Welche Schriftart passt zur wissenschaftlichen Arbeit?
Schriftart für die wissenschaftliche Arbeit: Beispiele und Entscheidungshilfe
Ob Times New Roman, Arial oder Calibri die richtige Wahl ist, hängt von der Formatvorgabe des eigenen Lehrstuhls ab. Fünf belegte Beispiele zeigen, wie unterschiedlich die Anforderungen ausfallen können.
Warum die Formatvorgabe über die Schrift entscheidet
Die Schriftart einer wissenschaftlichen Arbeit steht meist in der Formatvorgabe des Lehrstuhls oder Instituts. Wer dieses Dokument zu Beginn der Arbeit prüft, spart sich eine Entscheidung, die beim nachträglichen Korrigieren aufwendig wird. Die beiden folgenden Beispiele legen die Schrift unterschiedlich fest: Das eine nennt Beispiele ohne Zwang zur bestimmten Auswahl, das andere schreibt ein konkretes Paar aus Schriftart und Punktgröße vor.
Das Merkblatt der Professur für Public und Nonprofit Management an der Universität Potsdam zeigt den offeneren Weg. Die Schriftart ist dort nach Geschmack zu wählen; als Beispiele werden Cambria, Calibri, Garamond und Times New Roman genannt. Im selben Dokument steht ausdrücklich, dass Arial nicht zu wählen ist. Eine Schriftgröße zwischen 10 und 12 Punkt soll passend zur gewählten Schrift eingestellt werden. Diese Angaben beschreiben allein diesen Lehrstuhl an dieser Hochschule.
Das Leitfadenblatt des Instituts für Wirtschaftspädagogik der LMU München (Stand Februar 2026) regelt das anders: Es benennt zwei feste Paare, Times New Roman in 12 Punkt oder Arial in 11 Punkt. Wer an diesem Institut einreicht, wählt zwischen zwei klar benannten Optionen. Beide Angaben betreffen je nur eine Stelle einer Hochschule, und bereits die Frage, ob Arial erlaubt ist, wird an diesen zwei Stellen verschieden beantwortet: Potsdam schließt Arial aus, die LMU führt es als gleichberechtigte Möglichkeit auf.
Wer die Schrift für die Bachelorarbeit oder eine Hausarbeit festlegen möchte, findet in der Formatvorgabe des eigenen Lehrstuhls die verbindliche Antwort. Liegt kein aktuelles Dokument vor, klärt eine direkte Anfrage beim Betreuer oder beim Sekretariat des Lehrstuhls, welche Schrift gilt, bevor der gesamte Text formatiert wird.

Fünf Hochschulvorgaben im direkten Vergleich
Fünf Formatvorgaben aus verschiedenen Lehrstühlen und Instituten zeigen, wie unterschiedlich die Schrift geregelt sein kann. Die Schriftgröße in der Hausarbeit oder Abschlussarbeit ergibt sich dabei aus dem Dokument des jeweiligen Lehrstuhls, nicht aus einem allgemeinen Hochschulstandard. Die folgende Übersicht fasst die belegten Angaben zusammen.
| Hochschule | Schriftart und Größe | Besonderheit |
|---|---|---|
| Universität Potsdam, Professur Public und Nonprofit Management | 10 bis 12 Punkt, Wahl nach Geschmack | Kein Arial |
| LMU München, Institut für Wirtschaftspädagogik | Times New Roman 12 oder Arial 11 | Zwei feste Optionen |
| TU Dortmund, Lehrstuhl Unternehmensrechnung und Controlling | Times New Roman 12, Fußnoten 10 | Verzeichnisse ebenfalls Times New Roman 12 |
| Universität Wuppertal, Lehrstuhl Welfens | Times New Roman, Calibri oder Arial, jeweils 12 | Nur eine einzige Schrift |
| Universität Bamberg, Professur für Pathopsychologie | Sechs APA-Schriften mit je eigener Größe | Tabellengröße darf reduziert werden |
Für Bamberg lohnt sich ein genauerer Blick auf die einzelnen Größenangaben. Die Professur für Pathopsychologie nennt Times New Roman in 12 Punkt, Calibri in 11 Punkt, Arial in 11 Punkt, Lucida in 10 Punkt, Georgia in 11 Punkt und Computer Modern in 10 Punkt als im APA-Format akzeptierte Schriften. Dass Lucida mit 10 Punkt und Calibri mit 11 Punkt unterschiedlich behandelt werden, zeigt bereits im Kleinen, dass dieselbe Punktzahl je nach Schrift unterschiedlich viel Platz beansprucht.
