Wie schreibst du eine Kolumne mit eigener Stimme?

Kolumne aufbauen: So gehst du vor

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 6. Oktober 2026 · Textsorten & Formate

Eine Kolumne ist ein regelmäßig an fester Stelle erscheinender Meinungsbeitrag. Hier liest du, woran du sie erkennst, was die Ich-Form bewirkt und wie du sie von Glosse und Kommentar abgrenzt.

Was eine Kolumne ist

Eine Kolumne ist ein regelmäßig an fester Stelle erscheinender Meinungsbeitrag. Der Duden beschreibt sie als einen Meinungsbeitrag, der von stets demselben Journalisten verfasst und regelmäßig an bestimmter Stelle einer Zeitung oder Zeitschrift veröffentlicht wird. Für dich heißt das: Der Autor bleibt derselbe, und der Platz im Medium bleibt ebenfalls derselbe, auch wenn sich die Themen von Ausgabe zu Ausgabe ändern. Die Kolumne lebt damit von Wiederholung im Blatt und von einer erkennbaren Stimme.

Das Schullexikon von Brockhaus ordnet die Kolumne als journalistische Darstellungsform mit starkem Meinungscharakter ein. Die Kolumne erscheint regelmäßig in einer Zeitung oder Zeitschrift und gehört zu den Meinungsbeiträgen, zu denen auch Kommentare, Leitartikel und Glossen zählen. Das Lexikon betont dabei, dass diese Textsorten jeweils eigene Charakteristika haben, sodass sie sich trotz ähnlicher Einordnung unterscheiden lassen. Für die Einordnung zählt also weniger ein einzelner Satz als das Zusammenspiel aus Form, Ort und Haltung.

Der feste Platz und die feste Stimme machen die Kolumne wiedererkennbar. Wer eine Frage von mehreren Seiten prüfen will, findet bei Erörterung schreiben, wie du Pro und Contra abwägst. Wer ein persönliches Thema aufgreift, findet mit Essay schreiben einen Weg, Gedanken in einer längeren und offeneren Form zu entfalten. Die Kolumne setzt dagegen auf einen einzelnen Blick, der über mehrere Texte hinweg zu erkennen ist. Gerade diese Verbindung aus Ort, Titel und Verfasser lässt den Text als eigenständige Stimme auftreten.

Kolumne schreiben: der Ablauf in drei Schritten

Woran du eine Kolumne erkennst und was das Ich bringt

Eine Kolumne hat ihre feste Position im Medium. Die Kolumne erscheint unter dem gleichen Titel, unabhängig davon, worum es im jeweiligen Text geht. Das Fachportal Deutsche Tageszeitungen nennt außerdem die persönliche Meinung des Verfassers als Kennzeichen, denn die Kolumne drückt diese Meinung aus. Prüfe an einer Zeitung oder Zeitschrift deiner Wahl, ob ein Text unter wiederkehrendem Titel und an derselben Stelle steht.

Das Ich wirkt in der Kolumne, weil der Text so gut wie immer in der Ich-Form verfasst ist. Laut dem Portal unterstreicht das die individuelle Handschrift des Autors und macht deutlich, dass es sich um eine Einzelmeinung handelt. Die Ich-Form macht also sichtbar, wer spricht, und zeigt, dass hier eine Einzelmeinung vorliegt.

Als Beobachtung lässt sich festhalten, dass die Ich-Form zur Kolumne passt. Die Ich-Form ist aber keine Pflicht für deinen Auftrag. Bei Vorgaben deiner Lehrkraft gelten diese Vorgaben. Kläre deshalb vor dem Schreiben, ob die Ich-Form erwünscht ist.

Die Thüringer Landesmedienanstalt beschreibt, dass in Kolumnen Sachverhalte näher betrachtet werden, ohne sie literarisch auf die Spitze zu treiben. Dabei kann man darüber nachdenken, warum Dinge so sind, wie sie sind, oder den Leser auf gewisse Verhaltensweisen aufmerksam machen.

Erfundenes Beispiel, nicht echt: Seit Wochen beobachte ich an der Bushaltestelle vor unserer Schule, wie alle gleichzeitig auf ihr Handy schauen, und frage mich, wem dieser Blick eigentlich gilt. Der Satz ist frei erfunden und dient nur als Muster für die Ich-Form.

Wie du eine Kolumne aufbaust

Kolumnen betrachten Sachverhalte näher und können darüber philosophieren, warum Dinge so sind, wie sie sind. Daraus lässt sich ein Aufbau ableiten, den du als Vorschlag verstehen kannst. Er ist keine feste Regel, sondern eine Anregung, die du prüfen und an deinen Auftrag anpassen kannst. Das Verfahren bleibt dabei offen und lässt Raum für eigene Gedanken.

Als Vorschlag, ausdrücklich nicht als feste Regel, bietet sich diese Schrittfolge an:

  1. Wähle einen Anlass aus deinem eigenen Alltag.
  2. Lege deine Haltung fest, bevor du schreibst.
  3. Schreibe einen persönlichen Einstieg in Ich-Form.
  4. Spitze deine Gedanken zu.
  5. Schließe mit einer Wendung oder einer Frage.

