Quellen online gezielt für eine Fachfrage nutzen

Quellen online

Lesezeit ca. 8 Min. · zuletzt aktualisiert: 15. August 2026 · Weitere Tipps für Studium und wissenschaftliches Arbeiten

Nutze online zugängliche historische Quellen für eine konkrete Fachfrage und halte das Arbeitsergebnis überprüfbar fest. Prüfe dazu die ausgewählte Quelle, ihre Darstellungsform und die Grenze deiner Aussage.

Von der Onlinequelle zur überprüfbaren Fachfrage

Übersetze Quellen online in eine klar begrenzte Fachfrage und ein überprüfbares Arbeitsergebnis. Die Universität Tübingen weist darauf hin, dass Geschichtswissenschaft ohne Quellen nicht auskommt, und nennt Digitalisierungsprojekte, durch die Quellen aus der Zeitgeschichte und aus früheren Epochen online auffindbar sind. Halte für deine Arbeit fest, welches konkrete Dokument du auswertest und welches Ergebnis du daran prüfen willst.

Formuliere zuerst eine Frage, die sich an einem bestimmten Dokumentbestand bearbeiten lässt. Ein möglicher Arbeitsauftrag lautet: Welche Aussagen lassen sich aus ausgewählten Akten zu einem historischen Reichstag gewinnen? Ein anderer Auftrag kann auf eine mittelalterliche Urkunde, einen Brief oder einen Bericht zielen. Die Frage muss so gefasst sein, dass du am Ende benennen kannst, welches Material du ausgewertet hast und welche Aussage daraus tatsächlich hervorgeht.

Für wissenschaftliches Schreiben hältst du die Verbindung zwischen Frage, Quelle und Ergebnis sichtbar. Wenn du eine Hausarbeit schreiben oder eine Masterarbeit schreiben willst, lege einen abgegrenzten historischen Arbeitsschritt fest. Die Seite der Universität Tübingen führt Links zu Quellen der Alten Geschichte, des Mittelalters, der Neuzeit, der Zeitgeschichte, der geschichtlichen Landeskunde und der osteuropäischen Geschichte auf.

Ergänze keine unbelegten Zusatzbehauptungen. Prüfe stattdessen die konkrete Quelle, die angegebene Edition und die Form, in der das Material vorliegt. Gib einen allgemeinen Überblick über Fundstellen nicht als fertiges Arbeitsergebnis aus.

Konkreter Abschlusscheck zu Quellen online gezielt für eine Fachfrage nutzen

Die Arbeitsschritte in nachvollziehbarer Reihenfolge

Der Aufbau lässt sich als Abfolge von Entscheidungen ordnen. Erstens legst du die Fachfrage für Quellen online fest. Zweitens wertest du die direkte Quelle und die für sie geltenden Kriterien aus. Drittens ordnest du das benötigte Material oder die Daten. Viertens setzt du den fachlichen Arbeitsschritt nachvollziehbar um. Fünftens prüfst du das Ergebnis gegen die Kriterien und gegen die Aussagegrenze der Quelle.

  1. Fachfrage festlegen: Bestimme den historischen Gegenstand, den Zeitraum und die Dokumentart nur so weit, wie es für die Bearbeitung nötig ist. Beim Forschungsfrage formulieren kannst du die Frage an einen konkret auffindbaren Bestand binden.
  2. Direkte Quelle bestimmen: Entscheide, welches digitale Angebot den Ausgangspunkt bildet. Die Tübinger Übersicht nennt unterschiedliche historische Bereiche und verweist auf konkrete Editionsprojekte.
  3. Form und Kriterien erfassen: Notiere, ob du einen Volltext, ein Regest, eine Übersetzung oder eine Zusammenstellung vor dir hast. Bei der Online-Ausgabe der Monumenta Germaniae Historica werden neben historiografischen und hagiografischen Texten auch Rechtstexte, Urkunden und Briefliteratur genannt. Die Deutsche Reichstagsakten drucken Aktenstücke teilweise als Regest und teilweise mit Volltexten.
  4. Material ordnen: Trenne die ausgewählten Dokumente nach dem Gesichtspunkt deiner Frage. Halte Titel, Zeitraum, Dokumentart und die Fundstelle in deinen Arbeitsunterlagen fest.
  5. Arbeitsschritt durchführen: Lies die einschlägigen Textstellen, beschreibe ihre Aussagen und ordne sie der Fachfrage zu. Eine wissenschaftliche Argumentation entsteht hier aus der sichtbaren Verbindung zwischen Textstelle, Beobachtung und Schlussfolgerung.
  6. Ergebnis prüfen: Vergleiche deine Aussage mit dem tatsächlich ausgewerteten Material. Für Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit verwende nur solche Aussagen, die du an der direkten Quelle nachvollziehen kannst. Die Gliederung einer Hausarbeit kann diese Reihenfolge abbilden.

Formale Nachweise sind von der inhaltlichen Auswertung zu trennen. Hinweise zum Literaturverzeichnis erstellen, zu Quellenangaben richtig zitieren und zu Zitierweisen betreffen die Darstellung deiner Belege. Die konkrete historische Aussage muss trotzdem aus der ausgewerteten Quelle hervorgehen.

