Müssen Dr. und Prof. ins Literaturverzeichnis?
Titel: Dr. und Prof. im Verzeichnis weglassen
Nach mehreren Hochschulleitfäden stehen akademische Titel im Literaturverzeichnis nicht beim Autorennamen. Namensteile wie von oder zu bleiben dagegen erhalten, weil sie zum Namen selbst gehören und nicht zur Person als Titelträgerin oder Titelträger.
Was Hochschulen zu Titeln im Verzeichnis sagen
Akademische Titel stehen im Literaturverzeichnis nach mehreren Hochschulleitfäden nicht beim Autorennamen. Die Professur KMU Management und Entrepreneurship der Universität Siegen nennt Prof., Dr., M.Sc. und ähnliche Titel ausdrücklich als Bestandteile, die im Literaturverzeichnis nicht aufzuführen sind. Stattdessen beginnt jede Quelle dort mit dem Nachnamen und dem Initial des ersten Vornamens, bevor das Erscheinungsjahr in Klammern folgt. Beim Erfassen eines Eintrags mit zwei Verfassenden gelten dieselben Titelregeln, die der Beitrag Mehrere Autoren im Literaturverzeichnis richtig angeben für den vollständigen Autorenblock beschreibt.
Auch die FernUniversität in Hagen hält im Kapitel Literaturverzeichnis ihres Leitfadens ZitFIt fest, dass ins Autor-Element nur die Namen gehören, keine Titel wie Dr. oder Prof. Die Universität Potsdam hält in den Allgemeinen Zitationsrichtlinien des Lehrstuhls für Militärgeschichte und Kulturgeschichte der Gewalt fest, dass persönliche Titel wie Dr. oder Prof. nicht übertragen werden, selbst wenn sie auf dem Titelblatt des Buchs abgedruckt sind.
Die folgende Tabelle fasst die vier Vorgaben zusammen. Wer Quellen mit einer Literaturverwaltung auf mehreren Geräten pflegt, achtet darauf, dass importierte Namensfelder einheitlich bleiben, wozu der Beitrag Literaturverwaltung zwischen Geräten synchronisieren nähere Hinweise gibt.
| Hochschule | Vorgabe | Hinweis |
|---|---|---|
| Siegen | Keine akademischen Titel im Literaturverzeichnis | Nachname plus Initial des ersten Vornamens |
| Hagen | Nur Namen im Autor-Element | Kein Dr., kein Prof. im Eintrag |
| Potsdam | Persönliche Titel werden nicht übertragen | Gilt auch, wenn der Titel auf dem Titelblatt steht |
| Wien | Akademische Titel sind nicht anzugeben | Betrifft das Institut für Wirtschaftspädagogik |
Welche Formulierung im eigenen Fach gilt, zeigt am zuverlässigsten der Leitfaden der betreuenden Person oder des Fachbereichs.

Welche Namensbestandteile bleiben
Der Leitfaden zum Zitieren des Instituts für Wirtschaftspädagogik an der Wirtschaftsuniversität Wien unterscheidet zwischen zwei Arten von Namenszusätzen. Zum Namen gehörende Titel wie von oder zu sind demnach anzugeben, akademische Titel dagegen nicht. Diese Unterscheidung erklärt, warum ein Name wie von Humboldt im Literaturverzeichnis vollständig erhalten bleibt, während ein vorangestelltes Prof. oder Dr. bei derselben Person entfällt.
Bei der Schreibweise der übrigen Namensteile unterscheiden sich die beiden Leitfäden leicht. Wien verlangt ausgeschriebene Nachnamen und Vornamen, wobei ab dem zweiten Vornamen abgekürzt werden kann, wenn mehrere Vornamen vorhanden sind. Siegen verlangt dagegen durchgehend den Nachnamen mit dem Initial des ersten Vornamens. Wer also nach Wiener Vorgabe arbeitet, schreibt den Vornamen aus, wer nach Siegener Vorgabe arbeitet, kürzt ihn auf den ersten Buchstaben.
Daraus lässt sich vorsichtig ableiten: Ein Namensteil wie von gehört zum Namen selbst und bleibt deshalb erhalten, während Dr. oder Prof. zur Person und ihrer Qualifikation gehören und deshalb im Verzeichnis wegfallen. Im Zweifel lohnt sich ein Blick in den Leitfaden der Lehrperson, weil nicht jede Hochschule beide Fälle ausdrücklich regelt. Zur Veranschaulichung ein Beispiel mit einem erfundenen Autor: Heinrich von Bergmann erscheint im Verzeichnis als von Bergmann, H., der akademische Titel Dr. fällt dabei weg. Das Zusammenspiel solcher Einträge mit anderen Eintragstypen zeigt der Beitrag Beispiel für ein Literaturverzeichnis, der einen vollständigen Verzeichnisaufbau darstellt.
