Wie passt du ein wörtliches Zitat in deinen Satz ein?

Zitat anpassen: So passt ein Zitat grammatisch in deinen Satz

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 4. Oktober 2026 · Zitat kennzeichnen: Quellen sauber angeben

Ein wörtliches Zitat muss grammatisch in deinen Satz passen, auch wenn Fall, Zeit oder Wortform im Original anders stehen. Änderungen an der Wortform kennzeichnest du mit eckigen Klammern, damit für die Lesenden klar bleibt, was aus dem Original stammt und was du angepasst hast.

Wann ein Zitat grammatisch nicht in deinen Satz passt

Ein wörtliches Zitat behält seinen Wortlaut, auch wenn dein Satz eine andere Form braucht. Genau deshalb kann es passieren, dass die Endung des Zitats nicht zu deinem Satzbau passt oder der Fall des Originals von dem Fall abweicht, den dein eigener Satz gerade verlangt. Der Leitfaden zum Zitieren und Belegen von Literatur der Universität Münster verlangt für den dort beschriebenen Studiengang Sozialpädagogik, dass Zitate grammatisch und syntaktisch in den eigenen Satz eingebunden werden, sodass Satz und Zitat zueinander passen und der Sinngehalt des Zitats dabei erhalten bleibt.

Typische Bruchstellen entstehen bei Fall, Zahl und Zeit. Stell dir dazu folgendes erfundenes Beispiel vor: Ein Zitat lautet im Original im Nominativ, etwa sinngemäß wie der Satz enthält eine Aussage, dein eigener Satz braucht an dieser Stelle aber den Genitiv, etwa in einer Wendung wie die Aussage des Zitats. Hier passt die Endung des Originals nicht zu deinem Satzbau, und du musst die Wortform anpassen, ohne den Inhalt zu verändern.

Anpassen heißt dabei nicht, frei umzuschreiben. Der Sinn des Originals bleibt erhalten, nur die Wortform wird mit Zeichen kenntlich gemacht, durch eckige Klammern um die geänderte Stelle. Enthält ein Zitat selbst noch einmal ein fremdes Zitat, hilft dir eine eigene Seite zum Thema Zitat im Zitat weiter, denn dieser Sonderfall braucht zusätzlich zur grammatischen Anpassung eine eigene Zeichensetzung innerhalb des bereits veränderten Satzes. Willst du zu einem angepassten Zitat außerdem die genaue Fundstelle angeben, erklärt eine eigene Seite zur Seitenzahl im Zitat, wie die Seitenzahl auch dann korrekt neben dem veränderten Zitat steht, wenn Endung oder Wortform im Satz selbst schon angepasst wurden.

Zitat an den eigenen Satz anpassen: der Ablauf in drei Schritten

Veränderungen in eckigen Klammern kennzeichnen

Veränderungen an einem Zitat werden sichtbar gemacht, damit niemand sie für den unveränderten Originalwortlaut hält. Die Richtlinien zur Formatierung wissenschaftlicher Arbeiten der Professur für Pathopsychologie an der Universität Bamberg legen dazu fest, dass direkte Zitate unter Beachtung der Formalien an den eigenen Satz angepasst werden dürfen. Konkret erlaubt die Bamberger Vorgabe, dass der Anfangsbuchstabe des Zitats nach Bedarf in Groß- oder Kleinschreibung gesetzt wird und das letzte Satzzeichen an den eigenen Satzbau angeglichen werden kann. Eine Weglassung innerhalb des Zitats wird dabei durch drei Punkte markiert, die in eckige Klammern eingefasst sind. Eigene Zusätze stehen ebenso in eckigen Klammern, und selbst deutliche sprachliche Fehler im Originaltext dürfen auf diesem Weg richtiggestellt werden.

