PocketBook und Tolino im Alltagstest: Das musst du wissen

PocketBook oder Tolino: welcher Reader zu wem passt

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 2. November 2026 · Lexikon

Tolino passt zu dir, wenn du E-Books vor allem bei deutschen Buchhändlern kaufst und eine einfache, einheitliche Bedienung willst. PocketBook passt besser, wenn du viele Dateiformate lesen, Einstellungen fein anpassen und dich an keinen Shop binden willst. Beide lesen EPUB mit Adobe-Kopierschutz und eignen sich damit auch für die Onleihe öffentlicher Bibliotheken. Wer sich nicht festlegen will, leiht beide Geräte zuerst aus und testet sie im eigenen Alltag.

PocketBook oder Tolino: die kurze Antwort

Entscheide nach deinem Einkaufsweg und deinen Dateien: Kaufst du bei Thalia, Hugendubel, Weltbild oder einer anderen Buchhandlung der Tolino-Allianz, ist ein Tolino die naheliegende Wahl. Liest du viele PDFs, Dokumente in Sonderformaten oder willst du die Darstellung stark anpassen, ist ein PocketBook meist die flexiblere Lösung.

Hinter Tolino steht ein Zusammenschluss deutschsprachiger Buchhändler, die Geräte entwickelt seit 2017 Rakuten Kobo. Gekaufte Titel landen in der Tolino-Cloud und erscheinen automatisch auf dem Gerät. PocketBook ist ein eigenständiger Hersteller mit Sitz in der Schweiz und bietet einen eigenen Shop an, zwingt dich aber nicht dazu, ihn zu nutzen.

Diese Regeln helfen dir beim Vergleichen:

  • Formate: Beide lesen EPUB, PDF und TXT. PocketBook unterstützt zusätzlich deutlich mehr Formate, etwa DJVU, FB2, DOCX oder RTF.
  • Kopierschutz: Beide verarbeiten EPUB mit Adobe-DRM und sind damit für gekaufte Titel aus deutschen Shops und für Leihtitel der Onleihe geeignet.
  • Kindle-Bücher: Titel aus dem Amazon-Shop lassen sich auf keinem der beiden Geräte direkt lesen.
  • Bedienung: Tolino wirkt aufgeräumter, PocketBook bietet mehr Menüs und Stellschrauben.

Modelle und Größen im Vergleich

Beide Marken decken ähnliche Displayklassen ab. Ein 6-Zoll-Gerät wie der Tolino Shine ist leicht und passt in eine Jackentasche, eignet sich aber kaum für PDFs. Geräte mit 7 Zoll, etwa der Tolino Vision oder das PocketBook Era, sind meist wasserdicht und haben Blättertasten. Ab etwa 8 Zoll, beim Tolino Epos oder der PocketBook-InkPad-Reihe, werden PDFs mit fester Seitengröße deutlich besser lesbar.

Bei der Onleihe unterscheiden sich die Wege im Detail: Tolino hat die Onleihe direkt im Gerät eingebunden, du meldest dich mit Bibliotheksausweis an und leihst ohne Computer aus. Auch viele aktuelle PocketBook-Modelle bieten einen direkten Zugang. Fehlt er, lädst du den Titel am Rechner herunter und überträgst ihn mit Adobe Digital Editions.

Ein Unterschied zeigt sich bei Zusatzfunktionen: Viele PocketBook-Modelle können Hörbücher und Text-to-Speech über Bluetooth-Kopfhörer wiedergeben, und es gibt Farbdisplay-Varianten. Tolino setzt stärker auf den Kern, also Lesen, Cloud und Händleranbindung.

Entscheidend im Datenblatt sind drei Angaben: die unterstützten Formate, der Kopierschutz (Adobe-DRM ja oder nein) und die Pixeldichte in ppi, die über die Schärfe kleiner Schrift bestimmt. Unklare Kürzel klärst du im Lexikon.

PocketBook und Tolino im Alltagstest mit einer themenspezifischen Checkliste

So gehst du beim Alltagstest vor

Der zuverlässigste Vergleich ist ein Alltagstest mit deinen eigenen Büchern und Dateien. Viele öffentliche Bibliotheken verleihen E-Book-Reader zum Ausprobieren. Die Stadtbibliothek Hannover bietet zum Beispiel mehrere Tolino-Modelle und ein PocketBook zur kostenlosen Ausleihe an. Frag in deiner eigenen Bibliothek nach einem ähnlichen Angebot, oder nutz das Rückgaberecht beim Kauf im Onlinehandel für einen Test zu Hause.

