Muss die Auflage eines Buches im Literaturverzeichnis stehen?
Auflage: Wann und wie sie ins Literaturverzeichnis gehört
Du hast ein Lehrbuch in der zweiten oder dritten Auflage vor dir und fragst dich, ob die Auflage in deinen Eintrag gehört und wie du sie schreibst. Mehrere Hochschulen legen fest, ab welcher Auflage ein Eintrag erforderlich ist, welche Form sie vorgibt und was bei Nachdrucken gilt.
Ab wann die Auflage in den Eintrag gehört
Die erste Auflage nennst du in der Regel nicht, ab der zweiten gehört die Auflage in den Eintrag. Diese Grundregel ergibt sich aus mehreren Leitfäden, die du dir je nach Hochschule genauer ansehen solltest. Der Leitfaden der Universität Trier für das Fach VWL vermerkt die erste Auflage eines Werkes nicht und nennt die Auflage erst ab der zweiten. Die LMU München handhabt es im Historischen Seminar ähnlich: Dort wird die erste Auflage nicht extra ausgewiesen, während alle folgenden Auflagen in der Angabe erscheinen. Auch die Hochschule Merseburg folgt diesem Muster, denn ihr wissenschaftlicher Leitfaden nennt die Auflage, falls es sich nicht um die Erstausgabe handelt.
Etwas anders liest sich die Regel der Universität Hamburg. Der Fachbereich BWL nennt die Auflage, wenn mehr als eine Auflage erschienen ist. Das klingt im ersten Moment ähnlich wie die Trierer oder Münchner Fassung, meint aber nicht ganz dasselbe: Hier zählt, ob von einem Werk überhaupt mehrere Auflagen existieren, während die anderen Leitfäden auf die konkret benutzte Auflage schauen. Für deinen eigenen Eintrag bedeutet das: Bei der Erstausgabe eines Buches bleibt das Feld für die Auflage leer, bei jeder späteren Auflage steht die Zahl im Eintrag. Weil die Hamburger Formulierung von dieser Linie leicht abweicht, lohnt sich ein Blick in den Leitfaden deines eigenen Fachbereichs, bevor du dich auf eine der Varianten festlegst.
Diese Frage stellt sich nicht nur bei einzelnen Büchern, sondern auch dann, wenn du eine Monografie zitieren willst und dabei entscheiden musst, ob die vorliegende Ausgabe die erste oder eine spätere Auflage ist. Schwieriger wird es, wenn das Buch selbst keine Jahresangabe trägt, denn dann übernimmst du zusätzlich die Hinweise aus dem Abschnitt, in dem du eine Quelle ohne Jahr zitieren musst, um Auflage und fehlendes Jahr nicht zu vermischen. Prüf also zuerst, welche Auflage du tatsächlich in der Hand hast, bevor du die Angabe in den Eintrag setzt, denn nur so vermeidest du, eine Erstausgabe fälschlich mit einer Auflagenzahl zu versehen oder umgekehrt eine spätere Auflage ohne Kennzeichnung stehen zu lassen.

Wie die Auflage im Eintrag geschrieben wird
Es gibt keine einheitliche Schreibweise, Stelle und Form gibt dir der Leitfaden deiner Hochschule vor. Je nachdem, welchem Fachbereich du folgst, steht die Auflage an einer anderen Stelle im Eintrag und in einer anderen Form. Die LMU München setzt die Angabe nach dem Untertitel: Dort folgt die Zahl, gegebenenfalls ergänzt um überarb., erw. oder korr., und danach das Kürzel Aufl. Die Allgemeinen Zitationsrichtlinien der Universität Potsdam gehen einen anderen Weg und setzen die Zahl mit dem Zusatz Aufl. direkt vor die Jahreszahl, sodass Auflage und Erscheinungsjahr im Eintrag unmittelbar nebeneinander stehen.
