Ein Quasi-Experiment nachvollziehbar planen
Quasi experiment planen
Ein Quasi-Experiment lässt sich über die Bedingungen, Variablen und den Umgang mit möglichen Störvariablen klar beschreiben. Dieser Beitrag führt von der Einordnung über den Aufbau bis zur Prüfung.
Quasi-Experiment im wissenschaftlichen Arbeiten einordnen
Für die Einordnung eines Quasi-Experiments beschreibst du zunächst die Zuteilung: Personen werden den Bedingungen nicht durch Zufall zugeordnet; Gruppen stehen häufig bereits fest. Ergänze daraus keine Angaben zu Ort, Zulassung, Frist, Gebühr, Umfang oder Ergebnis. Falls dein Vorhaben hierzu Angaben enthält, prüfe sie unmittelbar im Untersuchungsplan, bevor du sie aufnimmst.
In einem Studientext oder einer wissenschaftlichen Arbeit kannst du diese Einordnung als begrenzte Beschreibung deines Vorhabens verwenden. Nenne nur die Zuteilung und die Gruppen, soweit sie im Plan vorhanden sind. Für Forschungsfrage formulieren, wissenschaftliche Argumentation, Hausarbeit schreiben oder Masterarbeit schreiben ergänze keine Merkmale des Quasi-Experiments, die weder hier noch im eigenen Plan stehen.
Beim Thema wissenschaftliches Schreiben formulierst du den Abschnitt eigenständig. Lege die Reihenfolge fest: zuerst die Bezeichnung, dann die nicht zufällige Zuteilung und anschließend die bereits bestehenden Gruppen. Bei Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit und Gliederung einer Hausarbeit prüfst du getrennt, ob dein eigener Text dafür Angaben enthält; die Begriffe selbst fügen dem Quasi-Experiment keine Merkmale hinzu.
Kennzeichne Aussagen nur dann als Beschreibung des Vorhabens, wenn sie im Untersuchungsplan stehen. Fehlt ein Merkmal, ersetze keine Lücke durch eine Tatsachenbehauptung. Notiere an der Stelle stattdessen: „Prüfen, ob dieses Merkmal im Untersuchungsplan angegeben ist.“

Begriff, Merkmale und Bestandteile des Plans
Beginne den Aufbau mit einer knappen Begriffsbestimmung: Bei einem Quasi-Experiment erfolgt die Zuordnung von Personen zu Bedingungen nicht zufällig, und die Gruppen sind häufig schon vorgegeben. Trage weitere Angaben nur ein, wenn sie im konkreten Untersuchungsplan stehen. Für Ort, Zeit, Umfang, Ergebnis oder institutionelle Vorgaben setzt du bei fehlenden Angaben eine Prüfnotiz.
Danach ordnest du die Bestandteile des Versuchsplans. Er umfasst eine Hypothese, Vergleichsbedingungen, unabhängige und abhängige Variablen sowie Vorkehrungen gegen Störvariablen. Nutze für die Darstellung diese Abfolge: Hypothese, Vergleichsbedingungen, Variablen, Maßnahmen gegen Störvariablen. Schreibe zu jedem Bestandteil ausschließlich, was dein Plan ausdrücklich enthält.
Übernimm die Hypothese als eigenen Punkt in die Übersicht. Halte bei den Vergleichsbedingungen fest, welche Angaben dazu im Plan stehen. Führe unabhängige und abhängige Variablen jeweils als getrennte Punkte auf. Notiere die vorgesehenen Maßnahmen gegen Störvariablen nur dann, wenn sie im Plan angegeben sind. Fehlt bei einem Punkt eine Angabe, setze dort: „Prüfen, ob dieser Bestandteil im Untersuchungsplan angegeben ist.“
Für die Methoden wissenschaftlicher Arbeiten kannst du eine getrennte Übersicht erstellen, die den Versuchsplan wiedergibt. Bei einer Gegenüberstellung mit qualitative und quantitative Forschung prüfst du erst, ob die benötigten Merkmale im eigenen Material belegt sind. Die Überschriften Zitierweisen, deutsche Zitierweise und Harvard-Zitierweise ergänzt du nur mit Angaben, die dein Material dazu ausdrücklich enthält.
