Ergo Bedeutung: Definition und Herkunft

Herkunft, Komma und Verwendung des Bindeworts ergo

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Die Ergo Bedeutung lautet also oder folglich. Das lateinische Wort hat sich im Deutschen gehalten, weil es kurz ist und eine Schlussfolgerung markiert. Bekannt ist es vor allem aus einem einzigen Satz: Descartes' cogito ergo sum, ich denke, also bin ich. Im heutigen Gebrauch schwingt oft eine ironische Note mit, und in wissenschaftlichen Texten ist das Wort deshalb mit Vorsicht zu verwenden.

Ergo Bedeutung: Kurze Definition

Ergo heißt also, folglich, mithin. Es leitet eine Folgerung ein und behauptet damit, dass das Folgende aus dem Vorherigen hervorgeht.

Grammatisch ist ergo ein Adverb. Es steht meist am Satzanfang, und das gebeugte Verb rückt dann an die zweite Stelle: Ergo ist der Antrag abzulehnen.

Herkunft und Wortgeschichte im Detail

Ergo ist unverändert aus dem Lateinischen übernommen, wo es folglich und also bedeutet. Anders als bei vielen Fremdwörtern gab es keine Anpassung an das Deutsche, weder in Schreibung noch in Aussprache.

Berühmt wurde das Wort durch Descartes: cogito ergo sum, ich denke, also bin ich. Der Satz stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist der Ausgangspunkt seiner Suche nach einer unbezweifelbaren Grundlage der Erkenntnis.

In der Scholastik war ergo ein technischer Ausdruck der Beweisführung und stand vor dem Schlusssatz eines Syllogismus. Aus dieser Tradition stammt der leicht schulmeisterliche Klang, den das Wort bis heute hat.

Ergo Bedeutung: Vergleich ergo und folglich mit Beispielen
Ergo Bedeutung im Überblick.

Beispielsätze und Verwendung von ergo

Als Folgerung: Die Frist ist abgelaufen, ergo ist der Antrag unzulässig. Der Satz behauptet eine zwingende Folge.

Ironisch: Er hat den Termin vergessen, ergo war er ihm wohl nicht wichtig. Hier ist der Schluss nicht zwingend, und genau das schwingt mit.

Philosophisch: Cogito ergo sum ist der bekannteste Satz der neuzeitlichen Philosophie. In dieser festen Fügung bleibt das Lateinische unübersetzt.

Synonyme und passende Alternativen

Für die logische Folge stehen folglich, mithin und somit bereit. Mithin ist die juristische Form, folglich die geläufigste in Fachtexten.

Für die alltägliche Folgerung passen also und demnach. Achtung: Demnach gibt eine Quelle wieder und zieht keinen eigenen Schluss.

Für die Ursache eignen sich daher und deshalb. Sie behaupten keinen zwingenden Schluss, sondern einen Zusammenhang von Ursache und Wirkung.

Richtige Verwendung und häufige Verwechslungen

Zur Zeichensetzung: Ergo ist ein Adverb, kein Bindewort. Verbindet es zwei Hauptsätze, steht davor ein Komma, weil zwei vollständige Sätze aufeinandertreffen. Nach ergo steht kein Komma, es sei denn, ein Einschub folgt.

Ein häufiger Fehler ist die Wortstellung. Weil ergo kein unterordnendes Bindewort ist, bleibt die Verbzweitstellung erhalten: Ergo ist der Antrag unzulässig, nicht ergo der Antrag unzulässig ist.

Zum Register: In wissenschaftlichen Arbeiten wirkt ergo altertümlich oder ironisch. Wer eine Ableitung markieren will, schreibt besser folglich oder daraus ergibt sich. Ergo passt in Essays und in Texten, die bewusst mit dem Ton spielen.

Wie bei allen Schlussfolgerungswörtern gilt: Das Wort erzeugt keine Logik. Steht zwischen zwei Sätzen kein tragfähiger Zusammenhang, macht ergo den Schluss nicht gültig, sondern macht die Lücke sichtbar.

Nicht zu verwechseln ist ergo mit der Ergonomie. Beide beginnen gleich, gehen aber auf verschiedene Wurzeln zurück: Ergonomie kommt vom griechischen ergon für Arbeit, ergo ist lateinisch.

Ergo Bedeutung: Wortstellung und Komma vor ergo richtig setzen

Cogito ergo sum im Zusammenhang

Descartes suchte einen Satz, an dem sich nicht zweifeln lässt. Sein Gedankengang: Selbst wenn alles Wahrgenommene täuscht, muss es jemanden geben, der getäuscht wird. Das Denken selbst lässt sich also nicht bezweifeln, und daraus folgt die Existenz des Denkenden.

Der Satz erscheint in dieser lateinischen Form in den Prinzipien der Philosophie. In der früheren französischen Fassung lautet er je pense, donc je suis, und in den Meditationen argumentiert Descartes ohne die knappe Formel.

In Hausarbeiten ist der Satz ein beliebter Einstieg und wird dabei oft verkürzt. Wer ihn zitiert, sollte die Fundstelle angeben und den Gedankengang wenigstens in zwei Sätzen mitliefern, sonst bleibt es ein Schmuckzitat ohne Funktion.

Fazit: Ergo Bedeutung auf den Punkt gebracht

Ergo heißt also und folglich und leitet eine Schlussfolgerung ein. Das Wort ist unverändert aus dem Lateinischen übernommen und stammt aus der scholastischen Beweisführung.

Grammatisch bleibt die Verbzweitstellung erhalten, davor steht bei zwei Hauptsätzen ein Komma. Und in wissenschaftlichen Arbeiten ist folglich die unauffälligere Wahl, weil ergo ironisch klingen kann.

Zur Logik und Schlussfolgerung gehören auch deduktiv, Prämisse und Kalkül.

Schlüssige Argumentation von Anfang bis Ende: Unser Lektorat prüft Aufbau, Übergänge und Belege.

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Häufige Fragen zu Ergo Bedeutung

Was bedeutet ergo?

Also, folglich, mithin. Das Wort leitet eine Schlussfolgerung ein und ist unverändert aus dem Lateinischen übernommen.

Steht vor ergo ein Komma?

Ja, wenn es zwei Hauptsätze verbindet. Nach ergo steht kein Komma, und das gebeugte Verb folgt direkt.

Was heißt cogito ergo sum?

Ich denke, also bin ich. Der Satz stammt von Descartes und markiert den Punkt, an dem sich nach seiner Überzeugung nicht mehr zweifeln lässt.

Passt ergo in eine wissenschaftliche Arbeit?

Es wirkt dort altertümlich oder ironisch. Für eine Ableitung sind folglich oder daraus ergibt sich die unauffälligeren Formulierungen.

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