Ein Muster für eine eidesstattliche Erklärung anwenden
Eidesstattliche Erklärung Muster
Ein Muster für eine eidesstattliche Erklärung lässt sich als prüfbare Textgrundlage lesen. Entscheidend ist, die konkrete Aussage, ihre Belege und die formalen Angaben getrennt zu betrachten.
Die Erklärung als konkrete Prüfaufgabe verstehen
Ein Muster für eine eidesstattliche Erklärung sollte nicht nur als Textbaustein gelesen werden. Übersetze die Vorlage zuerst in eine konkrete Fachfrage: Welche Aussage soll die Erklärung über die vorliegende Arbeit treffen, welche Textstellen müssen dafür geprüft werden und welches überprüfbare Arbeitsergebnis soll am Ende vorliegen?
Die direkte Vorlage enthält eine Erklärung zur eigenständigen Anfertigung der Arbeit unter Verwendung ausgewiesener Hilfsmittel. Außerdem enthält sie die Aussage, dass übernommene Stellen aus gedruckten oder im Internet verfügbaren Werken durch genaue Quellenangaben kenntlich gemacht wurden. Diese Aussagen gehören zur konkreten Vorlage und dürfen nicht ohne Prüfung als allgemeine Aussage über andere Dokumente übernommen werden.
Für die Einordnung hilft eine klare Trennung zwischen Inhalt und Anwendung. Der Inhalt betrifft die Aussagen, die im Muster stehen. Die Anwendung betrifft die Prüfung des eigenen Dokuments. Eine neutrale Arbeitsfrage lautet daher: Sind die Aussagen des Musters auf den eigenen Text bezogen nachvollziehbar geprüft, und sind die dort genannten Angaben vollständig eingetragen?
Wer wissenschaftliches Schreiben verbessern möchte, kann die Erklärung als Anlass nehmen, die Nachvollziehbarkeit des eigenen Textes zu prüfen. Die Vorlage ersetzt dabei keine fachliche Untersuchung. Auch Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit werden durch das Muster nicht automatisch bestimmt. Prüfe deshalb in den maßgeblichen Unterlagen, welche Textsorte vorliegt und welchen Verwendungszweck die Erklärung dort hat.
Eine Erklärung darf nicht mit einem allgemeinen Überblick verwechselt werden. Ein Überblick beschreibt eine Vorlage. Ein Arbeitsergebnis dokumentiert dagegen eine konkrete Prüfung am eigenen Text. Für diese Prüfung müssen Aussagen, verwendete Hilfsmittel, übernommene Stellen und Quellenangaben einzeln betrachtet werden. Wenn eine notwendige Information nicht aus der direkten Vorlage hervorgeht, ermittle sie aus den offiziellen Unterlagen, statt sie zu ergänzen.

Bestandteile in einer nachvollziehbaren Reihenfolge
Der Aufbau lässt sich als Folge von fünf Entscheidungen darstellen. Zuerst legst du die Fachfrage fest. Danach wertest du die direkte Vorlage und ihre geltenden Kriterien aus. Anschließend ordnest du das benötigte Material oder die relevanten Daten. Im vierten Schritt setzt du den fachlichen Arbeitsschritt nachvollziehbar um. Zum Schluss prüfst du das Ergebnis gegen die Kriterien und gegen die Aussagegrenzen des Musters.
- Fachfrage: Formuliere eine begrenzte Frage zur eigenen Arbeit. Bei einem Muster für eine eidesstattliche Erklärung kann sie lauten: Welche Aussagen des Musters treffen auf die geprüfte Arbeit zu, und welche Angaben müssen noch anhand der Vorlage kontrolliert werden?
- Direkte Vorlage: Lies den Mustertext vollständig und markiere seine einzelnen Aussagebereiche. Dazu gehören die selbstständige Anfertigung, die ausgewiesenen Hilfsmittel, übernommene Stellen sowie genaue Quellenangaben. Der Mustertext nennt außerdem Ort, Datum, Unterschrift sowie Vorname und Nachname.
- Kriterien: Ordne jeder Aussage ein Prüfkriterium zu. Bei Hilfsmitteln lautet das Kriterium, ob sie ausgewiesen sind. Bei übernommenen Stellen lautet es, ob sie durch genaue Quellenangaben kenntlich gemacht wurden. Bei den Abschlussangaben lautet es, ob die genannten Angaben geprüft wurden.
- Material: Sammle nur das Material, das für diese Prüfung benötigt wird: die direkte Vorlage, die eigene Arbeit, die verwendeten Hilfsmittel und die Nachweise zu übernommenen Stellen. Wer eine Hausarbeit schreiben oder eine Masterarbeit schreiben möchte, findet im Muster allein keine zusätzlichen Vorgaben. Ermittle solche Vorgaben aus den jeweils offiziellen Unterlagen.
