Unregelmäßige Verben und ihre Stammformen
Unregelmäßige Verben bilden Präteritum und Partizip II mit verändertem
Diese Seite zeigt dir, wie du bei unregelmäßigen Verben die passenden Stammformen findest und wie du dabei systematisch statt nach Gefühl vorgehst.
Was unregelmäßige Verben von Stammformen unterscheidet
Wer sich mit unregelmäßigen Verben beschäftigt, stößt schnell auf den Begriff der Stammformen. Diese Verben bilden Präteritum und Partizip II mit einem veränderten Stamm, während der Infinitiv davon unberührt bleibt. Beim Verb gehen zeigt sich das deutlich: Die Vergangenheitsform heißt ging, die Möglichkeitsform der Vergangenheit lautet ginge, und das Partizip zur Bildung von Perfekt und Passiv ist gegangen. Diese Abweichung vom einfachen Grundmuster macht die Formen zu einem eigenen Lernfeld, das sich nicht ohne Weiteres aus dem Infinitiv ableiten lässt und deshalb eine eigene Prüfung verdient.
Ziel dieser Seite ist es, dir einen Rahmen zu geben, wie du die Stammformen eines Verbs prüfen und nachschlagen kannst, statt sie zu erraten. Die Grenzen sind damit ebenfalls gesetzt: Hier findest du keine abschließende Liste aller unregelmäßigen Verben und keine Aussage darüber, wie viele Muster es insgesamt gibt. Für eine solche Übersicht ziehst du die Tabelle der Konjugationen heran, die zu einzelnen Verben die zugehörigen Formen aufführt. Wer sich zugleich mit Rechtschreibung befasst, bemerkt oft, dass gerade an den Stammformen Schreibfehler entstehen, etwa wenn ein falscher Stammvokal übernommen wird. Wer dagegen gezielt Rechtschreibregeln nachschlägt, findet dort eher Hinweise zu anderen Bereichen der Schriftsprache als zur Verbbildung selbst.
Für den Alltag bedeutet das: Du betrachtest jedes Verb einzeln und gleichst seine drei Formen mit einer Quelle ab, statt ein vermutetes Muster auf alle unregelmäßigen Verben zu übertragen. Diese einzelne Prüfung bleibt auch dann nötig, wenn dir eine Form bereits bekannt vorkommt, denn eine Erinnerung ersetzt keinen Nachweis. Auch erfahrene Schreiberinnen und Schreiber verwechseln gelegentlich ähnlich klingende Verben, weshalb sich der kurze Abgleich mit einer Nachschlagequelle in jedem Fall lohnt, selbst wenn er nur wenige Sekunden dauert.
Wer einen Text zunächst durch Rechtschreibprogramme prüfen lässt, sollte unregelmäßige Verbformen danach trotzdem noch einmal eigenständig gegen eine Nachschlagequelle abgleichen.
Unabhängig davon, für welche der verschiedenen Textformen du dich entscheidest, bleibt die Prüfung der Stammformen ein eigener Arbeitsschritt, den du nicht überspringen solltest.

Schritt für Schritt zu den passenden Stammformen
Setze zunächst den Infinitiv des gesuchten Verbs fest und notiere ihn als Ausgangspunkt deiner Prüfung. Stelle daneben die Form des Präteritums und die Form des Partizip II, auch wenn du dir bei beiden noch unsicher bist. Anschließend schlägst du die Stammformen in der Tabelle der Konjugationen nach, die zu einem Verb die Wortart und die zugehörigen Formen nennt. So prüfst du dein Verb gegen eine Quelle, statt dich auf ein Gefühl zu verlassen. Wer dabei zugleich auf Groß- und Kleinschreibung achtet, vermeidet, dass eine falsche Großschreibung die ohnehin unsichere Verbform zusätzlich verunklart.
Im zweiten Schritt bestimmst du, welche Stelle oder Person für deine konkrete Frage zuständig ist. Ermittle die zuständige Stelle aus den jeweils vorliegenden Unterlagen, statt sie nur zu vermuten. Das gilt besonders dann, wenn die geprüfte Form in einem Text auftaucht, bei dem auch Getrennt- und Zusammenschreibung oder Kommasetzung eine Rolle spielen und du ohnehin eine fachliche Einschätzung brauchst.
