Gender richtig schreiben und verwenden
Substantiv, Verb und substantiviertes Verb unterscheiden
Die korrekte Schreibweise hängt davon ab, ob du das Substantiv Gender, das Verb gendern oder das substantivierte Verb Gendern meinst.
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Gender-Hinweis: vier fertige Formulierungen
Die gewählte Schreibweise wird in der Arbeit einmal festgehalten: ab Seite 2 stehen vier Hinweise zum Einsetzen (generisches Maskulinum, Doppelpunkt, neutrale Formen, kurze Fußnote), dazu der richtige Ort im Dokument und eine Wortliste mit drei Formen. Für Hausarbeit, Bachelor- und Masterarbeit.
Die richtige Schreibweise auf einen Blick
Die korrekte Schreibweise lautet Gender, wenn das Substantiv gemeint ist. Das Wort bezeichnet das soziale Geschlecht als Kategorie, also die Gesamtheit gesellschaftlicher Normen und Verhaltenserwartungen sowie das im sozialen Handeln erworbene Selbstverständnis als Faktor geschlechtlicher Identität. Das Duden-Wörterbuch führt den Artikel das Gender, den Genitiv des Genders und den Plural die Gender.
Als Verb lautet die Form gendern. Damit kann gemeint sein, einem Gegenstand oder Produkt ein bestimmtes soziales Geschlecht zuzuschreiben, einer Person durch Anrede oder Ähnliches ein soziales Geschlecht zuzuschreiben oder im fachsprachlichen Sinn Gender-Mainstreaming umzusetzen. Außerdem kann gendern bedeuten, sprachliche Mittel zu verwenden, um Menschen aller Geschlechtsidentitäten sprachlich sichtbar zu machen.
Wird das Verb als Substantiv gebraucht, lautet die Form das Gendern. Die drei Schreibweisen erfüllen daher unterschiedliche Funktionen: Gender ist das Substantiv, gendern ist der Infinitiv des Verbs und Gendern ist die substantivierte Verbform. Eine schnelle Entscheidung gelingt, wenn zunächst die Bedeutung und die Wortart im Satz geprüft werden.
Für die Rechtschreibung ist deshalb die Unterscheidung zwischen Wortform und Satzfunktion entscheidend. Die Schreibweise sollte nicht allein nach dem Klang gewählt werden. Wer eine passende Erklärung für einen Text sucht, kann außerdem Synonyme wie Geschlecht, gendersensibles Formulieren oder gendergerechter Sprachgebrauch prüfen, sofern die jeweilige Bedeutung zum Satz passt.

Welche Regeln tragen die Entscheidung?
Die belegte Regel ist hier die Unterscheidung der drei lexikalisch belegten Formen. Der Duden nennt Gender als Substantiv und gibt dazu die Formen des Genders und die Gender an. Das DWDS führt gendern als Verb und beschreibt mehrere Bedeutungen. Das substantivierte Verb erscheint als das Gendern. Daraus folgt für die Anwendung: Benennt der Satz das soziale Geschlecht als Kategorie, steht Gender. Beschreibt der Satz eine Tätigkeit, steht gendern. Wird die Tätigkeit selbst als Gegenstand des Satzes bezeichnet, steht Gendern.
Konkrete Fälle veranschaulichen dieses Prinzip. In „Das Gender prägt die Beschreibung sozialer Rollen“ bezeichnet Gender eine Kategorie. In „Die Redaktion will gendern“ bezeichnet gendern eine Handlung. In „Das Gendern wird im Text ausdrücklich benannt“ bezeichnet Gendern die Tätigkeit als Substantiv. Die Schreibweise ergibt sich dabei nicht aus einer besonderen Markierung, sondern aus der jeweiligen Wortart.
Die Großschreibung von Gender und Gendern gehört zur gewählten substantivischen Form. Beim Infinitiv gendern bleibt die Form klein, wenn sie als Verb verwendet wird. Für Groß- und Kleinschreibung sollte daher zuerst die Satzfunktion geklärt werden. Die Rechtschreibregeln werden in diesem Fall nicht durch eine Ausspracheentscheidung ersetzt.
