Welche W-Fragen muss dein Text beantworten?
W-Fragen beantworten: So gehst du vor
W-Fragen helfen dir, im Text keine wichtige Angabe zu vergessen. Hier erfährst du, welche Fragen es gibt, in welcher Reihenfolge du sie beantwortest und wie ein erfundenes Beispiel aussieht.
Welche W-Fragen gibt es?
Wenn du in deinem Text nichts Wichtiges vergessen willst, helfen dir W-Fragen. Das sind kurze Fragewörter, mit denen du ein Geschehen, eine Nachricht oder den Inhalt eines Buches ordnest. Die Übersicht des Landesinstituts für Lehrerfortbildung Baden-Württemberg zum Bericht nennt sieben Fragen. Wann fand etwas statt? Wo geschah es? Was geschah? Wer war beteiligt? Wie lief es im Einzelnen ab? Warum geschah es? Welche Folgen oder Ergebnisse hat es? Die Fragen erklären je einen Teil des Geschehens, und die Übersicht stellt sie zum Bericht zusammen.
Mit Wann fragst du nach der Zeit, mit Wo nach dem Ort und mit Was nach dem Ereignis selbst. Wer klärt, welche Personen beteiligt waren. Wie zeigt den Ablauf, Warum den Grund und Welche Folgen das Ergebnis oder die Auswirkungen. Bei der Nachricht kommt eine weitere Frage dazu: Woher stammt die Information? Die Vorlage Die sieben Ws einer Nachricht der Schule des Hörens und Sehens nennt diese Frage ausdrücklich. Die Übersicht des Landesinstituts gilt für den Bericht und sagt nicht, dass jeder Text alle sieben Fragen beantworten muss. Du prüfst also, welche Angaben dein eigener Text braucht. Nach der Vorlage genügt in einer Meldung das Wesentliche, während ein Bericht zusätzlich Hintergründe erklärt.
Wer einen Vorfall aufschreibt, nutzt die W-Fragen als Hilfe, wenn er einen Bericht schreiben muss, und prüft, ob seine Antworten zu den Fragen im Text stehen. Ein erfundenes Beispiel zeigt, wie sich die Antworten auf einen Text verteilen. Die Frage, ob die Lehrkraft für die Aufgabe eine bestimmte Auswahl vorgibt, klärt man am besten mit ihr, denn Vorgaben von Schulen und Lehrkräften können abweichen.

In welcher Reihenfolge beantwortest du die W-Fragen?
Die Reihenfolge hängt von der Textsorte ab. Im Bericht gehst du in zeitlicher Reihenfolge vor, so genau wie möglich. Die Übersicht verlangt sachliche Sätze mit Tatsachen, ohne Vermutungen und Gefühle und ohne wörtliche Rede. Verbindungswörter wie zuerst, danach und schließlich zeigen dir den Weg durch das Geschehen. Bei der Nachricht ist es anders. Dort steht das Wichtigste am Anfang, und das Unwichtigste kommt zum Schluss. Die Vorlage der Schule des Hörens und Sehens ordnet also nach Wichtigkeit, nicht nach Uhrzeit.
Die Zeitform hängt von der Textsorte ab, im Bericht steht das Geschehen im Präteritum. Die Übersicht des Landesinstituts gibt diese Zeitform für den Hauptteil an. Zu einer Zeitform für die Nachricht steht in der Vorlage nichts, deshalb frage nach der Vorgabe deiner Lehrkraft.
- Kläre zuerst das Ereignis: Was ist genau passiert?
- Notiere die W-Fragen als Stichwörter auf einem Zettel.
- Sammle zu den Fragen die Antworten aus deinen Notizen.
- Ordne die Antworten nach der Textsorte: im Bericht nach der Zeit, bei der Nachricht nach Wichtigkeit.
- Schreibe zum Schluss einen Satz zum Einstieg, der Ereignis, Ort und Zeit nennt.
Hier ein erfundenes Beispiel, nur zur Veranschaulichung. Mara ist eine erfundene Figur, und die Lindenschule ist ebenfalls erfunden. Mara, die in der Klasse 6b Klassensprecherin ist, schreibt über ein erfundenes Sommerfest. Wer: Mara, die Klassen 5 bis 7 und einige Eltern waren daran beteiligt. Wo: auf dem Schulhof. Wann: am Freitagnachmittag. Was: ein Sommerfest. Wie: Zuerst bauten die Klassen ihre Spielstände auf, danach begann das Spiel, und Mara half am Stand. Warum: Das Fest sollte Geld für die Klassenkasse sammeln. Welche Folgen: Schließlich stand ein Betrag dafür fest. Die Antworten auf Wann, Wo, Was, Wer, Wie, Warum und Welche Folgen ergeben so einen kurzen Bericht mit sieben Angaben.
Wie nutzt du die W-Fragen je Textsorte?