- Arbeitsschritt: Vergleiche die Aussagen des Musters mit den konkreten Textstellen und Angaben des eigenen Dokuments. Halte für jede geprüfte Aussage fest, welches Material sie stützt oder welche Prüfung noch fehlt.
- Ergebnis: Erstelle eine begrenzte Prüfdokumentation. Sie soll zeigen, welche Kriterien geprüft wurden, welches Material zugrunde lag und an welcher Stelle die Aussagegrenze des Musters beginnt.
Die fachliche Vorbereitung kann mit Forschungsfrage formulieren beginnen, sofern die eigene Prüfung als Forschungs- oder Arbeitsfrage gefasst wird. Eine wissenschaftliche Argumentation ist dabei nur dann sinnvoll einzubeziehen, wenn sie tatsächlich Gegenstand der konkreten Prüfung ist. Für die formale Ordnung kann eine Gliederung einer Hausarbeit hilfreich sein, ohne dass daraus eine zusätzliche Regel für die Erklärung folgt.
Schritt für Schritt von der Vorlage zum Ergebnis
Arbeite mit einem festen Ablauf, bei dem jeder Schritt ein sichtbares Ergebnis erzeugt. So bleibt die Anwendung eines Musters für eine eidesstattliche Erklärung prüfbar und die Grenze zwischen Vorlage und eigener Untersuchung erkennbar.
- Vorlage abgrenzen: Notiere die Bezeichnung der direkten Vorlage und lies nur die Aussagen aus, die für die Erklärung relevant sind. Ergebnis: eine Liste der zu prüfenden Aussagen.
- Fachfrage formulieren: Schreibe eine einzelne Frage zur eigenen Arbeit und zum vorgesehenen Dokument. Ergebnis: ein klarer Prüfauftrag ohne zusätzliche Annahmen über Stelle, Staat, Frist, Kosten oder Rechtsfolge.
- Aussagen zerlegen: Trenne die Aussage zur eigenständigen Anfertigung von der Aussage zu Hilfsmitteln und von der Aussage zu übernommenen Stellen. Ergebnis: einzelne Prüffelder statt eines unbestimmten Gesamteindrucks.
- Material ordnen: Lege die eigene Arbeit, die ausgewiesenen Hilfsmittel und die Nachweise zu übernommenen Stellen getrennt ab. Ergebnis: eine nachvollziehbare Materialliste.
- Text prüfen: Vergleiche jede übernommene Stelle mit ihrer Quellenangabe und kontrolliere, ob die Erklärung die einschlägige Aussage des Musters abbildet. Ergebnis: eine Zuordnung zwischen Textstelle, Nachweis und Prüfkriterium.
- Formularangaben prüfen: Kontrolliere die im Muster genannten Angaben für Ort, Datum, Unterschrift, Vorname und Nachname. Ergebnis: eine gesonderte Liste der formalen Angaben.
- Grenzen festhalten: Markiere Aussagen, die das Muster nicht trägt. Ergebnis: eine Abgrenzung zwischen belegtem Inhalt und ungeklärten Punkten.
Bei der Quellenprüfung kann Literaturverzeichnis erstellen ein passender Arbeitsschritt sein, wenn die Nachweise der eigenen Arbeit geordnet werden. Für einzelne Belege kann Quellenangaben richtig zitieren als Prüffokus dienen. Welche Zitierweisen verwendet werden, darfst du nicht aus dieser Vorlage ableiten. Prüfe dafür die maßgeblichen Unterlagen. Das gilt ebenso für deutsche Zitierweise und Harvard-Zitierweise: Verwende diese Begriffe nur als Bezeichnung der jeweils zu untersuchenden Zitierform, nicht als unbelegte Vorgabe für das Muster.
Wenn die Prüfung methodische Entscheidungen umfasst, ordne die Methoden wissenschaftlicher Arbeiten nur insoweit ein, wie sie in der konkreten Fachfrage benötigt werden. Die Begriffe qualitative und quantitative Forschung musst du nicht automatisch voneinander abgrenzen. Prüfe, ob die eigene Aufgabe diese Unterscheidung überhaupt verlangt.
Kurzes Beispiel für eine eigene Anwendung
Das folgende Arbeitsmuster orientiert sich an den Aussagen der Vorlage und lässt die Angaben offen, die zur eigenen Arbeit passen müssen. Es ist kein allgemeiner Überblick, sondern ein Text zum Ausfüllen und anschließenden Abgleichen mit der eigenen Arbeit.
