Wie hält man Schreibweisen der Abschlussarbeit einmal fest?
Stylesheet für die Abschlussarbeit: Schreibweisen einmal festlegen
Ein Stylesheet sammelt an einer Stelle, welche Schreibweise für Begriffe, Zahlen und Abkürzungen in der eigenen Abschlussarbeit gilt. Hochschulbeispiele aus Hamburg und Köln zeigen, welche Einträge hineingehören und wie eine solche Liste angelegt und gepflegt wird.
Was ein Stylesheet ist und wofür es dient
Ein Stylesheet ist eine eigene Liste, in der Schreibweisen der Arbeit einmal festgelegt werden. Es ist kein amtliches Formular, sondern ein selbst geführtes Hilfsmittel, mit dem einmal getroffene Entscheidungen zur Schreibweise nicht von Kapitel zu Kapitel wechseln. Die Empfehlungen der Universität Hamburg aus dem Institut für Wirtschaftsinformatik halten zur Konsistenz fest, dass bei nicht abschließend geregelten Punkten Wahlfreiheit besteht, die konsistente Verwendung der gewählten Mittel aber wichtig ist. Dazu zählt unter anderem, Wörter mit mehreren erlaubten Schreibweisen einheitlich zu schreiben, statt zwischen Varianten zu wechseln.
Der Leitfaden der Universität zu Köln aus dem Seminar für Internationale Beziehungen ergänzt dies um einen anderen Blickwinkel: Er rät, die Arbeit gründlich Korrektur zu lesen und sie im Idealfall von einer zweiten Person auf Rechtschreibung, Formalitäten und Konsistenz lesen zu lassen. Genau hier zeigt sich der Nutzen einer eigenen Liste. Eine zweite Person, die den Text neben dem Stylesheet liest, kann nachvollziehen, welche Schreibweise bewusst gewählt wurde und welche Abweichung ein Versehen ist. Keines der hier genannten Papiere schreibt ein Stylesheet als Pflicht vor; Konsistenz ist das Ziel, das eine eigene Liste erleichtert.
Das Stylesheet selbst regelt dabei ausschließlich Schreibweisen im laufenden Text, es ersetzt keine andere Kontrolle der Arbeit. Wer zusätzlich den einheitlichen Zitierstil vor der Abgabe prüfen will, braucht dafür ein eigenes, getrenntes Vorgehen, denn Zitierregeln betreffen einen anderen Bereich als die Schreibweise einzelner Wörter oder Fachbegriffe. So bleibt das Stylesheet ein schlankes Werkzeug, das neben den übrigen Prüfungen der Arbeit steht, ohne sie zu ersetzen oder mit ihnen vermischt zu werden.

Welche Einträge ins Stylesheet gehören
In ein Stylesheet gehören Einträge, bei denen die Arbeit selbst eine Wahl trifft, weil mehrere Schreibweisen möglich sind. Die Empfehlungen der Universität Hamburg aus dem Institut für Wirtschaftsinformatik nennen dafür Wörter mit mehreren erlaubten Schreibweisen als Beispiel für Konsistenz. Dieselbe Quelle hält zu Abkürzungen fest, dass sie im laufenden Text sparsam zu verwenden sind, anerkannt sind geläufige Abkürzungen nach Duden wie etc., usw., vgl. und z. B. Fachgebietsübliche Abkürzungen gehören in ein Abkürzungsverzeichnis und sind bei der ersten Verwendung im Text zu erläutern, dazu soll die Arbeit eine einheitliche Symbolik nutzen.
Mögliche Einträge eines Stylesheets sind zum Beispiel:
- Wörter mit mehreren erlaubten Schreibweisen, einmal festgelegt und durchgehend so verwendet
- Fachbegriffe und Abkürzungen samt der Stelle, an der sie zum ersten Mal erläutert werden
- Schreibweise von Medienbezeichnungen wie Zeit Online und FAZ.net, wie sie der Leitfaden der Universität zu Köln aus den Internationalen Beziehungen für Online-Quellen vorgibt
- Zahlen und die gewählte Gender-Schreibung als eigene Festlegung der Arbeit, soweit die Hochschule dazu nichts vorschreibt
Der Leitfaden der Professur Späth aus dem Fachbereich Sozialökonomie der Universität Hamburg verlangt einen neutralen und geschlechtergerechten Ton, ohne eine bestimmte Schreibweise dafür vorzugeben. Wie genau gegendert, geschrieben oder abgekürzt wird, legt damit die Arbeit selbst fest, sofern die eigene Hochschule nichts Konkretes vorschreibt. Praktisch bedeutet das: Zahl und Einheit oder Abkürzungen wie z. B. sollen im Stylesheet mit dem Eintrag geschütztes Leerzeichen festgehalten werden, damit sie nicht an ungünstiger Stelle umbrechen. Und die Abkürzungen aus dem Stylesheet landen, soweit die eigene Arbeit das verlangt, im Abkürzungsverzeichnis der Bachelorarbeit, wo sie beim ersten Auftreten erläutert werden.