Die Quellen belegen außerdem die fachsprachliche Bedeutung, nach der gendern Gender-Mainstreaming umsetzen kann. Diese Einordnung darf nicht ohne den angegebenen Fachkontext auf jede Verwendung übertragen werden. Ebenso ist die Beschreibung geschlechtsneutraler oder geschlechtsinklusiver Ausdrücke an die im Wörterbucheintrag genannte Bedeutung gebunden. Zusätzliche Aussagen über verbindliche Schreibweisen von Sonderzeichen, institutionelle Vorgaben oder bestimmte Textsorten sind mit den vorliegenden Angaben nicht belegt und werden deshalb hier nicht getroffen.
Wer die Begriffe in einem längeren Text verwendet, kann die Entscheidung mit Getrennt- und Zusammenschreibung, Kommasetzung und Zeichensetzung nicht begründen: Diese Bereiche beantworten andere Fragen. Auch eine Rechtschreibreform wird durch die vorliegenden Wörterbuchangaben nicht als Begründung für eine zusätzliche Variante ausgewiesen.
Im Satz richtig und falsch unterscheiden
Prüfe nicht sofort den ersten Buchstaben eines Satzes. Ermittle vorher die genaue Wortart und Bedeutung im jeweiligen Kontext. Danach wählst du die korrekte Form aus. Die folgenden Beispiele verdeutlichen den Unterschied zwischen der Satzposition und dem inhaltlichen Kriterium.
| Richtig | Falsch | Warum? |
|---|---|---|
| Das Gender bezeichnet eine soziale Kategorie. | Das gender bezeichnet eine soziale Kategorie. | Hier wird das Substantiv Gender gebraucht; die belegte Form lautet Gender. |
| Die Autorin möchte gendern. | Die Autorin möchte Gendern. | Nach „möchte“ wird die Tätigkeit als Verb bezeichnet; die belegte Verbform lautet gendern. |
| Das Gendern wird im Text erklärt. | Das gendern wird im Text erklärt. | Hier wird die Tätigkeit als Substantiv gebraucht; die Form lautet das Gendern. |
| Gender ist ein Begriff für soziales Geschlecht. | gender ist ein Begriff für soziales Geschlecht. | Entscheidend ist hier die substantivische Nutzung von Gender, nicht bloß der Beginn des Satzes. |
Paar eins klärt die Substantivform, Paar zwei den verbalen Infinitiv und Paar drei die nominalisierte Handlung. Bei Paar vier steht Gender zwar vorn, doch die Großschreibung folgt seiner Rolle als Substantiv. Damit löst man den Satzanfang vom eigentlichen Kriterium.
Bei der Überarbeitung eines Fachtexts kann zusätzlich wissenschaftliches Schreiben helfen, die gewählte Bedeutung im Zusammenhang klar zu halten. Für grammatische Begleitfragen sind Artikel der, die und das sowie Pluralbildung nützlich: Die belegten Formen lauten das Gender, des Genders und die Gender. Eine Prüfung mit Abkürzungen richtig schreiben ist für diese Wörter nicht einschlägig, weil die genannten Formen keine Abkürzungen sind.
Typische Verwechslungen vermeiden
Leite die Schreibvariante nicht allein aus Aussprache oder Umgangssprache ab; das reicht dafür nicht aus. Prüfe stattdessen, ob der Kontext das Substantiv Gender, das Verb gendern oder das substantivierte Verb Gendern verlangt. Genau diese unterschiedlichen Formen und Bedeutungsbereiche führen die Lexika aus.
Eine Verwechslung liegt vor, wenn Gender und gendern gleich behandelt werden. „Gender“ bezeichnet das soziale Geschlecht als Kategorie. „gendern“ bezeichnet eine Tätigkeit oder im fachsprachlichen Sinn die Umsetzung von Gender-Mainstreaming. Außerdem kann gendern bedeuten, sprachliche Mittel zu verwenden, um Menschen aller Geschlechtsidentitäten sprachlich sichtbar zu machen. Diese Bedeutungen dürfen nicht zu einer einzigen Wortform zusammengezogen werden.
