Manuskript beim Folio Verlag einreichen: So läuft der Erstkontakt
Folio Verlag: Erstkontakt, Kopien und Wartezeit
Wer dem Folio Verlag in Wien und Bozen ein Projekt anbieten will, findet hier den Weg vom Erstkontakt bis zur Antwort, Stand 9. Oktober 2026. Für den Erstkontakt reichen eine Inhaltsübersicht, ein Exposé, eine Textprobe und eine kurze biografische Notiz; das vollständige Manuskript folgt erst, wenn der Verlag ausdrücklich danach fragt.
Vorab ins Programm schauen
Der Folio Verlag bittet darum, vor dem Einsenden das Verlagsprogramm zu prüfen. Wer ein Manuskript anbieten möchte, soll also zuerst einen Blick auf das bestehende Programm werfen und abschätzen, ob der eigene Vorschlag dazu passt. Das ist kein bürokratischer Zusatzschritt, sondern eine einfache Orientierungshilfe, bevor überhaupt Unterlagen zusammengestellt werden.
Das Programm des Verlags ist breiter als reine Belletristik. Neben literarischen Texten gehören auch Sachbücher und Reiseführer mit Schwerpunkt Südtirol dazu. Dem Haus ist außerdem der kulturelle Austausch ein Anliegen, etwa mit Stimmen aus Südosteuropa, die im Programm Platz finden. Dazu kommen Krimis, die der Verlag selbst als Teil seines Angebots nennt und die regelmäßig auf Bestenlisten zu finden sind. Diese Breite zeigt, dass nicht nur ein enges literarisches Fenster besteht, sondern mehrere Felder, in die ein Vorschlag passen kann.
Wichtig ist dabei ein nüchterner Blick auf das eigene Projekt: Auch wenn ein Text thematisch ins Profil passt, ist damit keine automatische Annahme verbunden. Umgekehrt braucht eine Einsendung keinen Südtirol-Bezug, um grundsätzlich in Betracht zu kommen, denn das Programm umfasst erkennbar mehr als nur diese Region. Ein Blick ins Programm vor dem Versand liefert also vor allem eine Einschätzung, ob das eigene Projekt zum Profil des Hauses passt, nicht schon ein Urteil über die Qualität des Textes. Wer unsicher ist, ob der eigene Text überhaupt reif für eine Einsendung ist, kann vorab einen Manuskript-Check nutzen, um Form und Stand des Textes einzuordnen, bevor die Unterlagen an den Verlag gehen.

Was beim ersten Kontakt genügt
Für den Erstkontakt verlangt der Folio Verlag keine umfangreiche Mappe. Zunächst genügen eine Inhaltsübersicht, ein Exposé, eine Textprobe und eine kurze biografische Notiz zur eigenen Person. Diese vier Bausteine sollen zeigen, worum es im Text geht, wie er sich entwickelt, wie er sprachlich klingt und wer ihn geschrieben hat, ohne dass gleich das komplette Werk vorliegen muss.
Das vollständige Manuskript wird ausdrücklich erst auf Anfrage des Verlags verschickt. Das bedeutet, dass der erste Schritt bewusst klein gehalten ist: Erst wenn der Verlag nach den ersten Unterlagen Interesse zeigt und das ganze Werk sehen möchte, folgt der nächste Schritt. Eine Anfrage nach weiteren Unterlagen ist dabei kein Versprechen auf eine spätere Veröffentlichung, sondern lediglich der nächste Schritt im Prüfprozess, und es kann sein, dass später noch zusätzliche Angaben nötig werden.
Für den Versandweg gilt eine klare Unterscheidung: Exposés und kurze Textproben dürfen per E-Mail geschickt werden. Ganze Manuskripte dagegen, ob als Anhang einer Mail oder auf einem Datenträger, werden nicht ausgedruckt und damit auch nicht gelesen. Wer also das komplette Werk ungefragt per Mail verschickt, läuft Gefahr, dass es gar nicht erst betrachtet wird. Beim Verfassen der Übersicht kann ein Exposé für den Roman als Orientierung dienen, damit die wichtigsten Stationen der Handlung knapp und klar dargestellt sind.
| Baustein | Angabe des Verlags | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|
| Inhaltsübersicht | Gehört zum Erstkontakt | Kurz und auf das Wesentliche konzentriert |
| Exposé | Gehört zum Erstkontakt, per Mail möglich | Handlung und Entwicklung knapp zusammenfassen |
| Textprobe | Gehört zum Erstkontakt, per Mail möglich | Kurzer Auszug statt langer Datei |
| Vollmanuskript | Nur auf Anfrage des Verlags | Nicht ungefragt per Mail oder Datenträger schicken |
| Versandweg | Exposé und Textprobe per Mail; ganzes Manuskript nicht per Mail oder Datenträger | Vollmanuskript wird nicht ausgedruckt, wenn es ungefragt per Mail kommt |
Papier, Kopien und Rückporto
Beim Versand auf Papier gelten einige klare Einschränkungen (Stand 9. Oktober 2026). Handschriftliche Texte nimmt der Verlag nicht an. Wer also Notizen oder einen handgeschriebenen Entwurf verschicken wollte, sollte den Text vorher in maschinenlesbare Form bringen, denn sonst wird er gar nicht erst berücksichtigt.
