die Entscheidung über genaueres Lesen?

Das Portal Wissenschaftliches Schreiben der Universität Leipzig nennt Inhaltsverzeichnis, Einleitung, Schluss beziehungsweise Abstract als Teile, an denen sich schnell entscheidet, ob es sich lohnt, einen Text genauer zu lesen.

Muss ich alle gefundenen Titel mit Angaben notieren?

Das Beratungsportal Germanistik der Ruhr-Universität Bochum rät, beim Bibliographieren alle gefundenen Titel mit allen relevanten Angaben zu notieren. Dies ist ein Rat des Portals. Welche Angaben dein Fachbereich verlangt, prüfst du im Leitfaden deines Fachbereichs.

Passt Literatur, die wiederholt zitiert wird, automatisch zu meiner Arbeit?

Das Beratungsportal Germanistik der Ruhr-Universität Bochum nennt beim Schneeballsystem Literatur, die wiederholt zitiert wird und zum Kanon des Themengebiets gehört. Daraus folgt nicht, dass zitierte Literatur automatisch für deine Arbeit passt.

Wie durchsuche ich einen elektronischen Text nach Schlagworten?

Die Schreibwerkstatt der Universität Osnabrück nennt für elektronische Texte die Suchfunktion, etwa STRG+F, mit der du gezielt nach den vorher festgelegten Schlagworten suchst. Es geht dabei um die Vorauswahl für dein Thema, nicht um den Wissensgewinn aus dem Text.

Wann gehört ein Titel auf die Arbeitsbibliographie?

Nach dem Beratungsportal Germanistik der Ruhr-Universität Bochum kommen nutzbare Titel auf eine von den Recherche-Notizen getrennte Arbeitsbibliographie, nachdem Einleitung, Fazit, Inhaltsverzeichnis und angelesene Kapitel geprüft wurden. Ob dein Institut diese Trennung verlangt, klärst du mit der betreuenden Person.

Was gilt, wenn ein Text kein Stichwortverzeichnis hat?

Die Schreibwerkstatt der Universität Osnabrück nennt das Stichwortverzeichnis als einen von mehreren Textteilen für die Vorauswahl. Daraus folgt vorsichtig, dass ein Text nicht alle genannten Teile enthält und dass dann ein anderer Teil genügt, etwa das Inhaltsverzeichnis oder das Fazit. Das Handout der Universität Mainz nennt die Teile zudem je nach Text.

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