Die DHBW Heilbronn wählt wiederum eine dritte Variante: Ihre Richtlinien setzen die Auflage in Klammern hinter den Titel, im Beispiel etwa als Titel gefolgt von der Angabe (22. Aufl.). Die Universität Bielefeld erlaubt im Leitfaden der Germanistischen Literaturwissenschaft für höhere Auflagen eine hochgestellte Indexzahl vor dem Jahr, was optisch wieder anders wirkt als die ausgeschriebene Form der anderen Hochschulen. Ein erfundenes Beispiel zur Veranschaulichung: Ein Lehrbuch mit dem Titel Grundlagen der Organisation könnte je nach Leitfaden als 3. Aufl., als (3. Aufl.) hinter dem Titel oder als hochgestellte 3 vor der Jahreszahl erscheinen.
| Hochschule | Stelle der Auflage | Form |
|---|---|---|
| LMU München | nach dem Untertitel | Zahl, ggf. überarb./erw./korr., Aufl. |
| Universität Potsdam | vor der Jahreszahl | Zahl mit Zusatz Aufl. |
| DHBW Heilbronn | in Klammern hinter dem Titel | zum Beispiel (22. Aufl.) |
| Universität Bielefeld | vor dem Jahr | hochgestellte Indexzahl |
Diese Unterschiede zeigen sich auch bei Sammelbänden. Wenn du ein Kapitel aus einem Sammelband zitieren willst, achtest du zusätzlich darauf, ob die Auflage des Sammelbandes oder die des einzelnen Beitrags gemeint ist, und richtest die Form nach dem Leitfaden, der für deine Arbeit gilt. Welche der vier Varianten für deinen Eintrag zutrifft, entscheidet also nicht eine allgemeine Regel, sondern der Leitfaden deines Fachbereichs, den du vor dem Schreiben des Literaturverzeichnisses einsehen solltest.
Welche Auflage du nennst und wie du einen Nachdruck kennzeichnest
Bei mehreren vorhandenen Auflagen eines Buches stellt sich die Frage, welche davon du im Eintrag nennst. Die Allgemeinen Zitationsrichtlinien der Universität Potsdam geben dazu eine klare Linie vor: Maßgeblich ist die Auflage, die du tatsächlich in der Hand hattest, nicht etwa die erste oder die zuletzt erschienene Ausgabe, und ein Nachdruck muss ausdrücklich als solcher gekennzeichnet werden. Das bedeutet, dass du nicht automatisch zur neuesten Auflage greifst, sondern genau jene Ausgabe nennst, aus der du gelesen und zitiert hast. Die Hochschule Merseburg ergänzt diesen Gedanken mit Blick auf die Jahreszahl: Ihr wissenschaftlicher Leitfaden wählt als Jahr das Erscheinungsjahr der verwendeten Auflage, nicht das Jahr der Erstausgabe.
Für die Kennzeichnung eines Nachdrucks gibt es ebenfalls unterschiedliche Praxis. Die LMU München kennzeichnet einen Nachdruck mit dem Kürzel [ND] hinter der gesamten Angabe, sodass auf den ersten Blick erkennbar ist, dass es sich nicht um eine inhaltlich veränderte Auflage handelt. Die Universität Bielefeld hält die Angabe der Auflage vor allem dann für sinnvoll, wenn es sich um eine überarbeitete und nicht nur nachgedruckte Auflage handelt, legt den Schwerpunkt also eher auf inhaltliche Veränderungen als auf einen reinen Nachdruck ohne inhaltliche Anpassung. Diese beiden Sichtweisen ergänzen sich: Während die LMU ein formales Kürzel für den reinen Nachdruck vorsieht, betont Bielefeld, wann die Nennung der Auflage überhaupt einen inhaltlichen Mehrwert für die Leserschaft bringt.
