Quellenangaben in Präsentation und Handout richtig setzen
Nach dem Arbeitsblatt des Lehrerfortbildungsservers Baden-Württemberg
Wer eine Präsentation oder ein Handout erstellt, muss übernommene Aussagen kennzeichnen und belegen. Dieser Text zeigt an einer konkreten Vorlage, wie das aussehen kann.
Worum es bei Quellenangaben in Präsentation und Handout geht
Beim wissenschaftlichen Schreiben für eine Präsentation oder ein Handout stellt sich schnell die Frage, wie du mit übernommenen Aussagen umgehst. Das Arbeitsblatt zum Referat auf dem Lehrerfortbildungsserver Baden-Württemberg gibt dazu eine konkrete Vorgabe: Wörtliche Zitate werden mit Anführungszeichen gekennzeichnet, und sowohl Zitate als auch übernommene Aussagen erhalten eine Quellenangabe in der Fußnote. Diese Regel bezieht sich ausdrücklich auf dieses Arbeitsblatt und ist keine allgemeine Hochschulregel, die für jede Universität oder jedes Fach gilt.
Das Ziel dieser Vorgabe liegt darin, Herkunft und Eigenleistung sichtbar zu trennen. Wer an einer Hausarbeit schreiben arbeitet oder eine Masterarbeit schreiben will, kennt dieses Prinzip aus größeren Textformen, hier wird es auf die kürzere Form von Folien und Begleittext übertragen. Die Grenzen sind dabei klar gesetzt: Das Arbeitsblatt macht keine Aussage zu Schriftgrößen, Folienlayout oder einer allgemeinen Zitierpflicht über den eigenen Anwendungsfall hinaus. Zahlen zu Umfang, Fristen oder Bewertungsgewichtung lassen sich daraus nicht ableiten, wer dazu Angaben braucht, sollte bei der zuständigen Lehrkraft oder Prüfungsstelle nachfragen.
Wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen einem wörtlichen Zitat und einer sinngemäß übernommenen Aussage. Beide Formen verlangen laut dem Arbeitsblatt eine Quellenangabe, nur die Kennzeichnung mit Anführungszeichen betrifft ausschließlich das wörtliche Zitat. Wer unsicher ist, ob eine Formulierung als eigene Formulierung oder als Übernahme gilt, prüft den Ausgangstext noch einmal Satz für Satz und entscheidet dann bewusst, ob eine Fußnote nötig ist.
Wer sich allgemein mit wissenschaftliches Schreiben beschäftigt, findet dort Grundlagen, die sich auch auf kürzere Formen wie Folien und Begleittext übertragen lassen.

Schritt für Schritt zur Quellenangabe in Präsentation und Handout
Der erste Schritt besteht darin, Zitate und übernommene Aussagen beim Schreiben der Folien direkt zu kennzeichnen, statt das auf später zu verschieben. Direkt im Anschluss setzt du die Fußnote mit der Quelle, damit die Zuordnung nicht verloren geht. Parallel dazu führst du ein Quellenverzeichnis, das sowohl in der Präsentation als auch im Handout erscheint, damit beide Dokumente unabhängig voneinander lesbar bleiben.
Ein Beispiel verdeutlicht das: Eine Studentin bereitet ein Referat vor und übernimmt aus einem Fachaufsatz eine zentrale Definition. Sie markiert die wörtliche Formulierung mit Anführungszeichen auf der Folie, setzt eine Fußnote mit Autor und Titel und trägt die vollständige Angabe zusätzlich in das Quellenverzeichnis von Präsentation und Handout ein. Bei einer sinngemäßen Zusammenfassung aus einem zweiten Text verzichtet sie auf Anführungszeichen, setzt aber ebenfalls eine Fußnote, weil die Aussage nicht von ihr selbst stammt.
Bleibt eine Frage offen, etwa ob eine bestimmte Quelle in diesem Rahmen überhaupt zulässig ist, bestimmst du die zuständige Stelle oder Person, meist die betreuende Lehrkraft oder die Seminarleitung, und klärst die Frage dort. Das gilt besonders dann, wenn es um Formate geht, die über die Fußnote hinausgehen, etwa eine Vorgabe zum Zitierformat für das gesamte Seminar. Halte das Ergebnis solcher Rückfragen schriftlich fest, zum Beispiel in einer kurzen Notiz, und leite daraus den nächsten Schritt ab, etwa die Anpassung des Quellenverzeichnisses oder eine erneute Prüfung der Fußnoten vor der Abgabe.
