Das Gerundium verständlich erklärt

Grammatikglossar Gerundium einfach erklärt

Lesezeit ca. 6 Min. · zuletzt aktualisiert: 15. August 2026 · Weitere Grammatikregeln

Das Gerundium ist eine Verbform aus anderen Sprachen. Im Deutschen gibt es kein eigenes Gerundium; entsprechende Formen werden zum Beispiel durch nominalisierte Infinitive wiedergegeben.

Die zentrale Regel zum Gerundium

Das Gerundium ist ein grammatischer Begriff für eine Form, die ein Verb nominalisiert. Solche Formen kommen unter anderem im Englischen und in romanischen Sprachen vor.

Für das Deutsche ist entscheidend: Es gibt keine eigene Gerundiumform. Bei der Übertragung einer Gerundiumform aus einer anderen Sprache kann stattdessen ein nominalisierter Infinitiv verwendet werden, etwa das Tanzen oder das Schreiben.

Der nominalisierte Infinitiv kann im Deutschen auch dekliniert erscheinen. Daher ist bei einer deutschen Wiedergabe nicht nur die Grundform relevant, sondern auch die im Satz verwendete Form.

Für die Prüfung genügen drei Schritte: Bestimme zunächst die fremdsprachige Gerundiumform. Prüfe dann, ob ein nominalisierter Infinitiv die deutsche Wiedergabe bildet. Beachte anschließend, ob diese deutsche Form dekliniert erscheint.

Gerundium und Gerundivum sind auseinanderzuhalten; die ähnlich klingenden Bezeichnungen dürfen nicht gleichgesetzt werden.

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Form und Funktion im Satz erkennen

Für die Satzanalyse werden die fremdsprachige Form und die deutsche Wiedergabe getrennt betrachtet. Zuerst wird geprüft, ob die Ausgangsform ein Verb nominalisiert. Anschließend wird in der deutschen Fassung nach einem nominalisierten Infinitiv gesucht.

Beispiel eins: In einer selbst formulierten englischen Satzumgebung steht dancing für die Handlung. Eine mögliche deutsche Wiedergabe verwendet das Tanzen. Damit wird die Handlung im Deutschen durch einen nominalisierten Infinitiv ausgedrückt.

Beispiel zwei: Für writing kann eine deutsche Fassung das Schreiben enthalten. Beim Vergleich lässt sich festhalten: Die fremdsprachige Gerundiumform wird hier durch einen deutschen nominalisierten Infinitiv wiedergegeben.

Beispiel drei: Die Form über das Schreiben zeigt denselben nominalisierten Infinitiv in einer deklinierten deutschen Satzform. So wird die in der Quelle genannte Möglichkeit der Deklination am Satzmaterial sichtbar.

Auch bei einer lateinischen Gerundiumform kann geprüft werden, ob die deutsche Wiedergabe einen nominalisierten Infinitiv nutzt. Die Analyse beschränkt sich dabei auf die belegte Zuordnung und auf eine gegebenenfalls sichtbare Deklination der deutschen Form.

Bei jedem Beispiel werden daher nur Form und Wiedergabe benannt: fremdsprachige Gerundiumform, deutscher nominalisierter Infinitiv und – falls vorhanden – dessen deklinierte Form. Weitergehende Aussagen werden aus diesen Beispielen nicht abgeleitet.

Drei analysierte Beispielsätze

Beispiel 1: Reading helps. Die deutsche Fassung lautet: Das Lesen hilft. Reading ist hier die englische nominalisierte Verbform. Im Deutschen steht dafür der nominalisierte Infinitiv das Lesen. Seine Funktion ist die Wiedergabe der Handlung als substantivische Einheit.

Beispiel 2: Writing takes concentration. Die deutsche Fassung lautet: Das Schreiben erfordert Konzentration. Die Form das Schreiben besteht aus dem Infinitiv schreiben und seiner substantivischen Verwendung mit Artikel. Der Satz zeigt damit, wie eine fremdsprachige Gerundiumform durch einen deutschen nominalisierten Infinitiv wiedergegeben werden kann.

