Modulbeschreibung schreiben: Lernziele und Prüfungsform

Ein Text, den kaum jemand liest, bis er zum Problem wird

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 6. August 2026 · für Lehrende

Eine Modulbeschreibung schreiben gehört zu den Aufgaben, die Lehrende zwischen Tür und Angel erledigen, oft durch Anpassen einer bestehenden Vorlage. Relevant wird der Text erst später: in der Akkreditierung, bei einer Anrechnung von Leistungen oder wenn ein Studierender widerspricht, weil die Prüfung nicht dem entsprach, was im Modulhandbuch stand.

Lernergebnisse statt Inhaltsliste

Der häufigste Befund ist eine Verwechslung: Unter "Lernziele" steht, was in der Veranstaltung behandelt wird, nicht, was Studierende danach können. Eine Aufzählung von Themen ist aber keine Kompetenzbeschreibung.

Erwartet wird die Formulierung aus Sicht der Studierenden und mit einem überprüfbaren Verb: analysieren, berechnen, einordnen, entwerfen, bewerten. Nicht "Einführung in die Regressionsanalyse", sondern "Die Studierenden führen eine multiple Regression durch und interpretieren die Koeffizienten fachlich."

Achten Sie darauf, dass die Verben zur Niveaustufe passen. In einem Bachelor-Grundlagenmodul sind "benennen" und "anwenden" angemessen, in einem Mastermodul erwartet man "bewerten" und "entwickeln". Wer überall dieselben Verben verwendet, macht die Stufung unsichtbar.

Wer die Beschreibung später liest

Modulbeschreibungen haben mehr Leser, als beim Schreiben präsent ist. Studierende entscheiden danach, ob sie ein Wahlmodul belegen. Prüfungsämter rechnen danach Leistungen an, auch von anderen Hochschulen. Akkreditierungsagenturen prüfen die Stimmigkeit des Studiengangs, und im Streitfall liest ein Prüfungsausschuss den Text als Grundlage seiner Entscheidung.

Diese Leserschaft erklärt, warum Präzision hier mehr zählt als Eleganz. Was mehrdeutig formuliert ist, wird von vier Gruppen unterschiedlich ausgelegt.

Modulbeschreibung schreiben: Lernziele und Prüfungsform prüfen
Modulbeschreibung schreiben: Lernziele und Prüfungsform im Überblick.

Der Arbeitsaufwand muss aufgehen

Kreditpunkte stehen für einen definierten Arbeitsaufwand, meist 25 bis 30 Stunden je Punkt. In der Beschreibung wird das in Präsenzzeit und Selbststudium aufgeteilt, und genau dort entstehen Rechenfehler.

Typisch ist, dass die Summe aus Präsenz und Selbststudium nicht zur angegebenen Punktzahl passt, weil bei einer Umstellung die eine Zahl angepasst wurde und die andere nicht. In der Akkreditierung ist das einer der ersten Punkte, die auffallen, weil er sich nachrechnen lässt.

6 ECTS-Punkte entsprechen 180 Stunden. Präsenzzeit: 4 SWS über 14 Wochen ergibt 56 Stunden. Selbststudium: 124 Stunden, davon 60 für die Vor- und Nachbereitung, 64 für die Hausarbeit.

Diese Aufschlüsselung kostet drei Zeilen und nimmt einer Nachfrage die Grundlage.

Prüfungsform und Prüfungsordnung

Die Prüfungsform in der Modulbeschreibung muss zu dem passen, was die Prüfungsordnung zulässt, und sie muss so bestimmt sein, dass Studierende wissen, worauf sie sich einstellen. "Prüfungsleistung nach Ankündigung" ist beides nicht.

Wenn mehrere Formen möglich sein sollen, gehört das ausdrücklich hinein, samt Zeitpunkt der Festlegung: etwa dass die Form in der ersten Sitzung bekannt gegeben wird. Diese Formulierung ist der Unterschied zwischen Flexibilität und Angreifbarkeit.

