Einen Ethikantrag für die Abschlussarbeit vorbereiten
Ethikantrag für eine Abschlussarbeit vorbereiten
Ein Ethikantrag wird im Zusammenhang mit einem Forschungsvorhaben eingeordnet. Die folgenden Abschnitte zeigen, welche Zuständigkeiten, Bestandteile, Prüfschritte und Abgrenzungen die belegte Quelle nennt.
Ethikantrag und wissenschaftliches Arbeiten einordnen
Wer einen Ethikantrag für eine Abschlussarbeit vorbereiten möchte, sollte zuerst den Zusammenhang zwischen Forschungsvorhaben, ethischer Prüfung und wissenschaftlichem Arbeiten klären. Die belegte Information beschreibt eine Ethikkommission als Stelle, die auf Antrag zur ethischen Vertretbarkeit der Ziele und Verfahrensweisen eines Forschungsvorhabens Stellung nimmt. Diese Stellungnahme soll erfolgen, bevor das Vorhaben durchgeführt wird. Damit gehört der Antrag nicht lediglich zur sprachlichen Ausarbeitung einer Abschlussarbeit, sondern zur fachlichen Vorbereitung eines Forschungsvorhabens.
Für Studierende ist außerdem der in der Quelle genannte Rahmen wichtig: Studierende, Doktorandinnen und Doktoranden der HAW Hamburg können Ethikanträge für Forschungsvorhaben im Zusammenhang mit Studien- und Qualifizierungsarbeiten stellen. Genannt werden Bachelor- oder Master-Arbeiten sowie Dissertationen. Ein Antrag für eine Abschlussarbeit ist deshalb anhand des konkreten Forschungsvorhabens und des jeweiligen institutionellen Rahmens zu betrachten.
Der Bezug zum wissenschaftlichen Arbeiten lässt sich praktisch herstellen. Beim Thema wissenschaftliches Schreiben sollte die Beschreibung des Vorhabens so präzise sein, dass Ziele und Verfahrensweisen getrennt erkennbar bleiben. Die Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit helfen dabei, die eigene Fragestellung, das Vorgehen und die erwartete Dokumentation auseinanderzuhalten. Wer plant, eine Hausarbeit schreiben zu wollen oder eine Masterarbeit schreiben zu wollen, prüft zunächst, ob die Arbeit überhaupt ein Forschungsvorhaben enthält, für das die beschriebene Prüfung relevant sein könnte.
Eine unbelegte Verallgemeinerung ist zu vermeiden. Die Quelle nennt die HAW Hamburg und beschreibt deren Ethikkommission. Sie sagt nicht, dass jede Hochschule dieselbe Zuständigkeit oder dass jede Abschlussarbeit einen Antrag benötigt. Daher gehört zur Einordnung die konkrete Prüfung offizieller Unterlagen. Ermittle, welche Stelle für das eigene Vorhaben zuständig ist, und dokumentiere die Grundlage dieser Entscheidung.

Begriff, Merkmale und Bestandteile des Antrags
Der Begriff lässt sich aus drei Elementen erschließen: Antrag, Forschungsvorhaben und ethische Stellungnahme. Der Antrag richtet sich an die dafür zuständige Ethikkommission. Gegenstand der Prüfung sind nach der Quelle die ethische Vertretbarkeit der Ziele und der Verfahrensweisen. Der zeitliche Bezug liegt vor der Durchführung des Forschungsvorhabens. Diese Merkmale bilden den sachlichen Kern.
Für den Aufbau ist eine nachvollziehbare Reihenfolge hilfreich. Beginne mit der Identifikation des Vorhabens. Formuliere anschließend die Forschungsfrage, ohne bereits unbelegte Aussagen über die spätere Durchführung einzufügen. Beim Forschungsfrage formulieren müssen Ziel und Untersuchungsgegenstand so beschrieben werden, dass sie mit dem geplanten Vorgehen verbunden bleiben. Danach erläuterst du die Verfahrensweisen, die für die ethische Bewertung relevant sind.
Die wissenschaftliche Argumentation des Antrags sollte die Verbindung zwischen Ziel und Verfahren sichtbar machen. Eine Gliederung einer Hausarbeit kann als Orientierung dienen, ersetzt aber nicht die Prüfung, welche Angaben das zuständige Antragsformular verlangt. Für eine sachliche Ordnung eignen sich die Abschnitte Vorhaben, Ziel, Verfahren, zuständige Stelle und erforderliche Bestätigung. Diese Reihenfolge ist eine Arbeitsstruktur für die Darstellung, keine Aussage über ein verbindliches Formular.
