Was bedeutet „Zittieren“?
Zittieren: Bedeutung und Verwendung
„Zittieren“ führt im DWDS zur Wortinformationsseite von „zitieren“. Dort werden mehrere Bedeutungen unterschieden, die erst der jeweilige Satzkontext genauer einordnet.
Zittieren verständlich erklärt
Die Schreibweise Zittieren führt in der verwendeten DWDS-Suche zum Artikel zitieren. Die Quelle nennt dafür mehrere Bedeutungen. Erstens kann das Verb bedeuten, jemanden an einen bestimmten Ort zu beordern oder vorzuladen. Zweitens kann es bedeuten, Geschriebenes oder Gesprochenes wörtlich wiederzugeben. Außerdem nennt die Quelle die Bedeutung, etwas oder jemanden anzuführen oder zu erwähnen.
Diese Bedeutungen sind Alternativen. Ein Satz mit dem Verb muss also nicht zugleich eine Vorladung, eine wörtliche Wiedergabe und eine bloße Erwähnung ausdrücken. Entscheidend ist, was im konkreten Satz ausgesagt wird. Bei einem sprachlichen Zweifel hilft zunächst die Rechtschreibung, danach die Bedeutung des verwendeten Satzes. Für die Schreibweise und die Auswahl einer passenden Form können auch Rechtschreibregeln herangezogen werden.
Wer „Zittieren“ verstehen möchte, sollte deshalb nicht nur auf die einzelne Wortform schauen. Prüfe, ob eine Person an einen Ort beordert wird, ob eine Äußerung wortgetreu erscheint oder ob etwas beziehungsweise jemand lediglich genannt wird. Wenn keiner dieser Sinne aus dem Satz hervorgeht, ermittle die Bedeutung anhand der Quelle und des konkreten Zusammenhangs.

Bedeutung und Kontext auseinanderhalten
Die Bedeutungsübersicht der Quelle lässt sich als geordnete Auswahl lesen:
- Eine Person wird an einen bestimmten Ort beordert oder vorgeladen. Ein neutraler Beispielsatz lautet: „Das Schreiben zitiert die Zeugin an einen bestimmten Ort.“ Die Aussageabsicht liegt hier darin, eine Person zu einer bestimmten Stelle zu beordern.
- Geschriebenes oder Gesprochenes wird wörtlich wiedergegeben. Ein eigener Beispielsatz lautet: „Der Bericht zitiert den kurzen Satz aus dem Protokoll.“ Hier richtet sich die Aussageabsicht auf die Wiedergabe von Sprache.
- Etwas oder jemand wird angeführt oder erwähnt. Ein neutraler Satz lautet: „Die Übersicht zitiert mehrere Namen aus dem Gespräch.“ In diesem Beispiel steht das Anführen oder Erwähnen im Vordergrund.
Die drei Punkte sind nicht als gemeinsame Pflichtmerkmale zu lesen. Der erste Sinn beschreibt eine Handlung gegenüber einer Person, der zweite eine wörtliche Wiedergabe und der dritte das Anführen oder Erwähnen. Der Kontext verbindet Wortbedeutung und Aussageabsicht: Er zeigt, ob der Satz eine Anordnung, eine Wiedergabe oder eine Nennung meint.
Bei der Prüfung von Groß- und Kleinschreibung, Getrennt- und Zusammenschreibung oder Kommasetzung geht es um andere sprachliche Fragen. Diese Bereiche können die Form eines Satzes betreffen, bestimmen aber nicht automatisch, welche der genannten Bedeutungen vorliegt. Auch die Zeichensetzung ersetzt keine Bedeutungsprüfung.
Drei eigene Beispiele für verschiedene Kontexte
Die folgenden kurzen Sätze sind eigenständige Beispiele. Sie übernehmen keine Quellenbeispiele, sondern zeigen die drei Bedeutungsrichtungen in unterschiedlichen Situationen.
- Beorderung oder Vorladung: „Die Behörde zitiert den Zeugen an den angegebenen Ort.“ Der Satz stellt eine Person und eine Ortsangabe in den Mittelpunkt. Dadurch wird die erste Bedeutungsalternative geprüft.
- Wörtliche Wiedergabe: „Die Studentin zitiert einen Satz aus ihrem gelesenen Text.“ Hier geht es darum, Geschriebenes in der Form wiederzugeben, in der es im Ausgangstext steht. Der Kontext der sprachlichen Wiedergabe weist auf die zweite Bedeutungsalternative.
- Anführen oder Erwähnen: „Der Vortrag zitiert ein weiteres Beispiel für die besprochene Frage.“ Dieser Satz sagt, dass etwas angeführt oder erwähnt wird. Er behauptet nicht, dass die erwähnte Formulierung wörtlich übernommen wurde.
