Ein Quasi-Experiment nachvollziehbar planen
Quasi experiment planen
Ein Quasi-Experiment lässt sich über die Bedingungen, Variablen und den Umgang mit möglichen Störvariablen klar beschreiben. Dieser Beitrag führt von der Einordnung über den Aufbau bis zur Prüfung.
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Die Planung eines Quasi-Experiments auf der einen Seite, die Kette von der Forschungslücke bis zur Aussage auf der anderen: neun Designs mit Stärke und Grenze, die Wege der Erhebung, die Operationalisierung in sechs Schritten, die Gütekriterien und ein Raster für das eigene Design.
Quasi-Experiment im wissenschaftlichen Arbeiten einordnen
Für die Einordnung eines Quasi-Experiments beschreibst du zunächst die Zuteilung: Personen werden den Bedingungen nicht durch Zufall zugeordnet; Gruppen stehen häufig bereits fest. Ergänze daraus keine Angaben zu Ort, Zulassung, Frist, Gebühr, Umfang oder Ergebnis. Falls dein Vorhaben hierzu Angaben enthält, prüfe sie unmittelbar im Untersuchungsplan, bevor du sie aufnimmst.
Die verlinkten Themen Forschungsfrage formulieren, wissenschaftliche Argumentation, Hausarbeit schreiben und Masterarbeit schreiben ändern nichts an der Einordnung: Ergänze nur Merkmale des Quasi-Experiments, die im eigenen Plan stehen, und keine darüber hinausgehenden Angaben.
Auch die Themen wissenschaftliches Schreiben, Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit und Gliederung einer Hausarbeit fügen dem Quasi-Experiment keine Merkmale hinzu und ersetzen nicht die Angaben im Untersuchungsplan.
Kennzeichne Aussagen nur dann als Beschreibung des Vorhabens, wenn sie im Untersuchungsplan stehen. Erstellst du einen neuen Plan, lege fehlende Merkmale begründet fest. Bei einem fremden oder bereits bestehenden Plan ersetzt du eine unbekannte Angabe durch die Prüfnotiz: „Prüfen, ob dieses Merkmal im Untersuchungsplan angegeben ist.“

Begriff, Merkmale und Bestandteile des Plans
Beginne mit einer kurzen Definition: Beim Quasi-Experiment wird die Personenzuordnung zu den Bedingungen nicht zufällig vorgenommen, und die Gruppen sind häufig bereits vorgegeben. Für einen neuen Untersuchungsplan legst du Design, Zeitpunkt, Umfang und weitere erforderliche Angaben begründet fest. Angaben aus einem bestehenden Plan übernimmst du nur, wenn sie dort dokumentiert sind; bei fehlenden Angaben setzt du eine Prüfnotiz.
Danach ordnest du die Bestandteile des Versuchsplans. Erstellst du einen neuen Plan, legst du je nach Fragestellung eine Hypothese, passende Vergleichsbedingungen, unabhängige und abhängige Variablen sowie Maßnahmen gegen Störvariablen fest. Bei einem bestehenden Plan beschreibst du zu jedem Bestandteil ausschließlich, was er ausdrücklich enthält.
Übernimm die Hypothese als eigenen Punkt in die Übersicht. Erstellst du einen neuen Plan, formulierst du die Hypothese, legst passende Vergleichsbedingungen fest, bestimmst unabhängige und abhängige Variablen und planst Maßnahmen gegen Störvariablen. In einem bestehenden Plan führst du diese Punkte jeweils nur auf, wenn sie angegeben sind. Fehlt bei einem Punkt eine Angabe, setze dort: „Prüfen, ob dieser Bestandteil im Untersuchungsplan angegeben ist.“
Für die Methoden wissenschaftlicher Arbeiten kannst du eine getrennte Übersicht erstellen, die den Versuchsplan wiedergibt. Beim Thema qualitative und quantitative Forschung prüfst du zunächst, ob die erforderlichen Merkmale im eigenen Material belegt sind. Die Themen Zitierweisen, deutsche Zitierweise und Harvard-Zitierweise ergänzt du nur mit Angaben, die dein Material dazu ausdrücklich enthält.
Schließe mit einer sichtbaren Trennung der Ebenen: Eine Ebene enthält die Bestandteile des Versuchsplans, die andere die nicht zufällige Zuteilung und die häufig vorgegebenen Gruppen. Prüfe vor dem Abschluss, dass keine Ebene um nicht belegte Angaben ergänzt wurde.
