Gender richtig schreiben und verwenden
Gender Schreibweise: richtige Schreibweise
Die korrekte Schreibweise hängt davon ab, ob du das Substantiv Gender, das Verb gendern oder das substantivierte Verb Gendern meinst.
Die richtige Schreibweise auf einen Blick
Die korrekte Schreibweise lautet Gender, wenn das Substantiv gemeint ist. Das Wort bezeichnet das soziale Geschlecht als Kategorie, also die Gesamtheit gesellschaftlicher Normen und Verhaltenserwartungen sowie das im sozialen Handeln erworbene Selbstverständnis als Faktor geschlechtlicher Identität. Das Duden-Wörterbuch führt den Artikel das Gender, den Genitiv des Genders und den Plural die Gender.
Als Verb lautet die Form gendern. Damit kann gemeint sein, einem Gegenstand oder Produkt ein bestimmtes soziales Geschlecht zuzuschreiben, einer Person durch Anrede oder Ähnliches ein soziales Geschlecht zuzuschreiben oder im fachsprachlichen Sinn Gender-Mainstreaming umzusetzen. Außerdem bezeichnet gendern das Verwenden geschlechtsneutraler oder geschlechtsinklusiver Ausdrücke, wodurch Texte so gestaltet werden, dass eine Ausgrenzung aufgrund des sozialen Geschlechts vermieden wird.
Wird das Verb als Substantiv gebraucht, lautet die Form das Gendern. Die drei Schreibweisen erfüllen daher unterschiedliche Funktionen: Gender ist das Substantiv, gendern ist der Infinitiv des Verbs und Gendern ist die substantivierte Verbform. Eine schnelle Entscheidung gelingt, wenn zunächst die Bedeutung und die Wortart im Satz geprüft werden.
Für die Rechtschreibung ist deshalb die Unterscheidung zwischen Wortform und Satzfunktion entscheidend. Die Schreibweise sollte nicht allein nach dem Klang gewählt werden. Wer eine passende Erklärung für einen Text sucht, kann außerdem Synonyme wie Geschlecht, gendersensibles Formulieren oder gendergerechter Sprachgebrauch prüfen, sofern die jeweilige Bedeutung zum Satz passt.

Welche Regel trägt die Entscheidung?
Die belegte Regel ist hier die Unterscheidung der drei lexikalisch belegten Formen. Der Duden nennt Gender als Substantiv und gibt dazu die Formen des Genders und die Gender an. Das DWDS führt gendern als Verb und beschreibt mehrere Bedeutungen. Das substantivierte Verb erscheint als das Gendern. Daraus folgt für die Anwendung: Benennt der Satz das soziale Geschlecht als Kategorie, steht Gender. Beschreibt der Satz eine Tätigkeit, steht gendern. Wird die Tätigkeit selbst als Gegenstand des Satzes bezeichnet, steht Gendern.
Beispiele wenden diese Regel unmittelbar an. In „Das Gender prägt die Beschreibung sozialer Rollen“ bezeichnet Gender eine Kategorie. In „Die Redaktion will gendern“ bezeichnet gendern eine Handlung. In „Das Gendern wird im Text ausdrücklich benannt“ bezeichnet Gendern die Tätigkeit als Substantiv. Die Schreibweise ergibt sich dabei nicht aus einer besonderen Markierung, sondern aus der jeweiligen Wortart.
Die Großschreibung von Gender und Gendern gehört zur gewählten substantivischen Form. Beim Infinitiv gendern bleibt die Form klein, wenn sie als Verb verwendet wird. Für Groß- und Kleinschreibung sollte daher zuerst die Satzfunktion geklärt werden. Die Rechtschreibregeln werden in diesem Fall nicht durch eine Ausspracheentscheidung ersetzt.
