Mit welchen Verben leitest du ein Zitat in deiner Arbeit ein?

Zitat einleiten: Welche Verben und Wendungen passen

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 6. Oktober 2026 · Zitat kennzeichnen: Quellen sauber angeben

Zitate und Paraphrasen leitest du mit einer Wendung ein, und das Verb trägt die Wertung mit. Die Wahl zwischen neutralen, zustimmenden und distanzierenden Verben steuert, wie deutlich deine eigene Haltung zur Quelle wird, und der Konjunktiv verschärft oder mildert diesen Eindruck zusätzlich.

Drei Muster für die Einleitung

Ein Zitat steht nicht allein, du leitest es mit einer Wendung ein. Die Universität Göttingen nennt in ihrer Präsentation zum richtigen Zitieren und Paraphrasieren drei Muster redeeinleitender Formulierungen: Autor plus Verb, Präposition plus Autor und Autor plus nachgestellte Präposition. Für dich heißt das: Du entscheidest zuerst, welches der drei Muster zu deinem Satz passt.

Beim ersten Muster steht das Verb direkt hinter dem Namen, etwa in einem erfundenen Beispiel: Lena Hartmann argumentiert, dass Schulen Medienbildung stärker verankern müssen. Beim zweiten Muster beginnt der Satz mit einer Präposition, zum Beispiel in einem erfundenen Beispiel: Laut Tobias Krämer fehlt es an verlässlichen Daten. Beim dritten Muster folgt die Präposition dem Namen, etwa in einem erfundenen Beispiel: Krämer zufolge fehlt es an verlässlichen Daten. Alle drei Beispiele nutzen erfundene Autorennamen und sind keine Zitate aus einer Quelle.

Die Hinweise von Prof. Dr. Andrea Sieber an der Universität Passau empfehlen, Zitate argumentativ einzuleiten und nicht für sich stehen zu lassen. Dieser Gedanke gehört zur Wahl des Musters: Die Einleitung zeigt, welche Funktion das Zitat in deiner Argumentation erfüllt. Welcher Modus in deinem Fach passt, klärst du mit deiner Betreuung. Die Bildung der Konjunktivformen erklärt das Kapitel zum Konjunktiv in der indirekten Rede, denn dort geht es um die Unterschiede zwischen den Modi bei der Wiedergabe fremder Aussagen.

Zitate mit Verben einleiten: der Ablauf in drei Schritten

Neutrale und wertende Verben

Die Göttinger Präsentation ordnet die Verben nach ihrer Wirkung. Neutral wirkt die Wiedergabe mit Verben wie hält fest, zustimmend wirkt macht deutlich, kritisch distanzierend wirken behauptet und meint. Die Verbwahl entscheidet also darüber, wie deutlich deine Leserschaft merkt, was du selbst denkst und was die Quelle sagt.

Die Universität zu Köln nennt im Merkblatt zur Gestaltung von Paraphrasen Wendungen mit direktem Bezug zur Autorin oder zum Autor: beginnt mit der Darstellung von, zeigt auf, führt als Argument an und unternimmt den Versuch. Diese Wendungen eignen sich für eine neutrale und zusammenhängende Wiedergabe, bevor du bewertest.

Tabelle: Wirkung, Verb oder Wendung, Beleg
WirkungVerb oder WendungBeleg
neutralhält festUniversität Göttingen, Sowi-Schreibberatung
zustimmendmacht deutlichUniversität Göttingen, Sowi-Schreibberatung
distanzierendbehauptet, meintUniversität Göttingen, Sowi-Schreibberatung
darstellendbeginnt mit der Darstellung von, zeigt auf, führt an, unternimmt den VersuchUniversität zu Köln, Merkblatt Paraphrasen

Ein wertendes Verb legt der Autorin oder dem Autor etwas in den Mund. Wer schreibt, die Autorin behauptet etwas, unterstellt ihr eine Haltung, die sie vielleicht gar nicht vertreten hat. Deshalb empfiehlt es sich, eine Position erst neutral wiederzugeben und danach zu bewerten. So bleibt sichtbar, wo die Aussage der Quelle endet und deine eigene Stellungnahme beginnt. Wie du eine fremde Position sauber in eigene Worte fasst, beschreibt die Seite zu Paraphrasieren richtig, die dir den Schritt vom Zitat zur Paraphrase erklärt.

