Lebenspartner gendergerecht und passend zum Satz verwenden
Lebenspartner richtig gendern
Für Lebenspartner gibt es unterschiedliche belegte Formen. Entscheidend sind Satzbau, Personenbezug, Zielgruppe und Lesbarkeit.
Belegte Formen für Lebenspartner
Der Eintrag weist Lebenspartner als männliche beziehungsweise generische Form aus. Die weibliche, movierte Form ist Lebenspartnerin. Für beide enthält der Auszug Flexionsformen im Singular und Plural.
| Form | Singular | Plural |
|---|---|---|
| männliche oder generische Form | der Lebenspartner, des Lebenspartners, dem Lebenspartner, den Lebenspartner | die Lebenspartner, der Lebenspartner, den Lebenspartnern, die Lebenspartner |
| weibliche Form | die Lebenspartnerin, der Lebenspartnerin, der Lebenspartnerin, die Lebenspartnerin | die Lebenspartnerinnen, der Lebenspartnerinnen, den Lebenspartnerinnen, die Lebenspartnerinnen |
In jeder Tabellenzelle stehen die Formen in der Folge Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ. So bleiben die im Eintrag aufgeführten Formen vollständig sichtbar.
Als geschlechtlich berücksichtigende Bezeichnung nennt der Auszug eine Paarform. Ausgeschrieben lautet sie im Singular die Lebenspartnerin beziehungsweise der Lebenspartner; im Plural steht die Lebenspartnerinnen und Lebenspartner. Die in der Quelle verwendeten verkürzten Bestandteile erscheinen hier nicht als eigenständige Form.
Eine geschlechtsneutrale Partizipialform ist im Quellenauszug nicht als gleichbedeutende Form angegeben. Daneben verzeichnet der Eintrag Kurzbezeichnungen als nicht amtlich.

Welche Form passt zum Satzkontext?
Für die Personenbezeichnungen enthält der Eintrag die Formen Lebenspartner, Lebenspartnerin, Lebenspartner im Plural und Lebenspartnerinnen. Zusätzlich ist für den Plural die Paarform Lebenspartnerinnen und Lebenspartner aufgeführt.
Die Flexionsübersicht zeigt für Lebenspartner im Singular unter anderem der Lebenspartner, des Lebenspartners, dem Lebenspartner und den Lebenspartner. Für Lebenspartnerin lautet die Singularform jeweils die Lebenspartnerin beziehungsweise der Lebenspartnerin.
Auch im Plural unterscheidet die Übersicht die Formen. Bei Lebenspartnern ist dort die Dativform verzeichnet; bei Lebenspartnerinnen erscheint die Form im Genitiv und Dativ. Damit lässt sich die passende ausgeschriebene Personenbezeichnung aus den angegebenen Flexionsformen entnehmen.
Nach dem Wörterbucheintrag bezeichnet das Wortpaar eine Person in einer sexuellen Partnerschaft. Diese Angabe ordnet allein die sprachliche Bedeutung des Wortpaares ein.
Paarformen und belegte Alternativen
Als direkt belegte Paarform nennt der Eintrag im Singular die Lebenspartnerin beziehungsweise der -partner. Für den Plural ist die Lebenspartnerinnen und -partner belegt.
Die Paarform kann in einen vollständigen Satz eingebettet werden. Im Singular lautet ein mögliches Muster: Die Lebenspartnerin beziehungsweise der -partner nahm am Gespräch teil. Im Plural lautet ein mögliches Muster: Die Lebenspartnerinnen und -partner besuchten die Ausstellung. Die Endungen müssen zum Satz passen; deshalb darf die Form nicht losgelöst vom Kasus übernommen werden.
Der Eintrag führt außerdem Schrägstrichschreibungen und Klammerformen auf. Dazu gehören im Singular unter anderem Formen mit Lebenspartner/-in und Lebenspartner(in) sowie entsprechende Pluralformen. Diese Varianten werden hier lediglich als im Quellenmaterial aufgeführte Formen benannt. Sie werden weder als Empfehlung noch als Beispielsatz eingesetzt.
Bei den geschlechtsneutralen Bezeichnungen nennt die Quelle eine Partizipialform und kennzeichnet sie als nicht bildbar oder nicht bedeutungsgleich. Eine frei erfundene neutrale Form ist daher nicht aus dem Eintrag ableitbar. Die Quelle nennt außerdem Kurzbezeichnungen und kennzeichnet sie als nicht amtlich. Prüfe für den eigenen Satz die belegten Personen- oder Paarformen auf Personenbezug, Satzform und Lesbarkeit.
