Diplomica Verlag Erfahrungen

Diplomica Verlag und diplom.de: Ablauf, Honorar, Vertrag

Lesezeit ca. 7 Min. · aktualisiert: 6. August 2026 · zum Plattformvergleich

Neben GRIN gibt es einen zweiten grossen Anbieter für Studienarbeiten, der deutlich seltener besprochen wird: die Hamburger Gruppe um den Diplomica Verlag, die seit 2019 als Bedey und Thoms Media firmiert. Das Modell ähnelt dem des Wettbewerbers, in zwei Punkten weicht es aber erheblich ab, und einer davon betrifft die Vertragslaufzeit.

Diese Seite fasst zusammen, was in der Hilfe und in den Geschäftsbedingungen des Anbieters steht, damit du vor dem Hochladen weisst, worauf du dich einlässt.

Welche Marke wofür steht

Auch hier verteilt sich ein Unternehmen auf mehrere Auftritte. Der Verkaufskanal für Studienarbeiten ist diplom.de, das nach eigenen Angaben seit 1996 Abschlussarbeiten vermarktet. Daneben stehen der Diplomica Verlag als Fachverlag, disserta für Dissertationen, Bachelor und Master Publishing sowie Anchor Academic Publishing, das 2013 als Imprint für Abschlussarbeiten dazukam, dazu fabula. Wer zwischen diesen Namen vergleicht, vergleicht dieselbe Firma.

Wer angenommen wird

Hier liegt der erste grosse Unterschied zum Wettbewerb. Angenommen werden laut Anbieterangabe Bachelor-, Master-, Diplom-, Magister- und Staatsexamensarbeiten, die nicht älter als drei Jahre sind und eine gute Note erhalten haben. Hausarbeiten, Essays und Referate fallen damit heraus.

Bei GRIN gibt es diese Schwelle nicht, dort lässt sich auch eine Seminararbeit aus dem zweiten Semester veröffentlichen. Für dich heisst das: Wenn deine Arbeit die Kriterien erfüllt, ist die Aufnahme ein etwas stärkeres Signal, weil nicht jeder Text durchgeht. Eine fachliche Begutachtung ist es trotzdem nicht.

Diplomica Verlag Erfahrungen
Diplomica Verlag Erfahrungen im Überblick.

Das Honorar

Beim Verkauf über den eigenen Shop nennen die Bedingungen 40 Prozent des Nettoverlagserlöses, beim Verkauf über Handelspartner wie den Buchhandel oder grosse Plattformen 10 Prozent. Abgerechnet wird mindestens zum 31. Dezember eines Jahres, und zwar innerhalb von drei Monaten nach dem Stichtag. Ausgezahlt wird erst ab einem Guthaben von 25 Euro, bei Konten ausserhalb Deutschlands ab 50 Euro.

Der Direktsatz liegt damit ähnlich wie bei GRIN, der Satz über Fremdhändler etwas niedriger. Wichtiger als die Prozentzahl ist auch hier die Bezugsgrösse: Gerechnet wird vom Erlös des Verlags, nicht vom Preis, den die Käuferin zahlt. Die vollständige Rechnung steht unter Geld verdienen mit der Abschlussarbeit.

Der Vertrag, und hier wird es ernst

Das ist der Punkt, an dem sich die beiden Anbieter am deutlichsten unterscheiden. Die Rechteeinräumung ist ausschliesslich und umfasst neben E-Book und Druck auch Übersetzungen und Bearbeitungen. Der Verlag darf diese Rechte zudem an Dritte weitergeben, ohne dich erneut zu fragen.

Entscheidend ist die Laufzeit. Der Vertrag läuft nach den Geschäftsbedingungen für die Dauer des Urheberrechtsschutzes am Werk. Eine ordentliche Kündigung nach einigen Jahren ist nicht vorgesehen, möglich bleibt die Kündigung aus wichtigem Grund per Einschreiben. Zum Vergleich: Bei GRIN endet der Vertrag frühestens nach fünf Jahren und ist danach mit drei Monaten Frist kündbar, siehe GRIN Erfahrungen.

Ein Widerrufsrecht von zwei Wochen nach Vertragsschluss gibt es, es erlischt jedoch, sobald der Verlag mit der Aufbereitung deines Werks begonnen hat. Praktisch heisst das: Der Zeitraum, in dem du die Entscheidung folgenlos zurücknehmen kannst, ist kurz und endet womöglich früher als gedacht. Was das für dich bedeutet, steht unter Nutzungsrechte bei der Veröffentlichung.

Was in den Bedingungen sonst noch steht

Drei Punkte, die beim schnellen Lesen untergehen. Erstens versicherst du, dass die Prüfungsordnung deiner Hochschule einer Veröffentlichung nicht entgegensteht. Diese Prüfung liegt bei dir, nicht beim Verlag, und sie betrifft vor allem Arbeiten mit Sperrvermerk aus einer Unternehmenskooperation.