Wir gleichen beim Prüfen die Angaben quer ab: Modulbeschreibung, Prüfungsordnung und, wenn vorhanden, die Studienverlaufspläne. Abweichungen listen wir auf, statt sie zu vereinheitlichen, denn welche Fassung gilt, entscheiden Sie.

Inhalte knapp, aber aussagekräftig

Das Inhaltsfeld soll zeigen, worum es geht, ohne zur Vorlesungsgliederung zu werden. Eine gute Länge sind fünf bis acht Stichpunkte, die Themenbereiche benennen, nicht einzelne Sitzungen.

Vermeiden Sie dabei Formulierungen, die sich an eine bestimmte Person binden: "Aktuelle Forschungsergebnisse aus der Arbeitsgruppe des Dozenten" macht die Beschreibung wertlos, sobald die Veranstaltung jemand anderes übernimmt. Beschreiben Sie das Modul, nicht die Lehrperson.

Modulbeschreibung schreiben: Lernziele, ECTS und Prüfungsform abstimmen

Voraussetzungen und Verwendbarkeit

Zwei Felder werden fast immer zu knapp gefüllt. Die Teilnahmevoraussetzungen sollten unterscheiden zwischen formal verbindlichen Bedingungen und inhaltlichen Empfehlungen. Wer beides vermischt, erzeugt entweder eine Hürde, die niemand wollte, oder eine unverbindliche Aussage, auf die sich niemand verlassen kann.

Die Verwendbarkeit sagt, in welchen Studiengängen das Modul eingesetzt wird. Wenn ein Modul in vier Studiengängen läuft, muss die Beschreibung für alle vier passen, auch sprachlich. Formulierungen, die nur für den Ursprungsstudiengang gelten, sind der Grund, warum Anrechnungen später scheitern.

Einheitlichkeit über das Modulhandbuch

Ein Modulhandbuch entsteht aus vielen Zulieferungen und wirkt entsprechend uneinheitlich: unterschiedliche Zeitformen, mal Sie-Form, mal unpersönlich, unterschiedliche Länge, verschiedene Bezeichnungen für dieselbe Prüfungsform.

Für Studierende ist das mühsam, für die Akkreditierung ein Qualitätsmerkmal. Wir vereinheitlichen auf Wunsch den gesamten Bestand nach einem Muster und legen eine Liste der verbindlichen Bezeichnungen an, gegen die neue Module geprüft werden können. Wie das für eine ganze Einrichtung läuft, steht unter Lektorat für Hochschulen und Bildungsträger.

Zum Aufwand: Eine einzelne Modulbeschreibung umfasst ein bis zwei Normseiten und liegt unter dem Mindestbestellwert von 19 €. Ein vollständiges Modulhandbuch mit 40 Modulen kommt dagegen leicht auf 60 bis 100 Normseiten, im Korrektorat ab 1,90 € also auf rund 114 bis 190 €, mit Staffelrabatt ab 100 Seiten entsprechend weniger.

Modulhandbuch vor der Akkreditierung? Lassen Sie den Bestand einmal quer prüfen.

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Häufige Fragen zur Modulbeschreibung

Prüfen Sie, ob unsere Module akkreditierungsfähig sind?

Nein, das entscheidet die Agentur. Wir prüfen Sprache, Einheitlichkeit und formale Stimmigkeit, etwa ob Arbeitsaufwand und Kreditpunkte zusammenpassen.

Können Sie ein ganzes Modulhandbuch bearbeiten?

Ja, das ist der häufigste Auftrag. Wir vereinheitlichen Aufbau, Zeitform und Bezeichnungen und listen inhaltliche Widersprüche gesondert auf.

Rechnen Sie den Workload nach?

Wir prüfen, ob die angegebenen Stunden zur Punktzahl und zur Aufteilung passen, und melden Abweichungen. Die Festlegung selbst bleibt bei Ihnen.

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