Keine der genannten Formen wird als überall verpflichtend dargestellt. Wähle die Ausgangsform, die Personenbezeichnung oder die Paarform erst nach der Prüfung des konkreten Satzes. Wenn der Quellenabschnitt eine Form nur fragmentarisch zeigt, vervollständige sie nicht eigenmächtig.
Drei vollständige Beispielsätze
Die folgenden Sätze verwenden unterschiedliche, im Wörterbucheintrag belegte Formen. Sie dienen als eigenständige Muster und behaupten nicht, dass eine Form in jedem Zusammenhang passt.
- Die Lebenspartnerin stellte die Unterlagen im Lesesaal bereit.
- Das Gespräch mit dem Lebenspartner begann am Nachmittag.
- Die Lebenspartnerinnen und -partner nahmen an der Diskussion teil.
Im ersten Satz steht die weibliche Form im Nominativ. Der Artikel die, das Substantiv Lebenspartnerin und das Verb stellte bilden einen vollständigen Satz. Im zweiten Satz steht die männliche beziehungsweise generische Form nach mit. Im dritten Satz steht die belegte Paarform im Plural.
Ein weiteres vollständiges Beispiel für den Genitiv ist: Die Meinung der Lebenspartnerin wurde im Text wiedergegeben. Ein Beispiel für den Akkusativ lautet: Die Redaktion begrüßte den Lebenspartner. Diese Sätze zeigen, dass die Form nicht nur nach dem gewünschten Personenbezug, sondern auch nach ihrer Funktion im Satz ausgewählt wird.
Für den Singular mit Paarform ist folgender Satz möglich: Die Lebenspartnerin beziehungsweise der -partner erhielt eine Kopie. Die beiden Bezeichnungen stehen hier in einer vollständigen syntaktischen Einheit. Für die Auswahl im eigenen Text bleiben Ausgangsform, Personenbezug, Zielgruppe und Lesbarkeit maßgeblich. Eine Beispielsform wird nicht als allgemeine Pflicht oder als stets passende Lösung ausgegeben.

Auswahl vor dem Schreiben prüfen
Beginne mit der Ausgangsform des Satzes. Prüfe, ob dort Lebenspartner oder Lebenspartnerin steht und welche Bedeutung der Satz durch den Personenbezug erhalten soll. Wenn mehrere Personen bezeichnet werden, prüfe zusätzlich, ob die weibliche Pluralform Lebenspartnerinnen oder die belegte Paarform Lebenspartnerinnen und -partner zum Satz passt.
- Ausgangsform prüfen: Markiere das Wort, das ersetzt oder gendergerecht angepasst werden soll.
- Personenbezug prüfen: Ermittle, ob eine weibliche Person, eine männliche oder generisch bezeichnete Person oder mehrere Personen gemeint sind.
- Satzfunktion prüfen: Bestimme Singular oder Plural sowie Nominativ, Genitiv, Dativ oder Akkusativ.
- Vollständigkeit prüfen: Setze nur eine syntaktisch vollständige Form ein. Ergänze keine abgeschnittenen Fragmente aus dem Quellenabschnitt.
- Zielgruppe prüfen: Berücksichtige, welche Leserinnen und Leser den Text verstehen sollen.
- Lesbarkeit prüfen: Lies den vollständigen Satz mit der gewählten Form. Prüfe Artikel, Endung und Satzbezug.
Die Prüfung führt nicht automatisch zu einer einzigen richtigen Auswahl für alle Texte. Sie hilft dabei, eine im Wörterbucheintrag belegte Form passend zum konkreten Satz zu verwenden. Für einen weiblichen Singular kann Lebenspartnerin eingesetzt werden. Für einen männlichen oder generisch bezeichneten Singular kann Lebenspartner eingesetzt werden. Für eine ausdrücklich verbundene Paarbezeichnung stehen die genannten Singular- und Pluralformen zur Verfügung.
Wenn eine neutrale Form gesucht wird, prüfe zunächst die Quellenangabe zur Partizipialform. Dort wird keine bildbare oder bedeutungsgleiche Form ausgewiesen. Verwende deshalb keine selbst gebildete Variante als belegte Lösung. Wenn der Satz eine Kurzbezeichnung oder eine markierte Schreibweise enthält, prüfe deren Status im vollständigen Wörterbucheintrag und entscheide nicht allein anhand eines abgeschnittenen Quellenauszugs.
Passende nächste Schritte
Quellen und Stand
- Fachquelle: www.genderator.app (geprüft am 2026-08-15)