Schritt für Schritt zum begrenzten Versuchsplan
- Quasi-Experiment planen: Lege eine Forschungsfrage und eine Hypothese fest, wähle ein passendes Design und lege fest, ob es eine Vergleichsgruppe oder andere passende Vergleichsbedingungen vorsieht. Dokumentiere die nicht zufällige Zuteilung sowie die häufig bereits bestehenden Gruppen. Bestimme im Aufbau und Ablauf, wann die Intervention und die Messungen stattfinden, wie unabhängige und abhängige Variablen gemessen werden, welche Störvariablen und Ausgangsunterschiede erfasst werden und wie sie berücksichtigt werden. Lege Stichprobe, Datenerhebung und Auswertung vorab fest und prüfe, welche kausalen Schlüsse wegen der Gruppenbildung nur begrenzt möglich sind. Ergebnis: ein nachvollziehbar geplanter Versuchsplan.
- Hypothese notieren: Trage die Hypothese ein, die dein konkreter Plan festlegt. Ergebnis: ein im Plan formulierter Hypothesensatz.
- Vergleichsbedingungen beschreiben: Benenne die Bedingungen oder Gruppen, die im Plan verglichen werden. Ergebnis: eine nachvollziehbare Darstellung dessen, was einander gegenübersteht.
- Unabhängige Variable eintragen: Übernimm die unabhängige Variable, die im Plan festgelegt ist. Ergebnis: die im Plan vermerkte unabhängige Variable.
- Abhängige Variable eintragen: Übernimm die abhängige Variable, die im Plan festgelegt ist. Ergebnis: die im Plan vermerkte abhängige Variable.
- Störvariablen berücksichtigen: Erstellst du einen neuen Plan, bestimme mögliche Störvariablen und lege Maßnahmen zu ihrer Kontrolle fest. Bei einem bestehenden Plan schreibe die festgelegten Maßnahmen auf. Wenn keine Maßnahme angegeben ist, lautet das Ergebnis der Prüfung: „Angabe fehlt und muss im Ausgangsmaterial geprüft werden.“
- Text logisch verbinden: Führe Definition, Hypothese, Vergleichsbedingungen und Variablen in einer nachvollziehbaren Reihenfolge zusammen.
- Quellenangaben prüfen: Nutze die Vorgaben für Quellenangaben richtig zitieren, wenn du die belegte Aussage in deinen Text übernimmst. Danach kannst du das Literaturverzeichnis erstellen und kontrollieren, ob die verwendete Quelle dort passend erfasst ist.
- Übernahmen kontrollieren: Prüfe, ob die Aussagen belegt und eigenständig dargestellt sind. Beim Thema Plagiat vermeiden bedeutet das: Beleg und eigene Darstellung sichtbar auseinanderhalten.
Wenn du beim Forschungsfrage formulieren einen neuen Plan erstellst, lege begründet fest, welche Gruppen oder Bedingungen untersucht werden. Bei einem bestehenden Plan ersetzt du eine unbelegte Aussage durch eine Prüfhandlung. Schreibe zum Beispiel: „Prüfe im Untersuchungsplan, welche Gruppe bereits vorgegeben ist.“ So entsteht kein zusätzlicher Tatsachenkern.
Kurzes durchgängiges Anwendungsbeispiel
Dieses kompakte Szenario umfasst zwei bereits bestehende Lerngruppen: Gruppe A und Gruppe B. Die Personen werden diesen Gruppen nicht zufällig zugeteilt. Als Vergleichsbedingungen legt der Entwurf fest: Gruppe A bearbeitet einen Text mit markierten Absätzen, Gruppe B bearbeitet denselben Text ohne Markierungen. Vor der Bearbeitung wird bei beiden Gruppen ein Ausgangswert erhoben; nach der Bearbeitung werden die vorgegebenen Fragen gestellt. Der Plan dokumentiert mögliche Ausgangsunterschiede der bestehenden Gruppen und legt fest, sie bei der Auswertung zu berücksichtigen.
Die Hypothese im Plan lautet: Gruppe A beantwortet nach der Bearbeitung mehr der vorgegebenen Fragen richtig als Gruppe B. Das ist eine Hypothese für diesen Beispielplan, kein vorweggenommenes Untersuchungsergebnis. Als unabhängige Variable wird im Plan die Markierung der Absätze eingetragen. Als abhängige Variable wird die Anzahl der richtig beantworteten Fragen eingetragen.
