Woher gute Synonyme kommen und woher schlechte

Sechs Synonymquellen und ihre Eigenheiten

Woher gute Synonyme kommen und woher schlechte, lässt sich nicht allgemein entscheiden: Diese Übersicht vergleicht OpenThesaurus, Duden online, DWDS, Woxikon, den Thesaurus in Word und Sprachmodelle nach Herkunft, sichtbaren Kontextangaben und Nutzungssituation. Sie ordnet öffentlich beschriebene Funktionen ein; einzelne Suchergebnisse, Qualitätsquoten und Vollständigkeit wurden nicht gemessen.

Sechs Quellen und was sie liefern

QuelleHerkunft der VorschlägeTypische StärkeTypische Schwäche
OpenThesaurusfrei zugängliches Lexikon, von Nutzern gepflegtfreie Lizenz, API verfügbarSynonymgruppen können unterschiedliche Register und Fachgebrauch verbinden
Duden onlineRedaktion des VerlagsSynonyme nach Bedeutungen und teils mit Gebrauchsangaben gegliedertUmfang und Angaben unterscheiden sich je Stichwort
DWDSThesaurus und Korpusangebotezeigt zusätzlich typische WortverbindungenBefunde müssen im Textzusammenhang bewertet werden
Woxikonkostenloses mehrsprachiges Wörterbuchportalumfangreiche SynonymdatenbankDie Einordnung der Treffer nach Bedeutung muss geprüft werden
Thesaurus in Wordintegrierte Synonymfunktionim Dokument verfügbarAuswahl und Kontextangaben hängen von Sprache und Eintrag ab
Sprachmodelleerzeugt Vorschläge auf Grundlage gelernter Sprachmusterkann den umgebenden Satz berücksichtigenkann unpassende oder unbelegte Vorschläge erzeugen; Quellen müssen separat geprüft werden

Die Daten von OpenThesaurus stehen wahlweise unter Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 oder der LGPL. Für Nutzung, Bearbeitung und Weitergabe gelten je nach gewählter Lizenz unterschiedliche Bedingungen. Identische Listen in zwei Werkzeugen können daher auf dieselbe Datenquelle zurückgehen; die Herkunft lässt sich über die jeweilige Dokumentation prüfen.

Warum dieselbe Suche verschiedene Listen ergibt

Lexika erfassen Bedeutungsnähe, nicht automatisch Austauschbarkeit. Wie eng diese Nähe gefasst wird, unterscheidet sich je nach Quelle. Offene Datenbanken können mehr Einträge enthalten, während redaktionelle Angebote stärker ordnen; Korpuswerkzeuge zeigen dagegen, wie Wörter in Texten verwendet und verbunden werden.

Mehrdeutige Wörter können Vorschläge aus verschiedenen Bedeutungsbereichen liefern. Wer einen Vorschlag übernimmt, sollte deshalb Definition und Textzusammenhang prüfen, besonders in Fachtexten.

Die Länge einer Trefferliste sagt für sich genommen nichts über die Eignung der Vorschläge aus. Entscheidend sind Bedeutung, Sprachregister und der Satzkontext.

Vier Fälle, in denen der Tausch die Aussage verändert

Nicht jedes ähnliche Wort ist austauschbar, besonders bei Fachbegriffen. Die folgenden vier Beispiele zeigen, warum Vorschläge aus einem Synonymwörterbuch im jeweiligen Kontext geprüft werden müssen.

  • signifikant bezeichnet im statistischen Kontext ein Ergebnis nach einem festgelegten Signifikanzniveau; es ist nicht einfach ein Ersatz für bedeutsam oder wesentlich.
  • beweisen formuliert eine stärkere Schlussfolgerung als zeigen oder belegen. Ob Messdaten einen Beweis erlauben, hängt von Methode und Kontext ab.
  • Studie, Erhebung und Untersuchung sind keine allgemein austauschbaren Bezeichnungen; ihre genaue Bedeutung hängt vom Forschungszusammenhang ab.
  • Theorie, Modell und Ansatz bezeichnen unterschiedliche Konzepte; ein Austausch kann die Aussage verändern.

Je fester ein Terminus in einem Fachgebiet verankert ist, desto weniger passen allgemeine Synonymvorschläge. Bei Fachterminologie helfen Fachliteratur und einschlägige Wörterbücher bei der Prüfung.