Ein erfundener Beispielaufbau zeigt, wie das aussehen kann. Alles darin ist erfunden, auch der Anlass selbst:

  • Anlass: ein überfüllter Fahrradständer am Schulhof (erfunden)
  • Haltung: verärgert, aber fair (erfunden)
  • Einstieg: „Heute stand ich wieder vor dem Ständer, der keinen Platz mehr hat.“ (erfunden)
  • Zuspitzung: Wer zuerst kommt, nimmt sich auch den Platz der anderen (erfunden)
  • Schluss: eine Frage an die Leser, wem der Schulhof eigentlich gehört (erfunden)

Wer mit leiser Ironie arbeitet, kann bei Ironie als Stilmittel nachlesen, wie sie funktioniert und woran man sie erkennt. Die Kolumne kann dadurch eine eigene Note bekommen, während die Glosse nach der Thüringer Landesmedienanstalt mit einer Pointe am Ende arbeitet. Ob diese Note trägt, prüfst du beim Lesen deines eigenen Textes.

Wer eine Kolumne an eine Leserschaft richtet, kann auch auf die Reaktionen schauen, die sie auslöst. Bei Leserbrief schreiben siehst du, wie das in schriftlicher Form aussehen kann.

Prüfe am Ende, ob die Wendung zu deinem Anlass passt und ob der Schluss die zugespitzte Haltung trägt. Lies deinen Text laut vor, bevor du ihn abgibst.

Kolumne schreiben: Prüfliste mit vier Punkten

Kolumne, Glosse und Kommentar im Vergleich

Die Thüringer Landesmedienanstalt unterscheidet die Kolumne von der Glosse. Die Kolumne betrachtet Sachverhalte genauer, verzichtet dabei aber auf eine literarische Zuspitzung. Die Glosse beschreibt ein Thema dagegen satirisch, witzig oder bissig und setzt eine Pointe am Ende. Der Unterschied liegt damit vor allem in der Tendenz des Textes.

Tabelle: Merkmal, Kolumne, Glosse, Kommentar
MerkmalKolumneGlosseKommentar
Platzregelmäßig an bestimmter Stelle einer Zeitung oder ZeitschriftKeine Angabe vorhanden; Rücksprache mit der betreuenden LehrkraftKeine Angabe vorhanden; Rücksprache mit der betreuenden Lehrkraft
TonSachverhalte werden genauer betrachtet und nicht literarisch zugespitztsatirisch, witzig oder bissigKeine Angabe vorhanden; Rücksprache mit der betreuenden Lehrkraft
Perspektivepersönliche Meinung des Verfassers, so gut wie immer in der Ich-FormBeschreibung eines Themas, die satirisch, witzig oder bissig zugespitzt istMeinungsbeitrag mit eigenen Charakteristika (Brockhaus)

Wo eine Zelle eine Rücksprache nennt, lohnt ein Blick in das Material deiner Lehrkraft, bevor du eine Angabe übernimmst.

Kolumne, Kommentar, Leitartikel und Glosse sind laut dem Schullexikon von Brockhaus Meinungsbeiträge, und die Formen bringen jeweils eigene Merkmale mit. Willst du vor allem argumentieren, zeigt dir das Thema Kommentar schreiben, wie du eine Meinung sachlich begründest. Für die Einordnung deiner eigenen Kolumne hilft der Vergleich mit Glosse und Kommentar, weil du so Ton und Perspektive bewusst wählst.

Prüfe die Vorgaben deines Kurses, bevor du dich für eine Form entscheidest. Die Tabelle ersetzt keine Vorgabe, sondern dient als Orientierung für das Schreiben. Notiere dir danach, welcher Ton und welche Perspektive zu deinem Auftrag passen.

Quellen und Stand

Soll jemand deinen Text vor der Abgabe auf Rechtschreibung, Ausdruck und Aufbau prüfen?

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Häufige Fragen zur Kolumne

Ist eine Kolumne dasselbe wie ein Kommentar?

Nein, das lässt sich daraus nicht ableiten. Das Schullexikon von Brockhaus ordnet Kolumne und Kommentar unter den Meinungsbeiträgen ein, betont aber, dass diese Textsorten jeweils eigene Charakteristika haben. Gleichsetzen lassen sie sich deshalb nicht.

Muss meine Kolumne in der Ich-Form geschrieben sein?

Eine Pflicht ist das nicht. Das Fachportal Deutsche Tageszeitungen schreibt, dass eine Kolumne so gut wie immer in der Ich-Form verfasst ist. Bei Vorgaben deiner Lehrkraft gelten diese Vorgaben.

Darf eine Kolumne witzig sein?

Die Thüringer Landesmedienanstalt beschreibt die Glosse als oft satirisch, witzig oder bissig, mit einer Pointe am Ende. Kolumnen werden dort als Texte beschrieben, die Sachverhalte näher betrachten, ohne sie literarisch auf die Spitze zu treiben. Welche Tonlage dein Auftrag verlangt, prüfst du in den Vorgaben deines Kurses.

Woran erkenne ich eine Kolumne in einer Zeitung?

Prüfe, ob ein Text unter einem gleichbleibenden Titel an fester Stelle im Blatt steht und ob derselbe Verfasser genannt ist. Der Duden beschreibt die Kolumne als Meinungsbeitrag, der von stets demselben Journalisten verfasst und regelmäßig an bestimmter Stelle veröffentlicht wird. Das Fachportal Deutsche Tageszeitungen nennt den festen Platz und den gleichen Titel als Merkmale.

Was ist eine Glosse?

Die Thüringer Landesmedienanstalt beschreibt die Glosse als Darstellung, die ein Thema oft satirisch, witzig oder bissig beschreibt, mit einer Pointe am Ende. Im Unterschied dazu betrachtet die Kolumne Sachverhalte näher.

Kann ich den Aufbau aus der Schrittfolge übernehmen?

Die Schrittfolge ist ein Vorschlag und keine feste Regel. Du kannst sie als Gerüst nutzen, prüfe aber zuerst die Vorgaben deiner Lehrkraft oder deines Fachbereichs.

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