Ein Bericht, eine Nachricht und eine Inhaltsangabe nutzen die W-Fragen unterschiedlich. Der Duden erklärt den Bericht als sachliche Wiedergabe eines Geschehens oder Sachverhalts. Du gibst also wieder, was passiert ist, und deutest es nicht. Bei der Nachricht kommt die Frage Woher stammt die Information dazu. Die Inhaltsangabe fragt dagegen nach dem Inhalt eines Textes. Der Hauptteil beantwortet W-Fragen zum Inhalt des Textes; die Kriterienliste nennt dafür das Präsens und nicht die Vergangenheit.
| Textsorte | Zeitform | Schwerpunkt der W-Fragen |
|---|---|---|
| Bericht | Vergangenheitsform im Hauptteil | Wann, Wo, Was, Wer, Wie, Warum und Welche Folgen |
| Nachricht | Zu einer Zeitform steht in der Vorlage nichts, frage bei deiner Lehrkraft nach | Was, wann, wer, wo, wie, warum und woher, das Wichtigste zuerst |
| Inhaltsangabe | Gegenwartsform | W-Fragen zum Inhalt des Textes |
Bei der Zusammenfassung eines Buches, der Aufgabe Inhaltsangabe schreiben, fragst du nach dem Inhalt und hältst den Text in der Gegenwart. Die Kriterienliste des Landesinstituts sagt dazu, der Hauptteil beantwortet W-Fragen zum Inhalt des Textes. Beim Bericht fragst du, was geschah. Bei der Inhaltsangabe fragst du, was im Text steht.
Die Kriterienliste verlangt bei der Inhaltsangabe nicht, dass alle sieben W-Fragen vorkommen. Lies deshalb vorher die Aufgabe genau und frage nach, falls deine Lehrkraft eigene Vorgaben macht. Dann prüfst du, welche Fragen zur Aufgabe passen und welche nicht, bevor du mit dem Schreiben beginnst.

Welche Fehler vermeidest du, und was hilft dir?
Zu den Stolpersteinen zählen Fehler, die du leicht übersiehst. Die folgenden Punkte sind Vorschläge, keine feste Regel: Eine W-Frage bleibt unbeantwortet, die Reihenfolge gerät durcheinander oder die Zeitform wechselt mitten im Text. Prüfe deinen Text am Ende eines Absatzes mit einem Blick auf die Fragen.
Das erste Beispiel ist erfunden: Ein Bericht über einen erfundenen Ausflug der Klasse 7c nennt Wann, Wo, Was, Wer, Wie und Welche Folgen, lässt aber Warum aus. Dann fehlt der Grund, und der Leser erfährt nicht, weshalb der Ausflug stattfand. Ob dir eine Frage fehlt, prüfst du, indem du die sieben Fragen einzeln neben deinen Text legst und die Stelle markierst, an der die Antwort steht.
Das zweite erfundene Beispiel betrifft die Reihenfolge. Eine Nachricht über einen erfundenen Wasserschaden an der erfundenen Lindenschule erzählt zuerst den ganzen Vormittag und nennt die Folgen erst am Ende. Bei der Nachricht steht das Wichtigste aber am Anfang, das Unwichtigste kommt zum Schluss. Das dritte erfundene Beispiel betrifft die Zeitform: Ein Bericht über eine erfundene Radtour sagt im ersten Absatz, dass die Gruppe am Samstag losfuhr, und im zweiten Absatz, dass sie am Fluss entlang fährt. Solche Wechsel prüfst du beim Durchlesen.
Wer die Zeitformen auffrischen will, prüft, ob die Zeitform zur Textsorte passt; bei der Inhaltsangabe nennt die Kriterienliste das Präsens. Wer unsicher bei der Zeit ist, schaut vor dem Abgeben noch einmal auf die Zeitform im Bericht. Dabei hilft dieser Prüfschritt: Lies den Text einmal nur auf die Zeitformen hin, danach einmal nur auf die Fragen Wann, Wo, Was, Wer, Wie, Warum und Welche Folgen. Fehlt eine Antwort, ergänze sie aus deinen Notizen. Ist ein Satz zu keiner Frage passend, streiche ihn.
Für helfende Eltern gilt: Lege die sieben Fragen der Übersicht als Merkzettel auf den Tisch, wenn dein Kind die Fragen beim Schreiben im Blick haben möchte. Das ist ein Vorschlag, keine Vorgabe. Offene Punkte, etwa welche Zeitform für die Nachricht gilt, klärst du mit der Lehrkraft oder nach dem Leitfaden des Faches.
Quellen und Stand
- Landesinstitut für Lehrerfortbildung Baden-Württemberg: Bericht, Kriterienübersicht: lehrerfortbildung-bw.de (geprüft am 2026-10-06)
- Schule des Hörens und Sehens: Die sieben Ws einer Nachricht (Vorlage): www.nachrichten.schule-des-hoerens-und-sehens.de (geprüft am 2026-10-06)
- Landesinstitut für Lehrerfortbildung Baden-Württemberg: Kriterien Inhaltsangabe (Lösung): www.lehrerfortbildung-bw.de (geprüft am 2026-10-06)
- Duden: Bericht: www.duden.de (geprüft am 2026-10-06)