Wie stellst du dein Projekt im Doktorandenkolloquium vor?
Projektvortrag planen: So bereitest du dich vor
Im Doktorandenkolloquium erhältst du Feedback zum laufenden Projekt, und die Vorgaben dafür unterscheiden sich je Einrichtung. Kläre deshalb zuerst, welche Zeitvorgabe für dein Kolloquium gilt, bevor du Vortrag und Fragen aufbaust und das Feedback anschließend nutzt.
Ablauf und Zeit im Doktorandenkolloquium
Das Doktorandenkolloquium gibt dir Feedback zum laufenden Projekt, und die Vorgaben dafür unterscheiden sich je Einrichtung. Um den Vortrag sinnvoll vorbereiten zu können, kläre deshalb zuerst, welche Zeitvorgabe für dein Kolloquium gilt. Ein Blick auf drei Beispiele zeigt, wie weit die Rahmen auseinanderliegen, und genau dieser Unterschied ist der Anlass, die Zeitangabe deines eigenen Kolloquiums zu prüfen.
Das Promotionszentrum DigiTech nennt in seinem Konzept für den Vortrag 20 Minuten, dazu kommen 20 Minuten Diskussion. Das Konzept ist an eine verkürzte Verteidigung angelehnt und sieht ein Feedbackgespräch vor. Die Doktoratsschule Fachdidaktik der Universität Graz nennt für den Vortrag etwa 15 Minuten und für die Feedback- und Diskussionsrunde 15 bis 20 Minuten. Der Call for Papers der DGPuK-Fachgruppe Medienpädagogik zum Doktorand*innenkolloquium 2025 sieht dagegen einen 10-minütigen Vortrag vor, dazu zwei Responses.
Vorsichtig gesagt sind die Zeiten je Einrichtung verschieden, und die Vorgabe deines eigenen Kolloquiums zählt. Die drei Angaben stammen aus den jeweiligen Konzepten und sind nur für diese Quellen belegt. Kläre deshalb mit der betreuenden Person, welche Zeit für dich vorgesehen ist. Ein erfundenes Beispiel: Angenommen, deine Runde sieht 12 Minuten Vortrag und anschließend eine kurze Diskussion vor. Dann richtest du deinen Aufbau an genau diesen 12 Minuten aus und nicht an einer Zeit aus einer fremden Ordnung.
Du kannst Zeit für Vortrag und Diskussion zuerst festlegen, bevor du Gliederung und Folien planst. So lässt sich prüfen, wie viel Raum für die Forschungsfrage, den Projektstand und die offenen Punkte bleibt. Im DigiTech-Konzept ist die Diskussion mit 20 Minuten eigens ausgewiesen; in deiner Planung kannst du sie ebenfalls als eigenen Block führen.

Vortrag aufbauen: Frage, Stand und offene Punkte
Die Doktoratsschule Graz empfiehlt, auf der letzten Folie zwei bis drei Fragen für die Diskussion zu nennen. Du planst diese Fragen deshalb schon beim Aufbau, nicht erst am Ende. Wenn du sie früh festlegst, kannst du prüfen, ob Teile deines Projekts mehr Raum brauchen.
Die Frage steht am Anfang, denn du solltest die Forschungsfrage in der Präsentation erklären, damit alle dein Ziel kennen. Eine mögliche Gliederung mit fünf Schritten ist:
- Forschungsfrage nennen und kurz begründen, warum sie für dein Feld relevant ist.
- Stand des Projekts zeigen, also was bereits erhoben, gelesen oder ausgewertet ist.
- Offene Punkte benennen, die du im Kolloquium klären willst.
- Fragen an das Publikum stellen, passend zu den Folien am Ende.
- Zeit prüfen, indem du den Vortrag laut mit einer Uhr durchgehst.
Wer die Zeit knapp hat, kann im Zweifel die Redezeit auf zehn Minuten kürzen, wie es der DGPuK-Aufruf für sein Kolloquium vorsieht; für dein Kolloquium gilt das nicht automatisch. Du prüfst dann, welche Schritte zur Forschungsfrage und zum Projektstand gehören und welche Nebenpfade du weglässt.
Frei sprechen hilft, wenn du einen wissenschaftlichen Vortrag halten willst, denn dann bleibst du am Publikum und liest nicht ab. Notiere dir pro Folie Stichworte und prüfe in einer Probe vor der betreuenden Person, ob das für dich passt. Achte beim Aufbau außerdem darauf, dass die Folien zum jeweiligen Gliederungspunkt passen; ob deine Einrichtung feste Vorgaben zur Folienzahl macht, klärst du vorab mit der betreuenden Person.
Feedback einholen und die Diskussion lenken
Die GDCP beschreibt ihr Format nicht als klassische Vortragstagung, ihr Ziel ist vielmehr, den Promovierenden zu helfen. Der Leitfaden für Moderierende auf Doktorandentagungen der GDCP gilt für diese Tagung und nicht für jedes Doktorandenkolloquium. Darin steht, dass in der ersten Hälfte der Diskussion zuhörende Doktorandinnen und Doktoranden Vorrang haben, Hochschullehrende nicht zu früh einbezogen werden sollen und sich eine kurze Murmelphase nach dem Vortrag bewährt hat. Die Moderation versteht sich dort als Anwalt der Vortragenden.
