Wie schreibst du eine Kolumne mit eigener Stimme?
Kolumne aufbauen: So gehst du vor
Eine Kolumne ist ein regelmäßig an fester Stelle erscheinender Meinungsbeitrag. Hier liest du, woran du sie erkennst, was die Ich-Form bewirkt und wie du sie von Glosse und Kommentar abgrenzt.
Was eine Kolumne ist
Eine Kolumne ist ein regelmäßig an fester Stelle erscheinender Meinungsbeitrag. Der Duden beschreibt sie als einen Meinungsbeitrag, der von stets demselben Journalisten verfasst und regelmäßig an bestimmter Stelle einer Zeitung oder Zeitschrift veröffentlicht wird. Für dich heißt das: Der Autor bleibt derselbe, und der Platz im Medium bleibt ebenfalls derselbe, auch wenn sich die Themen von Ausgabe zu Ausgabe ändern. Die Kolumne lebt damit von Wiederholung im Blatt und von einer erkennbaren Stimme.
Das Schullexikon von Brockhaus ordnet die Kolumne als journalistische Darstellungsform mit starkem Meinungscharakter ein. Die Kolumne erscheint regelmäßig in einer Zeitung oder Zeitschrift und gehört zu den Meinungsbeiträgen, zu denen auch Kommentare, Leitartikel und Glossen zählen. Das Lexikon betont dabei, dass diese Textsorten jeweils eigene Charakteristika haben, sodass sie sich trotz ähnlicher Einordnung unterscheiden lassen. Für die Einordnung zählt also weniger ein einzelner Satz als das Zusammenspiel aus Form, Ort und Haltung.
Der feste Platz und die feste Stimme machen die Kolumne wiedererkennbar. Wer eine Frage von mehreren Seiten prüfen will, findet bei Erörterung schreiben, wie du Pro und Contra abwägst. Wer ein persönliches Thema aufgreift, findet mit Essay schreiben einen Weg, Gedanken in einer längeren und offeneren Form zu entfalten. Die Kolumne setzt dagegen auf einen einzelnen Blick, der über mehrere Texte hinweg zu erkennen ist. Gerade diese Verbindung aus Ort, Titel und Verfasser lässt den Text als eigenständige Stimme auftreten.

Woran du eine Kolumne erkennst und was das Ich bringt
Eine Kolumne hat ihre feste Position im Medium. Die Kolumne erscheint unter dem gleichen Titel, unabhängig davon, worum es im jeweiligen Text geht. Das Fachportal Deutsche Tageszeitungen nennt außerdem die persönliche Meinung des Verfassers als Kennzeichen, denn die Kolumne drückt diese Meinung aus. Prüfe an einer Zeitung oder Zeitschrift deiner Wahl, ob ein Text unter wiederkehrendem Titel und an derselben Stelle steht.
Das Ich wirkt in der Kolumne, weil der Text so gut wie immer in der Ich-Form verfasst ist. Laut dem Portal unterstreicht das die individuelle Handschrift des Autors und macht deutlich, dass es sich um eine Einzelmeinung handelt. Die Ich-Form macht also sichtbar, wer spricht, und zeigt, dass hier eine Einzelmeinung vorliegt.
Als Beobachtung lässt sich festhalten, dass die Ich-Form zur Kolumne passt. Die Ich-Form ist aber keine Pflicht für deinen Auftrag. Bei Vorgaben deiner Lehrkraft gelten diese Vorgaben. Kläre deshalb vor dem Schreiben, ob die Ich-Form erwünscht ist.
Die Thüringer Landesmedienanstalt beschreibt, dass in Kolumnen Sachverhalte näher betrachtet werden, ohne sie literarisch auf die Spitze zu treiben. Dabei kann man darüber nachdenken, warum Dinge so sind, wie sie sind, oder den Leser auf gewisse Verhaltensweisen aufmerksam machen.
Erfundenes Beispiel, nicht echt: Seit Wochen beobachte ich an der Bushaltestelle vor unserer Schule, wie alle gleichzeitig auf ihr Handy schauen, und frage mich, wem dieser Blick eigentlich gilt. Der Satz ist frei erfunden und dient nur als Muster für die Ich-Form.
Wie du eine Kolumne aufbaust
Kolumnen betrachten Sachverhalte näher und können darüber philosophieren, warum Dinge so sind, wie sie sind. Daraus lässt sich ein Aufbau ableiten, den du als Vorschlag verstehen kannst. Er ist keine feste Regel, sondern eine Anregung, die du prüfen und an deinen Auftrag anpassen kannst. Das Verfahren bleibt dabei offen und lässt Raum für eigene Gedanken.
