Welche Excel-Funktion berechnet die Standardabweichung richtig?

STABW.S oder STABW.N: die passende Excel-Funktion für deine Daten

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 2. Oktober 2026 · Statistische Auswertung mit Excel

Excel hat mit STABW.S und STABW.N zwei Hauptfunktionen für die Standardabweichung, und welche davon passt, hängt davon ab, ob die eigenen Daten eine Stichprobe oder die gesamte Grundgesamtheit abbilden. Daneben gibt es ältere und erweiterte Varianten wie STABW und STABWA, die sich im Umgang mit Text- und Wahrheitswerten unterscheiden.

STABW.S oder STABW.N: welche Funktion passt?

Excel kennt mehrere Funktionen für die Standardabweichung, und die Wahl hängt davon ab, ob die Daten eine Stichprobe oder die ganze Grundgesamtheit sind. Die Microsoft-Hilfe beschreibt STABW.S als Schätzung der Standardabweichung auf Grundlage einer Stichprobe, berechnet nach der Methode n-1, während STABW.N die Standardabweichung ausgehend von der Grundgesamtheit berechnet, die als Argumente angegeben ist. Daneben gibt es die ältere Funktion STABW, die ebenfalls für Stichproben gedacht ist und aus Gründen der Kompatibilität mit früheren Excel-Versionen weiterhin verfügbar bleibt, auch wenn neuere Funktionen inzwischen genauer arbeiten. Eine vierte Variante, STABWA, schätzt die Standardabweichung ebenfalls ausgehend von einer Stichprobe, bezieht aber anders als STABW.S auch Wahrheitswerte und als Text dargestellte Werte im Bezug mit ein. Die folgende Tabelle fasst die vier Funktionen zusammen.

Tabelle: Funktion, rechnet mit, wofür
Funktionrechnet mitwofür
STABW.SStichprobe, Methode n-1Schätzung aus einer Stichprobe
STABW.NGrundgesamtheitBerechnung aus der vollständigen Grundgesamtheit
STABWStichprobe, ältere Methodeältere Arbeitsmappen, aus Kompatibilitätsgründen noch vorhanden
STABWAStichprobe, inklusive Wahrheitswerte und TextBezüge, die auch Wahrheitswerte oder Text enthalten

Der Grund für den Unterschied zwischen n und n-1 liegt in der Stichprobenvarianz: Der Wikipedia-Artikel Empirische Varianz ordnet die Teilung durch n-1 statt durch n als Korrektur für die Schätzung aus einer Stichprobe ein. Wer die Standardabweichung einer Stichprobe berechnen will, sollte sich vorher fragen, ob die erhobenen Befragungsdaten tatsächlich nur einen Ausschnitt einer größeren Gruppe abbilden, denn genau das entscheidet, ob STABW.S oder STABW.N gemeint ist. Welche der vier Funktionen eine bestimmte Hochschule für eine Abschlussarbeit erwartet, regeln Hochschulen unterschiedlich; das sollte deshalb direkt mit der betreuenden Person oder der Methodenberatung der Hochschule geklärt werden.

Standardabweichung mit Excel: der Ablauf in drei Schritten

Wie gibt man die Formel in Excel ein?

Die Eingabe der Funktion folgt in Excel immer demselben Grundmuster, unabhängig davon, ob am Ende STABW.S oder STABW.N verwendet wird. Die folgende Schrittfolge zeigt die Eingabe für STABW.S.

