Deinen Beitrag bei Elsevier übermitteln
So kannst du deinen Beitrag passend zum gewählten Elsevier-Journal übermitteln.
Von der Journalwahl bis zur finalen Überprüfung
Du möchtest einen Beitrag bei Elsevier veröffentlichen? Dann beginnt die Arbeit nicht im Uploadformular, sondern bei der Auswahl eines konkreten Journals. Elsevier ist ein Verlag mit vielen Zeitschriften, deren Scope, Artikeltypen, Formatvorgaben und Kostenmodelle voneinander abweichen. Hier bekommst du einen belastbaren Ablauf für Journalwahl, Editorial Manager, Open Access, KI-Offenlegung und den letzten Qualitätscheck vor der Abgabe.
Das Wichtigste in Kürze: Du gibst dein Manuskript nicht zentral bei Elsevier ab. Du wählst zuerst ein bestimmtes Journal, öffnest dort die aktuellen Autorenhinweise und gelangst über den Link „Submit Your Paper“ zum passenden Einreichungssystem. Die Redaktion des Journals entscheidet unabhängig über dein Manuskript.
Ist Elsevier der richtige Verlag für dein Manuskript?
Der Verlagsname allein ist kein Auswahlkriterium. Entscheidend ist, ob ein konkretes Journal deine Fragestellung, Methode, Textsorte und Zielgruppe abdeckt. Suche deshalb zunächst nach Zeitschriften, in denen in den letzten zwei bis drei Jahren Arbeiten mit einer ähnlichen fachlichen Ausrichtung erschienen sind. Der offizielle Elsevier Journal Finder kann anhand von Abstract, Stichwörtern oder Journalnamen Vorschläge liefern.
Eine solche Empfehlung ist keine Garantie für eine Annahme. Elsevier weist ausdrücklich darauf hin, dass die Redaktionen eigenständig prüfen und dabei neben der fachlichen Passung auch sprachliche Qualität, Innovationsgrad und Stil berücksichtigen. Gleiche die Vorschläge daher kritisch mit deiner eigenen Recherche ab. Lies dazu die Rubrik „Aims and Scope“, aktuelle Beiträge sowie den vollständigen „Guide for Authors“ des ausgewählten Journals.
Elsevier-Abgabe in sieben Schritten
- Journal auswählen: Scope, Artikeltyp, Leserschaft und aktuelle Veröffentlichungen abgleichen.
- Originalvorgaben sichern: Guide for Authors, Ethikregeln, Datenrichtlinie und Dateianforderungen am Tag der Einreichung öffnen.
- Manuskript anpassen: Aufbau, Wortzahl, Abbildungen, Tabellen, Zitierstil und anonymisierte Fassung nach Journalvorgabe bearbeiten.
- Begleitdateien vorbereiten: Cover Letter, Highlights, Erklärungen, Datenhinweise oder Vorschläge für Gutachtende nur nach den konkreten Anforderungen erstellen.
- Sprache und Originalität prüfen: Textfassung, Quellen, Paraphrasen und mögliche KI-Passagen vor dem Upload kontrollieren.
- Online abgeben: Auf der Journalseite „Submit Your Paper“ wählen, im angegebenen System anmelden und alle Metadaten sorgfältig übertragen.
- Bestätigung archivieren: Referenznummer, eingereichte Dateien und Bestätigungsmail gemeinsam speichern.
Für die meisten Elsevier-Zeitschriften führt der Weg in ein Online-System. Die offizielle Anleitung zum Editorial Manager erklärt, dass das jeweils zuständige System über die Journalseite erreichbar ist. Nach abgeschlossener Abgabe erhältst du eine Referenznummer, mit der du den Status verfolgen kannst.
