Wie erstellst du ein Forschungskonzept vor der Arbeit?
Forschungskonzept erstellen: Teile, Schritte und Abstimmung
Ein Forschungskonzept ist ein kurzer Plan vor der eigentlichen Arbeit, der Fragestellung, Methode und Vorgehen ordnet und mit der betreuenden Person besprochen wird. Es dient als Grundlage für das erste Beratungsgespräch.
Was ist ein Forschungskonzept und wozu dient es?
Ein Forschungskonzept gilt als kurzes Konzept zur Vorbereitung einer wissenschaftlichen Arbeit. Es gibt einen Überblick über das Forschungsproblem, die theoretische Einordnung, die geplante Methodik und die Forschungsfrage oder Hypothese, die du verfolgst. Damit bündelt es an einer Stelle, worüber du sonst erst nach und nach nachdenken würdest. Ob dieser Überblick in deinem Fach als Forschungskonzept oder als Teil des Exposés bezeichnet wird, klärst du im Leitfaden deines Fachbereichs.
Das Konzept dient als Grundlage für das Beratungsgespräch mit der betreuenden Person. Es hilft außerdem, Irrwege zu vermeiden, und stützt den roten Faden der späteren Arbeit.
In einem anderen Verständnis schließt das Konzept die Planungsphase vor der Arbeit ab. Es ordnet das Vorhaben noch einmal zusammenhängend und informiert die betreuende Person darüber, wohin die Arbeit gehen soll. Damit ist es weniger ein Zwischenergebnis als ein Abschlusspunkt der Vorbereitung, nach dem die eigentliche Schreibphase beginnt. Die Benennung als Forschungskonzept oder als Exposé fällt je nach Fachbereich unterschiedlich aus, deshalb klärst du am besten direkt mit der betreuenden Person, welcher Begriff bei dir gilt. Die Details zum Dokument selbst stehen unter Exposé Bachelorarbeit, hier geht es um das Konzept davor, also um die gedankliche Vorarbeit, bevor überhaupt ein fertiges Dokument entsteht. Kläre solche Abgrenzungsfragen vor dem Schreiben mit der betreuenden Person oder im Leitfaden deines Fachbereichs.

Welche Teile hat ein Forschungskonzept?
Verschiedene Leitfäden benennen unterschiedliche Bausteine für ein solches Konzept, auch wenn sich inhaltliche Überschneidungen zeigen. Ein Leitfaden nennt als Teile den Arbeitstitel, die Problemstellung mitsamt Forschungsstand, die Fragestellung sowie die geplanten Methoden. Ein anderer Leitfaden spricht von einer Gliederung, dem eigentlichen Forschungsvorhaben mit Problemstellung, Fragestellung und Relevanz, einem theoretischen Rahmen, der Methode und einer Einschätzung der zu erwartenden Ergebnisse. Ein dritter Leitfaden nennt den Arbeitstitel sowie eine Einleitung, die Problemstellung, Zielsetzung und die Fragestellungen bündelt, aus denen sich Rahmen und Methodik ergeben, dazu kommt die Eingrenzung des Forschungsgegenstands. Ein vierter Leitfaden führt Stand der Forschung, Fragestellung, Methode und Zeitplan auf.
Die folgende Tabelle fasst typische Bestandteile zusammen, wie sie in einzelnen Leitfäden auftauchen, und ordnet ihnen jeweils eine Leitfrage zu, die du dir beim Schreiben stellen kannst.
| Teil | Frage dahinter |
|---|---|
| Arbeitstitel | Wie lässt sich dein Vorhaben in einem Satz benennen? |
| Problemstellung | Welches Problem oder welche Lücke greifst du auf? |
| Fragestellung | Welche konkrete Frage soll die Arbeit beantworten? |
| Methode | Wie willst du die Frage untersuchen? |
| Zeitplan | In welchen Schritten gehst du vor? |
Die Teile werden je Fachbereich unterschiedlich benannt und geordnet. Für den Kern des Konzepts lohnt es sich, die Forschungsfrage formulieren zu können, bevor du weiterplanst, denn von ihr hängen Rahmen und Methodik maßgeblich ab. Wie sich die einzelnen Teile ordnen, zeigt der Aufbau eines Exposés im Detail, falls du bereits am fertigen Dokument statt an der Vorstufe arbeitest. Prüfe beim Schreiben, ob Problemstellung, Fragestellung und Methode zueinander passen, und sprich offene Punkte mit der betreuenden Person ab. Welche Teile dein Fachbereich konkret erwartet und in welcher Reihenfolge sie stehen sollen, siehst du am zuverlässigsten im Leitfaden deines Fachbereichs nach oder klärst es im Gespräch mit der betreuenden Person.
Wie erstellst du ein Forschungskonzept Schritt für Schritt?