Schritt für Schritt mit einem Ergebnis pro Phase

Beginne mit einer schriftlich festgehaltenen Fachfrage. Das Ergebnis dieses Schrittes ist ein kurzer Satz, der sagt, welchen historischen Sachverhalt du anhand welcher Dokumente untersuchen willst. Vermeide dabei eine Frage, die nur nach einer allgemeinen Zusammenfassung verlangt.

  1. Suchbereich abgrenzen: Ordne die Frage einem historischen Bereich zu, der in der Tübinger Übersicht genannt wird. Ergebnis: eine begrenzte Auswahl aus Alter Geschichte, Mittelalter, neuerer Geschichte, Zeitgeschichte, geschichtlicher Landeskunde oder osteuropäischer Geschichte.
  2. Quelle auswählen: Öffne das passende Editions- oder Sammlungsangebot und notiere, welche Dokumente dort genannt werden. Ergebnis: eine direkte Quelle mit erkennbarem Titel und dokumentarischer Form.
  3. Darstellungsform feststellen: Prüfe, ob das Material als Volltext, Regest oder Übersetzung vorliegt. Ergebnis: eine kurze Notiz darüber, was du unmittelbar auswertest.
  4. Material zusammenstellen: Lege nur die Dokumente ab, die zur Fachfrage gehören. Ergebnis: ein geordnetes Korpus mit den zugehörigen Angaben.
  5. Text auswerten: Markiere Aussagen, die deine Frage berühren, und beschreibe sie ohne zusätzliche Behauptungen. Ergebnis: eine Tabelle oder Notizfolge mit Textbeobachtung und Bezug zur Frage.
  6. Schluss formulieren: Schreibe, was dein Material trägt, und benenne ausdrücklich, was nicht untersucht wurde. Ergebnis: eine begrenzte Antwort statt eines allgemeinen Überblicks.
  7. Nachweis gestalten: Entscheide anhand der geforderten Vorgaben, wie du die Fundstelle angibst. Für die deutsche Zitierweise und die Harvard-Zitierweise dürfen keine Regeln aus der bloßen Existenz der Onlinequelle abgeleitet werden. Ergebnis: eine formal einheitliche, überprüfbare Quellenangabe nach der maßgeblichen Vorgabe.

Die Übersicht nennt als Beispiele unter anderem die Online-Ausgabe der Monumenta Germaniae Historica, die Bibliothek der Kirchenväter und die Deutsche Reichstagsakten. Die Bibliothek der Kirchenväter wird als Sammlung patristischer und theologischer Schriften der Antike und des frühen Mittelalters in deutscher Übersetzung beschrieben. Bei jedem Angebot bleibt die konkrete Frage der Maßstab für die Auswahl.

Für die methodische Einordnung kannst du Methoden wissenschaftlicher Arbeiten und qualitative und quantitative Forschung als getrennte Orientierungspunkte prüfen. Die Quelle selbst liefert jedoch keine allgemeine Methodenlehre. Schreibe daher nur auf, welchen konkreten Auswertungsschritt du tatsächlich ausgeführt hast.

Ein kurzes durchgängiges Anwendungsbeispiel

Eine Studentin bearbeitet die Fachfrage: Welche Dokumente aus einem ausgewählten Reichstag wertet sie für ihre Untersuchung aus? Sie beginnt mit der Tübinger Übersicht zu online frei zugänglichen historischen Quellen und grenzt daraus ihren Suchbereich ein.

Als direkte Quelle verwendet sie die Deutschen Reichstagsakten. Die Tübinger Übersicht beschreibt dieses Editionsprojekt als Quellenangebot zur Geschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit in Deutschland. Sie prüft anschließend die Form der Dokumente: Aktenstücke erscheinen dort teilweise als Regest und teilweise als Volltext. Für ihren Arbeitsschritt hält sie fest, welche Dokumente sie unmittelbar liest und welche sie anhand eines Regests zuordnet.

Ihr Material ordnet sie in drei Spalten: Dokumentbezeichnung, Darstellungsform und Bezug zur Fachfrage. In einer weiteren Notiz beschreibt sie die jeweilige Textstelle und ihren Bezug zur Frage. Sie kennzeichnet ausdrücklich, wenn ihre Auswahl nicht den gesamten Bestand umfasst. Ihr Ergebnis beschränkt sie auf Hinweise, die in den geprüften Volltexten oder Regesten erkennbar sind.

Für die Darstellung prüft sie anschließend die Anleitung ihrer Lehrveranstaltung. Beim Thema Plagiat vermeiden trennt sie eigene Zusammenfassungen von belegten Textaussagen. Sie gibt die konkrete Fundstelle des ausgewerteten Dokuments an. Einen allgemeinen Überblick über die Deutschen Reichstagsakten gibt sie nicht als Arbeitsergebnis aus, sondern dokumentiert Material, Arbeitsschritt und Aussagegrenze.