Wie du Autorennamen sauber überträgst
Für die praktische Übertragung eines Autorennamens aus einem Buch ins Literaturverzeichnis hilft eine feste Abfolge von Schritten. Sie fasst zusammen, was die Leitfäden aus Siegen, Hagen und Potsdam zur Behandlung von Titeln festhalten, und ordnet diese Vorgabe in einen Arbeitsablauf ein, den du bei jedem neuen Eintrag wiederholen kannst.
- Lies den Namen so, wie er auf dem Titelblatt des Buchs gedruckt ist.
- Lass Dr. und Prof. sowie vergleichbare akademische Titel weg.
- Behalte Namensteile wie von, die zum Namen selbst gehören.
- Wähle die Schreibweise des Vornamens nach dem Leitfaden, der für deine Arbeit gilt.
- Halte diese Schreibweise im gesamten Verzeichnis einheitlich durch.
Diese Reihenfolge stützt sich darauf, dass Hagen im Autor-Element ausdrücklich nur Namen vorsieht, Siegen akademische Titel wie Prof., Dr. oder M.Sc. als nicht aufzuführen nennt und Potsdam festhält, dass persönliche Titel selbst dann nicht übertragen werden, wenn sie auf dem Titelblatt abgedruckt sind. Alle drei beziehen sich damit auf denselben Arbeitsschritt, nämlich das Übertragen des Autorennamens aus der Originalquelle in den eigenen Eintrag.
Wer Quellen mit einer Literaturverwaltung erfasst, sollte die importierten Namen zusätzlich kontrollieren und das Namensfeld vor dem Export auf einen versehentlich übernommenen Titel prüfen. Diese Übertragungsregel betrifft ausschließlich die Namen im Literaturverzeichnis selbst, nicht die Angaben auf dem Titelblatt der eigenen Arbeit. Wie du dort deinen eigenen Namen korrekt platzierst, zeigt der Beitrag Titelblatt einer Hausarbeit richtig aufbauen, der sich mit der Gestaltung der eigenen Titelseite befasst.

Wo die Regel endet
Die Regel gilt für Autorennamen im Verzeichnis. Sie betrifft also die Angabe der Person, deren Werk du zitierst, und nicht automatisch jede andere Stelle, an der ein Name oder ein Titel in der Arbeit auftaucht. Die vier Leitfäden aus Siegen, Hagen, Potsdam und Wien sprechen ausdrücklich vom Literaturverzeichnis beziehungsweise vom Autor-Element darin, nicht von anderen Textteilen.
Im Fließtext einer Hausarbeit kann eine Lehrperson Titel durchaus anders handhaben als im Verzeichnis. Dazu enthalten die vier Leitfäden keine Vorgabe, weshalb sich an dieser Stelle keine allgemeine Aussage treffen lässt. Wer unsicher ist, ob ein Titel im laufenden Text einer Hausarbeit genannt werden soll, sieht sich dafür am besten den Leitfaden der eigenen Lehrperson an, weil die vier Leitfäden ausschließlich Vorgaben zum Verzeichnis enthalten.
Die Vorgaben aus Siegen, Hagen, Potsdam und Wien gelten mit Stand Oktober 2026. Einzelne Hochschulen können ihre Leitfäden im Laufe der Zeit ändern, sodass sich ein erneuter Blick in die aktuelle Fassung des jeweiligen Leitfadens lohnt, bevor du eine Arbeit abgibst. Wer seine Quellen mit Zotero verwaltet, kann zusätzlich den Zotero-Zitierstil anpassen, um die Darstellung von Autorennamen im Literaturverzeichnis an die Vorgaben der eigenen Hochschule anzugleichen. Damit lässt sich die Titelregel des Leitfadens im Zitierstil hinterlegen; eine Kontrolle der einzelnen Einträge bleibt trotzdem sinnvoll.
Quellen und Stand
- Universität Siegen: Leitfaden für die Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten (Professur KMU Management): www.wiwi.uni-siegen.de (geprüft am 2026-10-04)
- Wirtschaftsuniversität Wien: Leitfaden zum Zitieren (Institut für Wirtschaftspädagogik, WS 2024/25): www.wu.ac.at (geprüft am 2026-10-04)
- FernUniversität in Hagen: ZitFIt, Kapitel 3 Literaturverzeichnis: www.fernuni-hagen.de (geprüft am 2026-10-04)
- Universität Potsdam: Allgemeine Zitationsrichtlinien (Lehrstuhl Militärgeschichte, 2016): www.uni-potsdam.de (geprüft am 2026-10-04)