Schließe mit einer sichtbaren Trennung der Ebenen: Eine Ebene enthält die Bestandteile des Versuchsplans, die andere die nicht zufällige Zuteilung und die häufig vorgegebenen Gruppen. Prüfe vor dem Abschluss, dass keine Ebene um nicht belegte Angaben ergänzt wurde.
Schritt für Schritt zum begrenzten Versuchsplan
- Begriff festhalten: Schreibe in einem Satz, dass die Zuordnung zu den Bedingungen nicht per Zufall erfolgt und die Gruppen häufig bereits vorgegeben sind. Ergebnis: eine quellennahe Ausgangsdefinition.
- Hypothese notieren: Trage die Hypothese ein, die dein konkreter Plan festlegt. Ergebnis: ein im Plan benannter Hypothesensatz.
- Vergleichsbedingungen beschreiben: Benenne die Bedingungen oder Gruppen, die im Plan verglichen werden. Ergebnis: eine nachvollziehbare Darstellung dessen, was einander gegenübersteht.
- Unabhängige Variable eintragen: Übernimm die unabhängige Variable, die im Plan festgelegt ist. Ergebnis: die im Plan vermerkte unabhängige Variable.
- Abhängige Variable eintragen: Übernimm die abhängige Variable, die im Plan festgelegt ist. Ergebnis: die im Plan vermerkte abhängige Variable.
- Störvariablen berücksichtigen: Schreibe die Maßnahmen auf, die dein Plan gegen Störvariablen festlegt. Ergebnis: die im Plan genannten Maßnahmen. Wenn keine Maßnahme angegeben ist, lautet das Ergebnis der Prüfung: „Angabe fehlt und muss im Ausgangsmaterial geprüft werden.“
- Text logisch verbinden: Führe Definition, Hypothese, Vergleichsbedingungen und Variablen in einer nachvollziehbaren Reihenfolge zusammen. Ergebnis: ein Abschnitt, dessen Aussagen aufeinander verweisen, ohne neue Fachbehauptungen einzuführen.
- Quellenangaben prüfen: Nutze die Vorgaben für Quellenangaben richtig zitieren, wenn du die belegte Aussage in deinen Text übernimmst. Danach kannst du das Literaturverzeichnis erstellen und kontrollieren, ob die verwendete Quelle dort passend erfasst ist.
- Übernahmen kontrollieren: Prüfe, ob die Aussagen belegt und eigenständig dargestellt sind. Der Arbeitsschritt Plagiat vermeiden bedeutet hier: Beleg und eigene Darstellung sichtbar auseinanderhalten.
Wenn du beim Forschungsfrage formulieren oder beim Aufbau deiner Argumentation an eine unbelegte Grenze stößt, ersetze die Aussage durch eine Prüfhandlung. Schreibe zum Beispiel: „Prüfe im Untersuchungsplan, welche Gruppe bereits vorgegeben ist.“ So entsteht kein zusätzlicher Tatsachenkern.
Kurzes durchgängiges Anwendungsbeispiel
Für ein kurzes Beispiel wird ein Plan mit zwei bereits bestehenden Lerngruppen erstellt: Gruppe A und Gruppe B. Die Personen werden diesen Gruppen nicht per Zufall zugeteilt. Als Vergleichsbedingungen hält der Plan fest: Gruppe A bearbeitet einen Text mit markierten Absätzen, Gruppe B bearbeitet denselben Text ohne Markierungen.
Die Hypothese im Plan lautet: Gruppe A beantwortet nach der Bearbeitung mehr der vorgegebenen Fragen richtig als Gruppe B. Das ist eine Hypothese für diesen Beispielplan, kein vorweggenommenes Untersuchungsergebnis. Als unabhängige Variable wird im Plan die Markierung der Absätze eingetragen. Als abhängige Variable wird die Anzahl der richtig beantworteten Fragen eingetragen.
Der Plan nennt außerdem eine Maßnahme gegen Störvariablen: Beide Gruppen erhalten denselben Textumfang und dieselben Fragen. Ob weitere Maßnahmen erforderlich sind, wird im Ausgangsmaterial geprüft; sie werden nicht ergänzt, solange dazu keine Angabe vorliegt. Damit enthält der Beispielplan die Hypothese, die beiden Vergleichsbedingungen, die beiden Variablen und eine festgehaltene Maßnahme.
