Ein Exposé für eine Dissertation klar entwickeln
Expose Dissertation
Ein Exposé macht deine geplante Dissertation übersichtlich: Du ordnest darin Frage, Ausgangslage, Ziel, Material, Vorgehen und erwartetes Ergebnis und bringst alles in einen Zusammenhang.
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Exposé: Gerüst mit Forschungsfrage und Zeitplan
Aufbau und Vorgehen beim Exposé zur Dissertation auf dieser Seite, mit Titelblock, Problemstellung und Forschungsfrage, dazu Methodik, Gliederung und Zeitplan als Tabelle, außerdem Literatur und Nummerierung der Kapitel.
Expose Dissertation: Worum es geht
Ein Exposé vor einer Dissertation zu schreiben heißt, das geplante Forschungsvorhaben schriftlich zu ordnen. Laut der Broschüre der Universität Osnabrück hält es einen ersten Rahmen für Inhalt und Zeit fest und begrenzt, was du in der Promotionszeit bearbeiten willst. Für deine Arbeit heißt das: Aus einer breiten Idee wird eine konkrete Frage, und aus der Frage ergibt sich ein Ergebnis, das du später überprüfen kannst.
Am Anfang steht die Ausgangssituation oder Problemstellung. Danach zeigst du, welches Ziel deine Dissertation verfolgt, also was du am Ende herausgefunden haben willst. Das Exposé ist damit keine lose Sammlung von Stichwörtern. Es hält fest, was du untersuchst, welches Problem den Ausgangspunkt bildet und woran du das geplante Ergebnis erkennst.
Beim wissenschaftlichen Schreiben gilt: Formuliere verständlich, aber behaupte nichts, was du nicht belegen kannst. Auch beim Hausarbeit schreiben oder beim Masterarbeit schreiben hilft es, die eigene Arbeitsfrage von einer Aussage über den Gegenstand zu trennen.
Wichtig ist, den Rahmen klar zu begrenzen. Die Osnabrücker Broschüre erklärt das Exposé im Zusammenhang mit einer Dissertation. Zu Zulassung, Hochschulvorgaben, Kosten, Fristen oder Berufsaussichten sagt sie nichts. Das klärst du in den offiziellen Unterlagen deiner Hochschule.
Eine einfache Merkformel: Problem beschreiben, Frage festlegen, Ziel benennen, Vorgehen bestimmen und das erwartete Ergebnis samt Grenzen dazuschreiben. Sie hilft dir bei der Orientierung, ersetzt aber keine fachliche Prüfung und kein Verfahren deiner Hochschule.

Bestandteile in nachvollziehbarer Reihenfolge
Der Aufbau beginnt mit der Frage. Beim Forschungsfrage formulieren entwickelst du aus der Problemstellung eine Frage, die deine Dissertation beantworten soll. Sie muss so gefasst sein, dass du daraus ein Ergebnis ableiten kannst. Ein bloßes Themenfeld reicht nicht. Prüfe, ob aus der Frage hervorgeht, was du untersuchst und welche Erkenntnis du anstrebst.
Als Zweites suchst du die offizielle Unterlage, aus der die Kriterien für dein Vorhaben hervorgehen, und hältst fest, was sie tatsächlich sagt. Hier dient die Broschüre der Universität Osnabrück (Dezernat 7) zum Verfassen eines wissenschaftlichen Exposés als Grundlage. Sie erklärt die Grundlagen des Exposés und seinen Einsatz bei einer Dissertation. Andere Anforderungen deiner Hochschule leitest du daraus nicht ab.
Danach ordnest du dein Material: Ausgangssituation, Problemstellung, bereits gelesene Fachquellen und alles, was du für die Untersuchung brauchst. Beim Thema Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit hilft die Frage, ob jeder Abschnitt einen erkennbaren Zweck für Frage, Ziel, Vorgehen oder Ergebnis hat. Fehlt etwas, notierst du es als offene Aufgabe, statt etwas zu vermuten.
