Wie passt du ein wörtliches Zitat in deinen Satz ein?
Zitat anpassen: So passt ein Zitat grammatisch in deinen Satz
Ein wörtliches Zitat muss grammatisch in deinen Satz passen, auch wenn Fall, Zeit oder Wortform im Original anders stehen. Änderungen an der Wortform kennzeichnest du mit eckigen Klammern, damit für die Lesenden klar bleibt, was aus dem Original stammt und was du angepasst hast.
Wann ein Zitat grammatisch nicht in deinen Satz passt
Ein wörtliches Zitat behält seinen Wortlaut, auch wenn dein Satz eine andere Form braucht. Genau deshalb kann es passieren, dass die Endung des Zitats nicht zu deinem Satzbau passt oder der Fall des Originals von dem Fall abweicht, den dein eigener Satz gerade verlangt. Der Leitfaden zum Zitieren und Belegen von Literatur der Universität Münster verlangt für den dort beschriebenen Studiengang Sozialpädagogik, dass Zitate grammatisch und syntaktisch in den eigenen Satz eingebunden werden, sodass Satz und Zitat zueinander passen und der Sinngehalt des Zitats dabei erhalten bleibt.
Typische Bruchstellen entstehen bei Fall, Zahl und Zeit. Stell dir dazu folgendes erfundenes Beispiel vor: Ein Zitat lautet im Original im Nominativ, etwa sinngemäß wie der Satz enthält eine Aussage, dein eigener Satz braucht an dieser Stelle aber den Genitiv, etwa in einer Wendung wie die Aussage des Zitats. Hier passt die Endung des Originals nicht zu deinem Satzbau, und du musst die Wortform anpassen, ohne den Inhalt zu verändern.
Anpassen heißt dabei nicht, frei umzuschreiben. Der Sinn des Originals bleibt erhalten, nur die Wortform wird mit Zeichen kenntlich gemacht, durch eckige Klammern um die geänderte Stelle. Enthält ein Zitat selbst noch einmal ein fremdes Zitat, hilft dir eine eigene Seite zum Thema Zitat im Zitat weiter, denn dieser Sonderfall braucht zusätzlich zur grammatischen Anpassung eine eigene Zeichensetzung innerhalb des bereits veränderten Satzes. Willst du zu einem angepassten Zitat außerdem die genaue Fundstelle angeben, erklärt eine eigene Seite zur Seitenzahl im Zitat, wie die Seitenzahl auch dann korrekt neben dem veränderten Zitat steht, wenn Endung oder Wortform im Satz selbst schon angepasst wurden.

Veränderungen in eckigen Klammern kennzeichnen
Veränderungen an einem Zitat werden sichtbar gemacht, damit niemand sie für den unveränderten Originalwortlaut hält. Die Richtlinien zur Formatierung wissenschaftlicher Arbeiten der Professur für Pathopsychologie an der Universität Bamberg legen dazu fest, dass direkte Zitate unter Beachtung der Formalien an den eigenen Satz angepasst werden dürfen. Konkret erlaubt die Bamberger Vorgabe, dass der Anfangsbuchstabe des Zitats nach Bedarf in Groß- oder Kleinschreibung gesetzt wird und das letzte Satzzeichen an den eigenen Satzbau angeglichen werden kann. Eine Weglassung innerhalb des Zitats wird dabei durch drei Punkte markiert, die in eckige Klammern eingefasst sind. Eigene Zusätze stehen ebenso in eckigen Klammern, und selbst deutliche sprachliche Fehler im Originaltext dürfen auf diesem Weg richtiggestellt werden.
Die Hochschule Harz geht in ihrem Leitfaden zum wissenschaftlichen Arbeiten einen eigenen Weg: Werden einzelne Wörter in ein Zitat eingefügt, stehen sie dort in eckigen Klammern mit dem Kürzel d. Verf., damit erkennbar bleibt, dass diese Ergänzung vom Verfasser stammt und nicht im Original steht. Auch nach dieser Harzer Vorgabe darf eine Auslassung den Sinn des Zitats nicht verändern. Wer mit solchen Kürzungen arbeitet, sollte zusätzlich auf einer eigenen Seite zu Auslassungszeichen nachlesen, wie die Auslassung selbst technisch gesetzt wird, denn dort geht es um die Satzzeichen der Lücke, nicht um die Kennzeichnung inhaltlicher Eingriffe. Die folgende Übersicht zeigt drei erfundene Beispiele für solche Kennzeichnungen, die den Unterschied zwischen einer kleinen formalen Anpassung und einer inhaltlichen Ergänzung mit Verfasserhinweis verdeutlichen sollen.