Die Rolle des Konjunktivs

Die Pädagogische Hochschule Freiburg empfiehlt in ihrer Broschüre zum Paraphrasieren, die Information im Konjunktiv zu formulieren, damit sie nicht als Aussage der paraphrasierenden Person missverstanden werden kann. Ihr Beispiel nutzt das Verb behauptet zusammen mit dem Konjunktiv. Die Göttinger Präsentation sieht es anders: In sozialwissenschaftlichen Texten wird überwiegend im Indikativ paraphrasiert, und der Konjunktiv erfüllt häufig rhetorische Funktionen wie die Distanzierung. Beide Positionen stehen nebeneinander, und du solltest sie als Angaben der jeweiligen Hochschule lesen.

Die Goethe-Universität Frankfurt unterscheidet je nach Fach. In den Geschichtswissenschaften wird in Paraphrasen der Konjunktiv I verwendet, in den Sprachwissenschaften das normale Präsens. Das Arbeitsblatt rät, im eigenen Fach oder bei den Dozierenden nachzufragen. Die Hochschulen empfehlen also Verschiedenes, deshalb fragst du am besten Fach und Betreuung, bevor du dich festlegst. Welche Konjunktivform du wählst, beeinflusst auch, ob du das Zitat an den eigenen Satz anpassen musst, denn eine geänderte Verbform zieht oft weitere grammatische Anpassungen im Einleitungssatz nach sich.

Die Bildung der Konjunktivformen ist nicht Teil des Verbwahl-Themas. Entscheide dich erst für das richtige Verb und kläre dann mit deiner Betreuung, welche Modusvorgabe in deinem Fach gilt.

Abwechslung ohne verschobenen Sinn

Das Merkblatt Gestaltung von Paraphrasen der Universität zu Köln verlangt, dass die Wiedergabe einer fremden Meinung sprachlich deutlich wird und abwechslungsreich formuliert ist. Abwechslung ist also ein Ziel, doch sie darf den Sinn nicht verändern. Nach diesem Merkblatt sollen fremde Positionen zunächst neutral und zusammenhängend wiedergegeben und erst danach bewertet werden.

Die Göttinger Präsentation zur Paraphrase verbindet die Verbwahl mit der Wertung. Neutrale Verben wie hält fest lassen die Aussage offen, zustimmende wie macht deutlich betonen die Übereinstimmung, und kritisch distanzierende wie behauptet oder meint stellen Abstand her. Wertung läuft aber nicht allein über Verben, denn auch Adverbien wie treffend oder irrtümlich geben eine zustimmende oder ablehnende Haltung wieder.

Ein erfundenes Beispiel (kein Originalzitat) zeigt, wie schnell ein Verb den Sinn verschiebt: Die Autorin Mira Scholz behauptet, die Mittel seien knapp. Stellt Scholz im Original nur fest, dass die Mittel knapp sind, dann hat das Verb behauptet eine Distanz eingeführt, die dort nicht steht. Das Verb hält fest hätte die Aussage neutral belassen.

Das Verb muss deshalb zu dem passen, was die Quelle tatsächlich sagt, und nicht zu dem, was du dir von der Aussage erhoffst. Lege dir eine kurze Liste an, sortiere die Verben nach Wertung und prüfe jede Wahl am Originaltext. Ein kurzer Test hilft dabei: Lies den Satz vor dem Zitat laut und frage dich, ob er genau das behauptet, was im Original steht.

Ein Wechsel der Verben ersetzt nicht die Angabe der Quelle. Welche Angaben dazugehören, kläre anhand der Vorgaben deines Faches. Bevor du das Verb festlegst, entscheide, ob du die Aussage wörtlich zitierst oder indirekt wiedergibst, und prüfe diese Wahl anhand der Regeln zum Zitieren.

