So gehst du bei Prüfbericht einer Plagiatssoftware vor

Prüfbericht einer Plagiatssoftware: Vorgehen und typische Fehler

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 30. Oktober 2026 · Lexikon

Ein Prüfbericht einer Plagiatssoftware zeigt dir, welche Stellen deines Textes mit fremden Quellen übereinstimmen. Er beweist aber kein Plagiat: Die Prozentzahl misst nur Ähnlichkeit, und jede Markierung musst du selbst bewerten. Das gilt für PlagAware ebenso wie für Scribbr und andere Anbieter.

Was ein Prüfbericht einer Plagiatssoftware aussagt

Ein Prüfbericht einer Plagiatssoftware ist ein Hinweis auf mögliche Übernahmen, kein fertiges Urteil. Die wichtigste Regel lautet deshalb: Du liest nicht zuerst die Prozentzahl, sondern prüfst jede markierte Stelle einzeln mit ihrer Quelle.

Die Universität Zürich ordnet einen solchen Bericht ausdrücklich als Indiz ein, dessen Ergebnis man nicht ungeprüft übernehmen darf. Zugleich weist sie darauf hin, dass die Software nicht jede plagiierte Stelle findet. Ein niedriger Wert ist also keine Entlastung, und ein hoher Wert ist kein Beweis.

Ein typischer Bericht besteht aus drei Teilen: einem Gesamtwert in Prozent, einer Liste der gefundenen Quellen mit ihrem jeweiligen Anteil und dem Volltext, in dem übereinstimmende Passagen farbig markiert sind. Anbieter wie PlagAware und Scribbr vergleichen mit unterschiedlichen Datenbanken. Derselbe Text kann darum bei zwei Diensten zwei verschiedene Werte erhalten, ohne dass einer der beiden falsch rechnet.

Für die Bewertung helfen drei konkrete Regeln. Erstens zählt die Art des Treffers mehr als seine Menge: 15 Prozent aus korrekt belegten wörtlichen Zitaten sind unkritischer als 3 Prozent aus einem übernommenen Absatz ohne Beleg. Zweitens ist ein einzelner großer Quellenanteil auffälliger als viele kleine Splitter aus Standardformulierungen. Drittens gibt es keinen allgemein gültigen Prozentwert, ab dem ein Text als Plagiat gilt. Wer sauber wissenschaftlich arbeiten will, achtet deshalb auf jeden einzelnen fehlenden Beleg und nicht auf eine magische Grenze.

Ob eine markierte Stelle korrekt belegt ist, entscheidet sich an den Regeln, die für deinen Text gelten. Welche Angaben ein Beleg braucht, unterscheidet sich je nach Zitierweisen wie Harvard, APA oder Fußnotensystem. Die Software erkennt nur übereinstimmende Wörter, nicht ob deine Quellenangabe vollständig ist.

Prüfbericht einer Plagiatssoftware mit einer themenspezifischen Checkliste

So gehst du beim Auswerten Schritt für Schritt vor

Mit einer festen Reihenfolge gehst du den Bericht durch, ohne dich von der Gesamtzahl leiten zu lassen. Arbeite die folgenden Schritte nacheinander ab:

  1. Einstellungen prüfen: Schau nach, ob Literaturverzeichnis und Zitate in Anführungszeichen ausgeschlossen wurden. Viele Programme bieten dafür Filter. Ist das Verzeichnis enthalten, steigt der Wert, ohne dass ein Problem vorliegt.
  2. Quellenliste sortieren: Beginne mit der Quelle, die den größten Anteil hat. Steht dort etwa eine Quelle mit 8 Prozent, während alle anderen unter 1 Prozent liegen, liegt hier dein Schwerpunkt.
  3. Jede Markierung öffnen: Vergleiche deinen Satz mit dem Originaltext der Quelle. Frage dich: Ist das ein wörtliches Zitat, eine Paraphrase oder eine zufällige Übereinstimmung?
  4. Treffer einordnen: Teile jede Stelle in eine von drei Gruppen ein: korrekt belegt, Beleg fehlt oder unvollständig, harmlose Standardformulierung.
  5. Gezielt überarbeiten: Ergänze bei wörtlichen Übernahmen Anführungszeichen und Quellenangabe. Formuliere zu nah am Original geschriebene Paraphrasen neu und setze den Beleg dazu.
  6. Nicht markierte Stellen gegenprüfen: Weil die Software nicht alles findet, kontrollierst du zusätzlich Passagen, die du aus Büchern, gedruckten Quellen oder fremdsprachigen Texten übernommen hast.

Ein Beispiel für die Überarbeitung: Aus dem markierten Satz „Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt grundlegend“ ohne Beleg wird entweder ein Zitat mit Anführungszeichen und Quelle oder eine eigene Aussage wie „Nach Ansicht der Autorin wandeln digitale Werkzeuge vor allem Abläufe in Büros“ mit Angabe der Fundstelle. Entscheidend ist, dass du den Gedanken in eigener Satzstruktur wiedergibst und die Herkunft trotzdem nennst.

Wie viele Treffer normal wirken, hängt auch von den Textformen ab: Ein Literaturbericht enthält naturgemäß mehr Zitate als ein argumentativer Essay. Begriffe im Bericht wie Similarity Index oder Match Overview schlägst du bei Bedarf im Lexikon nach, damit du die Anzeige richtig deutest.

