Notorisch Bedeutung: Definition und Herkunft
Herkunft, Verwendung und Synonyme des Begriffs notorisch
Notorisch Bedeutung hat mehrere Facetten. Das Wort kann eine negative Eigenschaft oder Gewohnheit bezeichnen, für die jemand bekannt ist, und auch „allbekannt, offenkundig“ bedeuten. In der Rechtssprache geht es um Tatsachen, die keines Beweises bedürfen. Ein notorischer Zuspätkommer kommt wiederholt zu spät.
Notorisch Bedeutung: Kurze Definition
Notorisch kann bedeuten, dass jemand für eine negative Eigenschaft oder Gewohnheit bekannt ist. In einer weiteren, veraltenden Bedeutung heißt das Wort allbekannt oder offenkundig.
Der Beiklang ist negativ. Auf das Attribut folgt zumeist etwas Unerwünschtes, weshalb Wendungen wie ein notorisch guter Zuhörer ungewöhnlich bis spöttisch klingen.
Herkunft und Wortgeschichte im Detail
Das Lexem geht auf das Spätlateinische notorius zurück und gehört zu lateinisch notus („bekannt“). Das Verb noscere bedeutet „kennenlernen, erkennen“.
Im juristischen Kontext bezeichnet Notorietät die Offenkundigkeit einer Tatsache. Nach § 291 ZPO bedürfen Tatsachen, die bei Gericht offenkundig sind, keines Beweises.
Im Alltag verschob sich der Fokus vom bloßen Bekanntsein hin zum ständigen Wiederkehren. Diese Verschiebung liegt nahe: Was jemand ständig tut, wird irgendwann allgemein bekannt.

Beispielsätze und Verwendung
Bei Individuen: Er ist ein notorischer Nörgler. Das Nörgeln ist hier Gewohnheit, nicht Ausnahme, und die Aussage ist deutlich kritisch.
Situationsbedingt: Die Abteilung ist notorisch unterbesetzt. Der Satz beschreibt eine als dauerhaft wahrgenommene Unterbesetzung, ohne deren Ursache zu benennen.
Juristisch: Es handelt sich um eine notorische Tatsache. Damit ist ein bei Gericht offenkundiger Umstand gemeint, der nach § 291 ZPO keines Beweises bedarf.
Synonyme und passende Alternativen
Das Gewohnheitsmäßige lässt sich mit ständig, chronisch und unverbesserlich ausdrücken. Chronisch stammt aus der Medizin und wird hier übertragen in ähnlicher Weise verwendet.
Um Bekanntheit auszudrücken, eignen sich allgemein bekannt, offenkundig sowie stadtbekannt. Offenkundig kommt auch in der Rechtssprache vor, ist aber nicht auf sie beschränkt.
Für eine neutrale Beschreibung bieten sich regelmäßig oder wiederholt an. Sie beschreiben die Häufigkeit eines Verhaltens, ohne die Person selbst zu bewerten.
Richtige Verwendung und häufige Verwechslungen
Entscheidend ist der Beiklang. Das englische notorious wird ebenfalls meist negativ gebraucht. Im Deutschen kann notorisch je nach Zusammenhang wertend, aber auch im Sinn von „allbekannt, offenkundig“ verwendet werden.
Abzugrenzen ist notorisch von chronisch. Chronisch bezeichnet in der Medizin meist einen langsam verlaufenden und lange dauernden Zustand; umgangssprachlich kann es auch „dauernd“ heißen. Notorisch kann sowohl Personen als auch Zustände beschreiben und ist häufig wertend.
In Beurteilungen und Zeugnissen kann eine konkrete Beschreibung von Verhalten klarer sein als das Wort notorisch. Sie macht die Grundlage der Einschätzung nachvollziehbar.
In juristischen Texten sollte die Fachbedeutung beachtet werden. Wer dort notorisch schreibt und Gewohnheit meint, kann ein Missverständnis erzeugen, weil Notorietät die Offenkundigkeit einer Tatsache bezeichnet.
Das Adjektiv notorisch und seine adverbiale Verwendung schreibt man klein, das Nomen Notorietät groß. Das Wort lässt sich steigern, wird aber meist ohne Steigerung verwendet.

Verhalten beschreiben statt zuschreiben
Bei Bewertungen und Berichten kann die sachliche Schilderung eines Verhaltens wirkungsvoller sein als eine bloße Zuschreibung. Konkreter wirkt es oft, die Anzahl verspäteter Termine anzugeben, als jemandem pauschal Unpünktlichkeit zuzuschreiben.
Ein praktischer Aspekt spricht für diese Herangehensweise: Gezählt dargestellte Vorfälle lassen sich genauer überprüfen als pauschale Urteile. Ihre rechtliche Bewertung hängt jedoch vom Einzelfall ab.
Daraus leitet sich für deinen Sprachgebrauch eine klare Richtlinie ab: Sobald ein Attribut eine Persönlichkeit prägt, solltest du hinterfragen, welche Beobachtungen dazu führen. Messbare Daten gehören in die Beschreibung, das Label kann weggelassen werden.
In der Presseberichterstattung kann die Zuschreibung rechtlich heikel sein. Ob eine Aussage zulässig ist, hängt vom Kontext und von ihrer tatsächlichen Grundlage ab.
Gesicherte Angaben mit Quellen machen eine Einschätzung überprüfbar: Welche Termine waren betroffen, wie oft kam es vor, worauf gründet sich die Einschätzung? Sie können eine sachliche Gegendarstellung erleichtern.
Fazit: Notorisch Bedeutung auf den Punkt gebracht
Notorisch geht auf das spätlateinische notorius und das lateinische notus („bekannt“) zurück. Verwandt ist es mit noscere („kennenlernen, erkennen“); auch Notiz gehört zu dieser Wortfamilie.
Im Alltag ist notorisch meist wertend. In der Rechtssprache kann das Wort einen neutralen Fachbezug haben: Nach § 291 ZPO bedürfen bei Gericht offenkundige Tatsachen keines Beweises.
evident und manifest können je nach Zusammenhang „offenkundig“ bedeuten. latent bezeichnet dagegen etwas Verborgenes oder noch nicht Hervorgetretenes.
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Stand: 1. Oktober 2026korrektur.de. (2026, 1. Oktober). Notorisch Bedeutung: Definition, Herkunft und Verwendung. korrektur.de. https://korrektur.de/notorisch-bedeutung
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