  1. Leseprofil notieren: Schreib auf, was du liest. Beispiel: „Zwei Romane im Monat aus der Onleihe, dazu PDF-Handouts und gelegentlich Fachartikel.“
  2. Testdateien zusammenstellen: Nimm einen Roman als EPUB, ein PDF mit Tabellen und, falls vorhanden, eine Datei in einem Sonderformat. Ein PDF mit kleiner Schrift zeigt schnell, wie gut ein Gerät zoomen und umbrechen kann.
  3. Onleihe ausprobieren: Leih einen Titel über deine Bibliothek aus und prüf, wie viele Schritte du bis zur ersten Seite brauchst. Achte darauf, ob du dafür einen Computer brauchst oder alles direkt am Gerät erledigst.
  4. Lesekomfort prüfen: Lies auf beiden Geräten jeweils mindestens eine Stunde am Stück. Stell Schriftgröße, Zeilenabstand und Randbreite ein und teste die Beleuchtung abends bei warmem Licht.
  5. Notizen und Markierungen testen: Markier drei Stellen, schreib eine Notiz und exportier sie. Wer wissenschaftlich arbeiten will, braucht diesen Export, damit Markierungen später am Rechner weiterverwendet werden können.

Notiere deine Eindrücke direkt nach jeder Lesesitzung in Stichworten. Hilfreiche Formulierungen sind etwa „Seitenwechsel spürbar verzögert“, „PDF-Tabellen nur mit Zoom lesbar“ oder „Onleihe-Titel nach drei Fingertipps geöffnet“. Solche konkreten Sätze lassen sich am Ende besser vergleichen als ein Bauchgefühl.

Liest du viel Fachliteratur, prüf, wie das Gerät mit Fußnoten umgeht. Bei Texten in akademischer Schreibweise springst du ständig zwischen Haupttext und Anmerkungen. Tipp auf eine Fußnotenzahl und miss, ob du mit einem Tipp oder erst über das Menü zurück zur Lesestelle kommst.

Typische Fehler beim Vergleich und die bessere Lösung

Die meisten Fehlkäufe entstehen, weil Datenblätter verglichen werden statt der eigene Lesealltag. Diese Fehler begegnen dir am häufigsten:

  • Nur nach Displaygröße entscheiden. Ein großes Display hilft bei PDFs, macht das Gerät aber schwerer. Besser: Halt beide Größen eine Stunde lang in der Hand, bevor du dich festlegst.
  • Den Einkaufsweg ignorieren. Wer bei Tolino-Händlern kauft und ein PocketBook nimmt, muss Dateien manuell übertragen. Besser: Prüf vorher, wo deine bisherigen E-Books liegen und ob du sie auf das neue Gerät bekommst.
  • Kindle-Titel mitplanen. Amazon-Bücher lassen sich auf beiden Geräten nicht ohne Weiteres öffnen. Besser: Akzeptier einen Neuanfang oder bleib im Amazon-System.
  • Die Onleihe nicht testen. Die Ausleihe klappt auf beiden Systemen, der Weg dorthin unterscheidet sich aber. Besser: Leih im Test einen echten Titel aus.
  • Funktionen kaufen, die du nie nutzt. Audiowiedergabe oder Stiftbedienung klingen gut. Besser: Streich alles von deiner Liste, was du im Testzeitraum nicht ein einziges Mal gebraucht hast.

Ein weiterer Fehler: Testberichte beim Wort nehmen. „Flüssig“, „reaktionsschnell“ und „knackig“ wirken wie Synonyme, meinen aber Verschiedenes: das Umblättern, das Menü oder den Kontrast. Werbesprüche wie „wie gedrucktes Papier“ sind typische Stilmittel und kein Messwert. Prüf beides selbst: Blätter zehn Seiten schnell hintereinander und öffne die Einstellungen, dann siehst du, wo das Gerät stockt.

Auch Werbetexte arbeiten mit Übertreibungen und anderen Stilmittel-Kniffen, etwa „wie gedrucktes Papier“. Prüf solche Aussagen selbst im Test, statt sie als Messwert zu lesen.

