GRIN Erfahrungen: Ablauf, Honorar, Vertrag und Kritik
GRIN Erfahrungen: Ablauf, Honorar und Kritikpunkte
GRIN ist ein Anbieter, über den Studienarbeiten zu veröffentlichen sind. Wer nach Erfahrungen sucht, findet Foreneinträge, Bewertungsportale und die Selbstdarstellung des Anbieters. Diese Seite ordnet wiederkehrende Kritik aus öffentlich auffindbaren Erfahrungen ein und ergänzt sie um Angaben aus Autorenvertrag und Honorartabelle.
GRIN nennt grin.com, hausarbeiten.de, diplomarbeiten24.de und unterweisungen.de als eigene Websites. Für einen Vergleich kommen je nach Ziel ein Publikationsserver der Hochschule, eine Fachzeitschrift oder ein anderer Verlag infrage.
So läuft die Veröffentlichung ab
Du registrierst dich, lädst die Arbeit hoch und wählst eine Vertragsoption. GRIN empfiehlt die Originaldatei, etwa aus Word oder LibreOffice; PDF wird ebenfalls akzeptiert, kann die Auslieferung in einzelne E-Book-Kanäle aber einschränken. Laut Vertrag wird das Werk als E-Book veröffentlicht; eine Printausgabe kann hinzukommen, wenn der Verlag sie für wirtschaftlich sinnvoll hält. Die Standardveröffentlichung ist laut Vertrag kostenfrei.
Was du bekommst
- Kostenlose Bereitstellung inkl. ISBN-Zuteilung und Lieferung gesetzlicher Pflichtexemplare
- Vertrieb über die eigenen Portale sowie über Amazon, Apple Books und Google Play
- Bis zu 25 Prozent des Inhalts als kostenlose Leseprobe zur Bewerbung
- Anonyme Erscheinung oder Nutzung eines Decknamens nach Belieben
- Je nach Vertragsoption Beteiligung an Verkaufserlösen, ein Einmalhonorar oder Open Access
Was nicht dabei ist: kostenlose Autorenexemplare. Eigene Exemplare kannst du zwar vergünstigt beziehen, geschenkt bekommst du keines.

Leistungen, die du nicht bekommst
Ein Lektorat oder eine fachliche Begutachtung ist nicht als Standardleistung zugesagt. GRIN erklärt, Texte grundsätzlich in der hochgeladenen Fassung zu veröffentlichen und nur kleinere Anpassungen vorzunehmen. Ein Peer Review wie bei einer Fachzeitschrift ist damit nicht verbunden; eine Veröffentlichung belegt keine wissenschaftliche Qualität.
Daraus folgen zwei Dinge. Erstens solltest du den Text vor der Veröffentlichung prüfen lassen, weil die publizierte Fassung bei einer Veröffentlichung unter deinem Klarnamen langfristig öffentlich auffindbar bleiben kann. Zweitens erklärt es, warum solche Texte in der Wissenschaft zurückhaltend behandelt werden, siehe dazu GRIN zitieren und Zitierfähigkeit.
Das Honorar
Nach der aktuellen Honorartabelle erhalten Autor:innen bei E-Books über die eigenen Portale 30 Prozent Basishonorar und mit Boni bis zu 40 Prozent, über weitere Distributoren 15 Prozent. Bei Buchverkäufen nennt die Tabelle über die eigenen Portale 15 Prozent Basis und mit Boni bis zu 20 Prozent, über Books on Demand oder den Großhandel 15 Prozent und über Amazon Marketplace 10 Prozent. Maßgeblich ist der Verlagsabgabepreis. Das Einmalhonorar beträgt für geeignete Texte ab 50 Seiten zehn Euro. Laut Vertrag werden 50 Euro nur mit Buchhonoraren verrechnet, nicht mit E-Book-Honoraren. Die Details stehen unter Geld verdienen mit der Abschlussarbeit.
Der Vertrag: exklusiv und langfristig
Der Vertrag räumt dem Verlag weitreichende ausschließliche Nutzungsrechte ein, unter anderem für E-Book, Druck, Datenbanken, Übersetzungen und weitere Verwertungsformen. GRIN kann das Werk damit in diesen Formen nutzen und Rechte an Dritte weitergeben. Laut FAQ können Texte zugleich über Bibliotheks- oder Hochschulserver als Open Access verbreitet werden, nicht jedoch gleichzeitig bei einem anderen Verlag. Das Urheberrecht selbst bleibt bei dir; es ist nach deutschem Recht grundsätzlich nicht übertragbar.
