Der oder das Radler: Die Regel

Radfahrer oder Biermischgetränk: Welcher Artikel stimmt?

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Bei der oder das Radler sind beide Formen richtig, weil sie zwei unterschiedliche Bedeutungen haben. Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, heißt in ganz Deutschland der Radler, das ist unstrittig. Beim Biermischgetränk aus Bier und Limonade schwankt der Artikel dagegen je nach Region: Bundesweit sagt man meist der Radler, in Bayern und Österreich dagegen das Radler, und beides gilt laut Duden als korrekt. Wer beim Schreiben sicher gehen möchte, achtet daher auf Bedeutung und Sprachraum und nicht nur auf das Sprachgefühl.

Kurze Antwort: Was ist richtig?

Beide Formen sind richtig, aber nicht austauschbar. Die Frage der oder das Radler lässt sich nur beantworten, wenn man weiß, welche Bedeutung gemeint ist. Für den Menschen, der Rad fährt, gilt bundesweit ausschließlich der Radler, männlich, ohne Ausnahme. Für das Getränk aus Bier und Limonade ist der Radler ebenfalls die Standardform, doch in Bayern und Österreich ist stattdessen das Radler üblich und laut Duden gleichwertig korrekt.

Wer für ein bundesweites Publikum schreibt, ist mit der Radler immer auf der sicheren Seite. Wer bewusst bayerisch oder österreichisch formuliert, darf getrost das Radler verwenden, ohne einen Fehler zu machen.

Der oder das Radler: Artikel für Radfahrer und Biermischgetränk
der oder das Radler im Überblick.

Regel und Herkunft: Zwei Wörter, ein Klang

Sprachlich handelt es sich um zwei getrennte Wörter, die zufällig gleich klingen. Der Radler im Sinn von Radfahrer ist eine ganz reguläre Ableitung von Rad mit der Endung ler, wie auch bei Wandler oder Sammler, und folgt dem männlichen Genus dieser Berufs- und Täterbezeichnungen. Das Getränk wurde dagegen erst im frühen 20. Jahrhundert benannt, der Legende nach zu Ehren durstiger Radfahrer, die auf ihren Touren ein leichteres, mit Limonade gestrecktes Bier bekamen.

Weil das Getränk seinen Namen vom Radfahrer übernommen hat, blieb in weiten Teilen des deutschen Sprachraums der männliche Artikel erhalten. In Bayern und Österreich setzte sich dagegen im allgemeinen Sprachgebrauch die sächliche Form das Radler durch, vermutlich in Anlehnung an das Getränk selbst statt an die Person. Beide Entwicklungen sind heute im Duden als korrekt verzeichnet.

Beispielsätze für beide Formen

Im Alltag zeigt sich der Unterschied am besten in Sätzen. Für den Radfahrer heißt es immer maskulin, für das Getränk kommt es auf die Region an:

  • Der Radler überholte uns mühelos am Berg. (Person)
  • Nach der Tour bestellte er sich einen Radler. (bundesweit übliches Getränk)
  • In München fragt der Kellner: „Möchten Sie ein Radler?“ (bayrisch, Getränk)
  • Norddeutsche sagen eher: „Ich hätte gern einen Radler.“ (Getränk, norddeutsch)

An diesen Beispielen wird deutlich, dass der Artikel des Getränks vom Sprachraum abhängt, während der Radfahrer immer männlich bleibt. Auch auf Speise- und Getränkekarten stehen deshalb je nach Region unterschiedliche Formulierungen, ohne dass eine davon grundsätzlich falsch wäre.

Häufige Fehler bei der oder das Radler

Der klassische Fehler ist, eine der beiden Formen für grundsätzlich falsch zu halten, obwohl beide im Duden stehen. Ebenso häufig ist die Verwechslung der Bedeutungen: Wer vom Getränk spricht, aber unbedingt der Radler sagen will, weil er den Radfahrer im Kopf hat, macht sprachlich nichts falsch, sollte aber wissen, dass in Bayern und Österreich das Radler genauso korrekt und sogar gebräuchlicher ist. Ein weiterer Fehler entsteht, wenn Schreibende den Artikel mitten in einem Text wechseln, etwa erst der Radler und im nächsten Satz das Radler verwenden, ohne dass ein Bedeutungswechsel vorliegt.

Uneinheitlichkeit wirkt in Texten unprofessionell. Wer für ein überregionales Publikum schreibt, sollte sich daher für eine Variante entscheiden und konsequent dabei bleiben, am besten für die bundesweit verständlichere Form der Radler. Allgemeine Hinweise zu Artikeln und Genus liefern unsere Rechtschreibregeln.