Fortschrittsbalken für die einzelnen Ablaufstationen zu PocketBook und Tolino im Alltagstest

Checkliste: Was du zum Schluss prüfst

Bevor du kaufst, solltest du jeden dieser Punkte mit Ja oder Nein beantworten können:

Tabelle: Kontrollpunkt, Worauf du achtest
KontrollpunktWorauf du achtest
EinkaufswegKaufst du überwiegend bei Tolino-Händlern oder in verschiedenen Shops?
DateiformateÖffnet das Gerät alle Formate aus deiner Testsammlung?
OnleiheHast du einen echten Leihtitel geöffnet und gelesen?
PDF-DarstellungSind Tabellen und kleine Schrift ohne ständiges Zoomen lesbar?
NotizenLassen sich Markierungen exportieren und am Rechner öffnen?
LichtIst die Beleuchtung abends angenehm und gleichmäßig?
GewichtLiegt das Gerät nach einer Stunde noch gut in der Hand?

Liest du verschiedene Textformen, teste jede einzeln: Ein Roman als EPUB bricht auf jedem Display sauber um, ein zweispaltiges Zeitschriften-PDF dagegen bleibt auf 6 Zoll fast unlesbar und braucht mindestens 8 Zoll oder einen guten Spaltenmodus.

Nutzt du den Reader für Belegstellen, prüf außerdem, ob Seitenzahlen angezeigt werden. Bei EPUBs passen sich die Seiten der Schriftgröße an, deshalb verlangen viele Zitierweisen bei E-Books eine Kapitelangabe statt einer festen Seitenzahl. Kläre vorher, welche Angabe du später brauchst.

Kürzel wie ppi oder ePub3 erklärt die Sammlung Wortbedeutungen und Abkürzungen. Erst wenn alle Kontrollpunkte beantwortet sind, weißt du, welches Gerät deinen Alltagstest bestanden hat.

Passende Einzelvergleiche

Wenn du schon zwei Kandidaten im Blick hast, helfen dir diese Vergleiche weiter: Kindle oder Tolino, Tolino oder Kobo und E-Books und Hörbuch-Abos nach Format wählen.

So zitierst du diese Seite

Stand: 2. November 2026

korrektur.de. (2026, 2. November). PocketBook und Tolino im Alltagstest: E-Reader vergleichen. korrektur.de. https://korrektur.de/pocketbook-vs-tolino

Quellen und Stand

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Fragen und Antworten zum Thema PocketBook und Tolino im Alltagstest

Wo kann ich PocketBook und Tolino vor dem Kauf ausprobieren?

In der Zentralbibliothek der Stadtbibliothek Hannover kannst du E-Book-Reader kostenlos ausleihen und im Alltag testen. Zum Angebot gehören verschiedene Tolino-Modelle und ein PocketBook. Für andere Städte frag direkt bei deiner Bibliothek nach, ob es dort ein vergleichbares Angebot gibt.

Kann ich mit beiden Geräten die Onleihe nutzen?

Ja. Beide Geräte lesen EPUB-Dateien mit Adobe-Kopierschutz, der für Leihtitel der Onleihe verwendet wird. Teste trotzdem eine echte Ausleihe, weil sich der Weg bis zum geöffneten Buch unterscheidet.

Kann ich Kindle-Bücher auf PocketBook oder Tolino lesen?

Nicht direkt. Bei Amazon gekaufte E-Books sind an das Kindle-System gebunden und lassen sich auf beiden Geräten nicht ohne Weiteres öffnen.

Welches Gerät liest mehr Dateiformate?

PocketBook. Neben EPUB, PDF und TXT, die auch Tolino liest, öffnet PocketBook weitere Formate wie DJVU, FB2, DOCX oder RTF.

Wer steckt hinter Tolino?

Tolino ist eine Allianz deutschsprachiger Buchhändler, zu der unter anderem Thalia und Hugendubel gehören. Die Geräte entwickelt seit 2017 Rakuten Kobo.

Welcher E-Reader eignet sich für viele PDFs?

Für viele PDFs ist ein größeres Display hilfreich, und PocketBook bietet mehr Einstellungen für Zoom und Darstellung. Prüf im Test mit einem eigenen PDF, ob Tabellen und kleine Schrift lesbar bleiben.

Was fasst „PocketBook und Tolino im Alltagstest: Das musst du wissen“ zusammen?

In „PocketBook und Tolino im Alltagstest: Das musst du wissen“ werden die zentralen Punkte gebündelt.

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