Trunkierung verstehen: Bedeutung, Einordnung, Beispielsätze
Trunkierung: Bedeutung, Herkunft und Verwendung
Trunkierung heißt, einen Suchbegriff gezielt zu kürzen und den fehlenden Teil durch einen Platzhalter wie das Sternchen zu ersetzen. So findest du in Katalogen und Datenbanken mit einer Eingabe viele Wortformen auf einmal.
Trunkierung: Bedeutung und Herkunft
Trunkierung bezeichnet das Kürzen eines Suchbegriffs, dessen fehlender Rest durch einen Platzhalter ersetzt wird. Gibst du in einem Bibliothekskatalog „Pädagog*“ ein, erhältst du Treffer zu Pädagogik, Pädagogin und pädagogisch in einem einzigen Suchlauf.
Das Wort ist ein feminines Substantiv; bei der Frage nach dem Artikel der, die und das lautet die Antwort eindeutig „die Trunkierung“. Abgeleitet ist es vom Verb trunkieren, das über englisch to truncate auf lateinisch truncare zurückgeht, was stutzen oder abschneiden bedeutet. Die Pluralbildung folgt dem Muster der Wörter auf -ung: die Trunkierungen.
Für die Einordnung hilft die Position des Platzhalters. Bei der Rechtstrunkierung bleibt das Wortende offen, bei der Linkstrunkierung der Wortanfang. Steht das Zeichen innerhalb der Zeichenfolge, spricht man von Binnentrunkierung. Im Studium begegnet dir der Begriff vor allem in Einführungen zur Literaturrecherche.
Wenn du beim Recherchieren auf weitere unbekannte Fachbegriffe stößt, findest du in unserem Überblick zu Wortbedeutungen und Abkürzungen schnelle Erklärungen zum Nachschlagen.

So verwendest du das Wort im Satz
Typische Wortverbindungen sind mit Trunkierung suchen, eine Trunkierung setzen, das Trunkierungszeichen, automatische Trunkierung und das Partizip trunkierte Suchbegriffe. Zwei Beispielsätze aus dem Studienalltag:
- Für meine Hausarbeit habe ich in der Fachdatenbank mit Trunkierung gesucht und unter „migra*“ auch Aufsätze zu Migrantinnen und Migrationspolitik gefunden.
- Im Rechercheworkshop der Bibliothek lernten wir, dass dieser Katalog als Trunkierungszeichen das Fragezeichen statt des Sternchens verlangt.
Bei der Getrennt- und Zusammenschreibung gibt es keine Ausnahme: Zusammensetzungen wie Rechtstrunkierung oder Trunkierungsoperator schreibst du zusammen. Die Groß- und Kleinschreibung unterscheidet Nomen und Verb, also „die Trunkierung“, aber „Begriffe trunkieren“.
Wer wissenschaftliches Schreiben ernst nimmt, dokumentiert im Methodenteil die verwendeten Suchstrings samt Trunkierungen, damit andere die Recherche nachvollziehen können.
Womit Trunkierung verwechselt wird
Am häufigsten wird Trunkierung mit Maskierung verwechselt. Bei der Maskierung ersetzt ein Platzhalter genau ein Zeichen, etwa „Wom?n“ für Woman und Women, während die Trunkierung beliebig viele Zeichen offenlässt. Manche Datenbanken fassen beides unter einem Begriff zusammen, prüfe deshalb die Hilfeseite des jeweiligen Katalogs.
Eine Trunkierung ist außerdem keine Abkürzung. Ein gekürzter Suchbegriff wie „Lehr*“ dient nur der Maschine, während Regeln für Abkürzungen richtig schreiben sich auf Formen wie „z. B.“ im Fließtext beziehen. Auch das Sternchen gehört hier nicht zur Zeichensetzung eines Satzes, sondern ist ein Suchoperator.
In Mathematik und Informatik meint Trunkierung das Abschneiden von Stellen ohne Rundung: Aus 3,79 wird bei einer Nachkommastelle 3,7, nicht 3,8. Wer beides gleichsetzt, rechnet falsch.
Typische Fehlverwendungen bei der Suche: Ein zu kurzer Stamm wie „Ki*“ liefert neben Kind und Kinder auch Kino und Kiefer, sodass du unpassende Treffer aussortieren musst. Synonyme wie Kind und Nachwuchs erfasst die Trunkierung nicht, du verknüpfst sie selbst mit OR. Bei Schreibungen, die sich durch die Rechtschreibreform geändert haben, etwa Photographie und Fotografie, hilft sie ebenfalls nicht, weil der Wortanfang abweicht.
Bei der Rechtschreibung des Wortes selbst ist „Truncierung“ falsch; das Fachwort schreibst du mit k und der Endung -ierung. Die Form „Trunkation“ ist dagegen kein Fehler, sie begegnet dir vor allem in Mathematik und Informatik als Fachausdruck für das Abschneiden von Stellen.

Checkliste für die passende Verwendung
- Bedeutung prüfen: Geht es um eine Recherche mit Platzhalter oder um das Abschneiden von Stellen in einer Zahl? Nur so kannst du den Begriff sicher verstehen und einordnen.
- Register prüfen: Trunkierung ist Fachsprache aus Bibliothekswesen und Informatik. Im Alltag sagst du eher „abschneiden“ oder „kürzen“, in Seminararbeiten und Rechercheprotokollen passt der Fachbegriff.
- Satzkontext prüfen: Passende Verben sind setzen, verwenden oder suchen mit; Beispielsätze wie oben zeigen, ob dein Satz natürlich klingt.
- Schreibung prüfen: Ein trunkierter Suchbegriff ist kein Wort und folgt keinen Rechtschreibregeln, im Fließtext stehen deshalb ausgeschriebene Wörter. Rechtschreibprogramme markieren das Fachwort mitunter als unbekannt, obwohl es korrekt ist.
- Textsorte prüfen: Unter den Textformen eines Studiums brauchst du den Begriff vor allem in Hausarbeit, Exposé und Methodenteil. Zählst du die Arten auf, gilt die normale Kommasetzung: Rechts-, Links- und Binnentrunkierung.
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Stand: 28. Oktober 2026korrektur.de. (2026, 28. Oktober). Trunkierung: Bedeutung, Herkunft und Beispiele. korrektur.de. https://korrektur.de/trunkierung
„Trunkierung: Bedeutung, Herkunft und Beispiele.“ korrektur.de, 28. Okt. 2026, korrektur.de/trunkierung. Zugriff 28. Okt. 2026.
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korrektur.de. Trunkierung: Bedeutung, Herkunft und Beispiele [online]. 2026 [Zugriff am 28.10.2026]. Verfügbar unter: https://korrektur.de/trunkierung
Quellen und Stand
- Offizielle Quelle: www.duden.de (geprüft am 2026-10-28)
- Wikipedia: Trunkierung: de.wikipedia.org (geprüft am 2026-10-28)