Was steht im Notenspiegel, und was sagt er über die eigene Note?

Notenspiegel: Notenverteilung oder Leistungsübersicht richtig deuten

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 2. Oktober 2026 · Notenbekanntgabe nach der Abgabe

Notenspiegel kann an einer Hochschule die Notenverteilung eines Moduls meinen und an einer anderen die persönliche Leistungsübersicht mit Noten und Leistungsnachweisen. Eine Notenverteilung zeigt, wie viele Teilnehmende welche Note erreicht haben, und ordnet die eigene Note in dieses Bild ein, ersetzt dabei aber weder den Notendurchschnitt noch die persönliche Leistungsübersicht vom Prüfungsamt.

Zwei Bedeutungen von Notenspiegel

Das Wort Notenspiegel meint an Hochschulen nicht immer dasselbe. Je nach Hochschule steht der Begriff für die Verteilung der Noten in einem einzelnen Modul oder für den persönlichen Ausdruck der eigenen Prüfungsleistungen. Wer den Begriff in einer E-Mail, einem Portal oder einer Ordnung liest, sollte deshalb zuerst prüfen, aus welchem Zusammenhang er stammt, bevor er eine bestimmte Bedeutung annimmt. Die folgenden drei Beispiele zeigen, wie unterschiedlich der Begriff an einzelnen Hochschulen verwendet wird.

Tabelle: Hochschule, Begriff, Bedeutung
HochschuleBegriffBedeutung
Universität des SaarlandesNotenspiegelNotenverteilung je Modul
Universität MainzNotenverteilungsskalaeine Art Notenspiegel: statistische Auskunft über die Verteilung in einer Referenzgruppe
Universität GießenLeistungsübersichtbesteht aus Notenausdruck und Leistungsnachweis

Aus den drei Beispielen lässt sich folgern: Wer von einem Notenspiegel liest, sollte zuerst klären, ob die Verteilung eines Moduls oder der eigene Ausdruck gemeint ist. Am Saarland bezeichnet der Begriff die Notenverteilung eines Moduls. Mainz beschreibt eine Notenverteilungsskala als Auskunft über die Verteilung von Noten in einer Referenzgruppe. Gießen wiederum ordnet eine Leistungsübersicht zu, die aus Notenausdruck und Leistungsnachweis besteht. Drei Hochschulen, drei unterschiedliche Verwendungen des Begriffs.

Notenausdruck, Leistungsnachweis und Leistungsübersicht gibt es laut Gießen beim zuständigen Prüfungsamt. In bestimmten Studiengängen können Studierende diese Dokumente auf Deutsch selbst in Flexnow erstellen. Der persönliche Ausdruck der eigenen Leistungen ist die Leistungsübersicht und Transcript of Records, die beim Prüfungsamt angefordert wird, und sie unterscheidet sich damit deutlich von einer reinen Notenverteilung eines einzelnen Moduls. Bevor ein Dokument eingereicht oder weitergegeben wird, lohnt sich deshalb ein Blick darauf, ob es die Statistik eines Moduls oder die eigene gesammelte Leistung zeigt.

Notenspiegel der Hochschule lesen: der Ablauf in drei Schritten

Die Notenverteilung eines Moduls lesen

Die Universität des Saarlandes nennt die Notenverteilung je Modul und veröffentlicht sie nur, wenn mindestens drei Personen daran teilgenommen haben. In die Berechnung gehen alle benoteten Leistungen ein, Atteste werden dabei nicht einbezogen. Diese Angaben gelten, wie sie dort beschrieben sind, für dieses eine Modul an dieser einen Hochschule und lassen sich nicht ohne weiteres auf ein anderes Modul übertragen.

Bis zu einem Nachtermin im Sommersemester 2024 zählte am Saarland auch ein unentschuldigtes Fehlen mit der Note 5,0 in die Verteilung hinein. Seit diesem Nachtermin zählen dort nur noch teilnehmende Studierende, unentschuldigt Fehlende werden in der Darstellung nicht mehr gezeigt. Wer eine ältere und eine neuere Verteilung desselben Moduls nebeneinanderlegt, vergleicht damit zwei unterschiedlich gezählte Gruppen, auch wenn beide Verteilungen denselben Namen tragen.