Eidesstattliche Erklärung
Hiermit erkläre ich an Eides Statt, dass ich diese Arbeit selbstständig angefertigt und dabei nur die ausgewiesenen Hilfsmittel verwendet habe.
Stellen, die ich aus gedruckten Werken oder aus im Internet verfügbaren Werken übernommen habe, habe ich durch genaue Quellenangaben kenntlich gemacht. Dies gilt sowohl für Übernahmen im Wortlaut als auch für Übernahmen dem Sinn nach.
Ort: [Ort]
Datum: [Datum]Unterschrift: [Unterschrift]
Vorname: [Vorname]
Nachname: [Nachname]
Für die eigene Anwendung füllt die Person die fünf Platzhalter erst aus, nachdem sie den Text der Arbeit geprüft hat. Sie sieht die verwendeten Hilfsmittel durch und vergleicht übernommene Stellen mit ihren Quellenangaben. So bezieht sich die Erklärung auf konkrete Punkte der Vorlage: die selbstständige Anfertigung, die verwendeten Hilfsmittel und die Kennzeichnung von Übernahmen.
Eine kleine Arbeitsübersicht kann die Prüfung nachvollziehbar machen:
| Prüfpunkt | Eigene Unterlage | Ergebnis |
|---|---|---|
| Hilfsmittel | Liste der verwendeten Hilfsmittel | abgeglichen |
| Übernommene Stellen | Textstelle und Quellenangabe | abgeglichen |
| Abschlussangaben | Ort, Datum und Name | eingetragen |
Auch Plagiat vermeiden wird hier nicht als weitergehende Wirkung behauptet. Der konkrete Schritt bleibt das Abgleichen übernommener Stellen mit den dazugehörigen Quellenangaben. Aussagen zu einer rechtlichen Wirkung, zu Fristen oder dazu, wer ein bestimmtes Dokument verlangt, enthält dieses Muster nicht.

Fachliche Abgrenzung und formale Prüfung
Der abschließende Qualitätscheck besteht aus zwei sichtbar getrennten Teilen: der fachlichen Abgrenzung und der formalen Prüfung. Beide Teile beziehen sich auf die konkrete Vorlage und auf die eigene Arbeit.
Fachliche Abgrenzung:
- Ist die Fachfrage ausdrücklich formuliert?
- Wurde die direkte Vorlage vollständig als Bezugspunkt festgelegt?
- Sind die Aussagen zu eigenständiger Anfertigung, ausgewiesenen Hilfsmitteln, übernommenen Stellen und Quellenangaben getrennt geprüft?
- Ist das benötigte Material benannt und geordnet?
- Ist der Arbeitsschritt so dokumentiert, dass eine andere Person die Zuordnung zwischen Aussage, Material und Ergebnis nachvollziehen kann?
- Wird nur das Ergebnis behauptet, das die Vorlage tatsächlich trägt?
- Sind nicht belegte Angaben zu Institution, Zuständigkeit, Staat, Recht, Frist, Kosten oder Folgen ausdrücklich offen geblieben?
Formale Prüfung:
- Sind die im Muster genannten Angaben für Ort und Datum kontrolliert?
- Sind Unterschrift sowie Vorname und Nachname als eigene Abschlussangaben berücksichtigt?
- Sind übernommene Stellen mit genauen Quellenangaben kenntlich gemacht, soweit dies im eigenen Text geprüft werden soll?
- Wurde die formale Kontrolle nicht mit einer fachlichen Aussage über die Bedeutung des Dokuments vermischt?
Wenn ein Prüffeld nicht beantwortet werden kann, ersetze die Vermutung durch eine konkrete Handlung: Lies die direkte Vorlage erneut, ermittle die einschlägigen offiziellen Unterlagen oder dokumentiere den offenen Punkt. So bleibt die Aussagegrenze sichtbar. Ein allgemeiner Überblick über ein Muster für eine eidesstattliche Erklärung ist dann ausreichend eingeordnet, wenn er nicht als fertiges Ergebnis der eigenen Dokumentprüfung ausgegeben wird.
Für die sprachliche Überarbeitung des eigenen Textes können wissenschaftliches Schreiben und die genannten Quellenprüfungen getrennt betrachtet werden. Die Erklärung selbst liefert jedoch nur die Aussagen, die im Mustertext enthalten sind. Alles Weitere muss am konkreten Dokument und an der direkten Quelle geprüft werden.
Quellen und Stand
- Muster-Eidesstattliche Erklärung: www.geku.uni-passau.de (geprüft am 2026 bis 08 bis 30)
Zum vollständigen Zusammenhang „Ein Muster für eine eidesstattliche Erklärung anwenden“ gehören auch „einordnen“.