Für unaufgefordert eingesandte Unterlagen übernimmt der Verlag keine Haftung. Daraus ergibt sich die Konsequenz, dass nur Kopien verschickt werden sollten, niemals Originale. Wer sein einziges Exemplar eines Manuskripts, eines Fotos oder einer Zeichnung einsendet, geht ein Risiko ein, für das der Verlag keine Verantwortung übernimmt. Nach der Prüfung werden eingesandte Unterlagen vernichtet und nicht zurückgeschickt. Der Verlag macht dazu keine Zusage zur sicheren Aufbewahrung.
Eine Ausnahme gibt es: Wer die eigenen Unterlagen zurückhaben möchte, legt einen frankierten Umschlag oder Rückporto bei. Nur mit diesem Hinweis ist eine Rücksendung überhaupt vorgesehen. Das Rückporto selbst hat dabei keinen Einfluss auf die inhaltliche Entscheidung über den Text, es regelt lediglich die Rückgabe der Blätter. Wer sich unsicher ist, ob der direkte Weg zum Verlag der richtige ist, kann stattdessen prüfen, wie eine Literaturagentur finden funktioniert, um Manuskripte über diesen Weg anzubieten.
Prüfung und fehlende Bestätigung
Zur Dauer der Prüfung macht der Verlag eine klare Aussage: Sie erfolgt nach Kapazität des Verlags, und der Verlag gibt dazu keine feste Frist an (Stand 9. Oktober 2026). Das bedeutet, dass die Bearbeitungszeit von den vorhandenen Ressourcen im Haus abhängt und nicht von vornherein feststeht.
Auch eine Eingangsbestätigung verschickt der Verlag nicht. Nur bei Interesse an einem Projekt erfolgt eine Benachrichtigung an den Absender (Stand 9. Oktober 2026). Wer also nach dem Versand nichts hört, bekommt dafür keine automatische Erklärung, weder in Form einer Bestätigung des Eingangs noch als Mitteilung über eine Absage. Der Verlag gibt weder eine bestimmte Antwortzeit an noch sagt er zu, dass jede Ablehnung einzeln mitgeteilt wird.
Daraus folgt für die eigene Praxis: Weil weder Bestätigung noch Frist zugesagt sind, lohnt es sich, den eigenen Versand selbst zu dokumentieren, etwa mit Datum und Inhalt der verschickten Unterlagen. Wer sich allgemein einen Überblick verschaffen möchte, kann auch einen Verlag finden, der zum eigenen Projekt passt, falls sich beim Folio Verlag nichts ergibt. Wer zudem Haymon vergleichen möchte, sieht daran, wie ein anderer Verlag aus dem Alpenraum mit Einsendungen umgeht.
Vom Buchbüro zum ersten Programm
Der Verlag unterhält Büros in Wien und in Bozen. Diese doppelte Präsenz in Österreich und Südtirol erklärt sich aus der Geschichte des Hauses und hilft, das Profil des heutigen Programms einzuordnen.
Die Wurzeln reichen zurück ins Jahr 1992: Hermann Gummerer und Ludwig Paulmichl gründeten im Sommer jenes Jahres in Bozen und Wien ein Buchbüro, aus dem der Verlag hervorging. Zu diesem Zeitpunkt lag der eigentliche Verlagsbetrieb mit eigenem Programm aber noch vor ihnen, denn Bücher erschienen zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht. Erst im Frühjahr 1994 erschien das erste Programm des Verlags, also gut anderthalb Jahre nach der Gründung des Buchbüros.
Für Autorinnen und Autoren, die ein Manuskript anbieten wollen, hat diese Geschichte keine praktische Konsequenz für den Versand selbst. Die Büros in Wien und Bozen sind keine Adressen, an die Manuskripte zu schicken wären, sondern Standorte, die das Profil des Hauses erklären. Wer vor dem Versand noch sprachlich am eigenen Text arbeiten möchte, kann sich zusätzlich über ein Buch-Lektorat informieren, um Stil und Lesbarkeit zu verbessern, bevor die Unterlagen verschickt werden. Für die Einreichung selbst zählt allein der beschriebene Weg über Inhaltsübersicht, Exposé, Textprobe und Notiz.

Wer hinter den Firmen steht
Zur Leitung der beiden Firmen in Wien und Bozen gibt der Verlag im Impressum Auskunft: Gesellschafter und Geschäftsführer beider Firmen sind Hermann Gummerer und Ludwig Paulmichl. Diese Angabe betrifft die rechtliche und organisatorische Seite des Hauses, nicht den inhaltlichen Ablauf einer Einsendung.
Aus dieser Nennung lässt sich nicht automatisch schließen, dass die beiden Genannten die alleinigen Eigentümer beider Firmen sind, denn das Impressum macht dazu keine weitere Aussage zu Anteilen oder weiteren Beteiligten. Die Angabe beschreibt also die Geschäftsführung und Gesellschafterstellung, aber nicht notwendigerweise die vollständige Eigentumsstruktur im Detail.
Für den eigenen Einsendeprozess bleiben diese Angaben zur Leitung letztlich ohne praktische Folgen. Wer ein Manuskript anbietet, orientiert sich weiterhin am Programm des Hauses und am beschriebenen Weg über die ersten Unterlagen, nicht an der internen Organisation der beiden Firmen. Wer parallel über die Vermarktung des eigenen Buches nachdenkt, kann sich zusätzlich mit dem Klappentext befassen, um Inhalt und Wirkung des eigenen Textes später knapp zusammenzufassen.
Quellen und Stand
- Folio Verlag, Manuskripte: www.folioverlag.com (geprüft am 2026-10-09)
- Folio Verlag, Impressum: www.folioverlag.com (geprüft am 2026-10-09)
- Folio Verlag, Über uns: www.folioverlag.com (geprüft am 2026-10-09)