Die fünf Beispiele belegen, dass Auswahl und Größe je Lehrstuhl verschieden sind und ein und dieselbe Schrift an verschiedenen Stellen in unterschiedlicher Größe verlangt werden kann. Times New Roman erscheint hier in 12 Punkt für den Fließtext und in 10 Punkt für Fußnoten (Dortmund). Welche Schriftart an deutschen Hochschulen insgesamt am häufigsten vorgeschrieben wird, lässt sich aus diesen fünf Einzelbeispielen nicht ableiten und wird hier nicht behauptet.
Mit oder ohne Serifen: Wie die Entscheidung fällt
Serifenschriften und serifenlose Schriften kommen in den untersuchten Vorgaben nebeneinander vor. Das Merkblatt aus Potsdam lässt die Wahl offen und nennt neben der serifenlosen Calibri auch die Serifenschriften Garamond und Times New Roman. An der LMU München und am Lehrstuhl Welfens in Wuppertal sind Times New Roman und Arial gleichberechtigt zugelassen. Die Professur für Pathopsychologie in Bamberg listet sechs Schriften aus beiden Gruppen. Ob eine Schrift mit oder ohne Serifen besser benotet wird oder leichter zu lesen ist, lässt sich aus keiner dieser Quellen ableiten; keine von ihnen enthält eine solche Aussage.
Für Arbeiten ohne konkrete Vorgabe empfiehlt die Redaktion als eigenen Vorschlag, der keine Hochschulregel ist: Eine gängige, weit verbreitete Schrift wählen, damit sich die Datei beim Betreuer und im gedruckten PDF identisch darstellt. Außerdem sollte die Größe zur gewählten Schrift passen, weil dieselbe Punktzahl je nach Schrift unterschiedlich groß wirkt. Diesen Effekt zeigen die Größenpaare aus den Quellen: An der LMU gilt Times New Roman in 12 Punkt, aber Arial in 11 Punkt. In Bamberg hat Lucida 10 Punkt, während Times New Roman dort in 12 Punkt gesetzt wird. Wer diese Größenunterschiede kennt, trifft eine bewusstere Entscheidung.
Eine andere Frage ist die Schriftgröße nach DIN 5008: In den hier ausgewerteten Formatvorgaben der fünf Lehrstühle wird diese Norm nicht genannt, wer sie als Orientierung heranziehen will, prüft deshalb zuerst die eigene Formatvorgabe oder fragt beim Lehrstuhl nach. Wer sich bei der Wahl der Schrift nicht sicher ist, fragt besser vor der endgültigen Formatierung beim Lehrstuhl oder beim Betreuer nach. Das spart Nacharbeit, wenn der fertige Text die Vorgaben nicht erfüllt.
Eine Schrift konsequent durch das gesamte Dokument umsetzen
Wer die Schrift festgelegt hat, setzt sie im gesamten Dokument durch. Dazu gehören Fließtext, Fußnoten, Tabellen und Überschriften. Aus den Quellenbeispielen ergeben sich vier Punkte, die bei der Umsetzung zu beachten sind.
- Nur eine Schrift im gesamten Text: Das Factsheet des Lehrstuhls Welfens an der Universität Wuppertal hält ausdrücklich fest, dass nur eine einzige Schrift zu verwenden ist.
- Fußnoten kleiner als der Fließtext: Der Lehrstuhl Unternehmensrechnung und Controlling an der TU Dortmund schreibt Times New Roman in 10 Punkt für Fußnoten vor, während der Fließtext in 12 Punkt gesetzt wird.
- Tabellen mit reduzierter Schriftgröße: Die Professur für Pathopsychologie in Bamberg hält fest, dass die Schriftgröße in Tabellen reduziert werden darf.