Eine dritte Stolperfalle ist die substantivierte Form. In „Das Gendern“ wird die Tätigkeit als Substantiv gebraucht, deshalb steht der Anfangsbuchstabe groß. Das bedeutet nicht, dass der Infinitiv in jedem Satz großgeschrieben wird. In „Sie möchte gendern“ steht die Verbform klein. Ein Satzanfang kann dagegen unabhängig davon mit einem Großbuchstaben beginnen. Entscheidend bleibt die Funktion im Satz.
Auch die Bedeutung des Wortes Gender darf nicht mit jeder beliebigen Verwendung des Wortes Geschlecht gleichgesetzt werden. Die Quelle beschreibt Gender als soziale Kategorie und nennt gesellschaftliche Normen, Verhaltenserwartungen und das erworbene Selbstverständnis als Faktoren. Diese Einordnung sollte in einem erklärenden Text erhalten bleiben. Die Quelle belegt außerdem bedeutungsverwandte Ausdrücke wie gendersensibles Formulieren und gendergerechten Sprachgebrauch. Sie rechtfertigt aber keine unbelegte Aussage darüber, welcher Ausdruck in einer bestimmten Institution vorgeschrieben oder besonders häufig ist.
Wer Begriffe austauschen möchte, kann Wortbedeutungen und Abkürzungen sowie Textformen heranziehen. Das hilft bei der Einordnung des Ausdrucks, ersetzt aber nicht die Prüfung der Wortart. Ein Rechtschreibprogramm kann eine Form anzeigen, doch die vorliegenden Quellen machen keine Aussage über die Funktionsweise bestimmter Rechtschreibprogramme. Deshalb sollte die Entscheidung aus dem Satz und den belegten Wörterbuchformen entwickelt werden.

Der schnelle Prüfweg
Zur schnellen Überprüfung eignen sich vier Punkte. Erstens: Steckt hinter dem Begriff eine soziale Kategorie? Dann passt Gender. Zweitens: Geht es um eine Handlung? Dann kommt der Infinitiv gendern infrage. Drittens: Ist die Handlung selbst gemeint? Dafür gibt es das Gendern. Viertens: Liegt eine Verwechslung mit einer nur gesprochenen oder umgangssprachlich abgeleiteten Form vor? Dann lohnt sich ein Blick auf Bedeutung und grammatische Funktion.
- Analysiere den ganzen Satz und isoliere den Start vom eigentlichen Schreibkriterium.
- Bestimme gedanklich die Wortart: Substantiv, Verb oder substantiviertes Verb.
- Vergleiche die Funktion mit den belegten Formen Gender, gendern und Gendern.
- Überprüfe einen Beispielsatz anhand von Artikel, Verbanschluss oder substantivischer Verwendung.
- Vermeide die typische Verwechslung: Gender ist nicht gendern, und gendern ist nicht Gendern.
Die Schreibweise, die Regel und der Beispielsatz müssen zusammenpassen. Für das Substantiv ist die Form das Gender mit dem Genitiv des Genders und dem Plural die Gender belegt. Für das Verb ist gendern belegt. Für die substantivierte Tätigkeit ist das Gendern belegt. Wenn ein Satz diese Zuordnung nicht erkennen lässt, formuliere ihn so um, dass die Bedeutung sichtbar wird.
Weitere sprachliche Prüfungen können ergänzend über Artikel der, die und das, Pluralbildung oder Synonyme erfolgen. Für die konkrete Entscheidung bleibt jedoch die Wortart der zentrale Prüfpunkt. So lässt sich die richtige Form anwenden, ohne eine Variante allein aus Aussprache, Satzanfang oder Umgangssprache abzuleiten.
Quellen und Stand
- gendern, Schreibung, Definition, Bedeutung, Synonyme, Beispiele | DWDS: www.dwds.de (Stand 2026-09-01)
- Gender, Schreibung, Definition, Bedeutung, Synonyme, Beispiele | DWDS: www.dwds.de (geprüft am 2026-09-01)
- Gender ▶ Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft | Duden: www.duden.de (Stand vom 2026-09-01)