Beispiele für das Paraphrasieren: Bedeutung und Verwendung
Beispiele für Paraphrasieren: Bedeutung und Verwendung
Beispiele fürs Paraphrasieren machen unterschiedliche Bedeutungen von „Beispiel“ verständlich. Entscheidend sind Aussageabsicht und Satzkontext.
Was Beispiele beim Paraphrasieren zeigen
Das Wort „Beispiel“ kann einen einzelnen, herausgegriffenen Fall bezeichnen. Dieser Fall kann eine Erscheinung oder einen Vorgang erläutern. Daneben kann „Beispiel“ ein Vorbild oder Muster meinen. Auch ein warnendes oder abschreckendes Beispiel ist als Bezeichnung belegt.
Der Satz „Der Ablauf wird an einem Fall erklärt“ zeigt die erste Bedeutung: Ein Fall dient zur Erläuterung. Der Satz „Sie nahm sich daran ein Beispiel“ verweist dagegen auf ein Vorbild. Für die Einordnung ist deshalb wichtig, was der vollständige Satz ausdrückt. Prüfe, ob der Satz einen erklärenden Einzelfall nennt oder auf ein Muster verweist.
Die Wendung „zum Beispiel“ kann im Sinn von „wie etwa“ stehen; dafür ist auch die Abkürzung „z. B.“ belegt. In einem Satz wie „Zum Beispiel steht hier ein einzelner Fall“ kündigt die Wendung eine nähere Nennung an. Prüfe im Ausgangssatz, ob diese Wendung vor einer Erläuterung steht oder ob das Substantiv „Beispiel“ selbst einen Fall, ein Vorbild oder ein Muster bezeichnet.
Die Begriffe Rechtschreibung, Rechtschreibregeln, Groß- und Kleinschreibung sowie Getrennt- und Zusammenschreibung betreffen nicht die hier beschriebenen Bedeutungen von „Beispiel“. Halte daher die Bedeutungsfrage und die Form eines Satzes getrennt. Lies den ganzen Satz, bestimme die Funktion von „Beispiel“ und vergleiche sie anschließend mit den belegten Bedeutungen. Wenn der Satz keine eindeutige Zuordnung zulässt, ergänze keine Vermutung, sondern prüfe den vollständigen Zusammenhang erneut.

Bedeutung und Kontext auseinanderhalten
Die Quellen beschreiben „Beispiel“ in zwei unterschiedlichen Richtungen. Die Richtungen sind Alternativen: In einem Satz kann das Wort einen einzelnen Fall zur Erklärung meinen; in einem anderen kann es ein Vorbild oder Muster bezeichnen. Der Kontext verbindet die gewählte Richtung mit der Aussageabsicht.
- Einzelfall zur Erklärung: Gemeint sein kann ein herausgegriffener Fall, mit dem eine Erscheinung oder ein Vorgang verständlich wird. Ein eigener Satz dazu lautet: „Die Skizze dient als Beispiel und macht die Reihenfolge der Schritte sichtbar.“ Die Aussageabsicht besteht hier darin, einen Vorgang zu erläutern.
- Vorbild oder Muster: Das Wort kann sich auch auf etwas beziehen, an dem sich andere orientieren. Ein eigener Satz lautet: „Der sorgfältige Umgang mit den Unterlagen wurde für die Gruppe zu einem Vorbild.“ Hier steht ein Muster im Mittelpunkt. In diesem Zusammenhang kann ein Beispiel auch warnend oder abschreckend sein: „Der beschädigte Gegenstand galt als warnendes Beispiel.“ Das ist keine zusätzliche, davon getrennte Bedeutungsrichtung, sondern eine mögliche Ausprägung im Bereich von Vorbild oder Muster.
Der Satzkontext hilft bei der Zuordnung. Entscheidend ist, ob der Satz einen einzelnen Fall zur Erklärung beschreibt oder ein Vorbild beziehungsweise Muster benennt. Die eigenen Sätze zeigen nur diese Unterschiede; sie schreiben dem Wort keine weitere Fachbedeutung zu.
Beim Überarbeiten eines eigenen Textes können zusätzlich Kommasetzung und Zeichensetzung kontrolliert werden. Die Rechtschreibreform ist nur dann ein passender Prüfpunkt, wenn alte und neue Schreibweisen im konkreten Material vorkommen. Auch Rechtschreibprogramme bestimmen nicht, welche Bedeutung „Beispiel“ in einem Satz hat. Für einen fachlich klaren Ausdruck kann wissenschaftliches Schreiben den Rahmen bilden; die Einordnung des Wortes ergibt sich dennoch aus dem jeweiligen Satz.
Drei kurze Beispiele in verschiedenen Kontexten
Die folgenden Paare zeigen jeweils einen Ausgangssatz und eine sinngleiche Formulierung in eigenen Worten. Dabei bleibt erkennbar, ob „Beispiel“ einen erklärenden Einzelfall oder ein Vorbild beziehungsweise Muster meint.
- Erklärung eines Vorgangs
Ausgangssatz: „Die Skizze ist ein Beispiel für den Ablauf.“
Eigene Formulierung: „Die Skizze veranschaulicht den Ablauf.“ - Orientierung an einem Muster
Ausgangssatz: „Ihr Umgang mit den Unterlagen wurde für die Gruppe zu einem Vorbild.“
Eigene Formulierung: „Die Gruppe nahm ihren Umgang mit den Unterlagen als Muster.“ - Warnender Fall
Ausgangssatz: „Der beschädigte Gegenstand blieb ein warnendes Beispiel.“
Eigene Formulierung: „Der beschädigte Gegenstand diente als Warnung.“
Im ersten Paar bleibt die erklärende Funktion erhalten: Ein einzelner Fall macht einen Ablauf anschaulich. Im zweiten Paar geht es um die Orientierung an einem Muster. Das dritte Paar behandelt einen warnenden Fall im Bereich Vorbild oder Muster, nicht als eigenständige dritte Wörterbuchbedeutung. Die Formulierungen sind neu geschrieben und übernehmen keine Quellenbeispiele.