Zur Zuständigkeit nennt die Quelle eine Einschränkung: Die HAW-Ethikkommission übernimmt Stellungnahmen nur in Fällen, in denen aufgrund gesetzlicher Vorgaben keine andere Ethikkommission zuständig ist. Als Beispiele für gesetzlich vorgesehene andere Stellen werden Anträge nach § 40 Absatz 1 AMG, § 20 Absatz 1 MPG sowie § 8 oder § 9 StZG genannt. Zusätzlich können standesrechtliche Bestimmungen für verschiedene Berufsgruppen weitere Vorschriften und Zuständigkeiten festlegen.
Bei der Dokumentation können Literaturverzeichnis erstellen, Quellenangaben richtig zitieren und die Auswahl geeigneter Zitierweisen helfen. Die deutsche Zitierweise und die Harvard-Zitierweise sind dabei als mögliche Zitierformen zu prüfen, nicht als automatisch vorgeschriebene Lösung. Fachlich relevante methodische Angaben ordnest du unter Methoden wissenschaftlicher Arbeiten ein. Die Unterscheidung qualitative und quantitative Forschung darfst du nur verwenden, wenn sie das eigene Vorhaben tatsächlich beschreibt.
Den Ethikantrag Schritt für Schritt vorbereiten
- Vorhaben bestimmen: Beschreibe zunächst, welches Forschungsvorhaben mit der Abschlussarbeit verbunden ist. Ergebnis ist eine kurze, sachliche Bezeichnung des Vorhabens.
- Ziel festhalten: Formuliere das Ziel des Vorhabens und trenne es von den Verfahrensweisen. Ergebnis ist eine prüfbare Zuordnung von Ziel und Vorgehen.
- Forschungsfrage zuordnen: Prüfe, ob die Forschungsfrage das beschriebene Vorhaben tatsächlich abbildet. Ergebnis ist eine konsistente Verbindung zwischen Fragestellung und Ziel.
- Verfahren beschreiben: Halte die vorgesehenen Verfahrensweisen so fest, wie sie für die ethische Bewertung benötigt werden. Ergebnis ist eine verständliche Darstellung des geplanten Vorgehens.
- Zuständigkeit prüfen: Nutze die für diese Prüfung vorgesehene Checkliste zur ethischen Selbstbewertung, die in der Quelle genannt wird. Prüfe außerdem, ob gesetzliche Vorgaben oder standesrechtliche Bestimmungen eine andere Ethikkommission oder weitere Zuständigkeiten vorsehen. Ergebnis ist eine begründete Zuständigkeitsprüfung.
- Institutionellen Rahmen prüfen: Wenn das Vorhaben als Studien- oder Qualifizierungsarbeit an der HAW Hamburg einzuordnen ist, prüfe die dort genannten Voraussetzungen für Studierende. Ergebnis ist die geklärte Frage, ob ein Antrag gestellt werden kann.
- Betreuung einbeziehen: Die Quelle nennt für solche Anträge die Gegenzeichnung durch die betreuende HAW-Professorin oder den betreuenden HAW-Professor. Ergebnis ist eine vollständige Prüfung dieses Bestätigungsschritts.
- Antrag vor der Durchführung ordnen: Die ethische Stellungnahme bezieht sich auf die Zeit vor der Durchführung des Forschungsvorhabens. Ergebnis ist ein Antrag, dessen Prüfung zeitlich vor dem Beginn des Vorhabens eingeordnet wird.
- Belege und Form prüfen: Überprüfe, ob Begriffe, Quellenangaben und Verfahrensbeschreibungen klar voneinander getrennt sind. Mit Plagiat vermeiden verbindest du die Kontrolle, dass übernommene Inhalte nachvollziehbar belegt werden. Ergebnis ist eine formal lesbare und inhaltlich zuordenbare Fassung.
Wenn eine Information nicht aus den offiziellen Unterlagen hervorgeht, ergänze keine Vermutung. Formuliere stattdessen die konkrete Prüfung, die noch aussteht, und halte ihr Ergebnis erst nach der Prüfung fest.
Ein durchgängiges Beispiel für die Anwendung
Eine Studierende bereitet eine Abschlussarbeit vor, die ein eigenes Forschungsvorhaben enthält. Sie beginnt damit, das Vorhaben knapp zu benennen und die Forschungsfrage davon getrennt zu formulieren. Anschließend beschreibt sie das Ziel und die vorgesehenen Verfahrensweisen in getrennten Abschnitten.
