Wie du im Referat mit Haltung, Blick und Stimme sicher wirkst

Körpersprache: So trittst du im Referat sicher auf

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 6. Oktober 2026 · Lernmethoden im Überblick

Körpersprache im Referat unterstützt dein Sprechen und schreibt dir keine feste Rolle vor. Hier erfährst du, wie Haltung, Blickkontakt, Gestik und Stimme wirken, welche Hinweise Hochschulen dazu geben, wie du mit Nervosität umgehst und ob Stehen oder Gehen zu deinem Vortrag passt.

Haltung und Gestik im Referat wirken lassen

Körpersprache begleitet das, was du sagst. Der Leitfaden der Universität Gießen beschreibt eine ausdrucksvolle Körpersprache so, dass sie das Gesagte unterstreichen kann.

Die Studierwerkstatt der Universität Bremen empfiehlt, dass beim Vortrag der ruhige Gesamtausdruck und die Zugewandtheit zum Publikum im Vordergrund stehen. Das ist eine Empfehlung dieser Hochschule und keine allgemeine Pflicht. Dieselbe Stelle schreibt, dass sich die Hände frei bewegen können sollen und für eine angemessene Gestik zur Verfügung stehen. Auch der Gesichtsausdruck zählt: Ein freundlicher Gesichtsausdruck erleichtert das Zuhören, ein unbewegtes Gesicht senkt dagegen die Aufmerksamkeit.

Die Universität zu Köln behandelt in ihrem Leitfaden Präsentation, der aus der Ethnologie stammt, ebenfalls die Hände. Nervöse Bewegungen wie das Drehen der Haare oder das Fassen an der Nase sollst du vermeiden. Gezieltes Gestikulieren, etwa um einen Punkt zu zeigen, nennt der Leitfaden ausdrücklich; sonst bleiben die Hände ruhig.

Daraus lässt sich vorsichtig folgern, dass es keine einzig richtige Haltung gibt. Wichtiger ist, dass du zum Publikum gewandt bist. Als Teil deiner gesamten Vorbereitung, zu der auch die Präsentationstechnik zählt, überlegst du dir: Gehört die Körpersprache zur Präsentationstechnik, die du vorab übst? Ob die Hinweise für dein Fach passen, klärst du mit deiner Betreuung oder mit dem Leitfaden deines Faches, denn die genannten Empfehlungen stammen von einzelnen Hochschulen.

Sicher auftreten im Referat: der Ablauf in drei Schritten

Blickkontakt und Stimme gezielt einsetzen

Nach den Empfehlungen der Universität Bremen dient der Blick zunächst dazu, Kontakt zu den Zuhörenden aufzunehmen. Über den Blick nimmst du außerdem wahr, wie das Publikum reagiert. Die Universität Gießen hält Blickkontakt zum Publikum für unverzichtbar. Dabei soll der Blick über den gesamten Raum wandern und nicht nur über einen Ausschnitt wie die Reihe vorne rechts. Eine ausdrucksvolle Körpersprache kann nach diesem Leitfaden das Gesagte unterstreichen.

Zur Stimme nennt die Studierwerkstatt aus Bremen mehrere Punkte. Die Lautstärke soll zu den Räumlichkeiten passen. Mit unterschiedlicher Modulation lässt sich Monotonie vermeiden, und das Sprechtempo sollte variieren. Daraus lässt sich vorsichtig folgern, dass kleine Pausen dir und dem Publikum Zeit geben. Blick und Stimme sind wichtige Bausteine, aber sie allein machen ein Referat nicht aus.

Wenn du zu deinem Referat ein Blatt austeilst, entlastet dich ein Handout zum Referat, weil das Publikum nicht alle Einzelheiten mitschreiben muss. Das ist eine eigene Einschätzung und keine Regel.

Achte außerdem darauf, dass dein Blick nicht zum Ausweichen wird. Prüfe in der Probe, ob dein Blick zum Publikum zurückkehrt, wenn du auf die Folie schaust. Kehre dann bewusst zum Publikum zurück, bevor du den nächsten Satz beginnst. Eine kurze Pause vor dem nächsten Abschnitt gibt dem Publikum Zeit.

Tabelle: Merkmal, Was dir hilft, Was du vermeiden kannst
MerkmalWas dir hilftWas du vermeiden kannst
BlickkontaktDas gesamte Publikum in den Blick nehmen statt nur einen AusschnittDen Blick nur auf eine Ecke oder eine einzelne Person richten
StimmeDie Lautstärke an den Raum anpassen und moduliert sprechenGleichförmig und ohne Modulation sprechen
Tempo und PausenDas Sprechtempo variieren und nach Abschnitten kurz pausierenOhne Pause durch die Abschnitte eilen
HändeFrei bewegen und gezielt gestikulieren, etwa zum ZeigenNervös Haare drehen oder an der Nase fassen

Für die Umsetzung im eigenen Raum kannst du vorab eine Probe machen, etwa mit deiner Betreuung.

Nervosität annehmen und gezielt üben

Die Universität zu Köln hält im Leitfaden Präsentation fest, dass Nervosität vor einem Vortrag normal ist und keinen Grund zur Verlegenheit bietet. Dieselbe Hochschule empfiehlt, zu Hause vor dem Spiegel oder mit Freunden zu üben.

Ergänzend warnt die Universität Gießen vor nervösen Ticks, etwa davor, alle fünf Sekunden die Brille zu richten. Ebenso wird nervöses Abreagieren durch Hin- und Herlaufen vor der Gruppe genannt. Die Brille dient dort nur als Beispiel. Der Hinweis richtet sich gegen nervöse Unruhe und nicht gegen Bewegung im Raum an sich.