Welche Dateien du wirklich brauchst
Es gibt keine universelle Elsevier-Dateiliste. Manche Journals erlauben in der ersten Runde eine relativ freie Formatierung, andere verlangen getrennte Titelblätter, anonymisierte Manuskripte, Highlights, grafische Abstracts oder strukturierte Erklärungen. Verlasse dich deshalb nicht auf eine alte Checkliste aus deinem Institut. Die aktuelle Guide for Authors des Zieljournals ist die maßgebliche Quelle.
| Baustein | Vor dem Upload prüfen | Typisches Risiko |
|---|---|---|
| Manuskript | Artikeltyp, Wortzahl, Gliederung, Anonymisierung | Falsche Vorlage oder identifizierende Angaben im Peer-Review-Prozess |
| Abstract und Keywords | Struktur, Umfang, Fachbegriffe, Übereinstimmung mit den Metadaten | Diskrepante Varianten zwischen Datei und Eingabemaske |
| Abbildungen und Tabellen | Dateityp, Auflösung, Beschriftung, Rechte | Schwer lesbare Illustration oder mangelnde Nutzungsrechte |
| Cover Letter | Wissenschaftlicher Inhalt, Passung, Originalität, erforderliche Erläuterungen | Allgemeiner Serienbrief ohne Journalbezug |
| Zusatzmaterial | Daten, Quellcode, Anhänge sowie Erklärung zur Datenverfügbarkeit | Unvollständiger oder nicht zugänglicher Nachweis |
Wenn du einen Cover Letter für das Journal schreibst, fasse den wissenschaftlichen Beitrag knapp zusammen und erkläre die Passung zum Scope. Wiederhole nicht nur das Abstract. Behauptungen über Neuheit oder Wirkung sollten sich aus dem Manuskript belegen lassen.
Der Scope-Check: passt dein Thema ins Heft?
Bevor du irgendetwas anderes tust, klärst du den Scope. Jedes Journal beschreibt in seinen Autorenhinweisen (oft unter Aims and Scope), welche Themen, Methoden und Textsorten es überhaupt annimmt. Gutes Journal finden beginnt genau hier: Passt deine Fragestellung inhaltlich, methodisch und vom Anspruch her in dieses Heft? Lies dir drei bis fünf aktuelle Artikel aus den letzten Jahrgängen durch und frage dich ehrlich, ob deine Arbeit dort ohne Bruch neben ihnen stehen könnte. Achte auf typische Signale: Bevorzugt das Journal empirische Studien oder auch theoretische Beiträge? Sind Fallstudien willkommen oder eher unerwünscht? Ein häufiger Fehler ist, ein Thema in ein renommiertes Heft zu zwingen, dessen Ausrichtung schlicht nicht passt. Ein sorgfältiger Scope-Check kann helfen, eine frühe redaktionelle Ablehnung wegen fehlender Passung zu vermeiden.
Zielgruppe klären: für wen schreibst du eigentlich?
Hinter jedem Journal steht eine spezifische Community. Definiere klar, welche Gruppe du mit deiner Forschung ansprechen möchtest: Spezialistinnen und Spezialisten deiner Nische, ein interdisziplinäres Fachpublikum oder angewandte Expertinnen und Experten aus der Praxis. Eine extrem detaillierte Studie kann in einem breiten Überblicksjournal untergehen, während eine allgemeine Zusammenfassung in einem hochspezialisierten Heft fehl am Platz wirkt. Analysiere die Autorinnen, Autoren und Zitationen aktueller Ausgaben: Überschneidungen mit deinem Literaturverzeichnis sind ein Hinweis, ersetzen aber nicht den Abgleich mit Scope und Autorenhinweisen. Bedenke auch, wo deine Arbeit später rezipiert werden soll. Der Wert eines Journals zeigt sich nicht allein in Metriken, sondern auch darin, ob deine Ergebnisse die Fachgemeinschaft erreichen, mit der du den Dialog suchen möchtest.
Ranking gegen Passung: worauf es wirklich ankommt
Spitzenplätze wirken verlockend. Kenngrößen wie der Impact Factor oder CiteScore geben Hinweise auf Sichtbarkeit und Zitationsdichte; der h-Index wurde ursprünglich für Autorinnen und Autoren entwickelt und wird teils auch auf Journale angewandt. Keine dieser Kennzahlen garantiert die Aufnahme deines konkreten Projekts. Hohe Ränge gehen oft mit stärkerem Wettbewerb und strengerer Auswahl einher. Bei deiner ersten Veröffentlichung sollte die fachliche Passung wichtiger sein als Prestige: Ein Beitrag in einem thematisch passenden Journal erreicht die relevante Zielgruppe, selbst wenn die Kennzahlen moderater ausfallen. Überlege strategisch, welches Risiko und welche Wartezeit du eingehen möchtest. Außerdem variiert die Bewertung je nach Disziplin; in manchen Bereichen genießen Konferenzen oder Buchbeiträge ein höheres Ansehen als Artikel in durchschnittlich platzierten Zeitschriften.
