Folio und Haymon: zwei Wege zum Manuskript
Folio oder Haymon: Programm und Rückmeldung
Wer sein Manuskript beim Folio Verlag oder beim Haymon Verlag einreichen möchte, trifft auf zwei unterschiedliche Vorgehen. Dieser Vergleich zeigt dir, welche Unterlagen jeder Verlag verlangt und welchen Weg er dafür vorsieht.
Einreichweg im Vergleich: Post, E-Mail und Unterlagen
Der Folio Verlag verlangt einen Erstkontakt mit Unterlagen, der Haymon Verlag bittet um Exposé und Leseprobe per E-Mail. Damit stehen sich zwei grundsätzlich verschiedene Vorgehensweisen gegenüber, die du vor dem Versand genau auseinanderhalten solltest, damit dein Material überhaupt beim richtigen Ansprechpartner landet und nicht ungelesen liegen bleibt. Beim Folio Verlag bittet man dich, vorab zu prüfen, ob dein Vorschlag ins Verlagsprogramm passt. Als ersten Schritt verlangt der Verlag eine Inhaltsübersicht, ein Exposé, eine Textprobe und eine biografische Notiz zu deiner Person. Diese vier Bausteine bilden den Erstkontakt, bevor über ein ganzes Buch gesprochen wird. Der Verlag verbindet damit keine Zusage.
Das vollständige Manuskript schickst du beim Folio Verlag erst, wenn der Verlag konkret danach fragt. Handschriftliche Texte nimmt der Verlag grundsätzlich nicht an, sie fallen also von vornherein aus dem Verfahren heraus und sollten vorher in eine saubere digitale Fassung gebracht werden. Per E-Mail akzeptiert der Verlag ausschließlich Exposé und kurze Textprobe. Schickst du dagegen ein ganzes Manuskript als Anhang oder auf einem Datenträger, wird es nicht ausgedruckt und damit praktisch nicht gelesen, selbst wenn der Inhalt überzeugend wäre. Wer unsicher ist, ob die eigenen Unterlagen für diesen Erstkontakt ausreichend aufbereitet sind, kann vorab einen Manuskript-Check nutzen, um Umfang und Form zu überprüfen, bevor die Unterlagen überhaupt verschickt werden. Weitere Hinweise zur Einreichung bei Folio stehen auf einer eigenen Seite.
Beim Haymon Verlag läuft der erste Schritt anders. Beim Haymon Verlag bittet man dich stattdessen, Exposé und Leseprobe elektronisch zu übermitteln, und zwar an die Adresse, die auf der eigenen Manuskriptseite hinterlegt ist. Eine Postadresse für Manuskriptsendungen gibt der Verlag nicht an, der Weg führt ausdrücklich über die elektronische Post. Haymon bittet zusätzlich darum, Manuskriptangebote an eine gesonderte Adresse zu schicken, und verweist für die Richtlinien auf die separate Seite zu Manuskripten.
| Frage | Folio | Haymon |
|---|---|---|
| Programm | Literatur, Sachbücher, Reiseführer, Krimi | Keine Angabe |
| Einreichweg | Erstkontakt vor Vollmanuskript | Exposé und Leseprobe per E-Mail |
| Post | Für Erstkontakt vorgesehen | Keine Angabe |
| Unterlagen | Inhaltsübersicht, Exposé, Textprobe, Notiz | Exposé und Leseprobe |
| Rückmeldung | Nach Kapazität, ohne feste Frist | Keine Angabe |
| Eigenheiten | Keine Handschrift, kein Vollmanuskript per Mail | Gesonderte Adresse für Angebote |
Stand dieser Gegenüberstellung ist der 9. Oktober 2026.

Unterlagen, Haftung und was auf eine Antwort folgt
Beim Folio Verlag gilt für unaufgefordert eingesandtes Material keine Haftung, deshalb solltest du ausschließlich Kopien verschicken und keine Originale, da diese im Falle eines Verlustes nicht ersetzt werden. Nach der Prüfung wird das eingesandte Material vernichtet, eine Rücksendung findet nicht automatisch statt. Nur wenn du einen frankierten Umschlag oder Rückporto beilegst, schickt der Verlag die Unterlagen ausnahmsweise zurück. Diese Regelung betrifft ausdrücklich nur das Material, das du für den Erstkontakt einsendest, also Inhaltsübersicht, Exposé, Textprobe und biografische Notiz, nicht ein später angefordertes vollständiges Manuskript.