Als Leseregel, nicht als Vorgabe einer bestimmten Hochschule, lassen sich an jede Notenverteilung drei Fragen stellen:

  • Wie viele Personen sind in der Verteilung erfasst?
  • Welche Leistungen zählen in die Berechnung mit hinein?
  • Welcher Prüfungstermin ist mit der gezeigten Verteilung gemeint?

Diese drei Fragen helfen, eine Verteilung einzuordnen, bevor die eigene Note dort gesucht wird. Vorsichtig lässt sich daraus folgern, dass dieselbe eigene Note je nach Verteilung und Zählweise anders eingeordnet werden kann. Aus der Verteilung der Noten lässt sich außerdem eine relative Einstufung ableiten, und wie sich ECTS-Noten umrechnen lassen, hängt von der jeweiligen Skala der Hochschule ab, die die Verteilung veröffentlicht. Ohne diese drei Fragen bleibt eine Verteilung eine Zahlenreihe ohne erkennbaren Rahmen.

Was die Verteilung über die eigene Note aussagt

Die Universität Mainz beschreibt ihre Notenverteilungsskala als Auskunft, die für eine transparente Umrechnung von Einzelnoten gedacht ist, nicht für den Vergleich von Durchschnittsnoten. Eine Verteilung zeigt also, wo eine einzelne Note innerhalb einer Referenzgruppe liegt, sie beantwortet aber keine Frage zu einem Notendurchschnitt über mehrere Module hinweg. Wer eine einzelne Note einordnen will, findet in einer solchen Skala einen Anhaltspunkt, keine fertige Gesamtbewertung des Studiums.

Die LMU München zeigt die Notenverteilung ihrer Klausuren erst ab 30 bestandenen Prüfungen und kennt seit dem Wintersemester 2017/18 je Studiengang eine eigene ECTS-Einstufungstabelle. Bei der Berechnung schneidet die LMU nach der ersten Nachkommastelle ab, ohne zu runden. Diese Rechenweise gehört zur Tabelle der LMU und wird dort in dieser Form beschrieben, sie betrifft die jeweilige Studiengangstabelle dieser Hochschule.

Mindestzahlen und Rechenregeln sind damit Sache der einzelnen Hochschule: Die Mindestzahl von drei Teilnehmenden am Saarland, die Mindestzahl von 30 Prüfungen an der LMU und die Schnittregel ohne Rundung gelten jeweils nur für die Quelle, aus der sie stammen, nicht für andere Hochschulen. Die Verteilung eines Moduls ersetzt dabei nicht die Rechnung, mit der sich der Uni-Notendurchschnitt berechnen lässt, denn Verteilung und Durchschnitt beantworten unterschiedliche Fragen. Wie die Hochschulnotensysteme Grenzen und Rundung festlegen, bestimmt zugleich, welche Note am Ende in welcher Spalte der Verteilung landet, und diese Festlegung unterscheidet sich von Hochschule zu Hochschule.

Notenspiegel der Hochschule lesen: Prüfliste mit vier Punkten

Grenzen der Beispiele und der Blick ins Ausland

Die Beispiele zeigen einzelne Hochschulen, sie ersetzen nicht das eigene Prüfungsamt. Die hier genannten Angaben stammen aus vier Quellen: der Universität des Saarlandes, der Universität Gießen, der Universität Mainz und der LMU München. Jede dieser Hochschulen beschreibt ihre eigene Praxis zu Notenspiegel, Notenverteilung oder Leistungsübersicht, und keine der vier Beschreibungen gilt automatisch für eine andere Hochschule.

Ob die Verteilung eines Moduls überhaupt angezeigt wird, welche Mindestzahl an Teilnehmenden dafür gilt und in welcher Sprache der persönliche Ausdruck der eigenen Leistungen erhältlich ist, steht für die eigene Hochschule beim Prüfungsamt oder im Prüfungsportal. Diese Angaben lassen sich aus den vier Beispielen dieses Artikels nicht auf eine fremde Hochschule übertragen, selbst wenn Aufbau und Wortwahl ähnlich wirken.