Als Vorschlag, ausdrücklich nicht als feste Regel, bietet sich diese Schrittfolge an:
- Wähle einen Anlass aus deinem eigenen Alltag.
- Lege deine Haltung fest, bevor du schreibst.
- Schreibe einen persönlichen Einstieg in Ich-Form.
- Spitze deine Gedanken zu.
- Schließe mit einer Wendung oder einer Frage.
Ein erfundener Beispielaufbau zeigt, wie das aussehen kann. Alles darin ist erfunden, auch der Anlass selbst:
- Anlass: ein überfüllter Fahrradständer am Schulhof (erfunden)
- Haltung: verärgert, aber fair (erfunden)
- Einstieg: „Heute stand ich wieder vor dem Ständer, der keinen Platz mehr hat.“ (erfunden)
- Zuspitzung: Wer zuerst kommt, nimmt sich auch den Platz der anderen (erfunden)
- Schluss: eine Frage an die Leser, wem der Schulhof eigentlich gehört (erfunden)
Wer mit leiser Ironie arbeitet, kann bei Ironie als Stilmittel nachlesen, wie sie funktioniert und woran man sie erkennt. Die Kolumne kann dadurch eine eigene Note bekommen, während die Glosse nach der Thüringer Landesmedienanstalt mit einer Pointe am Ende arbeitet. Ob diese Note trägt, prüfst du beim Lesen deines eigenen Textes.
Wer eine Kolumne an eine Leserschaft richtet, kann auch auf die Reaktionen schauen, die sie auslöst. Bei Leserbrief schreiben siehst du, wie das in schriftlicher Form aussehen kann.
Prüfe am Ende, ob die Wendung zu deinem Anlass passt und ob der Schluss die zugespitzte Haltung trägt. Lies deinen Text laut vor, bevor du ihn abgibst.

Kolumne, Glosse und Kommentar im Vergleich
Die Thüringer Landesmedienanstalt unterscheidet die Kolumne von der Glosse. Die Kolumne betrachtet Sachverhalte genauer, verzichtet dabei aber auf eine literarische Zuspitzung. Die Glosse beschreibt ein Thema dagegen satirisch, witzig oder bissig und setzt eine Pointe am Ende. Der Unterschied liegt damit vor allem in der Tendenz des Textes.
| Merkmal | Kolumne | Glosse | Kommentar |
|---|---|---|---|
| Platz | regelmäßig an bestimmter Stelle einer Zeitung oder Zeitschrift | Keine Angabe vorhanden; Rücksprache mit der betreuenden Lehrkraft | Keine Angabe vorhanden; Rücksprache mit der betreuenden Lehrkraft |
| Ton | Sachverhalte werden genauer betrachtet und nicht literarisch zugespitzt | satirisch, witzig oder bissig | Keine Angabe vorhanden; Rücksprache mit der betreuenden Lehrkraft |
| Perspektive | persönliche Meinung des Verfassers, so gut wie immer in der Ich-Form | Beschreibung eines Themas, die satirisch, witzig oder bissig zugespitzt ist | Meinungsbeitrag mit eigenen Charakteristika (Brockhaus) |
Wo eine Zelle eine Rücksprache nennt, lohnt ein Blick in das Material deiner Lehrkraft, bevor du eine Angabe übernimmst.
Kolumne, Kommentar, Leitartikel und Glosse sind laut dem Schullexikon von Brockhaus Meinungsbeiträge, und die Formen bringen jeweils eigene Merkmale mit. Willst du vor allem argumentieren, zeigt dir das Thema Kommentar schreiben, wie du eine Meinung sachlich begründest. Für die Einordnung deiner eigenen Kolumne hilft der Vergleich mit Glosse und Kommentar, weil du so Ton und Perspektive bewusst wählst.
Prüfe die Vorgaben deines Kurses, bevor du dich für eine Form entscheidest. Die Tabelle ersetzt keine Vorgabe, sondern dient als Orientierung für das Schreiben. Notiere dir danach, welcher Ton und welche Perspektive zu deinem Auftrag passen.
Quellen und Stand
- Duden: Kolumne: www.duden.de (geprüft am 2026-10-06)
- Brockhaus Schullexikon: Kolumne (Medien): brockhaus.de (geprüft am 2026-10-06)
- Thüringer Landesmedienanstalt: Journalistische Darstellungsformen: www.tlm.de (geprüft am 2026-10-06)
- Deutsche Tageszeitungen: Die Kolumne, Infos und Tipps, Teil 1: www.deutsche-tageszeitungen.de (geprüft am 2026-10-06)