- Überschriften in derselben Schrift, aber abgestuft: Am Institut für Wirtschaftspädagogik der LMU München sind Überschriften in Times New Roman mit höchstens 16 Punkt zu setzen.
Die Angaben aus Dortmund zeigen das Prinzip anschaulich: Times New Roman 12 Punkt für den Fließtext und Times New Roman 10 Punkt für Fußnoten sind zwei separate Vorlagen, die beide auf derselben Schriftart beruhen, sich aber in der Größe unterscheiden. Wer das technisch umsetzt, nutzt am besten Formatvorlagen für Abschlussarbeiten in Word, die zentral angepasst werden können, statt jeden Absatz von Hand umzustellen. Das ist ein Vorschlag der Redaktion und keine Vorgabe einer Hochschule.
Konkret bedeutet das: Die Schrift einmal in der Vorlage für den Standardabsatz einstellen und alle weiteren Vorlagen, etwa Fußnotentext, Überschrift 1 und Überschrift 2, darauf aufbauen lassen. So genügt eine zentrale Änderung, um das gesamte Dokument anzupassen. Eine abschließende Sichtprüfung, ob wirklich kein Absatz in einer abweichenden Schrift oder Größe vorliegt, empfiehlt sich vor der Abgabe.

Was diese Quellen nicht beantworten können
Die Quellen zeigen Beispiele von fünf Hochschulen, sie ersetzen nicht die eigene Formatvorgabe und nicht die Prüfungsordnung. Jede der fünf Vorgaben gilt für einen Lehrstuhl oder ein Institut, nicht für die gesamte Hochschule: Das Merkblatt aus Potsdam gilt für die Professur für Public und Nonprofit Management, der LMU-Leitfaden für das Institut für Wirtschaftspädagogik, die Richtlinien aus Dortmund für den Lehrstuhl Unternehmensrechnung und Controlling, das Factsheet aus Wuppertal für den Lehrstuhl Welfens und der Bamberger Leitfaden für die Professur für Pathopsychologie.
Ob eine Schrift, die in einer dieser Listen steht, auch für Titelseite, Anhang oder Überschriften gilt, beantwortet nur die Vorgabe des eigenen Lehrstuhls. Die hier betrachteten Quellen machen dazu unterschiedliche Aussagen: Dortmund regelt Überschriften und Verzeichnisse ausdrücklich, andere Dokumente schweigen dazu. Ein Rückschluss von einem Lehrstuhl auf einen anderen ist nicht möglich; jede Vorgabe beschreibt ausschließlich die Anforderungen der jeweiligen Stelle.
Die Dokumente tragen außerdem eigene Stände: Das Potsdamer Merkblatt stammt aus Oktober 2019, der Bamberger Leitfaden aus Oktober 2020 und der LMU-Leitfaden aus Februar 2026. Die Angaben können inzwischen geändert worden sein. Wer eine wissenschaftliche Arbeit formatieren möchte, prüft deshalb vor dem Start, ob das Lehrstuhldokument noch aktuell ist, und lädt die gültige Version direkt von der Website des Lehrstuhls oder Instituts herunter. Nur die zum Abgabezeitpunkt gültige Fassung der Vorgabe zählt.
Quellen und Stand
- Universität Potsdam, Professur für Public und Nonprofit Management: Merkblatt Formale Gestaltung von Abschlussarbeiten: www.uni-potsdam.de (geprüft am 2026-10-01)
- LMU München, Institut für Wirtschaftspädagogik: Leitfaden wissenschaftlichen Arbeitens (Stand Februar 2026): cms-cdn.lmu.de (geprüft am 2026-10-01)
- TU Dortmund, Lehrstuhl Unternehmensrechnung und Controlling: Richtlinien für die formale Gestaltung (Version 4.1): uc.wiwi.tu-dortmund.de (geprüft am 2026-10-01)
- Universität Wuppertal, Lehrstuhl Welfens: Factsheet Abschlussarbeiten: welfens.wiwi.uni-wuppertal.de (geprüft am 2026-10-01)
- Universität Bamberg, Professur für Pathopsychologie: Formalien zur Erstellung von wissenschaftlichen Arbeiten (Stand Oktober 2020): www.uni-bamberg.de (geprüft am 2026-10-01)