Wie lange die Prüfung dauert, legt der Folio Verlag nicht fest. Die Prüfung richtet sich nach der Kapazität des Verlags, eine konkrete Frist gibt er nicht an. Eine Eingangsbestätigung gibt es nicht; bei Interesse an deinem Vorschlag erfolgt eine Benachrichtigung. Wer seinen Text vor dem Versand noch sprachlich überarbeiten lassen möchte, kann dafür ein Buch-Lektorat in Betracht ziehen, bevor Exposé und Textprobe den Verlag erreichen. Auch wer erst noch an der Form des Exposés arbeitet, findet mit einem Exposé für den Roman eine Orientierung, wie sich Inhalt und Aufbau knapp zusammenfassen lassen, damit die ersten Seiten beim Verlag überzeugen.
Beim Haymon Verlag ist die Haltung gegenüber Einsendungen anders. Der Haymon Verlag schreibt, dass Kontakt von Autorinnen und Autoren willkommen ist, sofern das eigene Manuskript zum Programm passen könnte. Auswahlkriterien, eine Frist für die Rückmeldung oder eine Praxis bei Absagen gibt der Verlag dagegen nicht an. Mehr zur Einreichung bei Haymon steht auf einer eigenen Seite.
Im direkten Vergleich zeigt sich: Der Folio Verlag beschreibt einen mehrstufigen Prozess mit klaren Regeln zu Haftung, Rücksendung und Prüfung nach Kapazität. Der Haymon Verlag hält seine öffentlichen Angaben knapper und konzentriert sich auf die Einladung zum Kontakt sowie auf Exposé und Leseprobe als Einstieg. Beide Angaben gelten mit Stand vom 9. Oktober 2026.

Programm und Geschichte beider Häuser
Der Folio Verlag hat seine Büros in Wien und in Bozen. Gegründet wurde er im Sommer 1992 zunächst als Buchbüro von zwei Personen, die an beiden Standorten tätig waren. Das erste eigene Programm des Verlags erschien im Frühjahr 1994, gut anderthalb Jahre nach der Gründung des Buchbüros. Das Haus ist in Österreich und Südtirol verwurzelt.
Zum Profil des Folio Verlags gehören neben Literatur auch Sachbücher und Reiseführer mit einem deutlichen Schwerpunkt auf Südtirol. Der Verlag beschreibt zudem den kulturellen Austausch als eigenes Anliegen, etwa mit Stimmen aus Südosteuropa. Ergänzend gibt es ein Krimiprogramm, das immer wieder auf Bestenlisten auftaucht. Wer prüfen möchte, ob das eigene Manuskript zu diesem Profil passt, kann nachlesen, wie man einen Verlag finden kann, der zum eigenen Text passt.
Der Haymon Verlag besteht nach eigener Angabe seit 1982 und damit seit mehr als 40 Jahren. Seine Mission beschreibt der Verlag so, dass er Stimmen erzählen lassen und Bücher machen möchte, die zum Nachdenken und besser noch zum Umdenken anregen. Dazu passt die Selbstbeschreibung, wonach der Verlag auf neue Texte, neue Stimmen und neue Blickwinkel aus ist.
Zum Haymon Verlag gehört mit Haymon Krimi ein eigenes Programm, das auf der Kontaktseite mit eigenen Ansprechpersonen geführt wird. Im Impressum steht Innsbruck als Sitz der Firma. Wer sich für beide Häuser gleichzeitig interessiert und noch unsicher ist, ob der direkte Weg zum Verlag oder eher eine Literaturagentur finden der passendere nächste Schritt wäre, sollte diese Entscheidung unabhängig vom Verlagsprofil treffen. Für die eigentliche Außendarstellung des Manuskripts, etwa wenn ein Exposé um eine kurze Zusammenfassung ergänzt werden soll, lohnt sich zudem ein Blick darauf, wie ein Klappentext aufgebaut ist, auch wenn dieser erst später im Entstehungsprozess gebraucht wird. Beide Verlage, Folio mit Sitzen in Wien und Bozen und Haymon mit Sitz in Innsbruck, haben damit zwei unterschiedlich lange Geschichten und zwei unterschiedlich ausführlich beschriebene Programme.
Quellen und Stand
- Folio Verlag, Manuskripte: www.folioverlag.com (geprüft am 2026-10-09)
- Folio Verlag, Impressum: www.folioverlag.com (geprüft am 2026-10-09)
- Folio Verlag, Über uns: www.folioverlag.com (geprüft am 2026-10-09)
- Haymon Verlag, Manuskripte: www.haymonverlag.at (geprüft am 2026-10-09)
- Haymon Verlag, Kontakt: www.haymonverlag.at (geprüft am 2026-10-09)
- Haymon Verlag, Das ist Haymon: www.haymonverlag.at (geprüft am 2026-10-09)
- Haymon Verlag, Impressum: www.haymonverlag.at (geprüft am 2026-10-09)