Ein weiterer Vergleich verdeutlicht den Unterschied: „Die Zeichnung ist ein Beispiel für den Ablauf“ kann in eigenen Worten zu „Die Zeichnung veranschaulicht den Ablauf“ werden. „Sein Verhalten wurde für die Gruppe zu einem Vorbild“ kann zu „Sein Verhalten wurde für die Gruppe zum Muster“ werden. Vor dem Formulieren lässt sich prüfen, welche Aussage der Ausgangssatz tatsächlich trägt: Erklärung eines Vorgangs, Orientierung an einem Muster oder ein warnender Fall im Bereich Vorbild oder Muster.
Für die sprachliche Form eines eigenen Satzes können Abkürzungen richtig schreiben und Wortbedeutungen und Abkürzungen getrennt betrachtet werden. Die Quelle führt „z. B.“ als Abkürzung von „zum Beispiel“ auf. Bei Unsicherheit über den Begleiter kann Artikel der, die und das im eigenen Satz geprüft werden. Bei mehreren Fällen lässt sich auch die Pluralbildung prüfen. Wer Wiederholungen vermeiden möchte, kann nach Synonyme suchen, sollte aber die Bedeutung im Satz erneut abgleichen. Unterschiedliche Textformen können dieselbe Aussage in anderer Gestaltung wiedergeben.
Wichtige Abgrenzungen bei der Verwendung
Die zwei Bedeutungen sollten nicht pauschal gleichgesetzt werden. Ein erklärender Einzelfall ist nicht automatisch ein Vorbild. Ob eine Lesart vorliegt, wird am konkreten Satzkontext geprüft.
Aus dem bloßen Auftreten des Wortes sollte keine zusätzliche Herkunft, Wertung oder Fachbedeutung abgeleitet werden. Die vorliegenden Quellen belegen die Verwendung als erklärenden Einzelfall sowie als Vorbild oder Muster. Ein warnendes oder abschreckendes Beispiel gehört zum Bereich Vorbild oder Muster. Für weitere Einordnungen sollte der vollständige Satz und eine passende Quelle geprüft werden.
Die Wendung „zum Beispiel“ ist von der Bedeutung „Vorbild“ zu unterscheiden. Die Quelle ordnet sie „beispielshalber“ und „wie etwa“ zu. „Es gibt zum Beispiel drei Wege“ führt damit einen Fall zur Erläuterung an. „Sie ist ein Beispiel für die anderen“ kann dagegen auf eine Orientierung an einer Person oder Sache verweisen. Der Satzkontext entscheidet über die Bedeutung.
Das DWDS beschreibt seine Verwendungsbeispiele als maschinell aus Textsammlungen ausgewählt und weist darauf hin, dass Fehler nicht ausgeschlossen sind. Solche Beispiele sollten daher vor einer Übernahme geprüft werden.
Wenn eine Formulierung nicht eindeutig wirkt, lies den vollständigen Satz, bestimme die Aussageabsicht und vergleiche sie mit den belegten Bedeutungen. Ergänze ohne direkte Grundlage keine weitere Fach- oder Herkunftserklärung.

Kurzcheck für die passende Paraphrase
Prüfe die Verwendung von „Beispiel“ in dieser Reihenfolge:
- Bestimme die Bedeutung im Satz. Bezeichnet das Wort einen einzelnen Fall zur Erläuterung oder ein Vorbild beziehungsweise Muster?
- Lies den vollständigen Satz. Achte darauf, ob ein Vorgang oder eine Erscheinung mit einem einzelnen Fall erläutert wird oder ob sich eine Person an einem Vorbild orientiert.
- Trenne die Wendung „zum Beispiel“ vom Substantiv „Beispiel“. Die Wendung kann „wie etwa“ bedeuten; „z. B.“ ist dafür als Abkürzung belegt.
- Prüfe bei einem warnenden oder abschreckenden Beispiel, ob diese Bezeichnung im konkreten Satz steht. Ergänze keine weitere Bedeutung, die sich nicht aus dem Satz ergibt.
- Prüfe den Wortlaut in einem Wörterbuch und lies den konkreten Satzkontext. Das DWDS weist darauf hin, dass automatisch ausgewählte Verwendungsbeispiele Fehler enthalten können. Übernimm einen solchen Beleg daher nicht ungeprüft.
Für die Form des eigenen Textes stehen die Begriffe Rechtschreibung, Kommasetzung und Zeichensetzung getrennt von der Bedeutungsprüfung. Entscheidend für die Zuordnung von „Beispiel“ bleibt, welche der belegten Bedeutungen der vollständige Satz erkennen lässt. Wenn keine eindeutige Bedeutung hervorgeht, lies den Ausgangstext erneut und formuliere keine zusätzliche Deutung. So bleibt die Erklärung bei dem, was Satz und Wörterbuchangabe tatsächlich tragen.
Quellen und Stand
- Beispiel, Schreibung, Definition, Bedeutung, Etymologie, Synonyme, Beispiele | DWDS: www.dwds.de (geprüft am 2026 bis 09 bis 01)
- Beispiel ▶ Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft | Duden: www.duden.de (geprüft am 2026 bis 09 bis 01)