Bevor du mit dem eigentlichen Schreiben beginnst, lohnt sich ein grober Ablaufplan, damit du die einzelnen Bausteine nicht durcheinander bringst. Das Thema wird vorher mit der betreuenden Person abgesprochen, sodass du nicht ins Leere hinein planst, sondern von Anfang an eine Rückmeldung zu deiner Richtung bekommst. Darauf aufbauend lassen sich die weiteren Schritte sinnvoll ordnen.
- Thema eingrenzen
- Stand der Forschung sichten
- Fragestellung formulieren
- Methode wählen
- Zeitplan entwerfen
- Konzept mit der betreuenden Person besprechen
Bei der Formulierung der Fragestellung zeigt sich, warum dieser Schritt so zentral ist: Fragestellungen legen den Rahmen fest und bestimmen die Methodik, die du im nächsten Schritt wählst. Prüfe deshalb, ob Frage und Methode zueinander passen, bevor du weiterarbeitest. Deshalb ist es sinnvoll, die Fragestellung nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit dem Stand der Forschung zu entwickeln, den du vorher gesichtet hast.
Das Konzept gibt der Arbeit eine erste Struktur und zwingt zur kritischen Auseinandersetzung mit dem eigenen Vorhaben, schon bevor die eigentliche Schreibphase beginnt. Formuliere die Teile daher aus, statt nur Stichworte zu sammeln. Eine erste Struktur hilft, wenn du einen Forschungsvorschlag schreiben sollst, der noch keine Ergebnisse braucht, sondern vor allem Plan und Begründung liefert. Am Ende der Schrittfolge steht die Rücksprache mit der betreuenden Person.

Wie lang ist ein Konzept und darf es sich noch ändern?
Zum Umfang eines solchen Konzepts gibt es keine einheitliche Angabe, sondern mehrere unterschiedliche Beispiele aus einzelnen Leitfäden. Eine Vorlage nennt zwei bis vier Seiten, ein anderer Leitfaden spricht von höchstens drei Seiten, und ein dritter Leitfaden nennt einen Rahmen von etwa zwei bis fünf Seiten für ein Kurzexposé. Diese Zahlen stammen aus jeweils einzelnen Hochschulen und lassen sich nicht auf dein Fach oder deine Hochschule übertragen, ohne dass du das selbst überprüfst. Den tatsächlichen Umfang für dein Vorhaben ermittelst du am besten im Leitfaden deines Fachbereichs, da sich die Angaben wie gezeigt deutlich unterscheiden.
Neben dem Umfang stellt sich die Frage, wie verbindlich ein solches Konzept überhaupt ist, sobald es einmal vorliegt. Änderungen im Schreibprozess gelten als normaler Teil wissenschaftlichen Arbeitens, das heißt, ein einmal formuliertes Konzept muss nicht in jedem Detail so bleiben, wie es zu Beginn aufgeschrieben wurde. Gerade die Fragestellung oder die Methode können sich im Verlauf der Arbeit noch verschieben, wenn sich beim genaueren Hinsehen zeigt, dass der ursprüngliche Plan angepasst werden sollte. Die Vorgaben zu solchen Anpassungen fallen je Fachbereich unterschiedlich aus, deshalb siehst du am besten direkt im Leitfaden deines Fachbereichs nach und klärst offene Fragen zusätzlich mit der betreuenden Person.
Wenn dein Konzept eine Theorie braucht, hilft dir die Anleitung, einen konzeptuellen Rahmen entwickeln zu können, besonders dann, wenn der theoretische Teil noch unklar ist. Ein theoretischer Rahmen taucht in einzelnen Leitfäden als eigener Bestandteil des Konzepts auf. Stelle dir also nicht nur die Frage nach dem Umfang in Seiten, sondern auch danach, wie detailliert einzelne Abschnitte wie der theoretische Rahmen oder die Methode ausfallen sollen, und besprich das konkret mit der betreuenden Person, bevor du dich an die endgültige Fassung setzt.
Quellen und Stand
- TU Braunschweig: Vorlage Exposé (PDF): www.tu-braunschweig.de (geprüft am 2026-10-09)
- Universität Passau: Leitfaden für das Schreiben eines Exposés (PDF): geku.uni-passau.de (geprüft am 2026-10-09)
- KU Eichstätt-Ingolstadt: Leitfaden Anfertigung Exposé (PDF): www.ku.de (geprüft am 2026-10-09)
- Universität Potsdam: Leitfaden Exposé Bildungsforschung (PDF): www.uni-potsdam.de (geprüft am 2026-10-09)
- Universität Potsdam: Leitfaden Bachelorarbeiten Klinische Psychologie (PDF): www.uni-potsdam.de (geprüft am 2026-10-09)