  1. Die zu untersuchenden Werte in eine Spalte der Tabelle schreiben
  2. Eine leere Zelle anklicken, in der das Ergebnis stehen soll
  3. =STABW.S( eingeben
  4. Den Zellbereich mit den Werten markieren
  5. Die Klammer schließen und die Eingabe mit der Eingabetaste bestätigen

Die Syntax lautet laut Microsoft-Hilfe STABW.S(Zahl1;[Zahl2];...), wobei deutsche Excel-Versionen die einzelnen Argumente mit einem Semikolon trennen, genau wie es in dieser Syntaxschreibweise steht. Wird statt eines einzelnen Bereichs eine Liste einzelner Zahlen eingegeben, stehen diese ebenfalls durch Semikolon getrennt in der Klammer. Neben der Standardabweichung lässt sich auch der Mittelwert berechnen, denn die Standardabweichung beschreibt die Streuung der Werte genau um diesen Mittelwert, und beide Kennwerte werden gemeinsam berichtet. Für STABW.N, STABW oder STABWA läuft die Eingabe nach demselben Muster, nur der Funktionsname in der Formel ändert sich entsprechend.

Wie unterscheiden sich die Ergebnisse an einem Beispiel?

Ein ausgedachtes Beispiel macht den Unterschied zwischen den beiden Hauptfunktionen sichtbar. Angenommen, in die Zellen A2 bis A9 werden die acht Werte 2, 4, 4, 4, 5, 5, 7 und 9 eingetragen, deren Mittelwert bei 5 liegt. Die Formel =STABW.N(A2:A9) liefert für diese Werte das Ergebnis 2, während =STABW.S(A2:A9) für dieselben acht Werte gerundet 2,138 ergibt. Dieses Rechenbeispiel ist frei erfunden und dient nur der Veranschaulichung, nicht als Vorlage für reale Daten.

Der Unterschied zwischen beiden Ergebnissen entsteht ausschließlich durch den Teiler, also ob durch n oder durch n-1 geteilt wird, und dieser Unterschied wird mit wachsender Fallzahl kleiner, weil sich n und n-1 bei großen Stichproben immer weniger stark unterscheiden. Wer das Excel-Ergebnis zusätzlich von Hand nachvollziehen will, kann die Standardabweichung berechnen, indem der komplette Rechenweg mit Abweichungsquadraten und Wurzel Schritt für Schritt durchgegangen wird, und so das Ergebnis aus der Excel-Zelle kontrollieren. Bei realen Datensätzen aus einer eigenen Erhebung sollten die Werte natürlich nicht erfunden, sondern aus der tatsächlichen Datenerhebung übernommen werden.

Welche Zellen zählen mit und welche nicht?

Nicht jede Zelle im markierten Bereich fließt automatisch in das Ergebnis ein, und die vier Funktionen unterscheiden sich hier spürbar.

  • STABW.S ignoriert im Bezug leere Zellen, Wahrheitswerte, Text und Fehlerwerte
  • STABW.N ignoriert Wahrheitswerte und Text im Bezug
  • STABWA bezieht Wahrheitswerte und Text im Bezug dagegen mit ein, statt sie zu ignorieren

Daraus folgt für die praktische Arbeit: Fehlende Werte sollten als leere Zelle stehen bleiben, statt dort eine 0 einzutragen, denn eine eingetragene 0 zählt als regulärer Wert mit und verändert damit das Ergebnis, während eine wirklich leere Zelle von STABW.S und STABW.N übergangen wird. Wer verstehen will, warum überhaupt eine Wurzel gezogen wird, kann sich den Unterschied zwischen Varianz und Standardabweichung ansehen: Die Standardabweichung ist laut dem Wikipedia-Artikel Empirische Varianz die Wurzel aus der Varianz, also aus dem Maß für die Streuung der Werte um ihren Mittelwert. Vor der Eingabe lohnt sich deshalb ein Blick in die Tabelle, ob leere Zellen tatsächlich leer sind oder versehentlich eine 0 enthalten.

Standardabweichung mit Excel: Prüfliste mit vier Punkten

Wie berichtet man die Standardabweichung in der Arbeit?

