Zum Schreiben: groß oder klein?
Zum schreiben groß oder klein: richtige Schreibweise
„Zum Schreiben“ schreibt man mit großem S. Maßgeblich ist, dass das Verb hier als substantivierter Infinitiv fungiert.
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Groß- und Kleinschreibung: Merkzettel
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Kurzantwort: „zum Schreiben“ ist korrekt
Für die Verbindung mit der Präposition „zum“ ist die Schreibweise zum Schreiben korrekt. Das S steht groß. Die Großschreibung ergibt sich daraus, dass „Schreiben“ hier als substantivierter Infinitiv verwendet wird. Ein mit einer Präposition verbundener substantivierter Infinitiv wird großgeschrieben. Duden nennt dafür unter anderem Beispiele wie „zum Davonlaufen“ und „zum Schlankwerden“.
Die kleingeschriebene Form zum schreiben ist in dieser Verwendung nicht korrekt. Der Bedeutungsunterschied liegt nicht zwischen zwei zulässigen Schreibweisen, sondern zwischen der belegten substantivierten Form und einer nicht passenden Kleinschreibung. Steht die Wortgruppe am Satzanfang, lautet sie Zum Schreiben: Das Z ist dann zusätzlich wegen des Satzanfangs groß, während das S wegen der Substantivierung großgeschrieben wird.
Wer die Rechtschreibung eines eigenen Satzes prüft, sollte deshalb zuerst die gesamte Verbindung betrachten: „zum“ ist die Verbindung aus „zu dem“, und das folgende „Schreiben“ bezeichnet die Tätigkeit als substantiviertes Verb. Für vertiefte Rechtschreibregeln hilft es, dieselbe grammatische Struktur auch bei verwandten Beispielen zu erkennen.
Hinweise für einen klaren Stil bietet der Bereich wissenschaftliches Schreiben.

Die Regel hinter der Großschreibung
Die Grundlage bildet „zum“ als Verschmelzung aus Präposition und Artikel. Ein mit einer Präposition verbundener substantivierter Infinitiv wird großgeschrieben. Duden nennt dafür Beispiele wie „zum Davonlaufen“ und „zum Schlankwerden“. Die Entscheidung richtet sich also nicht nach dem Klang, sondern nach der grammatischen Funktion im Satz.
In „zum Schreiben“ steht „Schreiben“ nicht als einfaches Verb mit einer gebeugten Personform. Die Wortgruppe benennt vielmehr die Tätigkeit. Dadurch wird der Infinitiv wie ein Substantiv gebraucht und mit großem Anfangsbuchstaben geschrieben. Die Regelanwendung lautet somit: Prüfe, ob nach „zum“ eine Tätigkeit als substantivierte Verbform bezeichnet wird. Ist das der Fall, steht der Anfangsbuchstabe groß.
Diese Prüfung gehört zur Groß- und Kleinschreibung, nicht zur Getrennt- und Zusammenschreibung. Auch die Kommasetzung entscheidet hier nicht über den Anfangsbuchstaben. Die Zeichensetzung kann im restlichen Satz separat geprüft werden, verändert aber die beschriebene Schreibweise nicht.
Die Großschreibung von „zum Schreiben“ beruht auf der substantivischen Verwendung des Infinitivs. Aus dem Lautbild oder einem allgemeinen Stilgefühl lässt sich keine andere Schreibweise ableiten. Bei anderen Satzstrukturen ist die grammatische Funktion des fraglichen Wortes erneut zu prüfen.
Drei Vergleichspaare im Satz
Die folgenden Paare zeigen den Unterschied zwischen dem Satzanfang und der eigentlichen Regel. Am Satzanfang schreibt man den ersten Buchstaben des Satzes groß. Unabhängig davon wird „Schreiben“ in der substantivierten Verbindung großgeschrieben.