Konkrete Schritte zu Quellen online gezielt für eine Fachfrage nutzen

Inhaltliche Abgrenzung und formale Prüfung

Prüfe zuerst die inhaltliche Kette. Steht eine konkrete Fachfrage fest? Ist die direkte Quelle benannt? Sind die Kriterien für ihre Auswertung erfasst? Ist das benötigte Material geordnet? Ist der Arbeitsschritt so beschrieben, dass eine andere Person ihn nachvollziehen kann? Gibt es ein Ergebnis, das sich auf die ausgewerteten Dokumente bezieht? Ist die Aussagegrenze sichtbar?

  • Fachfrage: Die Frage muss auf ein bestimmtes historisches Material zielen und darf nicht nur eine ungeprüfte Allgemeinaussage verlangen.
  • Direkte Quelle: Prüfe, ob du tatsächlich mit einem genannten Editions- oder Sammlungsangebot arbeitest. Die Tübinger Seite führt historische Quellengruppen und nützliche Links zusammen.
  • Kriterien: Halte die Dokumentart und die Darstellungsform fest. Regest und Volltext sind bei den Deutschen Reichstagsakten ausdrücklich unterschiedlich beschrieben.
  • Material: Kontrolliere, ob jedes ausgewählte Dokument einen erkennbaren Bezug zur Fachfrage besitzt.
  • Arbeitsschritt: Trenne Beschreibung, Auswertung und Schlussfolgerung in deinen Notizen.
  • Ergebnis: Formuliere nur, was aus dem geprüften Material hervorgeht.
  • Nachvollziehbarkeit: Bewahre die Angaben auf, mit denen die Fundstelle und die bearbeitete Dokumentform wiedergefunden werden können.
  • Aussagegrenze: Schreibe ausdrücklich, welche Dokumente oder historischen Bereiche nicht Teil deiner Auswertung waren.

Danach folgt die formale Prüfung. Vergleiche die Quellenangabe mit der maßgeblichen Vorgabe deiner Arbeit. Prüfe Schreibweise, Fundstelle, Dokumenttitel und die einheitliche Verwendung deiner gewählten Nachweisform. Die Begriffe Literaturverzeichnis erstellen, Quellenangaben richtig zitieren und Zitierweisen benennen dabei unterschiedliche Arbeitsfragen und sollten nicht als Beleg für eine historische Aussage dienen.

Zum Schluss trennst du Abgrenzung und Formales sichtbar: Die Abgrenzung beantwortet, welches Material und welche Aussage geprüft wurden. Die formale Prüfung beantwortet, wie dieses Material nachgewiesen und dargestellt wird. Wenn ein Punkt nicht aus der direkten Quelle hervorgeht, ergänze keine Vermutung, sondern notiere die konkrete Prüfung, die noch erforderlich ist.

Quellen und Stand

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Häufige Fragen zu Quellen online

Welche historischen Epochen können online zugängliche Quellen betreffen?

Die Universität Tübingen nennt Quellen der Alten Geschichte, der mittelalterlichen Geschichte, der neueren Geschichte und der Zeitgeschichte. Außerdem führt die Übersicht Quellen der geschichtlichen Landeskunde und der osteuropäischen Geschichte auf. Für eine konkrete Arbeit ist zu prüfen, welches der genannten Angebote zur eigenen Fachfrage passt.

Was bietet die Online-Ausgabe der Monumenta Germaniae Historica?

Die Quelle beschreibt die Online-Ausgabe der Monumenta Germaniae Historica als Angebot zu spätantiker und mittelalterlicher Historiographie und Hagiographie. Genannt werden außerdem Rechtstexte, Urkunden und Briefliteratur. Diese Einordnung bezieht sich auf das in der Quelle beschriebene Editionsangebot.

Was ist die Bibliothek der Kirchenväter?

Die Universität Tübingen beschreibt die Bibliothek der Kirchenväter als Sammlung patristischer und theologischer Schriften der Antike und des frühen Mittelalters in deutscher Übersetzung. Die Schriften erschienen laut Quelle in drei Reihen zwischen 1831 und 1938.

Was kennzeichnet die Deutsche-Reichstagsakten-Edition?

Die Deutsche Reichstagsakten werden als zentrales Editionsprojekt von Quellen zur Geschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit in Deutschland beschrieben. Die Edition wählt Aktenstücke aus, die bei Vorbereitung und Durchführung der Reichstage entstanden. Diese Stücke werden teilweise als Regest und teilweise mit Volltexten gedruckt.

Welche Stelle gibt die Deutschen Reichstagsakten heraus?

Laut der Universität Tübingen wird die Edition seit ihrer Gründung von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München herausgegeben. Diese Aussage bezieht sich auf das in der Quelle genannte Editionsprojekt und nicht auf andere Onlineangebote.

Warum muss eine Onlinequelle mit einer konkreten Fachfrage verbunden werden?

Die Tübinger Quelle stellt historische Onlinequellen und nützliche Links zusammen und betont, dass Geschichtswissenschaft ohne Quellen nicht auskommt. Für die eigene Bearbeitung sollte deshalb geprüft werden, welches konkrete Dokument zur Frage passt, in welcher Form es vorliegt und welche Aussage daraus tatsächlich belegt werden kann.

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