Beispiel 3: After reading, she closed the book. Die deutsche Fassung lautet: Nach dem Lesen schloss sie das Buch. Die deutsche Form ist weiterhin ein nominalisierter Infinitiv, erscheint hier aber als dem Lesen. Das Beispiel zeigt die in der Quelle genannte Möglichkeit der Deklination. Die Verbhandlung bleibt als substantivisch gebrauchte Form erkennbar.

Zusatzbeispiel zur lateinischen Einordnung: Eine lateinische Gerundiumform kann im Deutschen durch eine gebeugte Form des nominalisierten Infinitivs wiedergegeben werden. Als selbst formulierte Satzfassung lässt sich schreiben: Die Beschreibung handelt vom genauen Lesen. Die Einheit vom genauen Lesen enthält einen nominalisierten Infinitiv. Sie veranschaulicht die deutsche Wiedergabe einer Verbhandlung in einer deklinierten Form.

Alle vier Beispiele folgen demselben Analyseweg. Zuerst wird die fremdsprachige Form als nominalisierte Verbform betrachtet. Danach wird die deutsche Entsprechung bestimmt. Anschließend wird benannt, dass diese deutsche Entsprechung ein nominalisierter Infinitiv ist. Nur beim dritten und beim Zusatzbeispiel wird außerdem die gebeugte Form ausdrücklich sichtbar gemacht.

Die Beispiele beweisen keine zusätzliche allgemeine Regel. Sie zeigen ausschließlich, wie die im Quellenmaterial beschriebene Übertragung in selbst formulierten Sätzen aussehen kann.

Was die Quelle nicht verallgemeinert

Die Quelle nennt keine vollständige Übersicht aller Sprachen, in denen Gerundiumformen vorkommen. Sie erwähnt verschiedene Sprachen und nennt Englisch sowie romanische Sprachen als Beispiele. Daraus wird hier keine weitergehende sprachvergleichende Einteilung abgeleitet.

Für das Deutsche ist nur die Aussage abgesichert, dass es kein Gerundium gibt. Daraus folgt nicht, dass jede Form mit einer bestimmten Endung automatisch eine Gerundiumform oder automatisch ein nominalisierter Infinitiv ist. Eine solche Zuordnung müsste am jeweiligen Satz und an der jeweiligen Sprache geprüft werden.

Auch Kasusangaben dürfen nicht pauschal auf alle Beispiele übertragen werden. Belegt ist, dass der deutsche nominalisierte Infinitiv dekliniert werden kann. Welcher Kasus in einem konkreten Satz vorliegt, muss aus diesem Satz und seiner Konstruktion ermittelt werden. Eine zusätzliche Kasusregel wird hier nicht behauptet.

Gerundium und Gerundivum werden ebenfalls nicht gleichgesetzt. Die Quelle weist ausdrücklich auf die Verwechslungsgefahr durch den ähnlichen Klang hin. Sie liefert in dem vorliegenden Auszug jedoch keine ausführliche Darstellung des Gerundivums. Deshalb wird hier keine eigene Definition des Gerundivums ergänzt.

Die Beispiele aus anderen Sprachen dürfen nicht als wörtliche Muster für alle Fälle gelesen werden. Sie zeigen die grundsätzliche Übertragung durch einen nominalisierten Infinitiv. Ob eine konkrete fremdsprachige Form tatsächlich als Gerundium einzuordnen ist, muss anhand der betreffenden Sprache und des Satzes geprüft werden.

Ebenso werden keine Aussagen über Stil, Häufigkeit, Verständlichkeit, Pflicht, Fristen oder Erfolg einer bestimmten Übersetzung gemacht. Solche Aussagen sind im Quellenmaterial nicht enthalten. Wenn eine konkrete Form unklar ist, lautet die sichere Handlung: Prüfe die Form in einer passenden Grammatikquelle und vergleiche anschließend ihre deutsche Wiedergabe mit der belegten Beschreibung des nominalisierten Infinitivs.