Zweitens gelten Qualitätsrichtlinien des Anbieters, auf die der Vertrag verweist. Sie ersetzen keine inhaltliche Begutachtung, können aber dazu führen, dass eine eingereichte Arbeit nicht ins Programm kommt. Drittens darf der Verlag nach einer Vertragsbeendigung noch vorhandene Exemplare abverkaufen, bevor der Datenbestand gelöscht wird. Ein Rückzug wirkt also nicht sofort.

Diplomica Verlag Erfahrungen

Wird der Text bearbeitet?

Der Verlag behält sich ein Korrekturrecht für grammatische, orthografische und sonstige Fehler vor. Das ist etwas mehr, als der Wettbewerb zusagt, aber es ist ein Recht und keine Pflicht: Eine zugesicherte Durchsicht deines Textes ist es nicht, und eine inhaltliche Begutachtung findet ohnehin nicht statt. Verlass dich also nicht darauf, dass jemand deine Arbeit sprachlich in Ordnung bringt, siehe vor der Veröffentlichung prüfen lassen.

Wann sich der Weg lohnt

Er lohnt sich, wenn deine Abschlussarbeit gut bewertet wurde, ein klar abgegrenztes Fachthema behandelt und du sie ohne eigenen Aufwand als Buch mit ISBN sehen willst. Die etwas engeren Annahmebedingungen sorgen dafür, dass die Reihe im Schnitt homogener ist als ein offenes Portal. Wer sich als Fachautorin in einem Nischenthema sichtbar machen möchte, bekommt hier ein brauchbares Ergebnis, ohne einen Euro zu zahlen.

Er lohnt sich nicht, wenn du dir die spätere Verwertung offenhalten willst. Genau das ist bei einer Bindung über die gesamte Schutzdauer nicht mehr möglich, und diese Entscheidung triffst du in einem Moment, in dem du die nächsten Jahre noch gar nicht überblicken kannst.

Diplomica oder GRIN?

Kurz gefasst: Erfüllt deine Arbeit die Kriterien und willst du sie ohnehin dauerhaft aus der Hand geben, sind die Konditionen vergleichbar. Legst du Wert darauf, den Text irgendwann zurückholen zu können, ist die Fünfjahresregelung des Wettbewerbers die mildere Bindung. Willst du eine Hausarbeit oder ein Essay veröffentlichen, kommt hier ohnehin nur der Wettbewerber infrage.

Und wenn du eine wissenschaftliche Laufbahn planst, ist beides nicht die erste Wahl. Dann führt der Weg über den Publikationsserver der Hochschule oder über eine Fachzeitschrift. Alle Wege nebeneinander stehen im Plattformvergleich.

Alle Angaben stammen aus den öffentlich einsehbaren Geschäftsbedingungen und Hilfeseiten des Anbieters, geprüft am 6. August 2026. Verbindlich ist immer die Fassung, die dir beim Hochladen vorgelegt wird.

Ein Korrekturrecht des Verlags ist keine Zusage. Lass deine Arbeit prüfen, bevor sie unter deinem Namen in den Handel geht.

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Häufig gestellte Fragen

Ist der Diplomica Verlag seriös?

Es handelt sich um ein seit den Neunzigerjahren tätiges Hamburger Unternehmen mit regulären Geschäftsbedingungen, Widerrufsrecht und festen Abrechnungsterminen. Kritisch zu sehen ist nicht die Seriosität, sondern die Vertragsbindung: Sie läuft für die Dauer des Urheberrechtsschutzes und sieht keine ordentliche Kündigung vor.

Was kostet die Veröffentlichung?

Für dich nichts. Die Veröffentlichung als E-Book und Paperback ist kostenfrei, verdient wird über den Verkauf. Ausgezahlt wird dein Anteil erst ab einem Guthaben von 25 Euro, bei ausländischen Konten ab 50 Euro.

Wird jede Arbeit angenommen?

Nein. Verlangt werden eine gute Note und ein Alter von höchstens drei Jahren, angenommen werden Abschlussarbeiten von der Bachelorarbeit bis zur Staatsexamensarbeit. Hausarbeiten und Essays gehören nicht dazu.

Komme ich aus dem Vertrag wieder heraus?

Nur eingeschränkt. Es gibt zwei Wochen Widerrufsrecht, das aber erlischt, sobald der Verlag mit der Aufbereitung begonnen hat. Danach bleibt die Kündigung aus wichtigem Grund. Eine ordentliche Kündigung nach Ablauf einer Mindestlaufzeit ist nicht vorgesehen.

Gehören diplom.de und Anchor Academic Publishing zusammen?

Ja. diplom.de, Diplomica Verlag, disserta, Bachelor und Master Publishing, Anchor Academic Publishing und fabula gehören zur selben Hamburger Gruppe. Ein Vergleich zwischen diesen Marken vergleicht dasselbe Unternehmen.

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