Zitate mit Verben einleiten: Prüfliste mit vier Punkten

So wählst du das Verb Schritt für Schritt

Die folgende Schrittfolge hilft dir, das passende Verb zu finden. Stand ist Oktober 2026, und Vorgaben einzelner Lehrstühle können sich ändern, deshalb prüfst du die Angaben immer gegen die aktuellen Unterlagen deines Faches.

  1. Lies die Aussage der Quelle genau und halte fest, was dort tatsächlich steht.
  2. Lege fest, ob die Quelle etwas behauptet, belegt oder vermutet.
  3. Wähle ein neutrales Verb, sofern du die Aussage nur wiedergeben willst.
  4. Verwende eine Wertung nur, wenn du sie begründen kannst.
  5. Entscheide über den Konjunktiv nach der Vorgabe deines Faches und frage die Betreuung, wenn du unsicher bist.
  6. Setze den Beleg, sodass die Herkunft der Aussage eindeutig bleibt.

Freiburg verlangt, dass die Paraphrase nur Aussagen enthält, die auch die Originalquelle aufweist. Prüfe deshalb nach jedem Schritt, ob dein Satz über das Verb hinaus nichts hinzufügt. Bei der Auswahl der Wendung hilft dir außerdem die Übersicht unter Formulierungshilfen für die Arbeit, die dir weitere Wendungen für den ganzen Text zeigt.

Quellen und Stand

Welches Verb du wählen solltest, hängt davon ab, ob du die Aussage neutral wiedergibst, ihr zustimmst oder dich von ihr abgrenzt.

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Häufige Fragen zu Verben für das Einleiten von Zitaten

Welche drei Muster gibt es für die Einleitung eines Zitats?

Die Universität Göttingen nennt drei Muster: Autor plus Verb, Präposition plus Autor und Autor plus nachgestellte Präposition. Ein erfundenes Beispiel für das erste Muster lautet: Lena Hartmann argumentiert, dass Schulen Medienbildung stärker verankern müssen.

Welche Verben gelten als neutral?

Die Universität Göttingen ordnet hält fest der neutralen Wiedergabe zu, macht deutlich der zustimmenden und behauptet sowie meint der kritisch distanzierenden Wiedergabe. Die Tabelle im Abschnitt zu neutralen und wertenden Verben stellt das übersichtlich dar.

Muss ich immer im Konjunktiv paraphrasieren?

Die Hochschulen geben dazu Unterschiedliches vor. Die Pädagogische Hochschule Freiburg empfiehlt, die Information im Konjunktiv zu formulieren. Die Universität Göttingen nennt in sozialwissenschaftlichen Texten überwiegend den Indikativ. Frage deshalb Fach und Betreuung, bevor du dich festlegst.

Hängt die Wahl des Konjunktivs vom Fach ab?

Die Goethe-Universität Frankfurt unterscheidet je nach Fach. In den Geschichtswissenschaften wird in Paraphrasen der Konjunktiv I verwendet, in den Sprachwissenschaften das normale Präsens. Im eigenen Fach oder bei den Dozierenden erkundigst du dich am besten nach der Vorgabe.

Kann ein Verb die Aussage einer Quelle verfälschen?

Ja, das Verb muss zu dem passen, was die Quelle tatsächlich sagt. Ein erfundenes Beispiel: Die Autorin Mira Scholz behauptet, die Mittel seien knapp. Wenn sie nur feststellt, dass die Mittel knapp sind, verschiebt behauptet den Sinn, während hält fest neutral bleibt.

Wie werte ich eine fremde Position, ohne sie zu verzerren?

Die Universität zu Köln verlangt, fremde Positionen neutral und zusammenhängend wiederzugeben und erst danach zu bewerten. Erst die neutrale Wiedergabe, dann deine eigene Wertung, so bleibt die Herkunft der Aussage sichtbar.

Welche Angaben zum Beleg gelten an meiner Hochschule?

Welche Belegangaben gefordert sind, klärst du mit der betreuenden Person oder anhand des Leitfadens deines Fachbereichs, bevor du Zitate und Paraphrasen einleitest.

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