Grammatikglossar Gerundium einfach erklärt mit Bedeutung und passender Verwendung im Vergleich

Kurzer Prüfablauf für die Analyse

Erster Schritt: Form erkennen. Prüfe, ob die betreffende fremdsprachige Verbform im Satz nominalisiert gebraucht wird. Nur dann ist die Einordnung als Gerundium nach der vorliegenden Erklärung tragfähig.

Zweiter Schritt: Deutsche Entsprechung suchen. Frage, ob die Form im Deutschen durch einen nominalisierten Infinitiv wiedergegeben wird. Beispiele für diese Form sind das Lesen, das Schreiben und das Schwimmen.

Dritter Schritt: Satzfunktion beschreiben. Benenne, dass der nominalisierte Infinitiv eine Verbhandlung als substantivisch gebrauchte Einheit wiedergibt. Beschreibe dabei nur die Funktion, die im konkreten Satz sichtbar ist.

Vierter Schritt: Deklination prüfen. Sieh nach, ob der deutsche nominalisierte Infinitiv in einer gebeugten Form steht. Die Quelle trägt die Aussage, dass diese Form im Deutschen dekliniert werden kann. Der konkrete Kasus wird aus dem Satz ermittelt und nicht pauschal ergänzt.

Fünfter Schritt: Begrenzungen beachten. Prüfe, ob du eine zusätzliche Bedeutung, eine allgemeine Ausnahme oder eine vollständige Regel für andere Sprachen behauptest. Wenn dafür kein direkter Beleg vorliegt, formuliere keine solche Aussage.

Sechster Schritt: Verwechslung ausschließen. Prüfe abschließend, ob du vom Gerundium oder vom ähnlich klingenden Gerundivum sprichst. Beide Begriffe dürfen nicht ohne weitere Prüfung gleichgesetzt werden.

Der Ablauf führt damit von der Form über die deutsche Wiedergabe zur Satzfunktion und anschließend zur möglichen Deklination. Zum Schluss werden die Grenzen der belegten Erklärung kontrolliert. So bleiben die Regel, die Satzanalyse, die eigenen Beispiele und die nicht belegten Erweiterungen voneinander getrennt.

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Quellen und Stand

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Häufige Fragen zu Grammatikglossar Gerundium einfach erklärt

Gibt es ein Gerundium im Deutschen?

Nach der vorliegenden Erklärung gibt es im Deutschen kein Gerundium. Gerundiumformen aus anderen Sprachen können zum Beispiel durch einen nominalisierten Infinitiv wiedergegeben werden.

Was ist ein nominalisierter Infinitiv?

Ein nominalisierter Infinitiv ist ein Infinitiv, der substantivisch gebraucht wird, etwa „das Lesen“. Er kann im Deutschen als Wiedergabe einer Gerundiumform dienen.

Kann der nominalisierte Infinitiv dekliniert werden?

Ja. Die Quelle nennt ausdrücklich, dass der nominalisierte Infinitiv im Deutschen dekliniert werden kann.

Worin unterscheiden sich Gerundium und Gerundivum?

Die Begriffe klingen ähnlich und sollen deshalb nicht verwechselt werden. Eine ausführliche Erklärung des Gerundivums ist im vorliegenden Quellenmaterial nicht enthalten.

Wie erkenne ich die deutsche Wiedergabe eines Gerundiums?

Prüfe, ob die fremdsprachige Form nominalisiert gebraucht wird. Suche anschließend im Deutschen nach einem nominalisierten Infinitiv und beschreibe seine Funktion im Satz.

Darf jede deutsche Form als Gerundium bezeichnet werden?

Nein. Die belegte Erklärung sagt, dass es im Deutschen kein Gerundium gibt. Eine konkrete Form muss deshalb als deutsche Wiedergabe, etwa als nominalisierter Infinitiv, geprüft werden.

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