Die Hochschule Harz geht in ihrem Leitfaden zum wissenschaftlichen Arbeiten einen eigenen Weg: Werden einzelne Wörter in ein Zitat eingefügt, stehen sie dort in eckigen Klammern mit dem Kürzel d. Verf., damit erkennbar bleibt, dass diese Ergänzung vom Verfasser stammt und nicht im Original steht. Auch nach dieser Harzer Vorgabe darf eine Auslassung den Sinn des Zitats nicht verändern. Wer mit solchen Kürzungen arbeitet, sollte zusätzlich auf einer eigenen Seite zu Auslassungszeichen nachlesen, wie die Auslassung selbst technisch gesetzt wird, denn dort geht es um die Satzzeichen der Lücke, nicht um die Kennzeichnung inhaltlicher Eingriffe. Die folgende Übersicht zeigt drei erfundene Beispiele für solche Kennzeichnungen, die den Unterschied zwischen einer kleinen formalen Anpassung und einer inhaltlichen Ergänzung mit Verfasserhinweis verdeutlichen sollen.

Tabelle: Fall, Schreibweise, Beleg
FallSchreibweiseBeleg
geänderte Endungdes Forscher[s]Bamberg
ergänztes Wort[die] Untersuchung zeigtHarz
Ergänzung mit d. Verf.[inneren, d. Verf.] VorgangHarz

Die eckige Klammer zeigt den Lesenden zuverlässig, welcher Teil des Satzes von dir stammt und welcher Teil unverändert aus dem Original übernommen wurde. Fehlt die Klammer an einer Stelle, an der tatsächlich etwas geändert wurde, gilt das Zitat formal als unverändert übernommen, auch wenn in Wirklichkeit eine Anpassung vorgenommen wurde. Genau deshalb solltest du jede noch so kleine Änderung, jede Groß- oder Kleinschreibung am Satzanfang und jede Satzzeichenanpassung am Ende konsequent kennzeichnen, bevor du das Zitat in deine Arbeit übernimmst.

So baust du das Zitat Schritt für Schritt ein

Der Einbau eines Zitats gelingt am besten in einer festen Reihenfolge, damit du keinen Arbeitsschritt vergisst. Diese Reihenfolge hilft dir, am Ende ein Zitat zu haben, das sprachlich zu deinem eigenen Satz passt, ohne dass sich der Inhalt des Originals verschiebt oder verfälscht wird.

  1. Formuliere zuerst deinen eigenen Satz, so wie er ohne das Zitat stehen würde.
  2. Wähle das Zitat aus, das deine Aussage am besten stützt.
  3. Suche die Stelle im Zitat, an der Fall, Zeit oder Wortform nicht zu deinem Satz passt.
  4. Passe die Endung oder das einzelne Wort an und setze die Änderung in eckige Klammern.
  5. Lies den ganzen Satz einmal laut, um zu hören, ob er grammatisch stimmt.
  6. Vergleiche das angepasste Zitat anschließend noch einmal mit dem Original, damit keine Änderung übersehen wird.
  7. Setze den Beleg an der dafür vorgesehenen Stelle hinter das Zitat.

Der Leitfaden zum Zitieren und Belegen von Literatur der Universität Münster erwartet, dass der Satz nach diesem Einbau grammatisch und syntaktisch stimmt und das Zitat dabei seinen Sinngehalt behält. Im Zweifel ist ein kürzeres Zitat besser als ein stark umgebautes, weil weniger Eingriffe nötig sind und der Satz dadurch leichter lesbar bleibt.

Vor dem Einbau lohnt sich außerdem ein Blick auf eine eigene Seite zu Anführungszeichen richtig setzen, denn sie zeigt, wo genau die Anführungszeichen um dein angepasstes Zitat stehen und wie sie sich zu den eckigen Klammern innerhalb des Zitats verhalten.

Zitat an den eigenen Satz anpassen: Prüfliste mit vier Punkten

Wann ein indirektes Zitat die bessere Wahl ist

Brauchst du mehrere Klammern in einem Satz, ist ein indirektes Zitat oft besser. Je mehr eckige Klammern ein einziger Satz enthält, desto schwerer wird er lesbar, und der ursprüngliche Zusammenhang des zitierten Gedankens tritt gegenüber den vielen Eingriffen in den Hintergrund.