Der Plan nennt außerdem eine Maßnahme gegen Störvariablen: Beide Gruppen erhalten denselben Textumfang und dieselben Fragen. Damit enthält der Beispielplan die Hypothese, die beiden Vergleichsbedingungen, die beiden Variablen und eine festgehaltene Maßnahme.
Ein kurzer Abschnitt für die Ausarbeitung kann so formuliert werden: „Verglichen werden die bereits bestehenden Gruppen A und B. Gruppe A bearbeitet einen Text mit markierten Absätzen, Gruppe B denselben Text ohne Markierungen. Die Hypothese bezieht sich auf die Anzahl richtig beantworteter Fragen. Im Plan sind die Markierung der Absätze als unabhängige Variable und die Anzahl richtig beantworteter Fragen als abhängige Variable eingetragen.“ Ergebnisse werden erst ergänzt, wenn sie für die eigene Untersuchung vorliegen.
Beim Thema Quellenangaben richtig zitieren verwendest du für die Ausarbeitung die von dir ausgewählte Form. Die Entscheidung zwischen deutsche Zitierweise und Harvard-Zitierweise behandelst du als formale Frage deines Textes und prüfst sie anhand der geltenden Vorgaben, die dir vorliegen.

Definition, Abgrenzung und Formales getrennt prüfen
Führe den Qualitätscheck in zwei getrennten Teilen durch. Im ersten Teil prüfst du den fachlichen Inhalt. Im zweiten Teil prüfst du die Form. Vermische diese Ebenen nicht, weil eine sprachlich saubere Darstellung eine fachlich fehlende Angabe nicht ersetzt.
Fachliche Prüfung:
- Steht die Definition des Quasi-Experiments im Text?
- Ist ausdrücklich genannt, dass die Personen nicht zufällig den Bedingungen zugeteilt werden?
- Ist berücksichtigt, dass die Gruppen häufig bereits vorgegeben sind?
- Sind Hypothese, Vergleichsbedingungen, unabhängige Variable, abhängige Variable und Maßnahmen gegen Störvariablen als Bestandteile des Versuchsplans erkennbar?
- Ist die Anwendung am konkreten Plan erklärt, ohne ein Ergebnis zu behaupten?
- Ist die Abgrenzung zwischen dem Begriff Quasi-Experiment und dem allgemeinen Versuchsplan sichtbar?
- Fehlt für einen neuen Plan eine notwendige Angabe, lege sie begründet fest. Geht eine Angabe nicht aus der Quelle hervor, formuliere eine Prüfhandlung und keine Vermutung.
Formale Prüfung:
- Prüfe, ob die Quelle an der Stelle angegeben ist, an der du die belegte Aussage verwendest.
- Prüfe, ob deine Zitierweisen einheitlich umgesetzt sind.
- Prüfe, ob beim Literaturverzeichnis erstellen die tatsächlich verwendeten Quellen berücksichtigt sind.
- Prüfe, ob die Begriffe als natürliche Wortfolgen in den Text eingebettet sind und nicht als reine Stichwortkette erscheinen.
- Prüfe, ob die wissenschaftliche Argumentation von der Einordnung über den Plan bis zum Beispiel nachvollziehbar fortgeführt wird.
- Prüfe abschließend, ob keine längere Quellenwortfolge ohne Kennzeichnung und Beleg übernommen wurde, um Plagiat vermeiden zu können.
Wenn du beide Teile abgeschlossen hast, lies den Abschnitt noch einmal auf unbelegte Erweiterungen. Erstellst du einen neuen Plan, lege Entscheidungen zu Ort, Institution, Frist, Wirkung, Pflicht, Menge oder Ergebnis nur fest, wenn sie für die Fragestellung erforderlich und begründet sind. In einem bestehenden Plan dürfen solche Aussagen nur stehen, wenn der verwendete Beleg sie direkt trägt. Andernfalls ersetze sie durch eine konkrete Prüfung im Ausgangsmaterial. So bleiben Definition, zentrale Merkmale, Anwendung, Abgrenzung und formale Prüfung sichtbar getrennt.
Quellen und Stand
- Universität Münster: Forschungsdesigns im Projekt ProkRASt: www.uni-muenster.de (zuletzt geprüft: 2026-08-20)
- Springer Lehrbuch Psychologie: Versuchsplan: www.lehrbuch-psychologie.springernature.com (zuletzt geprüft: 2026-08-20)