Dann beschreibst du dein Vorgehen: Was passiert mit dem Material? Eine wissenschaftliche Argumentation wird nachvollziehbar, wenn die Verbindung zwischen Problem, Frage, Material, Untersuchungsschritt und Ergebnis ausdrücklich dasteht. Für die Methode kannst du prüfen, ob Methoden wissenschaftlicher Arbeiten oder qualitative und quantitative Forschung zu deinem Vorhaben passen. Behaupte keine Methode als passend, wenn du sie nicht begründen kannst.
Zuletzt kommt das erwartete Ergebnis. Die Broschüre empfiehlt, schon zu Beginn zu überlegen, was du am Ende herausfinden willst. Richte das Ergebnis deshalb an deiner Frage aus und formuliere es nicht so, als wäre es schon bewiesen. Ein allgemeiner Überblick ist noch kein Ergebnis. Prüfe es gegen die Kriterien aus deiner offiziellen Unterlage. Zum Schluss legst du die Grenzen fest: Was untersucht die Dissertation, und was bleibt bewusst außen vor?
Formale Hilfsmittel unterstützen dich, ersetzen aber nicht die inhaltliche Ordnung. Wer ein Literaturverzeichnis erstellen will, sammelt die Quellen, die er wirklich verwendet hat. Bei Quellenangaben richtig zitieren machst du Fundstellen nachvollziehbar. Welche der Zitierweisen gilt, klärst du vorab mit deiner Hochschule. Die deutsche Zitierweise und die Harvard-Zitierweise sind nicht automatisch vorgeschrieben.
Schritt für Schritt von der Idee zum Plan
- Ausgangssituation erfassen: Schreibe die Problemstellung in wenigen genauen Sätzen auf. So hast du eine klar abgegrenzte Beschreibung des Ausgangspunkts.
- Frage festlegen: Übersetze die Problemstellung in eine konkrete Frage. Sie zeigt, was du untersuchst und welche Erkenntnis du suchst.
- Offizielle Unterlage auswerten: Lies sie vollständig und achte auf Definition, Zweck, Zielgruppe und Grenzen. Danach hast du eine Liste der Kriterien, die wirklich dort stehen.
- Material ordnen: Sortiere Quellen, Daten, Begriffe und Vorüberlegungen danach, wozu sie für deine Frage dienen. So siehst du auch, was noch fehlt.
- Vorgehen beschreiben: Lege fest, wie du das Material auf deine Frage anwendest. So ist die Verbindung zwischen Ausgangspunkt, Material und Bearbeitung klar.
- Ziel formulieren: Beschreibe, was nach der Dissertation herausgefunden sein soll, und bleibe dabei im Rahmen dessen, was du belegen kannst.
- Ergebnis und Grenze gegenüberstellen: Formuliere das erwartete Ergebnis und nenne ausdrücklich, welche Fragen du nicht beantwortest.
- Nachvollziehbarkeit prüfen: Lies die Abfolge vom Problem bis zum Ziel durch. Jeder Abschnitt sollte auf deine Frage zurückverweisen.
- Formales kontrollieren: Prüfe Belege, Verzeichnisse und Zitierweise anhand der offiziellen Unterlagen deiner Hochschule.
Das Vorgehen ähnelt der Vorbereitung einer Gliederung einer Hausarbeit, auch wenn ein Exposé keine Hausarbeit ist. Die Logik bleibt gleich: erst den Gegenstand klären, dann Material und Bearbeitung ordnen, zuletzt Ergebnis und Grenze prüfen. Beim Plagiat vermeiden kontrollierst du zusätzlich, ob übernommene Gedanken und Formulierungen sauber belegt sind.
Kurzes Beispiel für die eigene Anwendung
Eine Person plant eine Dissertation zur Frage, wie drei Tagebucheinträge aus dem Jahr 1920 das Verhältnis von Arbeit und Freizeit beschreiben. Als Ausgangssituation hält sie fest, dass die Einträge bisher nur als einzelne Texte vorliegen. Ihre Frage lautet: Welche Unterschiede zeigen sich in den drei Einträgen bei der Beschreibung von Arbeit und Freizeit? Damit sind Gegenstand, Material und Blickrichtung benannt.