Danach nutzt sie die in der Quelle genannte Checkliste zur ethischen Selbstbewertung. Sie prüft, ob für ihr Vorhaben die HAW-Ethikkommission angesprochen werden sollte oder ob gesetzliche Vorgaben beziehungsweise standesrechtliche Bestimmungen auf eine andere Zuständigkeit hinweisen. Sie trägt das Ergebnis dieser Prüfung in ihre Arbeitsunterlagen ein, ohne eine Zuständigkeit zu behaupten, die sie nicht belegt hat.
Die Studierende ordnet ihre Arbeit als Studien- oder Qualifizierungsarbeit ein und prüft die dafür genannten Angaben. Anschließend klärt sie, ob die betreuende HAW-Professorin oder der betreuende HAW-Professor den Antrag gegenzeichnen soll. Erst danach gleicht sie die Darstellung von Ziel und Verfahrensweisen mit der geplanten Abschlussarbeit ab.
Das Beispiel zeigt keine allgemeine Pflicht für jede Abschlussarbeit. Es zeigt einen belegten Arbeitsweg: Vorhaben bestimmen, Ziel und Verfahren erläutern, Zuständigkeit prüfen, institutionellen Rahmen abgleichen und die genannte Gegenzeichnung kontrollieren. Fehlt für einen einzelnen Schritt eine offizielle Angabe, wird im Text eine Prüfaufgabe daraus. So bleibt die Anwendung auf das beschriebene Forschungsvorhaben begrenzt.

Definition, Abgrenzung und formale Prüfung
Der Qualitätscheck beginnt mit der Definition. Ist klar erkennbar, dass es um einen Antrag zur ethischen Vertretbarkeit der Ziele und Verfahrensweisen eines Forschungsvorhabens geht? Ist berücksichtigt, dass die Stellungnahme vor der Durchführung des Vorhabens erfolgt? Fehlt eines dieser Merkmale, muss die Beschreibung überarbeitet oder anhand offizieller Unterlagen geprüft werden.
Als zentrale Merkmale prüfst du anschließend die Personengruppe, den institutionellen Rahmen und die Zuständigkeit. Die Quelle nennt Studierende, Doktorandinnen und Doktoranden der HAW Hamburg sowie Studien- und Qualifizierungsarbeiten. Sie nennt außerdem die Gegenzeichnung durch die betreuende HAW-Professorin oder den betreuenden HAW-Professor. Diese Angaben dürfen nicht ohne Prüfung auf andere Hochschulen oder andere Personengruppen übertragen werden.
Abgrenzung: Trenne die ethische Prüfung von der allgemeinen Planung einer Abschlussarbeit. Eine Forschungsfrage, eine Gliederung oder eine Zitierweise beschreibt noch nicht automatisch die Zuständigkeit einer Ethikkommission. Ebenso darf die HAW-Ethikkommission nicht als zuständige Stelle dargestellt werden, wenn gesetzliche Vorgaben eine andere Ethikkommission vorsehen. Prüfe deshalb die genannten gesetzlichen und standesrechtlichen Hinweise gesondert.
Formale Prüfung: Kontrolliere danach die klare Reihenfolge von Vorhaben, Ziel, Verfahren, Zuständigkeit und Bestätigung. Prüfe, ob alle verwendeten Quellenangaben nachvollziehbar sind, ob die Begriffe einheitlich verwendet werden und ob keine unbelegten Fristen, Kosten, Zulassungsvoraussetzungen oder Wirkungen ergänzt wurden. Die formale Prüfung bestätigt nicht die ethische Vertretbarkeit. Sie zeigt nur, ob die Darstellung vollständig, trennscharf und prüfbar aufgebaut ist.
Zum Schluss wird jeder offene Punkt als konkrete Prüfung formuliert. Statt eine nicht belegte Zuständigkeit anzunehmen, ermittle die zuständige Stelle aus offiziellen Unterlagen. Statt eine allgemeine Pflicht zu behaupten, prüfe den institutionellen und gesetzlichen Rahmen des konkreten Vorhabens. Dieser Abschluss hält Definition, Merkmale, Anwendung und Abgrenzung sichtbar auseinander.
Quellen und Stand
- HAW-Hamburg: Ethikantrag: www.haw-hamburg.de (geprüft am 2026-08-22)