Der teure Irrtum: Synonyme statt Zitat

Wer fremde Sätze lediglich Wort für Wort durch Synonyme ersetzt, erstellt nicht automatisch eine eigenständige Paraphrase. Bleiben Satzbau und Gedankengang eng an der Vorlage, muss die Quelle nach dem geforderten Zitierstil und den Vorgaben der Institution kenntlich gemacht werden.

Eine eigenständige Paraphrase setzt Verständnis voraus: Quelle zunächst beiseitelegen, den Kerngedanken frei wiedergeben, anschließend mit der Vorlage vergleichen und die Quelle nach dem gewählten Zitierstil nachweisen. Welche Grenzen Prüfsoftware hat, ordnet unser Beitrag zur Plagiatsprüfung ein; wie sich reine Umschreibwerkzeuge schlagen, behandelt der Test zum Umschreiben von Texten.

Ein Ablauf, der bessere Wörter liefert

  1. Frage präzisieren: Suchst du ein treffenderes Wort oder nur ein anderes? Nur der erste Fall lohnt den Aufwand.
  2. Vergleiche bei unklaren Vorschlägen eine redaktionelle mit einer korpusbasierten Quelle und prüfe die Bedeutung im Satz.
  3. Bewerte Kandidaten anhand von Definition und Textzusammenhang, nicht allein intuitiv.
  4. Sprachniveau anpassen: gehobenen, neutralen oder umgangssprachlichen Ton wählen, passend zur Textsorte.
  5. Im Fachtext zusätzlich prüfen, ob der Begriff in deiner Disziplin fachsprachlich belegt ist.

Wann ein Wortwechsel den Text wirklich verbessert und wann er nur Abwechslung vortäuscht, behandeln wir ausführlich unter Synonyme im Studium. Wer wissen will, welche Nachschlagewerke sonst noch infrage kommen, findet die Einordnung in unserer Übersicht der frei zugänglichen Nachschlagewerke.

Häufige Fragen zu Synonymwörterbüchern

Welches Synonymwörterbuch ist das beste?

Ein allgemein bestes Synonymwörterbuch gibt es nicht. Duden online gliedert Synonyme nach Bedeutungen und nennt teils Gebrauchsangaben; DWDS kann den Gebrauch in Korpora sichtbar machen. Offene Datenbanken und Woxikon bieten zusätzliche Vorschläge, die im jeweiligen Satz geprüft werden sollten.

Darf ich OpenThesaurus-Daten in einem eigenen Projekt nutzen?

Ja. Die Daten stehen wahlweise unter Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 oder unter der LGPL. Welche Pflichten bei Nutzung, Bearbeitung und Weitergabe gelten, richtet sich nach der gewählten Lizenz; vor allem bei veränderten oder weitergegebenen Datenbeständen sollten die aktuellen Lizenzbedingungen geprüft werden.

Taugt ein Sprachmodell als Synonymwörterbuch?

Für Vorschläge kann ein Sprachmodell nützlich sein, als Beleg jedoch nicht. Es kann den umgebenden Satz berücksichtigen, aber auch unpassende oder unbelegte Vorschläge erzeugen. Prüfe übernommene Begriffe deshalb gegen ein Wörterbuch oder eine fachliche Quelle, bevor du sie in einer Prüfungsleistung verwendest.

Warum liefern zwei Seiten exakt dieselben Synonyme?

Identische Synonymlisten können dieselbe Datenquelle oder ähnlich aufbereitete Daten nutzen. Ob das so ist, lässt sich über die Angaben der jeweiligen Anbieter prüfen; erst dann ist ein Vergleich der unterschiedlichen Quellen sinnvoll.

Wie viele Synonyme sollte ich in einer Arbeit einsetzen?

So wenige wie für die Aussage sinnvoll sind. In wissenschaftlichen Texten hilft es oft, Fachbegriffe einheitlich zu verwenden, damit klar bleibt, dass dieselbe Sache gemeint ist. Abwechslung ist vor allem dort sinnvoll, wo sie die Bedeutung nicht verändert.

Was fasst „Woher gute Synonyme kommen und woher schlechte“ zusammen?

In „Woher gute Synonyme kommen und woher schlechte“ werden die zentralen Punkte gebündelt.

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