Dokumentiere am Ende, welche Stammformen du gefunden hast und welche Quelle, etwa die Tabelle der Konjugationen, du dafür genutzt hast. Lege danach deinen nächsten Schritt fest, etwa die Form in einem eigenen Text zu verwenden oder sie bei verbleibender Unsicherheit erneut zu prüfen.
Ein Beispiel: Eine Studentin schreibt an einem Text und stößt auf das Verb gehen. Sie setzt den Infinitiv gehen an, notiert eine vermutete Vergangenheitsform sowie eine vermutete Partizipform und gleicht beide anschließend mit der Tabelle der Konjugationen ab, bevor sie sie in ihrem Text verwendet. So vermeidet sie, eine falsche Form unbemerkt stehen zu lassen, nur weil sie ihr im ersten Moment richtig erschien.
Tauchen im selben Satz neben dem Verb auch Nomen mit unklarem grammatischem Geschlecht auf, lohnt sich zusätzlich ein Blick auf Artikel der, die und das, bevor du die ganze Formulierung abschließt.
Typische Fehler bei unregelmäßigen Verben vermeiden
Ein verbreiteter Fehler besteht darin, Stammformen aus dem Infinitiv zu erraten, statt sie nachzuschlagen. Ebenso wird unregelmäßige Verben nicht selten pauschal mit allen stark konjugierten Verben gleichgesetzt, obwohl sich die Muster der Bildung unterscheiden. Diese Gleichsetzung übersieht, dass die Tabelle der Konjugationen die Formen jeweils einzeln nach Verb aufführt. Wer im selben Text zusätzlich Fragen der Zeichensetzung klärt, prüft beide Bereiche am besten getrennt voneinander, damit sich Fehlerquellen nicht vermischen.
Ein zweiter Fehler liegt darin, eigene Annahmen mit festen Regeln zu verwechseln. Eine vermutete Form bleibt keine belegte Form, solange sie nicht in einer Quelle wie der Tabelle der Konjugationen nachgeprüft wurde. Das betrifft auch Fragen rund um die Rechtschreibreform, bei der sich einzelne Schreibweisen verändert haben und eine Prüfung gegen die jeweils passende Quelle nötig bleibt, statt sich auf eine ältere Erinnerung zu verlassen.
Verschiebe Nachweise und Rückfragen nicht auf später. Wer eine Stammform ungeprüft übernimmt, trägt das Risiko, denselben Fehler an anderer Stelle im Text zu wiederholen. Auch der Einsatz von Rechtschreibprogrammen ersetzt die Prüfung einer konkreten Verbform nicht vollständig, da solche Programme nicht jede unregelmäßige Form gleich zuverlässig markieren und eine eigene Kontrolle daher sinnvoll bleibt.
Ähnlich wie bei unregelmäßigen Verbformen lassen sich auch bei der Pluralbildung vermutete Formen nicht einfach aus dem Gefühl heraus übernehmen, sondern verlangen eine eigene Prüfung.

Checkliste für den Umgang mit Stammformen
Notiere den Infinitiv des Verbs, das du prüfen willst, und halte ihn schriftlich fest. Prüfe anschließend die Präteritumform und die Form des Partizip II getrennt voneinander. Belege beide Formen in der Tabelle der Konjugationen, statt dich allein auf dein Gedächtnis zu verlassen. Dieser Schritt bleibt auch dann wichtig, wenn du wissenschaftliches Schreiben praktizierst und auf eine nachvollziehbare Quelle angewiesen bist.
Bestimme zusätzlich, welche Quelle oder Stelle für deine Frage zuständig ist, etwa eine Nachschlagequelle oder eine fachliche Ansprechperson. Wenn du dich im selben Text auch mit Abkürzungen richtig schreiben befasst oder Wortbedeutungen und Abkürzungen klären musst, notierst du auch dafür, welche Quelle du jeweils genutzt hast.
Lege deinen persönlichen nächsten Schritt fest: die geprüfte Form im Text verwenden, eine offene Frage an die zuständige Stelle richten oder die Prüfung bei verbleibender Unsicherheit wiederholen. So bleibt nachvollziehbar, auf welcher Grundlage du dich für eine bestimmte Form entschieden hast.
Falls eine geprüfte Verbform stilistisch nicht passt, kannst du über Synonyme nach einer passenderen Formulierung suchen, ohne die zugrunde liegende Stammform selbst zu verändern.
Quellen und Stand
- Offizielle Quelle: www.dwds.de (geprüft am 2026-10-22)