Paraphrasieren mit konkreten Beispielen verstehen und anwenden
Beispiele für paraphrasieren
Paraphrasieren ist eine Kerntechnik beim Arbeiten mit Quellen. Diese Seite zeigt anhand konkreter Beispiele, wie eine Umformulierung entsteht, geprüft und belegt wird.
Was Paraphrasieren bedeutet und wozu Beispiele dienen
Paraphrasieren heißt, eine Aussage aus einer Quelle in eigenem Satzbau und mit eigenen Worten wiederzugeben, ohne den Sinn zu verschieben. Für wissenschaftliches Schreiben ist die zentrale Frage: Gibt deine Textpassage den Inhalt der Quelle sachlich korrekt und eigenständig wieder? Das Ziel ist eine Formulierung ohne wörtliche Übernahmen, die trotzdem dieselbe Aussage belegt.
Ein Beispiel ist laut Duden ein konkreter Einzelfall, der eine bestimmte Erscheinung oder einen bestimmten Vorgang erklärt. In diesem Sinne machen Beispiele für Paraphrasieren sichtbar, woran eine Umformulierung gemessen werden kann: Der Satzbau muss eigenständig sein, der Inhalt muss der Quelle entsprechen, und die Quelle muss weiterhin nachgewiesen werden.
Wer eine Hausarbeit schreiben oder eine Masterarbeit schreiben möchte, begegnet dieser Aufgabe in inhaltlichen Abschnitten, in denen Quellenaussagen verarbeitet werden. Die Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit lassen sich deshalb nicht vollständig durchdringen, ohne zu verstehen, wie sauber paraphrasiert wird. Ein Beispiel aus einem Fachaufsatz zeigt das Verfahren anschaulicher als eine abstrakte Beschreibung, weil es den Zusammenhang zwischen Vorlage und eigenständiger Formulierung direkt nebeneinanderstellt.

Bestandteile und Entscheidungen beim Paraphrasieren
Damit du beim Paraphrasieren nicht den Faden verlierst, hilft ein klarer Aufbau. Die folgenden fünf Schritte bauen aufeinander auf, und jeder liefert ein eigenes Teilergebnis.
- Frage festlegen: Bestimme, welche Aussage der Vorlage du wiedergeben willst. Ohne klare Frage kannst du das Ergebnis nicht prüfen. Wer eine Forschungsfrage formulieren will, kennt diese Logik: Erst benennen, dann arbeiten.
- Quelle und Kriterien auswerten: Lies die Originalstelle vollständig. Halte fest, wie eigenständig und bedeutungstreu deine Arbeit formulieren soll. Daran erkennst du, wann eine Umformulierung eigenständig genug ist.
- Material ordnen: Notiere Schlüsselbegriffe, Argumentationsrichtung und Satzstruktur der Vorlage. So übernimmst du beim Umformulieren nicht unbewusst Satzteile.
- Umformulieren: Formuliere die Aussage eigenständig. Leg die Vorlage dabei beiseite und prüfe danach, ob Satzbau und Wortwahl deutlich abweichen.
- Ergebnis prüfen: Vergleiche die fertige Paraphrase inhaltlich mit der Quelle. Kontrolliere, ob sie nichts hinzufügt, was die Vorlage nicht trägt.
Auch für wissenschaftliche Argumentation gilt diese Reihenfolge: erst verstehen, dann eigenständig formulieren, dann belegen. Quellenangaben richtig zitieren und Literaturverzeichnis erstellen sind davon getrennte, aber eng verwandte Arbeitsschritte, die nach dem Paraphrasieren folgen.
Schritt für Schritt zu einer sauberen Paraphrase
Die folgende Anleitung setzt diesen Aufbau konkret um. Jeder Schritt endet mit einem Ergebnis, mit dem du den nächsten Schritt angehen kannst.
- Quelltext lesen und Kernaussage festhalten. Lies die Passage einmal ganz. Schreibe die Aussage, die du paraphrasieren willst, in einem eigenen Satz auf. Ergebnis: eine notierte Frage.
- Vorlage weglegen. Erst wenn der Originaltext nicht mehr sichtbar ist, beginnt das eigenständige Formulieren. Ergebnis: ein erster Entwurf, der aus dem Verständnis stammt, nicht aus der Textvorlage.
- Satzbau gezielt verändern. Ändere Satzstellung, Verbform und Perspektive. Ein Passivsatz kann zu einem Aktivsatz werden, ein Nebensatz zum Hauptsatz. Ergebnis: ein Entwurf mit eigenständigem Satzbau.
