Wann gehört ein Buchstabe hinter die Jahreszahl?

Jahreszusatz: Werke aus demselben Jahr unterscheiden

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 4. Oktober 2026 · Literaturverzeichnis Hausarbeit

Ein Buchstabe hinter der Jahreszahl unterscheidet Werke derselben Autoren aus demselben Jahr, und die Reihenfolge, nach der a, b und c vergeben werden, legt jede Hochschule für sich fest.

Wann der Buchstabe hinter die Jahreszahl kommt

Ein Buchstabe hinter der Jahreszahl unterscheidet Werke derselben Autoren aus demselben Jahr. Diese Situation entsteht, wenn du in einer Arbeit mehrere Texte zitierst, die von denselben Autorinnen oder Autoren im gleichen Veröffentlichungsjahr stammen. Ohne eine zusätzliche Kennzeichnung wäre im Kurzbeleg nicht zu erkennen, welches der beiden Werke gemeint ist, und auch im Literaturverzeichnis stünden zwei Einträge mit identischer Jahresangabe nebeneinander.

Das ZitFIt der FernUniversität Hagen regelt diesen Fall für den Stil APA 7 so, dass bei gleichen Autorinnen oder Autoren und gleichem Jahr ein kleiner Buchstabe hinter das Jahr gesetzt wird, im Kurzbeleg und im Literaturverzeichnis gleichermaßen. Beispiele sind die Jahresangaben 2020a und 2020b, mit denen zwei unterschiedliche Werke derselben Autorenschaft aus demselben Jahr auseinandergehalten werden. Für Angaben ohne Datum nennt Hagen zusätzlich die Form o.D.-a und o.D.-b, damit auch bei fehlendem Erscheinungsjahr eine Unterscheidung möglich bleibt.

Der Leitfaden der Universität zu Köln aus dem Fachbereich Geophysik und Meteorologie ergänzt diese Regel um einen Hinweis zur Platzierung: Der Buchstabe soll auch im Literaturverzeichnis beim Datum stehen, nicht nur im Kurzbeleg im Fließtext. Stell dir als Beispiel zwei erfundene Autoren namens Berger und Hoffmann vor, die im selben Jahr zwei unterschiedliche Aufsätze veröffentlicht haben: Ohne den Buchstaben hinter der Jahreszahl ließe sich im Text nicht erkennen, welcher der beiden Aufsätze an welcher Stelle gemeint ist, und auch im Verzeichnis blieben die beiden Einträge ununterscheidbar. Genau an dieser Stelle setzt der Buchstabe an, er macht aus einer mehrdeutigen Jahresangabe wieder eine eindeutige Zuordnung.

Diese Buchstabenvergabe betrifft ausschließlich Werke mit identischen Autoren und identischem Jahr und hat nichts mit der grundsätzlichen Sortierung des Verzeichnisses zu tun. Beim Literaturverzeichnis alphabetisch sortieren spielt die Jahreszahl nur dann eine Rolle, wenn zwei Einträge mit demselben Autorennamen beginnen und das Jahr als weiteres Sortierkriterium herangezogen wird. Beim Einheitlichen Zitierstil vor der Abgabe prüfen kontrollierst du außerdem, ob jeder Kurzbeleg im Text denselben Buchstaben trägt, den du im Verzeichnis vergeben hast.

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In welcher Reihenfolge die Buchstaben vergeben werden

Die Reihenfolge, in der a, b und c vergeben werden, ist zwischen Hochschulen unterschiedlich geregelt, und genau das macht einen Blick in den eigenen Leitfaden notwendig. Der Leitfaden der Universität zu Köln aus dem Fachbereich Geophysik und Meteorologie ordnet Referenzen desselben Erstautors chronologisch, die älteste zuerst. Als Beispiel stehen für eine erfundene Autorin Richter, M. (2000a) und Richter, M. (2000b) vor Richter, M. (2003): Die Buchstaben a und b folgen also der zeitlichen Reihenfolge der Veröffentlichung innerhalb desselben Jahres, beginnend beim ältesten Werk.

Der Leitfaden für die Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten der Professur KMU Management und Entrepreneurship an der Universität Siegen regelt denselben Fall genau umgekehrt. Dort werden Werke desselben Jahres nach dem Veröffentlichungsdatum absteigend sortiert, das neueste Werk zuerst. Der Buchstabe a wird entsprechend dem neuesten Werk des Jahres zugewiesen, weitere Werke desselben Jahres folgen danach in alphabetischer Reihenfolge. Als Beispiel kann man sich für eine erfundene Autorin Zimmer, A. (2018a) als neuestes und Zimmer, A. (2018b) als älteres Werk desselben Jahres vorstellen.