| Fall | Schreibweise | Beleg |
|---|---|---|
| geänderte Endung | des Forscher[s] | Bamberg |
| ergänztes Wort | [die] Untersuchung zeigt | Harz |
| Ergänzung mit d. Verf. | [inneren, d. Verf.] Vorgang | Harz |
Die eckige Klammer zeigt den Lesenden zuverlässig, welcher Teil des Satzes von dir stammt und welcher Teil unverändert aus dem Original übernommen wurde. Fehlt die Klammer an einer Stelle, an der tatsächlich etwas geändert wurde, gilt das Zitat formal als unverändert übernommen, auch wenn in Wirklichkeit eine Anpassung vorgenommen wurde. Genau deshalb solltest du jede noch so kleine Änderung, jede Groß- oder Kleinschreibung am Satzanfang und jede Satzzeichenanpassung am Ende konsequent kennzeichnen, bevor du das Zitat in deine Arbeit übernimmst.
So baust du das Zitat Schritt für Schritt ein
Der Einbau eines Zitats gelingt am besten in einer festen Reihenfolge, damit du keinen Arbeitsschritt vergisst. Diese Reihenfolge hilft dir, am Ende ein Zitat zu haben, das sprachlich zu deinem eigenen Satz passt, ohne dass sich der Inhalt des Originals verschiebt oder verfälscht wird.
- Formuliere zuerst deinen eigenen Satz, so wie er ohne das Zitat stehen würde.
- Wähle das Zitat aus, das deine Aussage am besten stützt.
- Suche die Stelle im Zitat, an der Fall, Zeit oder Wortform nicht zu deinem Satz passt.
- Passe die Endung oder das einzelne Wort an und setze die Änderung in eckige Klammern.
- Lies den ganzen Satz einmal laut, um zu hören, ob er grammatisch stimmt.
- Vergleiche das angepasste Zitat anschließend noch einmal mit dem Original, damit keine Änderung übersehen wird.
- Setze den Beleg an der dafür vorgesehenen Stelle hinter das Zitat.
Der Leitfaden zum Zitieren und Belegen von Literatur der Universität Münster erwartet, dass der Satz nach diesem Einbau grammatisch und syntaktisch stimmt und das Zitat dabei seinen Sinngehalt behält. Im Zweifel ist ein kürzeres Zitat besser als ein stark umgebautes, weil weniger Eingriffe nötig sind und der Satz dadurch leichter lesbar bleibt.
Vor dem Einbau lohnt sich außerdem ein Blick auf eine eigene Seite zu Anführungszeichen richtig setzen, denn sie zeigt, wo genau die Anführungszeichen um dein angepasstes Zitat stehen und wie sie sich zu den eckigen Klammern innerhalb des Zitats verhalten.

Wann ein indirektes Zitat die bessere Wahl ist
Brauchst du mehrere Klammern in einem Satz, ist ein indirektes Zitat oft besser. Je mehr eckige Klammern ein einziger Satz enthält, desto schwerer wird er lesbar, und der ursprüngliche Zusammenhang des zitierten Gedankens tritt gegenüber den vielen Eingriffen in den Hintergrund.
Bei vielen Eingriffen leidet die Lesbarkeit deutlich. In solchen Fällen gibst du den Inhalt besser sinngemäß mit eigenen Worten wieder und kennzeichnest die Stelle als indirekte Wiedergabe, vergleiche dazu jeweils den passenden Beleg zur zugrunde liegenden Quelle. Wie du direkte und indirekte Wiedergabe im Einzelnen unterscheidest und wann welche Form sinnvoll ist, zeigen die Regeln für direkte und indirekte Zitate auf einer eigenen Seite, die genau diesen Vergleich im Detail ausführt.
Stand dieser Seite ist Oktober 2026, Vorgaben einzelner Lehrstühle können sich ändern. Ermittle deshalb bei Unsicherheit über die genaue Vorgabe deines Fachbereichs den aktuell gültigen Leitfaden deiner betreuenden Person oder deines Prüfungsamts, bevor du dich endgültig für die direkte oder die indirekte Form entscheidest. So vermeidest du, dass ein stark angepasstes Zitat mit vielen Klammern am Ende schwerer zu lesen ist als eine klare eigene Formulierung desselben Gedankens, und du behältst die Entscheidung zwischen den beiden Formen bewusst in der Hand, statt sie allein von der Zahl der nötigen Anpassungen abhängen zu lassen.
Quellen und Stand
- Universität Bamberg, Professur für Pathopsychologie: Formalien zur Erstellung von wissenschaftlichen Arbeiten (2020): www.uni-bamberg.de (geprüft am 2026-10-04)
- Universität Münster: Leitfaden zum Zitieren und Belegen von Literatur (Sozialpädagogik, WS 2023/24): uni-muenster.de (geprüft am 2026-10-04)
- Hochschule Harz: Leitfaden zum wissenschaftlichen Arbeiten (2025): www.hs-harz.de (geprüft am 2026-10-04)