Die Beispiele zeigen zugleich, warum ein einzelnes Wort nicht ohne seinen Satz gelesen werden sollte. Im ersten Beispiel ist eine Person mit einem Ort verbunden. Im zweiten Beispiel steht ein Satz aus einem Text im Vordergrund. Im dritten Beispiel wird lediglich ein Beispiel genannt. Beim Thema Rechtschreibreform treffen diese Beispiele keine Aussage zur Schreibweise; sie dienen nur der Unterscheidung der dargestellten Bedeutungsalternativen.
Zu Rechtschreibprogramme treffen die Beispiele ebenfalls keine Aussage. Die Bedeutung des Verbs wird hier allein am jeweiligen Satz und an der belegten Bedeutungsübersicht erläutert.
Wichtige Grenzen und mögliche Verwechslungen
Die Quelle nennt neben den Bedeutungen auch verwandte Ausdrücke. Dazu gehören unter anderem Formen des Sich-Berufens, Sich-Beziehens, Anknüpfens, Verweisens oder Zurückgreifens. Daraus folgt nicht, dass diese Ausdrücke pauschal gleichbedeutend sind. Prüfe bei jedem Ersatzwort, ob es den Sinn des eigenen Satzes tatsächlich trifft.
Besonders wichtig ist die Grenze zwischen wörtlicher Wiedergabe und bloßem Anführen oder Erwähnen. Wenn ein Satz Geschriebenes oder Gesprochenes wörtlich wiedergibt, liegt die zweite Bedeutungsalternative nahe. Wenn ein Satz nur etwas oder jemanden nennt, verweist die Quelle auf die dritte Alternative. Ohne den konkreten Satz darf daraus keine weitergehende Fachbedeutung abgeleitet werden.
Ebenso darf aus dem Wort allein keine zusätzliche Herkunft, Wertung oder besondere institutionelle Funktion erfunden werden. Die Quelle belegt die genannten Bedeutungen, nicht eine darüber hinausgehende Aussage über Zweck, Wirkung oder rechtliche Folge. Für wissenschaftliches Schreiben kann die genaue Bedeutungswahl wichtig sein, doch die Quelle schreibt keine allgemeine Zitiermethode vor. Begriffe wie Abkürzungen richtig schreiben, Wortbedeutungen und Abkürzungen oder Artikel der, die und das betreffen andere Prüfbereiche und sollten nicht mit einer Bedeutungsangabe zu „zitieren“ verwechselt werden.
Auch Pluralbildung, Synonyme und Textformen sind eigene sprachliche Themen. Sie können bei einer weiterführenden Textprüfung relevant werden, ersetzen aber nicht die Entscheidung zwischen Vorladung, wörtlicher Wiedergabe sowie Anführen oder Erwähnen.

Kurzer Check für die passende Verwendung
Prüfe die Verwendung in einer festen Reihenfolge:
- Lies den vollständigen Satz und bestimme zunächst die Kernbedeutung: Wird eine Person an einen bestimmten Ort beordert oder vorgeladen, wird Sprache wörtlich wiedergegeben oder wird etwas beziehungsweise jemand angeführt oder erwähnt?
- Ordne die Aussageabsicht dem Kontext zu. Frage, ob der Satz eine Anordnung, eine Wiedergabe oder eine Nennung ausdrückt. Behandle die drei Bedeutungen als Alternativen, nicht als Merkmale, die gleichzeitig erfüllt sein müssen.
- Suche nach einer möglichen Verwechslung mit einem verwandten Ausdruck. Setze „zitieren“ nicht automatisch mit sich berufen, sich beziehen, verweisen oder zurückgreifen gleich.
- Prüfe die Quelle und den konkreten Satzkontext. Wenn die Bedeutung nicht eindeutig hervorgeht, ermittle sie erneut aus der Bedeutungsübersicht und aus dem vollständigen Satz, statt eine zusätzliche Fachbedeutung anzunehmen.
- Kontrolliere anschließend die sprachliche Form. Für Fragen zu Schreibweise, Satzzeichen oder Textgestaltung kannst du die passenden Bereiche getrennt nachschlagen. Die Bedeutung des Verbs bleibt dabei an den belegten Angaben und am Satz gebunden.
Der wichtigste Kurzschluss lautet: Erst den Sinn des Satzes bestimmen, dann die Schreib- und Gestaltungsfragen prüfen. So bleibt die Verwendung auf die belegten Bedeutungsalternativen begrenzt.
Quellen und Stand
- zitieren, Schreibung, Definition, Bedeutung, Etymologie, Synonyme, Beispiele | DWDS: www.dwds.de (geprüft am 2026 bis 09 bis 01)
Das Thema „Was bedeutet „Zittieren“?“ wird hier als Gesamtzusammenhang aufgegriffen.