Wer die Noten im Ausland oder für eine ausländische Hochschule braucht, muss bei der Notenumrechnung aus dem Ausland beachten, dass die Skalen verschieden sind und eine Verteilung aus einem deutschen Modul nicht automatisch zu einer fremden Skala passt. Stand dieses Artikels ist Oktober 2026, Vorgaben können sich ändern, weshalb ein Blick in die aktuelle Fassung der jeweiligen Prüfungsordnung oder des Prüfungsportals vor einer Entscheidung sinnvoll bleibt.

Quellen und Stand

Soll jemand deine Arbeit vor der Abgabe noch auf Rechtschreibung, Ausdruck und Formatierung prüfen?

Datei hochladen

Häufige Fragen zum Notenspiegel der Hochschule

Zeigt jede Hochschule eine Notenverteilung an?

Das lässt sich aus den vorliegenden Beispielen nicht allgemein beantworten. Die Universität des Saarlandes veröffentlicht die Notenverteilung eines Moduls nur ab mindestens drei Teilnehmenden, die LMU München zeigt ihre Notenverteilung der Klausuren erst ab 30 bestandenen Prüfungen. Ob und ab welcher Mindestzahl die eigene Hochschule eine Verteilung anzeigt, lässt sich beim zuständigen Prüfungsamt oder im Prüfungsportal der eigenen Hochschule klären.

Zählt ein unentschuldigtes Fehlen in eine Notenverteilung mit hinein?

Das hängt von der Hochschule und vom Zeitpunkt ab. Am Saarland zählte bis zu einem Nachtermin im Sommersemester 2024 ein unentschuldigtes Fehlen mit der Note 5,0 in die Verteilung eines Moduls hinein. Seit diesem Nachtermin zählen dort nur noch teilnehmende Studierende, unentschuldigt Fehlende werden nicht mehr dargestellt. Für andere Hochschulen ist diese Zählweise aus dem vorliegenden Beispiel nicht übertragbar.

Was ist der Unterschied zwischen einer Notenverteilung und der eigenen Leistungsübersicht?

Eine Notenverteilung zeigt, wie sich die Noten vieler Studierender in einem Modul oder, wie bei Mainz beschrieben, in einer Referenzgruppe verteilen. Die eigene Leistungsübersicht dagegen ist laut Gießen ein persönliches Dokument aus Notenausdruck und Leistungsnachweis, das beim zuständigen Prüfungsamt erhältlich ist. Beide werden an manchen Stellen Notenspiegel genannt, meinen aber nicht dasselbe.

Kann ich die eigene Leistungsübersicht selbst erstellen?

Laut der Justus-Liebig-Universität Gießen können Studierende bestimmter Studiengänge Notenausdruck, Leistungsnachweis und Leistungsübersicht auf Deutsch selbst in Flexnow erstellen. Ob das für den eigenen Studiengang und die eigene Hochschule ebenso gilt, lässt sich nur beim dortigen Prüfungsamt oder im jeweiligen Prüfungsportal klären.

Wofür ist die Notenverteilungsskala der Universität Mainz gedacht?

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz beschreibt ihre Notenverteilungsskala als Auskunft, die für eine transparente Umrechnung von Einzelnoten gedacht ist. Sie ist laut Mainz ausdrücklich nicht für den Vergleich von Durchschnittsnoten gedacht. Eine Note aus dieser Skala sagt damit etwas über die Einordnung einer einzelnen Prüfung aus, nicht über einen Notendurchschnitt.

Wie geht die LMU München bei der Berechnung ihrer ECTS-Einstufung mit Nachkommastellen um?

Die LMU München schneidet bei der Berechnung ihrer ECTS-Einstufung nach der ersten Nachkommastelle ab und rundet dabei nicht. Diese Regel gehört zur ECTS-Einstufungstabelle der LMU, die es dort seit dem Wintersemester 2017/18 je Studiengang gibt, und ist eine Angabe dieser einen Hochschule.

Gilt eine im Ausland angefertigte Notenverteilung oder Leistungsübersicht automatisch auch dort?

Die vier genannten Beispiele stammen aus deutschen Hochschulen und beschreiben deren eigene Praxis. Wer Noten im Ausland oder für eine ausländische Hochschule braucht, muss bei der Notenumrechnung aus dem Ausland beachten, dass die Skalen verschieden sind. Welche Dokumente eine ausländische Stelle verlangt, klärt die jeweils zuständige Stelle dort oder das eigene Prüfungsamt vorab.

Unsere Partner