| Vergleich | Einordnung |
|---|---|
| Ich nutze die Zeit zum Schreiben. | Korrekt: „Schreiben“ bezeichnet hier die Handlung als substantivierten Infinitiv. |
| Ich nutze die Zeit zum schreiben. | Falsch: In der belegten Verbindung wird der substantivierte Infinitiv großgeschrieben. |
| Zum Schreiben brauche ich Ruhe. | Korrekt: „Zum“ eröffnet den Satz, und „Schreiben“ bleibt wegen der Substantivierung groß. |
| Zum schreiben brauche ich Ruhe. | Falsch: Der Satzanfang begründet das große Z, deckt aber nicht die Kleinheit von „schreiben“ ab. |
| Sie setzt sich zum Schreiben an den Tisch. | Korrekt: Die Präposition-Artikel-Verbindung „zum“ steht vor der als Tätigkeit gebrauchten Form. |
| Sie setzt sich zum schreiben an den Tisch. | Falsch: Die Kleinschreibung stimmt nicht mit der substantivierten Funktion überein. |
Ein Satzanfang allein ist also kein Beleg für die Regel bei „Schreiben“. Wer Rechtschreibprogramme verwendet, sollte ein Prüfergebnis an der grammatischen Struktur des eigenen Satzes kontrollieren. Beim wissenschaftlichen Schreiben lässt sich dieselbe Prüfung sachlich und knapp auf die konkrete Wortgruppe anwenden.
Typische Verwechslungen vermeiden
Eine naheliegende Stolperfalle ist die Orientierung an der Aussprache. Sie trägt die Entscheidung hier nicht. „Zum Schreiben“ und „zum schreiben“ können ähnlich klingen, aber die Schreibung folgt der grammatischen Verwendung. Leite die Groß- oder Kleinschreibung deshalb nicht allein aus dem gesprochenen Satz ab.
Eine zweite Verwechslung betrifft den Satzanfang. In „Zum Schreiben“ ist das Z wegen der Position am Anfang groß. Das S wird aus einem anderen Grund großgeschrieben: „Schreiben“ ist in dieser Verbindung ein substantivierter Infinitiv. Wer nur auf den ersten Buchstaben schaut, vermischt zwei verschiedene Schreibregeln.
Eine dritte Stolperfalle ist die Annahme, „zum“ müsse das folgende Wort grundsätzlich kleinschreiben. Bei einem substantivierten Infinitiv nach „zum“ steht der Anfangsbuchstabe jedoch groß. Deshalb ist die grammatische Funktion des folgenden Ausdrucks zu prüfen. Feste Verbindungen wie „zum Schluss“ sind davon zu unterscheiden.
Auch die Aussprache allein liefert keinen Beleg für die Schreibung. Für die Unterscheidung von Wortbedeutungen und Abkürzungen gelten eigene Prüfungen; sie ersetzen nicht die Analyse der hier beschriebenen Wortgruppe. Artikel der, die und das, Pluralbildung und Synonyme können andere Sprachfragen klären. Für „zum Schreiben“ bleibt jedoch die substantivierte Verwendung entscheidend.

Schnellprüfung für den eigenen Satz
- Schreibweise prüfen: Steht die Wortgruppe als „zum Schreiben“ oder am Satzanfang als „Zum Schreiben“? Das S bleibt groß.
- Regel prüfen: Folgt auf „zum“ ein substantivierter Infinitiv? Dann schreibt man ihn groß.
- Beispielsatz prüfen: Lies den ganzen Satz, zum Beispiel: „Zum Schreiben brauche ich Ruhe.“ Vergleiche die Funktion mit „zum Kochen“ oder „zum Essen“ aus dem belegten Muster.
- Verwechslung prüfen: Wurde die Kleinschreibung nur aus der Aussprache, aus Gewohnheit oder aus dem Satzanfang abgeleitet? Dann ist diese Begründung für „zum Schreiben“ nicht tragfähig.
Für die weitere Textprüfung kannst du die passende Rechtschreibreform im zeitlichen Zusammenhang berücksichtigen, wenn du alte und neue Schreibweisen vergleichst. Bei konkreten Abkürzungen richtig schreiben gelten andere Fragen als bei einem substantivierten Infinitiv. Auch Textformen können unterschiedliche sprachliche Anforderungen haben, ändern aber nicht die hier geprüfte Schreibung.
Der anwendbare Kurzweg lautet: Erkenne „zum“, bestimme die Funktion von „Schreiben“, setze die Großschreibung ein und kontrolliere anschließend den vollständigen Satz auf den Satzanfang sowie die häufige Verwechslung mit „zum schreiben“.
Quellen und Stand
- groß, Schreibung, Definition, Bedeutung, Etymologie, Synonyme, Beispiele | DWDS: www.dwds.de (Stand: 2026-09-01)
- Groß, Wikipedia: de.wikipedia.org (Stand: 2026-09-01)
- zum ▶ Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft | Duden: www.duden.de (Stand: 2026-09-01)