Ein passendes Journal finden: Schritt für Schritt
Gehe systematisch vor, statt blind dem ersten bekannten Namen zu folgen:
- Lege eine Vorauswahl von fünf bis zehn Titeln mit vergleichbaren Inhalten an.
- Prüfe für jedes Journal den Scope, die Zielgruppe und die typische Textlänge.
- Sortiere nach Passung und weiteren Kriterien, nicht nur nach Rang.
- Lies die Autorenhinweise und informiere dich über den vorgesehenen Ablauf der Einreichung.
Danach bleibt eine Shortlist von zwei bis drei Kandidaten. Vergleiche deren Anforderungen an Formatierung, Zitierstil und Begutachtung und informiere dich über den Ablauf beim Einreichen, bevor du dich festlegst. Notiere für jeden Kandidaten Fristen, Umfang und Formvorgaben an einem Ort, damit du sie beim Feinschliff nicht übersiehst. Wer die Suche nach einem Journal als Auswahlprozess mit klaren Kriterien versteht, statt sich auf eine Bauchentscheidung zu verlassen, trifft am Ende deutlich fundiertere Entscheidungen.
Open Access, Gebühren und was das bedeutet
Bei Gold Open Access ist der veröffentlichte Volltext für alle Interessierten frei zugänglich. Je nach Journal können Publikationsgebühren (APC) anfallen. Prüfe frühzeitig auf der Journalseite, ob deine Hochschule, ein Projekt oder ein Konsortialvertrag Kosten übernimmt und welche Bedingungen für die gewählte Veröffentlichungsform gelten. Ausführlichere Erläuterungen zu den Modellen und ihren Rahmenbedingungen erhältst du im Ratgeber zum Open Access publizieren. Prüfe bei englischsprachigen Journals außerdem die Sprachanforderungen. Ein sorgfältiges Lektorat auf Englisch kann Verständlichkeit und sprachliche Konsistenz verbessern, garantiert aber weder eine Annahme noch die fachliche Qualität des Manuskripts.
Eigenständige Plagiatsprüfung vor der Elsevier-Einreichung
Ein eigener Plagiat-Scan vor der Submission kann wörtliche Überschneidungen und auffällige Quellenpassagen sichtbar machen. Das ist besonders hilfreich, wenn mehrere Entwurfsversionen, eine Dissertation, ein Preprint oder Textteile aus früheren Publikationen in das Manuskript eingeflossen sind. Prüfe jede Markierung in ihrem Kontext, denn auch Literaturverzeichnisse, Fachbegriffe und korrekt gekennzeichnete Zitate können Ähnlichkeiten erzeugen.
Der Scan ist kein Freibrief und keine Annahmegarantie. Er ersetzt weder korrekte Zitation noch eine redaktionelle Integritätsprüfung. Achte außerdem auf Selbstplagiat und redundante Veröffentlichung: Bereits verbreitete Ergebnisse müssen transparent eingeordnet werden. Reiche dasselbe Manuskript nicht gleichzeitig bei mehreren Journals ein und prüfe vor einer Neueinreichung die Vorgaben des Zieljournals.
KI-Check und Offenlegung bei Elsevier
Die im Juni 2026 aktualisierte Elsevier-Richtlinie zu generativer KI in Journals rückt menschliche Verantwortung und Transparenz ins Zentrum. Eine KI kann nicht als Autorin oder Autor genannt werden. Für Inhalt, Richtigkeit, Quellen und die eingereichte Endfassung bleiben die Autorinnen und Autoren verantwortlich.
Wenn du generative KI zur Erstellung veröffentlichungsrelevanter Inhalte eingesetzt hast, musst du eine separate Erklärung nach der geltenden Elsevier-Richtlinie aufnehmen. Reine Rechtschreib-, Grammatik- und Zeichensetzungsprüfungen sind davon ausgenommen. Ein KI-Scan kann auffällige Textmuster als technischen Hinweis markieren, aber nicht nachweisen, wie ein bestimmter Satz entstanden ist. Er ermöglicht daher keine eindeutige Entscheidung über die Urheberschaft und ersetzt keine ehrliche Dokumentation des eigenen Arbeitsprozesses.