Typische Fehler und die bessere Lösung

Die meisten Fehler entstehen, weil Leser die Zahl im Bericht wichtiger nehmen als die markierten Stellen. Diese Fehler begegnen dir besonders häufig:

  • Fehler: Du hältst einen niedrigen Gesamtwert für eine Garantie. Besser: Prüfe übernommene Passagen aus Büchern selbst, denn die Software zeigt nicht alle plagiierten Stellen an.
  • Fehler: Du willst einen hohen Wert um jeden Preis senken. Besser: Kläre zuerst, woher er kommt. Belegte Zitate und das Literaturverzeichnis musst du nicht umschreiben.
  • Fehler: Du ersetzt einzelne Wörter durch Synonyme, bis die Markierung verschwindet. Besser: Gib den Gedanken mit eigener Satzstruktur wieder und nenne die Quelle. Eine verschleierte Übernahme ohne Beleg bleibt eine Übernahme, auch wenn die Software sie nicht mehr findet.
  • Fehler: Du vergleichst die Werte von PlagAware und Scribbr direkt miteinander. Besser: Bewerte jeden Bericht für sich, weil die Datenbanken verschieden sind.
  • Fehler: Du streichst markierte Fachbegriffe und feste Wendungen. Besser: Lass Standardformulierungen stehen, wenn sie fachlich nötig sind. Treffer bei Wendungen wie „im Rahmen dieser Untersuchung“ sind kein Problem.
  • Fehler: Du lässt eigene frühere Texte unbelegt. Besser: Kennzeichne auch Wiederverwendungen aus eigenen Texten, sofern die Regeln deiner Stelle das verlangen. Frag im Zweifel bei der zuständigen Stelle nach.

Auch der Stil verrät manchmal eine Übernahme, die kein Programm erkennt: Ein plötzlicher Wechsel im Ton, in der Satzlänge oder bei Stilmittel wie Metaphern deutet auf fremde Passagen hin. Lies deinen Text darum einmal am Stück und achte auf solche Brüche. Eine einheitliche akademische Schreibweise macht es dir leichter, eigene und fremde Formulierungen auseinanderzuhalten.

Prüfbericht einer Plagiatssoftware mit einem Ablauf aus Prüfung, Kontakt und Dokumentation

Checkliste zum Abschluss

Bevor du den Text abgibst, kontrollierst du diese Punkte. Jeder lässt sich mit Ja oder Nein beantworten:

  • Hast du jede markierte Stelle im Bericht einzeln geöffnet und mit der Originalquelle verglichen?
  • Steht jedes wörtliche Zitat in Anführungszeichen und hat es eine vollständige Quellenangabe mit Seitenzahl?
  • Hat jede Paraphrase einen Beleg, auch wenn sie nicht mehr markiert ist?
  • Stimmen die Angaben im Text mit dem Literaturverzeichnis überein?
  • Hast du Passagen aus gedruckten oder fremdsprachigen Quellen zusätzlich von Hand geprüft?
  • Wurden Literaturverzeichnis und belegte Zitate in den Einstellungen sinnvoll behandelt, damit der Gesamtwert nicht verzerrt ist?
  • Hast du die größte Einzelquelle in der Liste gezielt kontrolliert?
  • Ist der Text in Ton und Stil durchgehend einheitlich?
  • Hast du offene Fragen zu den geltenden Regeln mit der zuständigen Stelle geklärt?

Abkürzungen im Bericht oder in Zitierregeln wie „ebd.“, „vgl.“ oder „a. a. O.“ prüfst du am besten in einer Übersicht zu Wortbedeutungen und Abkürzungen, damit deine Belege einheitlich bleiben. Wenn alle Punkte mit Ja beantwortet sind, hast du den Prüfbericht richtig gelesen und nicht nur auf eine Zahl reagiert.

So zitierst du diese Seite

Stand: 30. Oktober 2026

korrektur.de. (2026, 30. Oktober). Prüfbericht einer Plagiatssoftware richtig lesen. korrektur.de. https://korrektur.de/plagaware-vs-scribbr

Quellen und Stand

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Fragen und Antworten zum Thema Prüfbericht einer Plagiatssoftware

Beweist ein hoher Prozentwert im Prüfbericht ein Plagiat?

Nein. Der Prüfbericht einer Plagiatssoftware ist nach Einordnung der Universität Zürich ein Indiz, dessen Ergebnis man nicht ungeprüft übernehmen kann. Ein hoher Wert kann auch aus korrekt belegten Zitaten oder dem Literaturverzeichnis stammen.

Ist mein Text sicher, wenn die Software kaum Treffer zeigt?

Nicht automatisch. Die Universität Zürich weist darauf hin, dass die Software nicht alle plagiierten Stellen anzeigt. Prüfe übernommene Passagen deshalb zusätzlich selbst.

Warum zeigen PlagAware und Scribbr unterschiedliche Werte?

Die Dienste vergleichen deinen Text mit unterschiedlichen Datenbanken und Einstellungen. Bewerte deshalb jeden Bericht für sich und prüfe die einzelnen Treffer statt der Gesamtzahl.

Muss ich jede markierte Stelle umschreiben?

Nein. Korrekt belegte Zitate und fachlich nötige Standardformulierungen dürfen stehen bleiben. Überarbeiten musst du Stellen ohne Beleg oder mit zu nah am Original formulierter Paraphrase.

Hilft es, Wörter durch Synonyme zu ersetzen?

Das senkt vielleicht den Wert, löst aber nicht das Problem. Eine Übernahme ohne Quellenangabe bleibt unbelegt. Formuliere den Gedanken eigenständig und nenne die Quelle.

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