Bei vielen Eingriffen leidet die Lesbarkeit deutlich. In solchen Fällen gibst du den Inhalt besser sinngemäß mit eigenen Worten wieder und kennzeichnest die Stelle als indirekte Wiedergabe, vergleiche dazu jeweils den passenden Beleg zur zugrunde liegenden Quelle. Wie du direkte und indirekte Wiedergabe im Einzelnen unterscheidest und wann welche Form sinnvoll ist, zeigen die Regeln für direkte und indirekte Zitate auf einer eigenen Seite, die genau diesen Vergleich im Detail ausführt.

Stand dieser Seite ist Oktober 2026, Vorgaben einzelner Lehrstühle können sich ändern. Ermittle deshalb bei Unsicherheit über die genaue Vorgabe deines Fachbereichs den aktuell gültigen Leitfaden deiner betreuenden Person oder deines Prüfungsamts, bevor du dich endgültig für die direkte oder die indirekte Form entscheidest. So vermeidest du, dass ein stark angepasstes Zitat mit vielen Klammern am Ende schwerer zu lesen ist als eine klare eigene Formulierung desselben Gedankens, und du behältst die Entscheidung zwischen den beiden Formen bewusst in der Hand, statt sie allein von der Zahl der nötigen Anpassungen abhängen zu lassen.

Quellen und Stand

Soll jemand deine Arbeit vor der Abgabe noch auf Rechtschreibung, Ausdruck und Formatierung prüfen?

Datei hochladen

Häufige Fragen zum Anpassen eines Zitats an den eigenen Satz

Was bedeutet es, ein Zitat an den eigenen Satz anzupassen?

Es bedeutet, dass du den Wortlaut des Zitats grammatisch so in deinen Satz einbindest, dass beide zueinander passen, ohne den Sinn zu verändern. Der Leitfaden zum Zitieren und Belegen von Literatur der Universität Münster verlangt dafür, dass Zitat und eigener Satz syntaktisch aufeinander abgestimmt werden.

Wie kennzeichnest du eine eigene Ergänzung innerhalb eines Zitats?

Nach dem Leitfaden zum wissenschaftlichen Arbeiten der Hochschule Harz stehen eingefügte Wörter in eckigen Klammern mit dem Kürzel d. Verf., damit erkennbar bleibt, dass die Ergänzung vom Verfasser stammt und nicht im Original steht.

Darf der erste Buchstabe eines Zitats groß oder klein geschrieben werden?

Nach den Richtlinien zur Formatierung wissenschaftlicher Arbeiten der Professur für Pathopsychologie an der Universität Bamberg kann der erste Buchstabe des Zitats je nach Bedarf groß oder klein geschrieben werden, ebenso kann das abschließende Satzzeichen angeglichen werden.

Was gilt, wenn eine Änderung nicht in eckigen Klammern steht?

Fehlt die Klammer an einer veränderten Stelle, gilt das Zitat als unverändert übernommen, auch wenn tatsächlich etwas geändert wurde. Die Klammer ist das Zeichen dafür, welcher Teil von dir und welcher Teil aus dem Original stammt.

Wann solltest du statt eines angepassten Zitats lieber indirekt zitieren?

Brauchst du mehrere eckige Klammern in einem einzigen Satz, ist ein indirektes Zitat oft die bessere Wahl, weil viele Eingriffe die Lesbarkeit des Satzes deutlich verringern. Dann gibst du den Inhalt sinngemäß mit eigenen Worten wieder.

Dürfen auch Textfehler im zitierten Original korrigiert werden?

Nach den Richtlinien der Professur für Pathopsychologie an der Universität Bamberg können gravierende Textfehler im Original mit eckigen Klammern korrigiert werden, ebenso wie Weglassungen mit drei Punkten in eckigen Klammern gekennzeichnet werden.

Was tust du bei Unsicherheit über die Vorgaben deines Fachbereichs?

Ermittle den aktuell gültigen Leitfaden deines Fachbereichs über deine betreuende Person oder dein Prüfungsamt, da einzelne Lehrstühle wie Münster, Bamberg oder Harz ihre Regeln zur Zitatanpassung unterschiedlich formulieren.

Unsere Partner