Die Quellen belegen außerdem die fachsprachliche Bedeutung, nach der gendern Gender-Mainstreaming umsetzen kann. Diese Einordnung darf nicht ohne den angegebenen Fachkontext auf jede Verwendung übertragen werden. Ebenso ist die Beschreibung geschlechtsneutraler oder geschlechtsinklusiver Ausdrücke an die im Wörterbucheintrag genannte Bedeutung gebunden. Zusätzliche Aussagen über verbindliche Schreibweisen von Sonderzeichen, institutionelle Vorgaben oder bestimmte Textsorten sind mit den vorliegenden Angaben nicht belegt und werden deshalb hier nicht getroffen.
Wer die Begriffe in einem längeren Text verwendet, kann die Entscheidung mit Getrennt- und Zusammenschreibung, Kommasetzung und Zeichensetzung nicht ersetzen: Diese Bereiche beantworten andere Fragen. Auch eine Rechtschreibreform wird durch die vorliegenden Wörterbuchangaben nicht als Begründung für eine zusätzliche Variante ausgewiesen.
Richtig und falsch im Satz unterscheiden
Beginne die Prüfung nicht beim ersten Buchstaben des Satzes. Entscheide zuerst, welche Wortart und welche Bedeutung im konkreten Satz gemeint sind. Erst danach wird die passende Form ausgewählt. Die folgenden Paare zeigen diese Trennung zwischen Satzanfang und eigentlicher Regel.
| Richtig | Falsch | Warum? |
|---|---|---|
| Das Gender bezeichnet eine soziale Kategorie. | Das gender bezeichnet eine soziale Kategorie. | Hier wird das Substantiv Gender gebraucht; die belegte Form lautet Gender. |
| Die Autorin möchte gendern. | Die Autorin möchte Gendern. | Nach „möchte“ wird die Tätigkeit als Verb bezeichnet; die belegte Verbform lautet gendern. |
| Das Gendern wird im Text erklärt. | Das gendern wird im Text erklärt. | Hier wird die Tätigkeit als Substantiv gebraucht; die Form lautet das Gendern. |
| Gender ist ein Begriff für soziales Geschlecht. | gender ist ein Begriff für soziales Geschlecht. | Der Satzanfang erklärt die Großschreibung nicht allein. Maßgeblich ist die substantivische Form Gender. |
Das erste Paar betrifft die Substantivform. Das zweite Paar betrifft den Infinitiv des Verbs. Das dritte Paar betrifft die substantivierte Tätigkeit. Im vierten Paar steht Gender am Satzanfang, doch die Entscheidung wird trotzdem über seine Funktion als Substantiv getroffen. So bleibt der Satzanfang von der eigentlichen Regel getrennt.
Bei der Überarbeitung eines Fachtexts kann zusätzlich wissenschaftliches Schreiben helfen, die gewählte Bedeutung im Zusammenhang klar zu halten. Für grammatische Begleitfragen sind Artikel der, die und das sowie Pluralbildung nützlich: Die belegten Formen lauten das Gender, des Genders und die Gender. Eine Prüfung mit Abkürzungen richtig schreiben ist für diese Wörter nicht einschlägig, weil die genannten Formen keine Abkürzungen sind.
Typische Verwechslungen vermeiden
Achte darauf, die Form nicht allein aus Aussprache oder Umgangssprache abzuleiten. Das ist für die Entscheidung nicht ausreichend. Prüfe stattdessen, ob der Satz das Substantiv Gender, das Verb gendern oder das substantivierte Verb Gendern benötigt. Die Wörterbuchangaben nennen genau diese unterschiedlichen Formen und Bedeutungsbereiche.
Eine zweite Verwechslung entsteht, wenn Gender und gendern gleich behandelt werden. „Gender“ bezeichnet das soziale Geschlecht als Kategorie. „Gendern“ benennt eine Tätigkeit oder, im fachsprachlichen Sinn, das Umsetzen von Gender-Mainstreaming. Außerdem kann gendern geschlechtsneutrale oder geschlechtsinklusive Ausdrücke verwenden und Texte so gestalten, dass Ausgrenzung aufgrund des sozialen Geschlechts vermieden wird. Diese Bedeutungen dürfen nicht zu einer einzigen Wortform zusammengezogen werden.