Wie das Stylesheet angelegt und gepflegt wird
Ein Stylesheet entsteht am besten parallel zum Schreiben, nicht erst am Ende der Arbeit. Der Leitfaden der Professur Späth aus dem Fachbereich Sozialökonomie der Universität Hamburg nennt übersichtliche und einheitliche Verzeichnisse als Bewertungskriterium und verweist auf Zitationssoftware als Hilfe für einheitlich formatierte Literaturangaben. Eine ähnliche Sorgfalt lässt sich auf Schreibweisen übertragen, wenn sie von Anfang an in einer eigenen Liste festgehalten werden, statt sie erst bei der Endkorrektur zu vereinheitlichen.
Ein mögliches Vorgehen, als Beispiel formuliert, sieht so aus:
- Vorgaben der eigenen Hochschule und der Betreuung sammeln, bevor Festlegungen getroffen werden
- Eine Tabelle mit den Spalten Begriff, gewählte Schreibweise und Hinweis anlegen
- Beim Schreiben jede neue Entscheidung sofort in diese Tabelle eintragen
- Vor der Abgabe den gesamten Text gegen die eigene Liste prüfen
- Das Stylesheet gemeinsam mit der Arbeit an eine Korrektur oder ein Lektorat geben
Der Leitfaden der Universität zu Köln aus den Internationalen Beziehungen lässt dabei andere Zitierweisen zu, solange sie korrekt und einheitlich angewandt werden, ein Grundsatz, der sich auf Schreibweisen insgesamt übertragen lässt: Nicht eine bestimmte Form ist entscheidend, sondern die durchgehende Anwendung. Die Empfehlungen der Universität Hamburg aus dem Institut für Wirtschaftsinformatik verweisen zusätzlich auf die Textverarbeitung als Hilfe bei der konsistenten Gestaltung. Formatvorlagen halten dabei die äußere Gestaltung einheitlich, während das Stylesheet die Schreibweisen von Wörtern und Begriffen festhält, beide Werkzeuge ergänzen sich also. Wer im Stylesheet eine Gender-Schreibung festlegt, kann sie im Gender-Hinweis für die Hausarbeit oder die Abschlussarbeit begründen, damit die eigene Entscheidung für Lesende nachvollziehbar bleibt.

Was die Beispiele offenlassen
Die Beispiele zeigen einzelne Hochschulen, sie ersetzen nicht die Vorgaben der eigenen Betreuung. Die Beispiele stammen aus der Universität Hamburg, einmal aus dem Institut für Wirtschaftsinformatik und einmal aus dem Fachbereich Sozialökonomie, sowie aus der Universität zu Köln aus dem Seminar für Internationale Beziehungen. Kein Stylesheet ist in den Leitfäden aus Hamburg und Köln als Pflicht ausgewiesen; Konsistenz, Sprache und Verzeichnisse sind Ziele, die ohne ein bestimmtes Arbeitsdokument benannt werden.
Für die eigene Arbeit gelten diese Beispiele deshalb nicht automatisch. Rechtschreibung, Genderform, Abkürzungen und Formatvorgaben stehen für die eigene Arbeit im Leitfaden des Lehrstuhls oder in der Prüfungsordnung, und dort kann anderes festgelegt sein. Ein Abgleich mit diesen eigenen Unterlagen bleibt deshalb der erste Schritt, bevor ein Stylesheet mit festen Einträgen gefüllt wird.
Auch die Abgrenzung zu anderen Bereichen der Arbeit ist wichtig: Schriftart, Rand und Abstände regelt die Formatierung der Bachelorarbeit, das Stylesheet hält dagegen Schreibweisen fest, beides sind unterschiedliche Aufgaben, die getrennt behandelt werden sollten. Stand Oktober 2026 können sich Vorgaben einzelner Hochschulen ändern, weshalb ein Blick in die aktuelle Fassung des eigenen Leitfadens vor der endgültigen Festlegung sinnvoll bleibt.
Quellen und Stand
- Universität Hamburg: Empfehlungen für Abschlussarbeiten (Wirtschaftsinformatik, April 2026): www.bwl.uni-hamburg.de (geprüft am 2026-10-02)
- Universität Hamburg: Empfehlungen für Abschlussarbeiten (Wirtschaftsinformatik, April 2026), Abschnitt Abkürzungen: www.bwl.uni-hamburg.de (geprüft am 2026-10-02)
- Universität zu Köln: Leitfaden zur Anfertigung einer Bachelorarbeit 2024 (Internationale Beziehungen): www.ib.uni-koeln.de (geprüft am 2026-10-02)
- Universität Hamburg: Leitfaden für Abschlussarbeiten (Professur Späth, Sozialökonomie): www.wiso.uni-hamburg.de (geprüft am 2026-10-02)