Für deinen eigenen Eintrag heißt das vorsichtig gefolgert: Du gibst an, was du tatsächlich in der Hand hattest, denn Seitenzahlen, die du im Text zitierst, beziehen sich genau auf diese Ausgabe und nicht auf eine andere Auflage desselben Buches. Ein erfundenes Beispiel: Wenn du aus einer dritten, überarbeiteten Auflage eines Lehrbuchs zitierst, notierst du diese dritte Auflage im Eintrag, auch wenn inzwischen eine vierte Auflage erschienen ist. Stelle bei Unklarheit fest, aus welcher konkreten Ausgabe deine Seitenangaben stammen, und notiere genau diese Auflage im Eintrag. Diese Sorgfalt bei der benutzten Auflage ist auch dann gefragt, wenn du dein Literaturverzeichnis nach APA aufbaust: Prüfe im dafür geltenden Leitfaden, ob und wie die benutzte Auflage dort zusätzlich zu den APA-eigenen Regeln für Autor, Jahr und Titel vermerkt wird.

So prüfst du die Auflage in deinem eigenen Eintrag
Bevor du die Auflage in deinen Eintrag schreibst, lohnt sich ein kurzer, systematischer Blick in das Buch selbst und in den Leitfaden deines Fachbereichs. Die folgende Schrittfolge hilft dir dabei, die Angabe nicht zu übersehen und sie konsistent in allen Einträgen deines Literaturverzeichnisses zu verwenden.
- Titelblatt oder Impressum des Buches aufschlagen
- Auflagenvermerk suchen
- Zahl der Auflage notieren
- Im Leitfaden deiner Hochschule nachsehen, wo und wie die Auflage stehen soll
- Den Eintrag entsprechend setzen
- Diese Form in allen Einträgen des Verzeichnisses gleich halten
Beim Schritt, den Auflagenvermerk zu suchen, schau zuerst ins Impressum; dort stehen Auflagenvermerke wie Neuauflage zusammen mit Erscheinungsjahr und Verlag aufgelistet. Schwieriger wird es bei der Frage, ob Zusätze wie aktualisiert oder überarbeitet mit in den Eintrag übernommen werden sollen. Hier stehen die Leitfäden im Widerspruch zueinander: Der Leitfaden der Universität Trier lässt solche Zusätze weg und nennt nur die Zahl der Auflage, während die LMU München den Zusatz überarb., erw. oder korr. ausdrücklich angibt. Du kannst diesen Widerspruch nicht selbst auflösen, sondern prüfst, welcher der beiden Leitfäden für deine Arbeit gilt, und richtest dich danach.
Hast du die Form einmal festgelegt, wendest du sie auf jeden Eintrag an, bei dem eine Auflage ab der zweiten vorliegt, damit dein Literaturverzeichnis insgesamt einheitlich wirkt. Das gilt auch, wenn du zusätzlich mit der Harvard Zitierweise arbeitest: Prüfe im dafür geltenden Leitfaden gesondert, wo und in welcher Form die Auflage dort stehen soll, und halte dich auch hier in allen Einträgen an dieselbe Form.
Quellen und Stand
- Universität Trier: Leitfaden Wissenschaftliches Arbeiten (VWL): www.uni-trier.de (geprüft am 2026-10-04)
- LMU München, Historisches Seminar: Leitfaden Zitieren (Version April 2021): www.ngzg.geschichte.uni-muenchen.de (geprüft am 2026-10-04)
- Universität Potsdam, Lehrstuhl für Militärgeschichte: Allgemeine Zitationsrichtlinien (2016): www.uni-potsdam.de (geprüft am 2026-10-04)
- Hochschule Merseburg: Wissenschaftlicher Leitfaden: www.hs-merseburg.de (geprüft am 2026-10-04)
- Universität Bielefeld, Germanistische Literaturwissenschaft: Leitfaden zum Verfassen einer Hausarbeit: www.uni-bielefeld.de (geprüft am 2026-10-04)
- DHBW Heilbronn: Richtlinien für wissenschaftliche Arbeiten (Juli 2025): www.heilbronn.dhbw.de (geprüft am 2026-10-04)
- Universität Hamburg, Fachbereich BWL: Empfehlungen für Abschlussarbeiten (April 2026): www.bwl.uni-hamburg.de (geprüft am 2026-10-04)