Nach dem veröffentlichten Vertrag kannst du innerhalb von zwei Wochen nach Vertragsschluss in Textform widerrufen. Das Widerrufsrecht erlischt jedoch, wenn GRIN bereits mit der Konvertierung, der Druckvorbereitung oder einer anderen Nutzung begonnen hat. Danach endet der Vertrag frühestens nach fünf Jahren und verlängert sich jeweils um weitere fünf Jahre, sofern du nicht drei Monate vor Ablauf kündigst. Der Vertrag verlangt dafür Einwurf-Einschreiben; die aktuelle FAQ nennt zusätzlich eine textbezogene Kündigung per E-Mail. Beim Einmalhonorar ist eine ordentliche Kündigung nach dem Vertrag ausgeschlossen. Nach einer Kündigung darf der Verlag bereits produzierte Exemplare noch zwölf Monate abverkaufen. Was das praktisch bedeutet, steht unter Nutzungsrechte bei der Veröffentlichung.

Die Kritikpunkte, die immer wiederkehren
Die folgenden wiederkehrenden Kritikpunkte stammen aus öffentlich auffindbaren Foreneinträgen und Bewertungen; sie sind keine systematische Auswertung. Genannt werden die Qualitätsstreuung ohne fachliche Begutachtung, als unklar empfundene Honorarerwartungen, die exklusive Rechteeinräumung und die langfristige öffentliche Sichtbarkeit bei Veröffentlichung unter Klarnamen. Ob und wie häufig diese Erfahrungen auftreten, lässt sich daraus nicht ableiten. Prüfe zusätzlich die weitreichende Rechteeinräumung, die Mindestlaufzeit, die Bedingungen für eine Kündigung und die Honorartabelle. Ob diese Bedingungen für dich passen, hängt von deinem Veröffentlichungsziel und von den Regeln deiner Hochschule ab.
GRIN gibt an, seit 1998 akademische Texte zu veröffentlichen; die veröffentlichte Vertragsfassung nennt eine Anschrift in München. Daraus folgt keine allgemeine Bewertung einzelner Erfahrungen. Entscheidend sind der Vertrag und die Honorartabelle, die bei deinem Vertragsschluss gelten.
Themen, die du vor dem Hochladen klären solltest
Triff die Entscheidung beim Upload erst, nachdem du die Regeln deiner Hochschule geprüft hast. Nach der GRIN-FAQ können Texte auch parallel über Bibliotheks- oder Hochschulserver als Open Access verbreitet werden; kläre trotzdem mit Fachbereich und Prüfungsordnung, ob dies für deine Arbeit zulässig ist. Prüfe außerdem Sperrvermerke aus Unternehmenskooperationen. Für fremde Bilder brauchst du eine passende Nutzungserlaubnis oder eine gesetzliche Ausnahme.
Entscheide bewusst zwischen den Vertragsoptionen. Das Einmalhonorar kann laut Vertrag nur beim Hochladen gewählt werden. Lies die Fassung des Vertrags, die dir beim Hochladen angezeigt wird: Sie gilt, nicht eine Zusammenfassung in einem Ratgeber.
Andere Anbieter vergleichen
Vergleiche nicht nur die Portale eines Anbieters, sondern mehrere Veröffentlichungswege. Neben Verlagen können ein Publikationsserver der Hochschule oder eine Fachzeitschrift passend sein. Vergleiche dabei Rechte, Laufzeit, Kosten, Begutachtung und Vertrieb anhand der jeweils aktuellen Bedingungen.
Annahmebedingungen, Vertragslaufzeiten und Kündigungsregeln unterscheiden sich je nach Anbieter und Vertragsfassung. Prüfe diese Punkte für jeden Veröffentlichungsweg unmittelbar vor dem Upload. Die Einzelheiten stehen unter Diplomica Verlag Erfahrungen. Eine dritte Gruppe, die per Kalt-Mail auf Absolventen zugeht, ordnet der Plattformvergleich ein.
Für wen der Weg passt
Der Weg kann passen, wenn du eine abgeschlossene Arbeit veröffentlichen und die Vertragsbindung akzeptieren möchtest. Wenn dir eine Zweitveröffentlichung, eine fachliche Begutachtung oder institutionelle Vorgaben wichtig sind, prüfe einen Publikationsserver deiner Hochschule oder eine Fachzeitschrift als Alternative. Die Gegenüberstellung steht unter GRIN oder Publikationsserver und im Vergleich der Plattformen.
Vertrags- und Honorarkonditionen können sich ändern. Maßgeblich sind der Vertrag und die Honorartabelle, die bei deinem Vertragsschluss gelten und dir beim Hochladen vorgelegt werden.