Wie du im Referat mit Haltung, Blick und Stimme sicher wirkst
Körpersprache: So trittst du im Referat sicher auf
Körpersprache im Referat unterstützt dein Sprechen und schreibt dir keine feste Rolle vor. Hier erfährst du, wie Haltung, Blickkontakt, Gestik und Stimme wirken, welche Hinweise Hochschulen dazu geben, wie du mit Nervosität umgehst und ob Stehen oder Gehen zu deinem Vortrag passt.
Haltung und Gestik im Referat wirken lassen
Körpersprache begleitet das, was du sagst. Der Leitfaden der Universität Gießen beschreibt eine ausdrucksvolle Körpersprache so, dass sie das Gesagte unterstreichen kann.
Die Studierwerkstatt der Universität Bremen empfiehlt, dass beim Vortrag der ruhige Gesamtausdruck und die Zugewandtheit zum Publikum im Vordergrund stehen. Das ist eine Empfehlung dieser Hochschule und keine allgemeine Pflicht. Dieselbe Stelle schreibt, dass sich die Hände frei bewegen können sollen und für eine angemessene Gestik zur Verfügung stehen. Auch der Gesichtsausdruck zählt: Ein freundlicher Gesichtsausdruck erleichtert das Zuhören, ein unbewegtes Gesicht senkt dagegen die Aufmerksamkeit.
Die Universität zu Köln behandelt in ihrem Leitfaden Präsentation, der aus der Ethnologie stammt, ebenfalls die Hände. Nervöse Bewegungen wie das Drehen der Haare oder das Fassen an der Nase sollst du vermeiden. Gezieltes Gestikulieren, etwa um einen Punkt zu zeigen, nennt der Leitfaden ausdrücklich; sonst bleiben die Hände ruhig.
Daraus lässt sich vorsichtig folgern, dass es keine einzig richtige Haltung gibt. Wichtiger ist, dass du zum Publikum gewandt bist. Als Teil deiner gesamten Vorbereitung, zu der auch die Präsentationstechnik zählt, überlegst du dir: Gehört die Körpersprache zur Präsentationstechnik, die du vorab übst? Ob die Hinweise für dein Fach passen, klärst du mit deiner Betreuung oder mit dem Leitfaden deines Faches, denn die genannten Empfehlungen stammen von einzelnen Hochschulen.

Blickkontakt und Stimme gezielt einsetzen
Nach den Empfehlungen der Universität Bremen dient der Blick zunächst dazu, Kontakt zu den Zuhörenden aufzunehmen. Über den Blick nimmst du außerdem wahr, wie das Publikum reagiert. Die Universität Gießen hält Blickkontakt zum Publikum für unverzichtbar. Dabei soll der Blick über den gesamten Raum wandern und nicht nur über einen Ausschnitt wie die Reihe vorne rechts. Eine ausdrucksvolle Körpersprache kann nach diesem Leitfaden das Gesagte unterstreichen.
Zur Stimme nennt die Studierwerkstatt aus Bremen mehrere Punkte. Die Lautstärke soll zu den Räumlichkeiten passen. Mit unterschiedlicher Modulation lässt sich Monotonie vermeiden, und das Sprechtempo sollte variieren. Daraus lässt sich vorsichtig folgern, dass kleine Pausen dir und dem Publikum Zeit geben. Blick und Stimme sind wichtige Bausteine, aber sie allein machen ein Referat nicht aus.
Wenn du zu deinem Referat ein Blatt austeilst, entlastet dich ein Handout zum Referat, weil das Publikum nicht alle Einzelheiten mitschreiben muss. Das ist eine eigene Einschätzung und keine Regel.
Achte außerdem darauf, dass dein Blick nicht zum Ausweichen wird. Prüfe in der Probe, ob dein Blick zum Publikum zurückkehrt, wenn du auf die Folie schaust. Kehre dann bewusst zum Publikum zurück, bevor du den nächsten Satz beginnst. Eine kurze Pause vor dem nächsten Abschnitt gibt dem Publikum Zeit.
| Merkmal | Was dir hilft | Was du vermeiden kannst |
|---|---|---|
| Blickkontakt | Das gesamte Publikum in den Blick nehmen statt nur einen Ausschnitt | Den Blick nur auf eine Ecke oder eine einzelne Person richten |
| Stimme | Die Lautstärke an den Raum anpassen und moduliert sprechen | Gleichförmig und ohne Modulation sprechen |
| Tempo und Pausen | Das Sprechtempo variieren und nach Abschnitten kurz pausieren | Ohne Pause durch die Abschnitte eilen |
| Hände | Frei bewegen und gezielt gestikulieren, etwa zum Zeigen | Nervös Haare drehen oder an der Nase fassen |
Für die Umsetzung im eigenen Raum kannst du vorab eine Probe machen, etwa mit deiner Betreuung.