Eine dritte Stolperfalle ist die substantivierte Form. In „Das Gendern“ wird die Tätigkeit als Substantiv gebraucht. Deshalb steht der Anfangsbuchstabe groß. Das bedeutet nicht, dass der Infinitiv in jedem Satz großgeschrieben wird. Der Satz „Sie möchte gendern“ enthält die Verbform klein. Ein Satzanfang kann dagegen unabhängig davon mit einem Großbuchstaben beginnen. Entscheidend bleibt die Funktion im Satz.
Auch die Bedeutung des Wortes Gender darf nicht mit jeder beliebigen Verwendung von Geschlecht gleichgesetzt werden. Die Quelle beschreibt Gender als soziale Kategorie und nennt gesellschaftliche Normen, Verhaltenserwartungen und das erworbene Selbstverständnis als Faktoren. Diese Einordnung sollte in einem erklärenden Text erhalten bleiben. Die Quelle belegt außerdem bedeutungsverwandte Ausdrücke wie gendersensibles Formulieren und gendergerechter Sprachgebrauch. Sie rechtfertigt aber keine unbelegte Aussage darüber, welcher Ausdruck in einer bestimmten Institution vorgeschrieben oder besonders häufig ist.
Wer Begriffe austauschen möchte, kann Wortbedeutungen und Abkürzungen sowie Textformen heranziehen. Das hilft bei der Einordnung des Ausdrucks, ersetzt aber nicht die Prüfung der Wortart. Ein Rechtschreibprogramm kann eine Form anzeigen, doch die vorliegenden Quellen machen keine Aussage über die Funktionsweise bestimmter Rechtschreibprogramme. Deshalb sollte die Entscheidung aus dem Satz und den belegten Wörterbuchformen entwickelt werden.

Der schnelle Prüfweg
Für eine knappe Prüfung reichen vier Fragen. Erstens: Soll eine soziale Kategorie bezeichnet werden? Dann prüfe die Form Gender. Zweitens: Soll eine Tätigkeit ausgedrückt werden? Dann prüfe den Infinitiv gendern. Drittens: Wird die Tätigkeit selbst als Gegenstand benannt? Dann prüfe das Gendern. Viertens: Liegt eine Verwechslung mit einer nur gesprochenen oder umgangssprachlich abgeleiteten Form vor? Dann kehre zu Bedeutung und Wortart zurück.
- Lies den vollständigen Satz und trenne den Satzanfang von der eigentlichen Schreibentscheidung.
- Markiere gedanklich die Wortart: Substantiv, Verb oder substantiviertes Verb.
- Vergleiche die Funktion mit den belegten Formen Gender, gendern und Gendern.
- Prüfe einen Beispielsatz mit Artikel, Verbanschluss oder substantivischer Verwendung.
- Kontrolliere die häufige Verwechslung: Gender ist nicht gendern, und gendern ist nicht Gendern.
Die Schreibweise, die Regel und der Beispielsatz müssen zusammenpassen. Für das Substantiv ist die Form das Gender mit dem Genitiv des Genders und dem Plural die Gender belegt. Für das Verb ist gendern belegt. Für die substantivierte Tätigkeit ist das Gendern belegt. Wenn ein Satz diese Zuordnung nicht erkennen lässt, formuliere ihn so um, dass die Bedeutung sichtbar wird.
Weitere sprachliche Prüfungen können ergänzend über Artikel der, die und das, Pluralbildung oder Synonyme erfolgen. Für die konkrete Entscheidung bleibt jedoch die Wortart der zentrale Prüfpunkt. So lässt sich die richtige Form anwenden, ohne eine Variante allein aus Aussprache, Satzanfang oder Umgangssprache abzuleiten.
Quellen und Stand
- gendern, Schreibung, Definition, Bedeutung, Synonyme, Beispiele | DWDS: www.dwds.de (geprüft am 2026 bis 09 bis 01)
- Gender, Schreibung, Definition, Bedeutung, Synonyme, Beispiele | DWDS: www.dwds.de (geprüft am 2026 bis 09 bis 01)
- Gender ▶ Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft | Duden: www.duden.de (geprüft am 2026 bis 09 bis 01)