Übung gibt dir Gelegenheit, den Ablauf vorab zu kennen. Das heißt aber nicht, dass Unsicherheit verschwindet. Die folgenden Schritte sind eigene Übungsvorschläge und keine Vorgaben einer Hochschule.

  1. Übe den Anfang auswendig.
  2. Trage den Anfang vor dem Spiegel oder vor Freunden vor.
  3. Stoppe die Zeit, während du sprichst.
  4. Plane Pausen ein, auch nach Abschnitten.
  5. Atme vor dem Start ruhig durch.

Wenn du nach dem Üben merkst, dass dich ein bestimmter Abschnitt besonders aufregt, notiere ihn und übe genau diesen Teil erneut. Das ist eine eigene Übungsidee und keine Regel. Für den Einstieg in dein Referat, den du auswendig übst, hilft dir ein klarer Aufbau eines Referats, weil du dich nach dem ersten Satz an ihm orientierst. Stimme den Aufbau mit deiner Betreuung ab.

Sicher auftreten im Referat: Prüfliste mit vier Punkten

Stehen oder Gehen im Referat abwägen

Die Universität Bremen empfiehlt, dass Vortragende am besten leicht gegrätscht vor dem Publikum stehen. Das ist eine Empfehlung dieser Hochschule und keine feste Vorgabe. Zugewandtheit zum Publikum nennt dieselbe Empfehlung ebenfalls.

Gegen nervöses Hin- und Herlaufen warnt die Universität Gießen. Der Leitfaden beschreibt es als Abreagieren der Spannung vor der Gruppe. Daraus folgt nicht, dass Bewegung im Raum falsch ist. Die Warnung zielt auf das nervöse Laufen selbst.

Eine eigene Einschätzung: Ein bewusster Schritt beim Themenwechsel ist etwas anderes als ständiges Laufen. Wenn du einen Schritt machst, mache ihn bewusst und kehre danach wieder zum Publikum zurück.

Gerade bei Schülern in der Schule, die zum ersten Mal vor der Klasse stehen, helfen Präsentationstipps für Schüler, den ersten Auftritt vorzubereiten. Hat dein Referat eine knappe Zeitvorgabe, kannst du den Vortrag auf zehn Minuten kürzen, und dann bleibt dir mehr Ruhe für Pausen und Blickkontakt.

Ob die Hinweise zu Haltung und Bewegung für dein Fach passen, kläre mit deiner Betreuung oder mit dem Leitfaden deines Faches. Die genannten Empfehlungen stammen aus einzelnen Hochschulen.

Quellen und Stand

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Häufige Fragen zur Körpersprache im Referat

Gilt die Empfehlung zum Stehen aus Bremen auch an anderen Hochschulen?

Nicht automatisch. Die Empfehlung, leicht gegrätscht vor dem Publikum zu stehen, stammt von der Studierwerkstatt der Universität Bremen und steht dort in ihrem Material für Referate. Für dein Fach frage bei deiner Betreuung nach oder schau in den Leitfaden deines Faches.

Ist Nervosität vor einem Referat ein Grund zur Scham?

Die Universität zu Köln schreibt im Leitfaden Präsentation aus der Ethnologie, dass alle Referentinnen und Referenten nervös sind, dass das normal ist und nicht peinlich sein muss. Der Hinweis gilt für diesen Leitfaden und sein Fach und ist keine allgemeine Regel.

Darf ich beim Referat überhaupt laufen?

Die Universität Gießen warnt vor nervösem Hin- und Herlaufen vor der Gruppe, das dort als Abreagieren der Spannung beschrieben wird. Der Leitfaden der Allgemeinen Psychologie in Gießen zieht daraus aber nicht, dass Bewegung im Raum falsch ist. Ein bewusster Schritt beim Themenwechsel ist eine eigene Einschätzung, keine Vorgabe dieses Leitfadens.

Hilft Üben vor dem Spiegel, damit die Nervosität verschwindet?

Die Universität zu Köln empfiehlt, zu Hause vor dem Spiegel oder mit Freunden zu üben. Ob danach Nervosität verschwindet, sagt der Leitfaden nicht. Üben bedeutet also nicht, dass Unsicherheit vollständig verschwindet.

Welche nervösen Ticks sollte ich beim Vortrag vermeiden?

Der Leitfaden der Universität Gießen nennt als Beispiel, alle fünf Sekunden die Brille zu richten. Ebenso nennt er nervöses Hin- und Herlaufen vor der Gruppe. Die Brille dient dort nur als Beispiel für nervöse Ticks.

Wie halte ich Blickkontakt mit dem ganzen Publikum?

Die Universität Gießen sagt, dass das gesamte Publikum in den Blick genommen werden soll und nicht nur ein Ausschnitt wie die Reihe vorne rechts. Die Studierwerkstatt der Universität Bremen beschreibt Blickkontakt als Kontaktaufnahme mit dem Publikum und als Grundvoraussetzung gelungener Kommunikation.

Was tun, wenn meine Hände beim Sprechen nicht wissen, wohin?

Die Universität zu Köln schreibt, dass die Hände ruhig bleiben sollen, sofern du nicht gezielt etwas zeigst. Nervöse Bewegungen mit den Händen sollen vermieden werden. Gezielt gestikulieren ist dagegen vorgesehen, etwa um einen Punkt zu zeigen.

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