Der oder das Radler: korrekte Artikel regional verwenden

Merksatz: So behalten Sie den Artikel

Eine einfache Eselsbrücke hilft: Der Radler radelt, das ist immer männlich und ohne Ausnahme richtig. Beim Getränk gilt: Woher der Text kommt, entscheidet den Artikel. Schreiben Sie für ganz Deutschland oder wissen Sie es nicht genau, greifen Sie zu der Radler, das ist die sicherere und weiter verbreitete Wahl. Schreiben Sie ausdrücklich für Bayern oder Österreich oder geben Sie eine dort übliche Redewendung wieder, ist das Radler die passendere und ebenso richtige Form.

Kurz gesagt: Mensch auf dem Fahrrad, immer der. Getränk im Glas, meistens der, südlich der Donau oft das. Diese Faustregel deckt die allermeisten Alltagsfälle zuverlässig ab.

Fazit: Zwei Bedeutungen, zwei mögliche Artikel

Ob der oder das Radler richtig ist, hängt allein davon ab, was gemeint ist und wo der Text gelesen wird. Für den Radfahrer gibt es nur eine korrekte Form, den maskulinen Radler. Für das Biermischgetränk erlaubt der Duden zwei Formen: der Radler als bundesweit gängige Standardform und das Radler als regional übliche, ebenfalls korrekte Variante in Bayern und Österreich. Wer diese Unterscheidung kennt, formuliert in beiden Fällen sicher und muss keine der beiden Formen fürchten.

Bleiben in eigenen Texten dennoch Zweifel, hilft eine professionelle Korrekturlesen-Prüfung vor der Veröffentlichung, um Artikel, Rechtschreibung und Grammatik sicher zu klären.

Weitere sprachliche Zweifelsfälle: der oder das Soda, der oder das Wiki und alle Rechtschreibregeln.

Lassen Sie unsichere Formulierungen wie der oder das Radler vor der Veröffentlichung von einem professionellen Korrekturlesen prüfen und sichern Sie sich damit einen fehlerfreien Text.

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Häufige Fragen zu der oder das Radler

Heißt es der Radler oder das Radler?

Beides kann richtig sein, je nachdem, was gemeint ist. Der Radfahrer heißt bundesweit immer der Radler. Beim Biermischgetränk ist der Radler die bundesweit gängige Form, während in Bayern und Österreich stattdessen das Radler üblich und laut Duden ebenfalls korrekt ist.

Ist das Radler nur in Bayern richtig?

Nein, aber dort ist es besonders gebräuchlich. Auch in Österreich sagt man häufig das Radler. In den übrigen deutschsprachigen Regionen dominiert dagegen der Radler als Bezeichnung für das Getränk. Beide Formen gelten im Duden als standardsprachlich korrekt, sie unterscheiden sich nur regional in der Häufigkeit.

Welcher Artikel gilt für den Radfahrer?

Für den Menschen, der Rad fährt, gibt es nur eine richtige Form: der Radler, männlich. Das gilt unabhängig von Region oder Kontext und betrifft ausschließlich die Personenbezeichnung, nicht das gleichnamige Getränk aus Bier und Limonade, bei dem der Artikel je nach Sprachraum variieren kann.

Woher kommt der Name Radler für das Getränk?

Der Legende nach entstand das Getränk für durstige Radfahrer, die auf ihren Touren ein leichteres, mit Limonade gestrecktes Bier bekamen. So übertrug sich die Bezeichnung Radler vom Menschen auf das Getränk, wobei sich regional unterschiedliche Artikel entwickelten: bundesweit meist maskulin, in Bayern und Österreich oft sächlich.

Ist das Radler ein Fehler?

Nein, das Radler ist kein Fehler, sondern eine im Duden verzeichnete, regional übliche Form für das Getränk, besonders in Bayern und Österreich. Falsch wäre es nur, diese Form auf den Radfahrer selbst anzuwenden, denn dort gilt ausschließlich die maskuline Form der Radler.

Welche Form sollte ich in eigenen Texten verwenden?

Für ein bundesweites Publikum ist der Radler die sicherste Wahl, weil sie überall verstanden und akzeptiert wird. Richtet sich der Text ausdrücklich an Bayern oder Österreich oder gibt er dort übliche Sprache wieder, ist das Radler ebenso passend. Wichtig ist vor allem, die gewählte Form im gesamten Text konsequent beizubehalten.

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