Als Grundlage liest die Person die Broschüre der Universität Osnabrück zum wissenschaftlichen Exposé. Sie hält fest, dass ein Exposé das Vorhaben inhaltlich und zeitlich rahmen, die Ausgangssituation beschreiben und das Ziel sichtbar machen kann. Eine Zulassungsvoraussetzung oder eine verbindliche Vorgabe für ihre eigene Hochschule leitet sie daraus nicht ab.
Sie ordnet ihr Material in drei Gruppen: die drei Tagebucheinträge, Notizen zur Problemstellung und die bereits gelesenen Fachquellen. Als Vorgehen vergleicht sie in jedem Eintrag die Stellen, an denen Arbeit oder Freizeit beschrieben werden, und notiert die Unterschiede. Das erwartete Ergebnis ist eine begründete Übersicht dieser Unterschiede, nicht schon eine nachgewiesene Erkenntnis.
Die Grenze legt sie ausdrücklich fest: Das Vorhaben untersucht nur diese drei Einträge aus dem Jahr 1920. Es sagt nichts darüber, wie Arbeit und Freizeit in allen Tagebüchern oder in anderen Zeiträumen beschrieben werden. Für den formalen Teil schaut sie in die offiziellen Unterlagen ihrer Hochschule.

Inhalt und Form getrennt prüfen
Die inhaltliche Prüfung beginnt mit der Frage. Steht die Problemstellung als konkrete Frage da, und lässt sich daraus ein überprüfbares Ergebnis ableiten? Danach prüfst du die Grundlage: Ist klar, welche offizielle Unterlage du ausgewertet hast, und bleibst du bei dem, was sie wirklich sagt?
- Frage: Ist der Gegenstand benannt, ohne das Thema unnötig auszuweiten?
- Grundlage: Trägt die verwendete Unterlage die jeweilige Aussage unmittelbar?
- Kriterien: Sind nur Anforderungen aufgenommen, die aus offiziellen Unterlagen hervorgehen?
- Material: Sind Quellen, Daten und offene Punkte geordnet?
- Vorgehen: Ist erklärt, wie das Material im Hinblick auf die Frage bearbeitet wird?
- Ergebnis: Ist klar, was nach Abschluss der Arbeit herausgefunden werden soll, ohne das Ergebnis vorwegzunehmen?
- Nachvollziehbarkeit: Führt die Verbindung vom Problem über die Frage und das Material bis zum Ziel?
- Grenze: Ist sichtbar, was das Exposé und die geplante Dissertation nicht beantworten?
Die inhaltliche Prüfung betrifft Frage, Gegenstand, Material, Vorgehen, Ergebnis und Grenze. Die formale Prüfung betrifft die Gestaltung der Nachweise und Verzeichnisse: Beim Literaturverzeichnis erstellen sind alle verwendeten Quellen erfasst, und beim Quellenangaben richtig zitieren sind die Fundstellen nachvollziehbar. Die Zitierweise prüfst du anhand der maßgeblichen Unterlagen deiner Hochschule. Eine Suche nach einer passenden Harvard-Zitierweise ersetzt das nicht.
Zum Schluss hältst du jede Tatsachenaussage gegen deine Unterlage. Findest du keinen Beleg, streichst du den Satz oder machst daraus eine konkrete Prüfaufgabe. So bleibt dein Text beim Exposé im Zusammenhang mit einer Dissertation.
Quellen und Stand
- Universität Osnabrück, Dezernat 7, Wie schreibe ich ein wissenschaftliches Exposé?: www.uni-osnabrueck.de (geprüft am 2026-08-30)
Das Thema „Ein Exposé für eine Dissertation klar entwickeln“ wird hier als Gesamtzusammenhang aufgegriffen.