Der Call for Papers der DGPuK-Fachgruppe Medienpädagogik zu ihrem Doktorand*innenkolloquium sieht einen Vortrag von zehn Minuten und zwei Rückmeldungen vor: eine Peer Response von einer anderen Promovierenden oder einem anderen Promovierenden sowie eine Expert Response von einer erfahrenen Forscherin oder einem erfahrenen Forscher. Die Expert Response soll nicht aus der eigenen Betreuung stammen. Eingereicht wird ein Abstract von höchstens zwei Seiten, dem du Fragen beifügst, zu denen du Rückmeldung wünschst.
Im DigiTech-Konzept des Promotionszentrums sind je ein Expert- und ein Peer-Review vorgesehen. Betreuende und Zweitbetreuende dürfen dort nicht als Reviewer wirken. Für dein Kolloquium klärst du bei deiner Einrichtung, ob diese Regeln gelten.
Eine schriftliche Grundlage hilft, offene Fragen zu bündeln: Du legst ein kurzes Exposé der Dissertation vor und nennst darin die Fragen, bei denen du Rückmeldung brauchst. Ob du diesen Weg wählst, besprichst du mit deiner betreuenden Person, bevor du etwas einreichst.
Die Doktoratsschule Fachdidaktik der Universität Graz nennt für den Vortrag etwa 15 Minuten und für die Feedback- und Diskussionsrunde 15 bis 20 Minuten. Diese Zeiten gelten dort und nicht automatisch für dein Kolloquium, deshalb prüfst du zuerst die Vorgabe deiner eigenen Einrichtung. Laut den Hinweisen der Doktoratsschule soll die letzte Folie zwei bis drei Fragen für die Diskussion enthalten. Die Zeiten aus Graz und die Responses aus der Fachgruppe sind Beispiele aus fremden Vorgaben und keine Maßstäbe für dein Kolloquium; maßgeblich ist, was deine Einrichtung festlegt, und das erfragst du bei deiner betreuenden Person.
Kläre vorab mit deiner betreuenden Person, welche Reviews oder Responses bei deinem Kolloquium vorgesehen sind und wer die Rückmeldung gibt. Notiere die Fragen, zu denen du Feedback wünschst, beispielsweise auf der letzten Folie, wie es die Hinweise der Doktoratsschule Graz vorsehen. Halte die Antworten schriftlich fest, damit du sie später den einzelnen Rückmeldungen zuordnen kannst.

Nachbereitung und Abgrenzung zur Verteidigung
Das DigiTech-Konzept des Promotionszentrums lehnt den Vortrag an eine verkürzte Verteidigung an und nennt ein persönliches Feedbackgespräch als eigenen Bestandteil neben dem Vortrag. Dieses Gespräch kannst du gezielt in deine Nachbereitung einplanen, sofern dein Kolloquium nach diesem Konzept abläuft. Auch andere Vorgaben setzen auf Rückmeldung: Die Doktoratsschule Fachdidaktik der Universität Graz plant für die Feedback- und Diskussionsrunde 15 bis 20 Minuten ein, der Leitfaden der GDCP möchte Doktorandinnen und Doktoranden helfen, und der Call der DGPuK-Fachgruppe Medienpädagogik beschreibt ein Kolloquium, in dem Promovierende ihr Vorhaben dem Fachpublikum vorstellen und Rückmeldungen erhalten. Die Vorgaben stellen das Kolloquium damit als Rückmeldung zum laufenden Vorhaben dar. Nach dem Kolloquium kannst du so vorgehen:
- Rückmeldungen sammeln und schriftlich festhalten, auch wenn sie dir widersprechen.
- Nach Themen ordnen, etwa Forschungsfrage, Methode und Zeitplan.
- Zeitplan anpassen und die nächsten Schritte mit Datum festlegen.
- Betreuende informieren, welche Punkte du übernimmst und welche du begründet verwirfst.
Schriftlich festgehaltene Rückmeldungen helfen dir, eine Frage aus der Diskussion einzeln einem Thema zuzuordnen, bevor du den Zeitplan änderst. Wenn du unsicher bist, welche Vorgaben für dein Kolloquium gelten, wendest du dich an deine betreuende Person und liest die Ordnung deiner Einrichtung. Maßgeblich bleibt dabei die Ordnung deiner eigenen Einrichtung, nicht die Vorgabe einer anderen Schule.
Das Kolloquium ist kein Abschluss, sondern ein Vortrag zum laufenden Vorhaben; den Unterschied zwischen Kolloquium und Disputation klärst du mit deiner betreuenden Person und anhand der Ordnung deiner Einrichtung.
Ein erfundenes Beispiel: Du notierst nach dem Kolloquium drei Hinweise zur Forschungsfrage und schiebst deshalb den Zeitplan für die nächste Überarbeitung nach hinten. Die betreuende Person erfährt davon, bevor du den neuen Plan festlegst.
Quellen und Stand
- THD Promotionszentrum DigiTech: Konzept Doktorandenkolloquium: www.haw-landshut.de (geprüft am 2026-10-06)
- GDCP: Hinweise für Moderator/innen (Doktorandenkolloquium): www.edu.sot.tum.de (geprüft am 2026-10-06)
- Uni Graz Doktoratsschule Fachdidaktik: Präsentationsmöglichkeiten: static.uni-graz.at (geprüft am 2026-10-06)
- DGPuK Fachgruppe Medienpädagogik: CfP Doktorand*innenkolloquium 2025: www.dgpuk.de (geprüft am 2026-10-06)