Ein kurzer Abschnitt für die Ausarbeitung kann so formuliert werden: „Verglichen werden die bereits bestehenden Gruppen A und B. Gruppe A bearbeitet einen Text mit markierten Absätzen, Gruppe B denselben Text ohne Markierungen. Die Hypothese bezieht sich auf die Anzahl richtig beantworteter Fragen. Im Plan sind die Markierung der Absätze als unabhängige Variable und die Anzahl richtig beantworteter Fragen als abhängige Variable eingetragen.“ Ergebnisse werden erst ergänzt, wenn sie für die eigene Untersuchung vorliegen.
Beim Thema Quellenangaben richtig zitieren verwendest du für die Ausarbeitung die von dir ausgewählte Form. Die Entscheidung zwischen deutsche Zitierweise und Harvard-Zitierweise behandelst du als formale Frage deines Textes und prüfst sie anhand der geltenden Vorgaben, die dir vorliegen.

Definition, Abgrenzung und Formales getrennt prüfen
Führe den Qualitätscheck in zwei getrennten Teilen durch. Im ersten Teil prüfst du den fachlichen Inhalt. Im zweiten Teil prüfst du die Form. Vermische diese Ebenen nicht, weil eine sprachlich saubere Darstellung eine fachlich fehlende Angabe nicht ersetzt.
Fachliche Prüfung:
- Steht die Definition des Quasi-Experiments im Text?
- Ist ausdrücklich genannt, dass die Personen nicht zufällig den Bedingungen zugeteilt werden?
- Ist berücksichtigt, dass die Gruppen häufig bereits vorgegeben sind?
- Sind Hypothese, Vergleichsbedingungen, unabhängige Variable, abhängige Variable und Maßnahmen gegen Störvariablen als Bestandteile des Versuchsplans erkennbar?
- Ist die Anwendung am konkreten Plan erklärt, ohne ein Ergebnis zu behaupten?
- Ist die Abgrenzung zwischen dem Begriff Quasi-Experiment und dem allgemeinen Versuchsplan sichtbar?
- Fehlt ein Merkmal, das nicht aus der Quelle hervorgeht? Dann formuliere eine Prüfhandlung und keine Vermutung.
Formale Prüfung:
- Prüfe, ob die Quelle an der Stelle angegeben ist, an der du die belegte Aussage verwendest.
- Prüfe, ob deine Zitierweisen einheitlich umgesetzt sind.
- Prüfe, ob beim Literaturverzeichnis erstellen die tatsächlich verwendeten Quellen berücksichtigt sind.
- Prüfe, ob die Begriffe als natürliche Wortfolgen in den Text eingebettet sind und nicht als reine Stichwortkette erscheinen.
- Prüfe, ob die wissenschaftliche Argumentation von der Einordnung über den Plan bis zum Beispiel nachvollziehbar fortgeführt wird.
- Prüfe abschließend, ob keine längere Quellenwortfolge übernommen wurde, um Plagiat vermeiden zu können.
Wenn du beide Teile abgeschlossen hast, lies den Abschnitt noch einmal auf unbelegte Erweiterungen. Aussagen zu Ort, Institution, Frist, Wirkung, Pflicht, Menge oder Ergebnis dürfen nur stehen, wenn der verwendete Beleg sie direkt trägt. Andernfalls ersetze sie durch eine konkrete Prüfung im Ausgangsmaterial. So bleiben Definition, zentrale Merkmale, Anwendung, Abgrenzung und formale Prüfung sichtbar getrennt.
Quellen und Stand
- Universität Münster: Forschungsdesigns im Projekt ProkRASt: www.uni-muenster.de (geprüft am 2026-08-20)
- Springer Lehrbuch Psychologie: Versuchsplan: www.lehrbuch-psychologie.springernature.com (geprüft am 2026-08-20)
Der Überblick „Ein Quasi-Experiment nachvollziehbar planen“ umfasst ebenso „Ablauf“.