Nervosität annehmen und gezielt üben
Die Universität zu Köln hält im Leitfaden Präsentation fest, dass Nervosität vor einem Vortrag normal ist und keinen Grund zur Verlegenheit bietet. Dieselbe Hochschule empfiehlt, zu Hause vor dem Spiegel oder mit Freunden zu üben.
Ergänzend warnt die Universität Gießen vor nervösen Ticks, etwa davor, alle fünf Sekunden die Brille zu richten. Ebenso wird nervöses Abreagieren durch Hin- und Herlaufen vor der Gruppe genannt. Die Brille dient dort nur als Beispiel. Der Hinweis richtet sich gegen nervöse Unruhe und nicht gegen Bewegung im Raum an sich.
Übung gibt dir Gelegenheit, den Ablauf vorab zu kennen. Das heißt aber nicht, dass Unsicherheit verschwindet. Die folgenden Schritte sind eigene Übungsvorschläge und keine Vorgaben einer Hochschule.
- Übe den Anfang auswendig.
- Trage den Anfang vor dem Spiegel oder vor Freunden vor.
- Stoppe die Zeit, während du sprichst.
- Plane Pausen ein, auch nach Abschnitten.
- Atme vor dem Start ruhig durch.
Wenn du nach dem Üben merkst, dass dich ein bestimmter Abschnitt besonders aufregt, notiere ihn und übe genau diesen Teil erneut. Das ist eine eigene Übungsidee und keine Regel. Für den Einstieg in dein Referat, den du auswendig übst, hilft dir ein klarer Aufbau eines Referats, weil du dich nach dem ersten Satz an ihm orientierst. Stimme den Aufbau mit deiner Betreuung ab.

Stehen oder Gehen im Referat abwägen
Die Universität Bremen empfiehlt, dass Vortragende am besten leicht gegrätscht vor dem Publikum stehen. Das ist eine Empfehlung dieser Hochschule und keine feste Vorgabe. Zugewandtheit zum Publikum nennt dieselbe Empfehlung ebenfalls.
Gegen nervöses Hin- und Herlaufen warnt die Universität Gießen. Der Leitfaden beschreibt es als Abreagieren der Spannung vor der Gruppe. Daraus folgt nicht, dass Bewegung im Raum falsch ist. Die Warnung zielt auf das nervöse Laufen selbst.
Eine eigene Einschätzung: Ein bewusster Schritt beim Themenwechsel ist etwas anderes als ständiges Laufen. Wenn du einen Schritt machst, mache ihn bewusst und kehre danach wieder zum Publikum zurück.
Gerade bei Schülern in der Schule, die zum ersten Mal vor der Klasse stehen, helfen Präsentationstipps für Schüler, den ersten Auftritt vorzubereiten. Hat dein Referat eine knappe Zeitvorgabe, kannst du den Vortrag auf zehn Minuten kürzen, und dann bleibt dir mehr Ruhe für Pausen und Blickkontakt.
Ob die Hinweise zu Haltung und Bewegung für dein Fach passen, kläre mit deiner Betreuung oder mit dem Leitfaden deines Faches. Die genannten Empfehlungen stammen aus einzelnen Hochschulen.
Quellen und Stand
- Universität Bremen, Studierwerkstatt: Empfehlungen für Referate (PDF): www.uni-bremen.de (geprüft am 2026-10-06)
- Universität Gießen, Allgemeine Psychologie: Hinweise zur Gestaltung von Referaten (PDF): www.allpsych.uni-giessen.de (geprüft am 2026-10-06)
- Universität zu Köln, Ethnologie: Leitfaden Präsentation (PDF, Archivkopie): web.archive.org (geprüft am 2026-10-06)