Wer sich grundsätzlich mit den Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit beschäftigt, erkennt, dass Quellenangaben in Präsentation und Handout eine verkleinerte Variante desselben Prinzips sind, das auch bei einer Gliederung einer Hausarbeit oder beim Literaturverzeichnis erstellen gilt. Die Fußnote ersetzt dabei den ausführlichen Beleg im Fließtext, ohne auf die Nachweispflicht zu verzichten.
Bevor du Quellen für ein Referat sammelst, hilft es oft zu klären, wie du Forschungsfrage formulieren kannst, damit die Fußnoten später zur eigentlichen Leitfrage passen.
Typische Fehler bei Zitaten in Präsentation und Handout
Ein häufiger Fehler besteht darin, die Vorgabe dieses einen Arbeitsblatts als allgemeine Hochschulregel zu behandeln. Tatsächlich bezieht sich die Anweisung zu Anführungszeichen und Fußnote nur auf das konkrete Arbeitsblatt zum Referat, andere Seminare oder Fachbereiche können abweichende Vorgaben setzen. Prüfe deshalb bei jeder neuen Veranstaltung, welche Regel dort tatsächlich gilt, statt eine einmal gelernte Vorgabe automatisch zu übertragen.
Ein zweiter Fehler betrifft Internetquellen: Wer eine Website zitiert, ohne das Datum des letzten Zugriffs zu notieren, lässt eine zentrale Angabe weg, die laut Arbeitsblatt zur vollständigen Quellenangabe gehört. Autor, Titel und URL allein reichen nicht aus, wenn das Zugriffsdatum fehlt, weil sich Webinhalte verändern können und die Quelle später nicht mehr in der ursprünglichen Form auffindbar ist.
Auch die Vermischung von Annahme und Regel führt zu Problemen. Wer vermutet, dass eine bestimmte Quellenform akzeptiert wird, sollte diese Vermutung nicht wie eine feststehende Regel behandeln, sondern sie bei der zuständigen Lehrkraft überprüfen. Das gilt auch für Fragen rund um Methoden wissenschaftlicher Arbeiten, wenn unklar ist, wie eine bestimmte Methode in der Präsentation zu belegen ist.
Schließlich schieben viele Studierende Nachweise und Rückfragen bis kurz vor die Abgabe auf. Das führt dazu, dass fehlende Fußnoten oder unklare Quellenangaben nicht mehr rechtzeitig korrigiert werden können. Plane deshalb genügend Zeit ein, um Fußnoten zu prüfen und offene Fragen frühzeitig zu klären, bevor die Präsentation fertiggestellt wird.
Fehlende Belege schwächen nicht nur die Quellenangabe, sondern auch eine wissenschaftliche Argumentation, weil Leser nicht mehr nachvollziehen können, woher eine Aussage stammt.

Checkliste für Quellenangaben in Präsentation und Handout
Vor der Abgabe lohnt sich ein strukturierter Blick auf alle Quellenangaben. Prüfe zunächst, ob jedes wörtliche Zitat mit Anführungszeichen gekennzeichnet ist und ob zu jedem Zitat eine eigene Fußnote existiert. Kontrolliere anschließend, ob bei Internetquellen Autor, Titel und URL vollständig notiert sind und ob das Zugriffsdatum bei jeder dieser Quellen festgehalten wurde.
Stelle außerdem sicher, dass das Quellenverzeichnis sowohl in der Präsentation als auch im Handout vorhanden ist und dieselben Angaben enthält. Wer unsicher ist, welche Quellenform im eigenen Seminar verlangt wird, ermittelt die zuständige Stelle aus den offiziellen Unterlagen des Kurses, etwa aus der Aufgabenstellung oder den Hinweisen der Lehrkraft, statt sich auf eine Vermutung zu verlassen.
Für den eigenen nächsten Schritt hilft eine kurze Notiz: Welche Fußnoten fehlen noch, welche Rückfrage ist offen, und bis wann soll das geklärt sein. Wer sich zusätzlich mit Quellenangaben richtig zitieren oder mit grundlegenden Zitierweisen wie der deutsche Zitierweise und der Harvard-Zitierweise beschäftigt, kann die Prinzipien aus Präsentation und Handout leichter auf andere Textformen übertragen und Plagiat vermeiden.
Je nachdem, ob die zugrunde liegenden Quellen aus qualitative und quantitative Forschung stammen, kann sich die passende Form der Quellenangabe im Einzelfall leicht unterscheiden.
Quellen und Stand
- Offizielle Quelle: lehrerfortbildung-bw.de (geprüft am 2026-10-22)