- Bedeutung überprüfen. Lege Entwurf und Quelle nebeneinander und vergleiche ausschließlich den Inhalt. Ergebnis: Bestätigung, dass keine Sinnverschiebung vorliegt.
- Quellenangabe ergänzen. Wer die Zitierweisen kennt, entscheidet hier nach den Vorgaben der Arbeit. Die deutsche Zitierweise setzt die Angabe als Fußnote, die Harvard-Zitierweise fügt sie direkt in den Text ein. Ergebnis: eine vollständige, belegte Paraphrase.
Der Ablauf bleibt gleich, egal welche Methoden wissenschaftlicher Arbeiten du nutzt. Ob qualitative und quantitative Forschung die Basis ist oder eine rein theoretische Analyse: Das Grundvorgehen beim Paraphrasieren ändert sich nicht.
Ein durchgängiges Anwendungsbeispiel
Das folgende Beispiel zeigt, wie die fünf Schritte in einer konkreten Schreibsituation zusammenwirken. Der Ausgangstext ist erfunden und soll nur den Ablauf zeigen. Er ist kein fertiges Ergebnis zum Übernehmen.
Situation: Eine Studierende schreibt einen Abschnitt über Teamkommunikation und will eine Aussage aus einem Fachaufsatz paraphrasieren.
Originalaussage (fiktiv, zur Illustration):
Eindeutige Absprachen in Teams vermindern Missverständnisse in der gemeinsamen Aufgabenbearbeitung deutlich.
- Frage: Welche Wirkung haben klare Absprachen auf Missverständnisse in Teams? Ergebnis: Frage notiert.
- Entwurf ohne Vorlage: Wenn Teammitglieder ihre Aufgaben klar besprechen, entstehen seltener Verständnisprobleme. Ergebnis: erster eigenständiger Entwurf.
- Satzbau ändern: Verständnisprobleme in der gemeinsamen Arbeit lassen sich durch klare Absprachen verringern. Ergebnis: eigenständiger Satzbau.
- Bedeutungsprüfung: Kernaussage stimmt überein, keine inhaltliche Erweiterung. Ergebnis: Bedeutungstreue bestätigt.
- Quellenangabe: Wer Plagiat vermeiden will, fügt hier die vollständige Quellenangabe nach der gewählten Zitierweise an. Ergebnis: belegte Paraphrase.
Laut Duden zeigt ein Beispiel eine Erscheinung oder einen Vorgang an einem konkreten Einzelfall. Es zeigt das Verfahren, ohne zu behaupten, dass alle Paraphrasen so aussehen. Die fertige Paraphrase beantwortet eine klar benannte Frage und ist mehr als ein allgemeiner Überblick.

Abschließende Prüfung vor dem Einreichen
Der Qualitätscheck hat zwei getrennte Teile: erst die Abgrenzung, dann die Checkliste. Gehe beide nacheinander durch und vermische sie nicht.
Abgrenzungsprüfung
Prüfe zuerst, ob Paraphrase und wörtliches Zitat in deiner Arbeit klar voneinander abgegrenzt sind. In der Gliederung einer Hausarbeit erscheinen Paraphrasen im Fließtext, wörtliche Zitate in Anführungszeichen mit direkter Quellenangabe. Wer diesen Unterschied nicht sichtbar macht, riskiert unmarkierte Textübernahmen.
Formale Prüfung anhand einer Checkliste
- Frage: Ist die wiederzugebende Aussage eindeutig benannt?
- Quelle: Liegt die Originalstelle vollständig vor?
- Kriterien: Hast du Eigenständigkeit und Bedeutungstreue geprüft?
- Material: Hast du alle Schlüsselbegriffe der Vorlage erfasst?
- Arbeitsschritt: Hast du die Vorlage beim Schreiben wirklich beiseitegelegt?
- Ergebnis: Weicht der Satzbau deutlich von der Vorlage ab?
- Nachvollziehbarkeit: Versteht jemand die Aussage, ohne die Vorlage zu kennen?
- Reichweite: Enthält die Paraphrase nur Aussagen, die die Quelle trägt?
Den letzten Punkt übersieht man beim Überarbeiten leicht. Eine Paraphrase darf den Inhalt der Quelle eigenständig wiedergeben, aber nichts hinzufügen, was in der Vorlage nicht steht. Bist du unsicher, leg Paraphrase und Quelle nebeneinander und prüfe Satz für Satz.
Quellen und Stand
- Beispiel, Schreibung, Definition, Bedeutung, Etymologie, Synonyme, Beispiele | DWDS: www.dwds.de (geprüft am 2026-09-01)
- Beispiel ▶ Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft | Duden: www.duden.de (geprüft am 2026-09-01)