Besonders wichtig ist der Datenschutz. Unveröffentlichte Forschungsdaten, personenbezogene Informationen oder vertrauliche Manuskriptteile gehören nicht unbedacht in externe Werkzeuge. Prüfe vor jedem Upload die Regeln deiner Einrichtung, die Einwilligungen, den Vertrag des Tools und die Vertraulichkeit deiner Daten.
Lektorat vor der Submission: sinnvoll oder Pflicht?
Ein professionelles Lektorat ist keine allgemeine formale Elsevier-Voraussetzung. Es kann jedoch helfen, wenn Argumentation, Übergänge, Terminologie oder englischer Stil den wissenschaftlichen Beitrag verdecken. Beim Korrekturlesen wissenschaftlicher Paper werden sprachliche Fehler bereinigt. Ein umfassenderes wissenschaftliches Lektorat betrachtet zusätzlich Stil, Verständlichkeit und Konsistenz, ohne Ergebnisse zu erfinden oder Fachentscheidungen zu übernehmen.
Plane den sprachlichen Feinschliff vor der finalen Manuskriptfassung und vor der Übertragung der Metadaten. Sonst stimmen Titel, Abstract oder Keywords im System später nicht mehr mit dem Manuskript überein. Bei englischen Artikeln sollte die Prüfung zur Zielsprache und Fachterminologie passen.
Kompletter Pre-Submission-Check für dein Manuskript
Ein guter letzter Durchgang trennt drei Aufgaben: menschliche Textprüfung, softwaregestützte Ähnlichkeitsprüfung und softwaregestützte KI-Erkennung. Diese Prüfungen beantworten unterschiedliche Fragen. Das Komplettpaket aus Lektorat, Plagiat- und KI-Scan bündelt sie in einer Bestellung, die Berichte bleiben dennoch getrennt interpretierbar.
Vor dem Klick auf „Submit“: Öffne die Journalvorgaben erneut, gleiche die Dateiliste ab, kontrolliere Autorennamen und Affiliations, prüfe Abstract und Keywords in beiden Fassungen, bestätige die Quellenrechte und speichere eine unveränderliche Kopie der eingereichten Version.
Ablehnung einordnen und die Kaskaden-Strategie
Eine Zurückweisung ist im akademischen Alltag üblich und bei renommierten Zeitschriften aufgrund strenger Auswahlkriterien statistisch sogar die Regel. Sie sagt nichts über die Qualität deiner Person aus, sondern oft nur über die aktuelle Passung oder Kapazität des Journals. Wende die Kaskaden-Strategie an: Lege vorab eine Rangfolge potenzieller Zieljournals fest. Prüfe nach einer Ablehnung zunächst vorhandenes Redaktions- oder Gutachtenfeedback, nimm sinnvolle Überarbeitungen vor und reiche das Manuskript danach beim nächsten passenden Kandidaten ein. Achte dabei stets auf Seriosität: Vermeide Predatory Journals, die schnelle Publikation gegen Geld versprechen, da diese deinen wissenschaftlichen Ruf nachhaltig schädigen können. Deine Liste sollte nur vertrauenswürdige Verlage enthalten, die thematisch zu deiner Forschung passen.
Fazit: Erst das Journal, dann der Upload
Um bei Elsevier zu publizieren, brauchst du keine allgemeine Bewerbung beim Gesamtverlag, sondern eine gezielte Einreichung bei einem konkreten Journal. Beginne mit Scope und Artikeltyp, arbeite anschließend den „Guide for Authors“ durch und kläre Open Access, Dateien, Ethik sowie KI-Offenlegung. Danach erfolgt der technische Upload über das auf der Journalseite verlinkte System. Für deine Shortlist helfen der Vergleich großer Wissenschaftsverlage und Elsevier im Vergleich mit Springer Nature.
Ein Vorabcheck verspricht keine Annahme. Er kann helfen, vermeidbare formale und sprachliche Probleme vor dem Einreichen zu erkennen, damit Redaktion und Gutachtende den wissenschaftlichen Beitrag bewerten können. Für den Gesamtprozess helfen dir außerdem die Seiten zum Einreichen, Pre-Submission-Check und wissenschaftlich publizieren.