Im Methodenteil einer Arbeit sollte stehen, ob mit der Stichprobenformel oder mit der Formel für die Grundgesamtheit gerechnet wurde, also ob STABW.S oder STABW.N verwendet wurde, denn beide Funktionen liefern für dieselben Werte unterschiedliche Zahlen. Diese Angabe erlaubt es Lesenden der Arbeit, das Ergebnis nachzuvollziehen und bei Bedarf selbst nachzurechnen. Neben der reinen Zahl gehört auch eine Einordnung dazu: Wer die Standardabweichung interpretieren will, sollte sich fragen, was eine im Vergleich große oder eine kleine Streuung für die eigenen erhobenen Daten tatsächlich bedeutet, etwa ob die Antworten der befragten Personen eng beieinander oder weit verteilt liegen.

Mittelwert und Standardabweichung stehen gemeinsam in einer Tabelle, weil beide Kennwerte zusammen die deskriptive Statistik in der Bachelorarbeit bilden und erst im Zusammenspiel ein vollständiges Bild der Daten liefern. Wie viele Nachkommastellen dabei gerundet werden und welcher Zitierstil für die Quellenangabe der verwendeten Software gilt, ist je nach Fachbereich unterschiedlich geregelt und steht im Leitfaden des eigenen Fachbereichs; im Zweifel hilft eine Rückfrage bei der betreuenden Person. Wichtiger als die Formatierung ist ohnehin die inhaltliche Angabe, mit welcher Funktion und damit mit welchem Ansatz gerechnet wurde.

Quellen und Stand

Welche Excel-Funktion die Standardabweichung richtig berechnet, hängt davon ab, ob die Daten eine Stichprobe (STABW.S) oder die Grundgesamtheit (STABW.N) darstellen.

Soll jemand deine Auswertung und den Methodenteil vor der Abgabe noch einmal sprachlich prüfen?

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Häufige Fragen zur Standardabweichung in Excel

Warum liefern STABW.S und STABW.N bei denselben Zahlen unterschiedliche Ergebnisse?

Die Microsoft-Hilfe beschreibt STABW.S als Berechnung nach der Methode n-1, während STABW.N von der Grundgesamtheit ausgeht. Der Wikipedia-Artikel Empirische Varianz ordnet die Teilung durch n-1 als Korrektur für die Schätzung aus einer Stichprobe ein, deshalb weichen beide Ergebnisse bei gleichen Werten voneinander ab.

Was passiert, wenn im Bezug von STABW.S eine Textzelle steht?

Laut Microsoft-Hilfe zu STABW.S werden leere Zellen, Wahrheitswerte, Text und Fehlerwerte im Bezug ignoriert, eine Textzelle fließt also nicht in das Ergebnis ein.

Zählt eine Zelle mit WAHR oder FALSCH bei STABWA mit?

Die Microsoft-Hilfe zu STABWA nennt ausdrücklich, dass diese Funktion Wahrheitswerte und als Text dargestellte Werte im Bezug mit einbezieht, anders als STABW.S.

Ist die alte Funktion STABW fehlerhaft?

Die Microsoft-Hilfe zu STABW beschreibt sie als ältere Funktion zur Schätzung der Standardabweichung aus einer Stichprobe, die aus Gründen der Kompatibilität mit früheren Excel-Versionen weiterhin verfügbar ist, nicht als fehlerhaft.

Sollte eine fehlende Antwort in der Tabelle als 0 oder als leere Zelle stehen?

Als leere Zelle, denn STABW.S und STABW.N ignorieren laut Microsoft-Hilfe leere Zellen im Bezug, während eine eingetragene 0 als Wert mitgezählt und das Ergebnis dadurch verändert würde.

Was unterscheidet die Standardabweichung von der Varianz?

Der Wikipedia-Artikel Empirische Varianz beschreibt die Standardabweichung als Wurzel aus der Varianz, beide beschreiben die Streuung von Werten um ihren Mittelwert, nur in unterschiedlicher Maßeinheit.

Welche Excel-Funktion passt für eine vollständige Grundgesamtheit?

Laut Microsoft-Hilfe berechnet STABW.N die Standardabweichung ausgehend von der Grundgesamtheit, die als Argumente angegeben ist, während STABW.S für Stichproben gedacht ist.

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