Weil diese beiden Vorgaben einander widersprechen, lässt sich keine allgemeine Regel formulieren, nach welcher Chronologie a vergeben wird. Die folgende Übersicht fasst zusammen, was die einzelnen Leitfäden dazu vorgeben.

Tabelle: Hochschule, Reihenfolge, Buchstabe a
HochschuleReihenfolgeBuchstabe a
Kölnchronologisch, älteste Veröffentlichung zuerstältestes Werk des Jahres
Siegennach Datum absteigend, neueste Veröffentlichung zuerstneuestes Werk des Jahres
Hagenkleiner Buchstabe hinter dem Jahr in Verzeichnis und TextBuchstabe hinter der Jahreszahl, zum Beispiel 2020a

Weil die Reihenfolge nicht einheitlich geregelt ist, gilt für deine Arbeit der Leitfaden deiner eigenen Hochschule oder deines Fachbereichs, und genau den solltest du vor der Vergabe der Buchstaben konsultieren. Beim Mehrere Quellen in einer Klammer ordnen, also der Frage nach der Anordnung verschiedener Belege innerhalb einer Klammer im Fließtext, kommen eigene Regeln zum Tragen, die von der Buchstabenvergabe nach Autor und Jahr zu unterscheiden sind.

Buchstaben vergeben und prüfen

Damit die Buchstabenvergabe am Ende stimmig ist, hilft eine feste Abfolge von Arbeitsschritten, die du bei jeder Überarbeitung deines Verzeichnisses wiederholen kannst. Die folgenden Schritte orientieren sich an den Vorgaben, wie sie für den Buchstaben hinter der Jahreszahl bekannt sind.

  1. Suche im Literaturverzeichnis alle Werke mit gleichem Autor oder gleichen Autoren und gleichem Erscheinungsjahr.
  2. Lege anhand des Leitfadens deiner Hochschule die Reihenfolge fest, in der diese Werke sortiert werden.
  3. Setze die Buchstaben a, b, c in dieser festgelegten Reihenfolge hinter die Jahreszahl im Verzeichnis.
  4. Übertrage dieselben Buchstaben in jeden Kurzbeleg im Fließtext, der auf das jeweilige Werk verweist.
  5. Gleiche am Ende Verzeichnis und Text gegeneinander ab, damit kein Buchstabe im Text fehlt oder nicht zum Verzeichnis passt.

Sowohl die FernUniversität Hagen als auch die Universität zu Köln verlangen den Buchstaben an beiden Stellen, also im Text und im Literaturverzeichnis gleichermaßen. Ein Beleg, der nur im Verzeichnis einen Buchstaben trägt, im Kurzbeleg im Text aber ohne Buchstaben steht, lässt sich nach diesen beiden Leitfäden nicht eindeutig zuordnen. Genauso verhält es sich umgekehrt: Taucht im Text ein Buchstabe auf, der im Verzeichnis keine Entsprechung hat, bleibt für Lesende unklar, auf welches Werk sich die Angabe bezieht.

Ein Literaturverwaltungsprogramm kann die Buchstaben beim Export des Verzeichnisses automatisch setzen, die festgelegte Reihenfolge solltest du trotzdem von Hand prüfen, denn die Software kennt nicht automatisch die Vorgabe deines Fachbereichs zur Chronologie. Stell dir als Beispiel vor, du zitierst zwei erfundene Autorinnen namens Keller und Vogt, die beide im selben Jahr zwei Studien veröffentlicht haben: Nach dem Export prüfst du, ob die Software die Reihenfolge so gesetzt hat, wie es dein Leitfaden vorsieht, und korrigierst sie notfalls händisch. Beim APA im Literaturverzeichnis richtig anwenden geht es um den vollständigen Aufbau jedes Eintrags, für den der Buchstabenzusatz eines von mehreren Elementen ist.

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Grenzen: was Hochschulen unterschiedlich regeln

Reihenfolge und Schreibweise der Buchstaben legt die Hochschule fest. Die Leitfäden aus Hagen, Köln und Siegen regeln die Umsetzung unterschiedlich, obwohl alle Werke mit gleichem Autor und gleichem Jahr unterscheiden wollen.

Der Leitfaden der Universität zu Köln beginnt die Zählung beim ältesten Werk eines Jahres, der Leitfaden der Universität Siegen dagegen beim neuesten. Diese gegensätzliche Chronologie bedeutet, dass derselbe Buchstabe a an den beiden Hochschulen zwei unterschiedliche Werke desselben Autors bezeichnen kann, abhängig davon, welcher Leitfaden gilt. Wer einen Leitfaden auf den anderen übertragen würde, würde also nicht einfach eine Kleinigkeit falsch machen, sondern die Zuordnung der Buchstaben komplett vertauschen.

Für Werke ohne Erscheinungsdatum nennt die FernUniversität Hagen zusätzlich die Form o.D.-a, mit der auch undatierte Quellen mit gleichem Autor voneinander getrennt werden können. Diese Regelung zeigt, dass der Buchstabenzusatz nicht nur bei vorhandenem Jahr, sondern auch bei fehlendem Datum eine Rolle spielt, sofern der jeweilige Leitfaden diesen Fall ausdrücklich vorsieht. Welche Variante für deine eigene Arbeit gilt, ergibt sich aus dem Leitfaden deiner Hochschule oder deines Fachbereichs, den du vor der endgültigen Formatierung des Verzeichnisses heranziehen solltest.

Wenn du mit mehreren Geräten arbeitest und deine Literaturangaben an unterschiedlichen Orten pflegst, lohnt sich ergänzend ein Blick auf die Frage, wie du deine Literaturverwaltung zwischen Geräten synchronisieren kannst, damit ein einmal festgelegter Buchstabe nicht auf einem Gerät anders aussieht als auf einem anderen. Die hier genannten Angaben zu Hagen, Köln und Siegen haben den Stand Oktober 2026, und die Vorgaben der jeweiligen Hochschulen können sich ändern, weshalb ein Blick in die aktuell gültige Fassung des eigenen Leitfadens vor der Abgabe sinnvoll bleibt.

Quellen und Stand

Soll jemand deine Arbeit vor der Abgabe noch auf Rechtschreibung, Ausdruck und Formatierung prüfen?

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Häufige Fragen zum Jahreszusatz a und b im Literaturverzeichnis

Woran erkenne ich, dass ich überhaupt einen Buchstaben hinter das Jahr setzen muss?

Ein Buchstabe wird nötig, sobald du im selben Verzeichnis zwei oder mehr Werke derselben Autorinnen oder Autoren mit demselben Erscheinungsjahr aufführst. Prüfe dafür dein eigenes Literaturverzeichnis gezielt auf doppelte Kombinationen aus Autorenname und Jahreszahl.

Muss der Buchstabe auch im Kurzbeleg im Fließtext stehen, oder reicht das Verzeichnis?

Nach dem ZitFIt der FernUniversität Hagen gehört der Buchstabe sowohl in den Kurzbeleg im Text als auch in den Eintrag im Literaturverzeichnis. Auch der Leitfaden der Universität zu Köln verlangt den Buchstaben beim Datum im Verzeichnis, sodass beide Stellen übereinstimmen sollten.

Wie gehe ich mit einem undatierten Werk um, von dem ich mehrere Quellen desselben Autors habe?

Die FernUniversität Hagen nennt für diesen Fall die Form o.D.-a und o.D.-b, mit der auch Werke ohne Erscheinungsjahr beim gleichen Autor unterschieden werden. Ermittle zunächst aus dem Leitfaden deiner eigenen Hochschule, ob diese Form dort ebenso vorgesehen ist.

Bedeutet der Buchstabe a an jeder Hochschule dasselbe Werk?

Nein. Der Leitfaden der Universität zu Köln vergibt a an das älteste Werk eines Jahres, der Leitfaden der Universität Siegen dagegen an das neueste Werk desselben Jahres. Prüfe deshalb konkret, welcher Leitfaden für deinen Fachbereich gilt, bevor du die Buchstaben festlegst.

Was mache ich, wenn mein Literaturverwaltungsprogramm die Buchstaben anders setzt als mein Leitfaden es vorsieht?

Gleiche die vom Programm vergebene Reihenfolge mit der Vorgabe deines Leitfadens ab, etwa mit der chronologischen Reihenfolge nach Köln oder der absteigenden Reihenfolge nach Siegen, und korrigiere die Buchstaben händisch, wenn sie nicht übereinstimmen.

Worin unterscheidet sich der Buchstabe hinter dem Jahr von der alphabetischen Sortierung des gesamten Verzeichnisses?

Der Buchstabe hinter dem Jahr unterscheidet nur Werke mit identischen Autoren und identischem Erscheinungsjahr voneinander. Wie das gesamte Verzeichnis darüber hinaus alphabetisch nach Autorennamen geordnet wird, richtet sich nach anderen Kriterien als der Buchstabenvergabe und ist davon unabhängig zu betrachten.

Gilt für die Reihenfolge der Buchstaben eine einheitliche Vorgabe für alle Fächer?

Nein. Köln und Siegen geben die Reihenfolge gegensätzlich vor: Köln beginnt beim ältesten Werk, Siegen beim neuesten. Welche Regel für deine Arbeit gilt, entscheidet der Leitfaden deines eigenen Fachbereichs, oder du sprichst das vorab mit deiner betreuenden Person ab, bevor du die Buchstaben vergibst.

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